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Der Schöne und das Biest

Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
04.11.2014
02.09.2015
3
4.700
2
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31.08.2015 1.275
 
Gespannt saß Louis einige Stunden später auf seinem Bett und hielt das Buch in seinen Händen. Von weit her hörte man Musik und Jubelschreie der Hochzeit. Eigentlich wollte... nein, musste... er sich mit dieser Schickse treffen. Sein Vater würde ihm zwar den Kopf abbeißen, aber sei es drum.
Nachdem er mit Josephine die Bücherei verlassen hatte, machte er sich schleunigst auf den Weg nach Hause. Als er dann daheim angekommen war, half er seinem Vater noch in der Bäckerei. Die Torte für das Hochzeitspaar musste schließlich noch verziert werden und Stress wollte er auch keinen mit seinem Vater. Die Arbeit war dann also nach ein paar Stunden erledigt gewesen. Dauernd musste er an das tolle Buch denken; er wollte es so schnell wie möglich lesen.
Nun saß er also auf seinem Bett und strich vorsichtig mit seinen Fingern über den abgewetzten Ledereinband.  Das Buch musste schon eine Ewigkeit alt sein, so wie es sich eben anfühlte, roch es auch.
Die Seiten waren an manchen Stellen schon vergilbt und einige Eselsohren zierten das komplette Buch.
Sein Herz klopfte, als er im Inventar des Buches den Titel suchte. Da! Da stand er! Eilig schlug er die Seite auf und las laut die Überschrift. ,,Das Biest des Rosenpalastes" Diese Seite war mit einer Zeichnung eines Kopfes skizziert, der einem Löwen etwas ähnelte, spitze Zähne zeigte und rot glühende Augen besaß.


Das Biest des Rosenpalastes
In einem fernen Land, weit weg von aller Kriege, wurde ein in einem Schloss ein Junge geboren. Man nannte ihn Maxime. Das Land in dem der Junge aufwuchs, war durch Reichtum und ein sorgenfreies Leben bestimmt. Die Bauern konnten im Jahr zwei mal die Ernte einbringen, so ein wunderbares Wetter hatten sie, alles war scheinbar perfekt.
im Alter von 13 Jahren verstarb die geliebte Mutter des Prinzen, die Königin. Noch am Sterbebett sagte sie zu ihrem Sohn, er solle auf das Wohl des Volkes nie verzichten. Er gab ihr das Versprechen, denn wenige Augenblicke danach, wandelte sie nicht mehr unter den Lebenden. Tief in seiner Trauer verschloss er die Tür zu seinem Inneren und ertrank seinen Kummer in berauschenden Festen und ausschweifenden Orgien. Das ging eine ganze Weile so weiter, der König sah stumm zu.
Schon wenige Jahre danach wurde auch der Vater sterbenskrank und der Prinz Maxime wurde in die Realität zurück geholt. Über den Verlust seiner Mutter war er nie hinweg gekommen, doch dass sein Vater nun auch sterben sollte, brachte ihn zum Ernüchtern.
Durch seine Feste und wilden Veranstaltungen war er bald im ganzen Land verrufen und musste sich nun eingestehen, dass er falsch gehandelt hatte. Zeit konnte man nicht zurück drehen.
Derweil brach im Land ein heftiger Krieg aus, die Bauern verloren ihr Land und mussten nun, unter Einsatz ihres Lebens, das Schloss und die übrig gebliebene Königsfamilie beschützen. Das Wetter wurde Jahr für Jahr, und Ernte für Ernte unerträglicher. Das gemeine Volk wurde sauer schmiedeten einen Plan: Das Königshaus stürzen und den Prinzen umbringen- er war ja schließlich daran Schuld... so dachte man zumindest. Das Geld wurde dem König nun knapp und er war gezwungen, seinem Tod ins Antlitz zu sehen.
Kurz darauf starb auch der König. Nun war der junge Maxime König. Statt seinem Volk aber Gehör zu schenken, feierte er immer mehr Feste und aussichtslos abartige Orgien. Man munkelt sehr vieles... er habe mit 13 Frauen geschlafen, in einer Nacht... andere erzählten sich, er hätte 5 Fässer Wein an einem Abend gelehrt...
Doch als dann das Fest der Familie näher rückte, er war im heiratsfähigem Alter von 22 Jahren, brach er benommen unter dem Weihnachtsbaum zusammen. Er schrie und schlug alles nieder, was nicht Niet und Nagel fest war. Das Schloss verfiel in Panik und als seine geröteten Augen keine Tränen mehr hervorbrachten, erschien sie. Sie war eines Engels gleich doch das täuschte. Ihr Haar war lang und golden, ihre Augen funkelten so blau wie das Meer, ihr Kleid war weiß und um die Hüfte trug sie einen goldenen Gürtel. Stille trat im großen Saal ein und selbstbewusst schritt sie auf den verstörten und völlig zitternden Mann zu. Als sie schließlich bei ihm war, spürte er eine sehr große Anziehung. Sofort stand er auf, ging dann wieder in die Knie und machte ihr einen Heiratsantrag. Ohne zu wissen wer sie war oder warum sie ausgerechnet jetzt zu ihm gekommen war, willigte sie stumm ein.  Er ließ alle Länder von der Verlobung wissen und einen Mond später heirateten sie. Sein Herz solle nur ihr gehören, versprach er. Sein Kummer über den Tod beider Eltern blieb ihm uninteressant. Er schwebte ihm 7. Himmel - dem Volk hingegen ging es so schlecht wie nie zuvor. Die Ernte reichte nicht einmal mehr für eine Bauersfamilie und ständig mussten sie höhere Abgaben machen.
Während der Ehe mit der scheinbar hübschen Frau sprach sie nie auch nur ein Wort, doch der König Maxime war taub geworden vor Liebe.  
Ein Jahr später, wieder an Weihnachten, saß er an seinem Kamin und zerriss ein Buch. Ihm machte das großen Spaß, den hilflosen Seiten beim verwelken und verbrennen zu zu sehen. Plötzlich hörte er eine unwirkliche Stimme, so verzerrt und unschön, fast schon markerschütternd: ,,Macht es dir Spaß, Maxime?" Er schnellte herum und sah eine alte Frau, mit weisem Haar und einem furchtbaren Buckel vor sich. ,,Wer seid ihr?!" Erschrocken über das alte Weib befahl er ihr, sofort zu verschwinden. Die Alte lächelte nur und schon stand seine geliebte Frau vor ihm. ,,Wer bin ich...?", sprach diese markerschütternde Stimme weiter und lachte so gell, dass die Fenster um ihn herum zersprangen. Irritiert rannten die Bediensteten und etliche Bauer in den großen Saal. Nun stand wieder die Alte vor ihm. ,,Liebst du mich immernoch, Prinz?" Ihr Aussehen flackerte und wieder sah er seine Braut, dann wieder die Alte vor sich stehen. Ihre Augen waren geweitete vor Lachen und sie schrie: ,,SAG DU MIR, WARUM DU DEN WUNSCH DEINER TOTEN MUTTER NICHT FOLGE HAST LEISTEN KÖNNEN!" Dunkle Raben stoben aus allen Richtungen durch die zerfetzten Fenster und kreisten schallend um den König herum. Die Bauern hatten Mistgabeln bei sich und einer schrie, sie sei eine Hexe! Angst packte den jungen Mann und schon hörte er die luftzerreißende Stimmer ein erneutes Male: ,,DU SOLLST NIE WIEDER DEIN AUSSEHEN BEKOMMEN! DU SOLLST FÜR IMMER, BIS IN ALLE EWIGKEIT, HIER ALS MONSTER, ALS BIEST, HAUSEN!! SOLANGE, BIS JEMAND KOMMT, DER DICH DENNOCH LIEBT!" Sie schrie förmlich vor Lachen und ehe er es sich versah, wuchsen aus seinen wunderschönen Händen widerliche Pratzen und er selbst wuchs zu einer enormen Höhe an. Über dem Kamin hing ein Spiegel, Maxime erkannte sich nicht und schrie vor Schmerzen auf. ,,UND IHR! IHR SOLLT AN DIESES SCHLOSS GEBANNT SEIN, ZUSAMMEN MIT DIESEM BIEST!", brüllte sie wahnsinnig und zauberte aus dem Nichts eine schwarze Rose herbei. ,,Bis diese Rose... verwelkt ist... habt ihr Zeit... ansonsten...", weiter sprach sie nicht, denn eine Schlinge legte sich um ihren Hals und zog sie in die Luft. Ihre Augen waren geweitet gewesen und somit, wurde sie aus dem Schloss hinweg getragen von den Raben.
Bis heute lebt das Biest, einst ein König, in diesem Schloss... wartend, dass jemand ihn aus tiefstem Herzen liebt. Das einst prunkvolle Schloss steht mitten im Wald, umgeben von dichten Baumgruppen und einem Bach, der zu einem strömenden Fluss wird.
Nur wer reinen Herzens ist, und sich nichts aus vergänglicher Schönheit macht, wird das Schloss und den König Maxime, befreien können.



Louis war entsetzt und schlug das Buch zu. ,,Nein! Das darf doch nicht sein!" Wut und Trauer schossen ihm ins Herz. ,,Ich habs!", rief er und sprang vom Bett. ,,Ich werde das Schloss finden!"
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