Das Leben in einer falschen Welt

GeschichteAbenteuer, Romanze / P12 Slash
03.11.2014
02.12.2015
8
14.013
 
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03.11.2014 1.648
 
Sooo da bin ich wieder, jz nachdem ich den zweiten Teil gespielt habe musste ich einfach eine Geschichte verfassen... ^^
Es wird sich im laufe der kapitel voraussichtlich von P12 auf P18 steigern, nu so als Vorwarnung ;)

Vielen Dank an Camael. Ohne dein Kommi hätte ich nicht so bald noch eine FF geschrieben!

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„Papa Papa!“ Als er die verschlafene Stimme seines Sohnes hinter sich hörte, blieb er sofort stehen. Er schloss für einen Moment seine Augen, ehe er sich umwandte und sein Kind anlächelte. „Warum bist du denn wach Erik?“ Sanft wuschelte er dem Kleinen durch seine schwarzen Locken und kniete sich vor ihm nieder, um auf Augenhöhe mit ihm zu sein. „Wo gehst du hin, Papa?“, fragte sein Sohn mit großen Augen. „Ich muss weg.“, seufzte sein Vater leise.

„Ich will nicht dass du gehst!“ Tränen sammelten sich in den Augen des Kindes. Ein schmerzlicher Ausdruck trat in die Augen des Helden, er ertrug es nicht, sein eigen Fleisch und Blut in Trauer zu erblicken. „Vergieße keine Tränen. Ich werde stets zurück kehren, das verspreche ich dir.“, sprach er sanft und schloss den Jungen in seine Arme. Erik schmiegte sich an seinen Vater und weinte.

„Aber ich vermisse dich immer so schrecklich, wenn du weg bist.“ Die Umarmung verstärkte sich kurz, ehe der Held von Bowerstone sich von seinem Sohn löste.  „Hier.“ Er reichte seinem Jungen ein altes Amulett. „Dein Vorfahre, der Held von Oakvale, trug es vor Hunderten von Jahren stets bei sich. Es wanderte weiter bis zu mir und nun gebe ich es an dich weiter. Es wird dich schützen und dir Kraft geben.“ Er erhob sich langsam. Ein letztes Mal sah er in die verweinten Augen seines Kindes und schluckte schwer. Er drückte ihm noch einen Kuss auf den Haarschopf ehe er mit einem „Ich werde immer bei dir sein, vergiss das niemals.“ im Nebel des grauenden Morgens verschwand.

Es war kein Zufall gewesen, dass er bereits zu so früher Stunde sein Haus verlassen hatte. Er konnte seinem Sohn nicht in die Augen sehen und ihm „Lebe wohl“ sagen. Es brach ihm schon das Herz, wenn er nur daran dachte, Erik die nächsten Wochen nicht mehr zu Gesicht zu bekommen. Sein Sohn war der einzige Grund, warum er noch hier war. Hätte er ihn nicht beschützen wollen,  hätte er schon lange aufgegeben. Dieser kleine Junge bedeutete ihm alles, es gab nichts das er nicht für ihn tun würde. Aus diesem Grund hatte er sich damals im Turm nicht für die Armen Seelen, die beim Bau des Zackenturms ihre Leben lassen mussten, entschieden. Er hatte die Liebe gewählt.  Zum einen war er nicht mit dem Gedanken klar gekommen ab sofort ohne Valle, seinem treuesten Freund und Gefährten, weiter reisen zu müssen und zum Anderen wollte er seinen Sohn wieder sehen.

Die Ehe zu seiner Frau war zu einem Theaterstück geworden, in dem er die Hauptrolle spielte. Alles war nur noch eine Lüge und doch kehrte er immer wieder zu ihr zurück und spielte den liebenden Ehemann. Täte er dies nicht, dürfte er sein Kind nie wieder sehen und das würde ihm sein Herz zerreißen. Aus diesem Grund kam er alle paar Wochen wieder zurück, brachte Geschenke mit, erzählte von seinen Abenteuern, lächelte, führte seine Frau aus und erfüllte seine ehelichen, wie seine gesellschaftlichen Pflichten. Und als ob dies noch nicht genug wäre, hatte er da noch ein anderes Problem am Hals.

Lautlos seufzte der Held und betrat die große Villa in Bloodstone. In letzter Zeit wurde er ungewöhnlich oft, wegen einer Mission hier her gerufen und meistens stellte es sich dann als ein recht banales Problem heraus. Das letzte Mal war es seine Aufgabe gewesen, einen Streit zwischen Hammer und Reaver zu lösen und das war alles andere als angenehm gewesen. Der Wachposten an der Tür nickte ihm zu und ließ ihn ohne ein Wort passieren. Langsam schritt er durch die Eingangshalle und weiter in  Reavers Arbeitszimmer, wo er diesen vermutete. Doch als er die Türe öffnete, erblickte er nur den Butler des Hauses.

„Reaver ist in seinem Schlafgemach.“ Der Held zog eine Augenbraue nach oben und machte sich dankend auf den Weg die Treppe hinauf, durch die engen Gänge zu Reavers Privaträumen. Er vernahm ein leises Rascheln, als er um die letzte Ecke bog und blieb wie angewurzelt stehen. Direkt vor ihm stand Reaver mit dem Rücken zu ihm. Reavers Hemd lag neben ihm auf seinem Bett und der Held konnte seinen Blick einfach nicht von seinem Körper wenden.  

Im Schein der Kerzen schimmerte seine Haut förmlich und seine Muskeln waren deutlich zu erkennen. Es war ein wunderschöner Anblick, fast so als sähe man einen Engel und würde er Reaver nicht ganz genau kennen, könnte man ihm niemals zutrauen zu was er allem fähig war. Eine unwiderstehlich Anziehungskraft ging vom König der Piraten aus und der Held von Bowerstone hätte nichts lieber getan als die makellose Haut zu küssen und zu liebkosen. Doch plötzlich wandte sich der Ältere um und bemerkte den anderen Mann, der immer noch wie versteinert vor ihm stand.

„Kylion!“ Ein ehrliches Lächeln breitete sich auf den Lippen des Lügenmeisters aus und er zog sich schnell sein Hemd über ehe er auf den Helden zu kam und ihm seine Hand zur Begrüßung reichte. Kylion fing sich sofort wieder und erwiderte das Lächeln ehe er die Hand des anderen ergriff. „Es ist lange her, Reaver.“, meinte er mit einem leicht sarkastischen Unterton in der Stimme. „Viel zu lange.“ Der Pirat zwinkerte ihm zu und musterte ihn auffällig. Täuschte er sich oder lag da verlangen in seinem Blick. Innerlich schüttelte er seinen Kopf über seine dummen Gedanken. „Was kann ich dieses Mal für dich tun, mein Freund?“, stellte er die Frage die ihm an unverfänglichsten erschien.

„Besprechen wir das unten?!“ Ein zweideutiger Blick. Das hörte sich beinahe wie eine Frage an, so als ob Reaver ihm die Wahl ließe ob sie nicht lieber hier bleiben und eine andere Art der Besprechung durchführen sollten. Wieder schüttelte er geistig sein Haupt und versuchte sich zu konzentrieren, um nicht in Bildern von einem nackten Reaver, in seinem Bett, über ihm zu versinken. „Klingt gut.“, war alles das er hervor brachte ehe er sich schleunigst in Bewegung setzte und den Raum verließ. Doch so entging ihm das leichte Lächeln, das Reavers Lippen umspielte und das glitzern in seinen Augen.

„Also was ist los?“ Kylion schwenkte sein Glas und die rote Flüssigkeit des Weines bewegte sich träge. „Nun ja. Es geht um den Schattenhof.“  Alarmiert blickte der Held auf. „Was ist passiert?“  Langsam drehte sich Reaver zu ihm herum. „Kannst du es dir nicht denken?“ Er sah ihm direkt in die Augen. Erst jetzt betrachtete Kylion das Gesicht seines Gegenübers genau und zum ersten Mal seit er ihn kennengelernt hatte bemerkte er, dass Reaver gealtert war. Nicht viel, aber dennoch. „Was willst du von mir.“ Der Jüngere stellte sein Glas ab, erhob sich und blieb einen Meter von seinem Gegenüber entfernt stehen.

„Ich brauche ein Opfer.“ Reavers Stimme war eiskalt wie immer. Er wusste genau was es bedeutete, ein Opfer zu forderte und doch schien es ihn nicht im Geringsten zu stören. „Ich habe dir schon einmal meine Jugend geopfert, ein weiteres Mal würde ich nicht überleben.“ Der Ausdruck in den Augen des Piraten wandelte sich und es schien als wären sie nun nicht mehr ganz so kalt. Langsam überbrückte Reaver den Abstand zwischen ihnen und strich sanft mit seinem Daumen über Kylions Wange. „Und doch hat es deine Schönheit in keinster Weise geschmälert.“, murmelte er fast schon andächtig. Nach wenigen Sekunden des Schweigens, ließ Reaver seine Hand wieder sinken und wandte sich ab. „Ich würde dein Leben niemals in Gefahr bringen, dafür schulde ich dir zu viel.“

Er griff nach seinem Glas und trank einen Schluck Wein. Eine seltsame Stille beherrschte den Raum ehe Reaver die Macht über das Gespräch wieder an sich nahm. „Ich brauche ein anderes Opfer, ich spüre, dass es an der Zeit ist, aber ich kann im Moment nicht selbst eines zu den Richtern bringen.“ „Und deshalb fragst du nun mich?“ Bestätigend nickte der Ältere. „Aber ich kann das nicht.“  Kylion drehte sich um und begab sich zu seinem Platz zurück, auf welchem er noch zu Anfang gesessen hatte. „Ich konnte es das letzte Mal nicht und ich werde es auch dieses Mal nicht können.“ Leicht schüttelte er seinen Kopf. Er blickte auf und fing Reavers Blick ein. „Ich bin nicht so wie du. Ich kann keinem Menschen diese Bürde auferlegen.“

Wieder Schweigen.

„Dann werde ich sterben.“, es war nur ein leises Gemurmel gewesen, doch Kylion hatte es genau verstanden und es bestürzte ihn zu tiefst. Allein der Gedanke den Anderen nie wieder zu sehen, schnürte ihm die Kehle zu. Reaver war ein schrecklicher Mensch, ein Sadist, ein Mörder und doch könnte er sich ein Leben ohne den Piratenkönig nicht mehr vorstellen. Manchmal konnte er hinter die Fassade sehen und da war noch etwas nicht zu Eis erstarrtes. Da war noch ein Teil von Menschlichkeit. Ein kleiner Teil der sorgfältig weggesperrt und beschützt wurde.

„Warum kannst du nicht selbst gehen?“ Es musste doch einen Ausweg geben. „Ich kann mich diesem Ort nicht nähern.“ „Und warum fragst du nicht wen anderen?“ Reaver lachte kurz auf. „Wen denn? Etwas Hammer? Sie würde mir meinen Schädel einschlagen.“ „Und was ist mit Garth?“ „Der würde mich wohl grillen.“ Kylion zog eine Braue nach oben. „Aber es muss doch sonst noch wen geben der das erledigen kann.“ Doch Reaver schüttelte seinen Kopf.

„Es gibt außer dir niemanden dem ich vertraue.“

Beinahe blieb bei diesem Satz das Herz des Jüngeren stehen. Das hatte er jetzt nicht wirklich gesagt. „Aber... ich... ich muss darüber nachdenken.“ Mit diesen Worten erhob er sich und verließ die Villa.

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So das war das erste Kapitel ^^ Hoffe es hat euch gefallen, danke fürs lesen und seid doch so nett und lasst mit konstruktive Kritik da :)
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