Stoun Mountain School of Magical Arts

MitmachgeschichteFantasy / P16
31.10.2014
16.05.2019
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Hello,
sooo, fast genau zwei Monate... ich denke, das kann ich noch besser, aber erstmal bin ich zufrieden :D
Und jap, ich hab es jetzt tatsächlich heute noch fertig geschrieben, deine Mail war echt motivierend, Ally :D ♥
Ich hoffe, das Kapitel gefällt dir und dass ich Nate und Ally getroffen habe, wenn nicht, dann einfach laut schreien, hehe.
Viel Spaß!

Alles Liebe,
Joey ♥




T Y R O N E   E V A N   D E A R M A N


Es war ein warmer, sonniger Tag draußen, als ich zusammen mit meiner besten Freundin Ariadna durch die Innenstadt spazierte, auf der Suche nach einem gemütlichen Café. Es war Samstag und wir hatten dementsprechend den ganzen bisherigen Tag nichts zu tun gehabt – was auch besser so gewesen war, schließlich wären wir beide nicht dazu in der Lage gewesen. Gestern hatte eine riesige Party in einer Disco stattgefunden, die wir zusammen besucht hatten, und, nun ja, gegen Ende war sie ziemlich eskaliert. Plötzlich hatte irgendwer Drogen herausgeholt, dazu der viele Alkohol und das stundenlange Tanzen. Ich war bis Mittag völlig k.o. gewesen und hatte es kaum bis zum Klo geschafft, um mich dort zu übergeben. Nach einem knappen Frühstück und einer Dusche war es zwar besser geworden, aber von »gut« war ich immer noch ganz schön weit entfernt. Daraufhin hatte ich Ariadna angerufen, der es genauso ergangen war, und wir hatten uns zu einem Spaziergang mit anschließendem Besuch in einem Café verabredet, in der Hoffnung das würde uns guttun.
Wir fanden schließlich ein nettes Plätzchen bei einem Café in einer Seitenstraße. Ein Sonnenschirm spendete Schatten und ein paar Blumenkästen verbreiteten ein angenehmes Ambiente.
Gemütlich ließen wir uns in die Korbsesseln sinken und bestellten bei der netten Kellnerin zwei Soda Zitrone. Ariadna schob ihre dunkle Sonnenbrille nach oben in ihr Haar und blinzelte ins grelle Tageslicht.

„Was ist gestern eigentlich passiert?“, wollte ich schließlich von ihr wissen, nachdem wir einige Minuten lang einfach still vor uns hin gelitten hatten. Dieser verdammte Kater.
„Was meinst du?“, erwiderte sie unschuldig. Keine Ahnung, ob sie wirklich nicht wusste, was ich meinte, oder ob sie sich nur dumm stellte, um nicht antworten zu müssen.
„Wo warst du plötzlich? Ich wollte mich zu dir umdrehen und auf einmal warst du verschwunden. Ich hab mir voll Sorgen gemacht und bin los gegangen, um dich zu suchen, was auf Ecstacy gar nicht so leicht war, aber ich hab dich einfach nicht mehr gefunden“, erklärte ich ihr. Meine Stimme klang etwas vorwurfsvoller als beabsichtigt, weswegen ich noch ein schiefes Lächeln dranhängte.
„Ich hab… jemand Bekannten getroffen“, antwortete Ariadna.

In diesem Moment kam die Kellnerin mit unseren Getränken an unseren Tisch zurück. Dankbar für die Ablenkung begann Ariadna ein Gespräch über das Wetter mit ihr, sie ließ sich jedoch nicht lange aufhalten und marschierte schnell weiter zu den nächsten Gästen.
Mit hochgezogenen Augenbrauen blickte ich meine beste Freundin an. Mein Gesichtsausdruck schrie förmlich: »Das ist alles, was du zu bieten hast? Netter Versuch.«
Sie nippte an ihrem Soda, seufzte dann und sah mich ernst an. „Also gut. Du kennst doch diesen neuen Schüler. Killian. Der, der immer mit der Elite herumhängt“, begann sie.
„Ja“, sagte ich langsam. Ich befürchtete das Schlimmste. Killian war nichts für Ariadna. Er war ein arrogantes Arschloch, das sich für etwas Besseres hielt als alle anderen. Sie war eine total treue, liebe Freundin, die sich immer für Schwächere einsetzte und einfach ein guter Mensch war. Ich hielt mich allerdings mit diesen Bemerkungen erstmal zurück, wo sie endlich zu erzählen angefangen hatte, sonst würde sie sich nur wieder davor drücken mich aufzuklären.
„Naja, er war auch da, und irgendwie sind wir dann ins Gespräch gekommen. Du weißt ja, diese ganzen Substanzen machen sehr offen und extrovertiert. Hmm, naja, und irgendwie führte dann eins zum anderen und…“
Sie brach ab und sah zur Seite weg.
„Und was?“, fragte ich nach. Ich meine, ich konnte es mir schon denken, aber lieber wollte ich mir ganz sicher sein, bevor wir plötzlich doch verschiedene Sachen meinten und aneinander vorbeiredeten.
Ariadna verdrehte die Augen. „Na, was wohl? Wir hatten Sex, okay?“
Also doch wie ich befürchtet hatte. Ich wusste ganz genau, dass dieser Killian ihr das Herz brechen würde – und das durfte ich keinesfalls zulassen, schließlich war sie meine beste Freundin und in der kurzen Zeit war sie mir wahnsinnig ans Herz gewachsen. Ich wusste eigentlich selbst nicht, wie das so schnell passiert war, grade bei mir, der sonst nie jemanden an sich heranließ. Aber bei Ariadna war das einfach anders, sie war etwas Besonderes.
„Bitte sag mir, dass es wenigstens nur etwas Einmaliges ohne Gefühle war“, erwiderte ich nach einer Ewigkeit, in der ich überlegt hatte, was ich ihr denn bitte sagen sollte, ohne dass diese Sache zwischen uns stehen würde.
„Was stört dich daran überhaupt so? Es ist immer noch meine Sache, Tyrone, und du bist weder mein Freund noch mein Aufpasser noch mein Bruder.“
„Das weiß ich, ich mache mir nur Sorgen um dich“, versuchte ich sie zu beschwichtigen.
„Warum? Ich kann gut auf mich selbst aufpassen.“
„Ja, das schon. Ich will nur nicht mit ansehen müssen, dass er dich verletzt.“
Sie seufzte laut. „Sag mal, bist du eifersüchtig?“
Was? Hatte ich mich da gerade verhört? Eifersüchtig? Das konnte sie doch nicht ernst meinen.
„Worauf denn bitte?“, wollte ich ehrlich interessiert wissen. Ich war doch ihr bester Freund und nicht er, und mehr wollte ich auch gar nicht.
„Das wüsste ich auch gern. Du willst doch nichts von mir, oder? Du kannst doch nicht nur so nett zu mir gewesen sein, um mich ins Bett zu bekommen.“ Sie sagte das ohne es wie eine Frage klingen zu lassen, und doch wusste ich, dass sie darauf eine Bestätigung erwartete.
Ich konnte nicht anders als zu lachen. „Um Merlins Willen, Ariadna! Hörst du eigentlich, was du da sagst? Wir sind beste Freunde, und das finde ich toll. Ich mag dich wirklich, aber versteh mich bitte nicht falsch, ich würde nie im Leben was mit dir anfangen. Und wenn du versprichst, für immer und ewig die Klappe zu halten, dann erkläre ich dir auch warum.“

Ariadnas Blick war mehr als irritiert, als ich ihr dies erklärte.
„Hmm“, machte sie schließlich und nahm einen Schluck von ihrem Soda Zitrone. „Das kann ich dir schon versprechen.“
„Aber?“
„Nichts aber“, sie blickte mir direkt in die Augen und nickte mir zu. „Also gut.“
Ich holte tief Luft und sah in die Ferne. Noch nie zuvor hatte ich dieses Geheimnis jemanden erzählt, aber ich wusste, dass die Zeit dafür jetzt reif war und dass es bei meiner besten Freundin sicher sein würde.
„Ich kann nur mit Mädchen etwas haben, die ich nicht vermissen würde. Deswegen habe ich nur One-Night-Stands. Weil ich niemanden verlieren will, der mir wirklich etwas bedeutet. Und ich kann aber keine Beziehung eingehen, weil ich das auf Dauer nicht ertragen würde. Der Grund dafür ist…“ Ich seufzte leise und sah Ariadna dann direkt an. „Ich bin schwul.“

Die Dunkelhaarige, die gerade getrunken hatte, verschluckte sich an ihre Soda und begann sofort heftig zu husten. Ich klopfte ihr ein paar Mal auf den Rücken, bis sie sich wieder beruhigt hatte.
„Du bist was?“, brachte sie schließlich heraus.
„Ich bin schwul“, wiederholte ich, obwohl ich genau wusste, dass sie es eh verstanden hatte.
„Warum spielst du dann allen diese Player-Masche vor?“
„Das ist meine Tarnung“, erklärte ich ihr schulterzuckend. „Ich habe Angst, dass ich gemobbt werden würde, wenn die anderen die Wahrheit kennen würden.“
„Ich verstehe das. Aber du kannst dich nicht für immer verstellen.“
„Das habe ich auch nicht vor. Ich möchte nur noch ein wenig warten. Bis ich selbstbewusster bin, verstehst du? Ich habe ja noch lange Zeit.“
Sie lächelte zum ersten Mal heute. „Ich werde dir helfen, wo ich kann.“



N A T H A N I E L   C A R T E R


Morgen würde es für zehn glückliche Schüler endlich in das Zeltlager gehen! Ich freute mich schon die ganze Zeit mega darauf und bestimmt würde es extrem cool werden. Lagerfeuer, Grillen, der Wald, …
Gerade war ich dabei, meine restlichen Sachen zusammenzupacken. Das war natürlich leichter gesagt als getan, wenn man bedachte, wie chaotisch ich war. Überall auf dem Boden lag Zeug herum, das ich irgendwann mal dort fallen gelassen und dann doch nicht mehr aufgehoben hatte. Das Wichtigste lag zwar schon in der Sporttasche, die auf meinem Bett stand, aber man musste schließlich auf alles vorbereitet sein.

„Nate?“, fragte plötzlich eine sanfte Stimme hinter mir.
Ich wandte mich um und erkannte meine kleine Schwester Allison.
„Ally“, ich lächelte ihr zu. „Was gibt’s?“
Sie sah dich in meinem Zimmer um und betrachtete das Chaos, verzog allerdings keine Miene. Was Gewohnheit alles ausrichten kann, hm?
„Kann ich dir helfen?“, erkundigte sie sich.
Das war das Lustigste an meiner Familie. Alle außer mir waren ordentlich.
„Wenn du genug Zeit hast? Du hast doch übermorgen einen wichtigen Test, oder?“
„Ja, aber ich kann schon alles“, Ally trat nun vollends in mein Zimmer und schloss die Tür, womit ich wusste, dass es für sie keine weiteren Diskussionen geben würde. „Was hast du schon alles eingepackt?“, wollte sie dann wissen.
„Fast alles eigentlich“, erwiderte ich mit einem Schulterzucken.
Mit einem Wink ihres Zauberstabs ließ sie meine schon eingepackten Sachen wieder aus meiner Sporttasche schweben, um sich selbst ein Bild zu machen. Nacheinander flogen Unterwäsche, frische T-Shirts, Socken, Jeans, ein Handtuch, ein Badetuch, Shampoo, Duschgel, Zahnpasta und ein Handy-Ladekabel heraus.
„Was ist mit deiner Zahnbürste?“, meine Schwester hob fragend die Augenbrauen und blickte mich grinsend an.
„Oh“, verlegen kratzte ich mich am Kopf, musste aber doch auch grinsen. Das konnte ja nur mir passieren! Die Zahnpasta einpacken, aber die Bürste nicht!
Schnell lief ich rüber ins Bad, um sie zu holen, und legte sie zu den anderen Sachen dazu.
Mit Allisons Hilfe ging tatsächlich alles viel schneller und innerhalb kürzester Zeit hatten wir alles zusammengepackt, das ich brauchen würde.

„Isst du noch hier oder bei Lizzy?“, wollte sie dann wissen.
Meine Clique hatte nämlich beschlossen, dass wir alle in der Nacht vor dem Camping-Ausflug bei Lizzy übernachten würden. Ihre Familie würde uns dann morgen früh zum Bus bringen.
„Ich esse noch hier bei euch“, erklärte ich ihr. „Kannst du das Mom sagen?“
„Ja, sicher“, sie erhob sich und grinste mich dann spitzbübisch an. „Also kein Candle Light Dinner mit Lizzy?“
„Was meinst du?“, fragte ich verwirrt. Ich hatte wirklich keine Ahnung, wo sie das wieder her hatte.
„Ach nichts“, sie zuckte die Schultern und verschwand dann geschwind aus meinem Zimmer.
Einen Moment lang sah ich ihr noch irritiert hinterher, dann beschloss ich es einfach gut sein zu lassen. Ally war fünfzehn, da kam man doch immer auf komische Ideen.

Ich warf einen raschen Blick auf mein Handy. Neun ungelesene Nachrichten in der Gruppe, die meine Clique auf WhatsApp gegründet hatte. Wir nannten uns „LSG“, was für Lustige-Sachen-Gruppe stand.
Lizzy hatte gefragt, wer wann aufkreuzen würde und ob sie etwas zu Essen für uns machen sollte. Lydia hatte daraufhin geantwortet, sie wäre gleich da und würde gerne bei ihr essen, alle anderen jedoch hatten gemeint sie würden noch Zuhause essen. Ich war mal wieder der Letzte, der antwortete.
»Komme nach dem Essen, denke so in einer Stunde«, schrieb ich.
Nur wenige Sekunden später kam Lizzys Antwort: »Alles klar« mit einem Daumen, der nach oben zeigte.

Ich legte mein Handy beiseite, streckte mich kurz und ging dann hinüber in die kleine Küche, in der schon meine gesamte Familie am Esstisch saß. Mom teilte gerade aus, es gab Quinoa mit Spinat, Avocado und Tomaten.
„Ah, da bist du ja, Nate“, meinte sie, als sie mich sah.
„Pünktlich zum Essen“, fügte Dad grinsend hinzu und legte die Zeitung beiseite, die er bis eben noch gelesen hatte.
Ich setzte mich gegenüber von meiner Schwester an den Tisch und wartete, bis Mom mir meinen Teller reichte.
„Wann fährst du denn zu Lizzy?“, erkundigte sie sich, nachdem sie jedem etwas gegeben hatte.
„Direkt nach dem Essen“, erklärte ich ihr und begann zu essen.
„Pass aber gut auf so spät abends.“
„Mom“, ich verdrehte die Augen. So leicht konnte mich niemand umlegen. Ich war ziemlich groß und ziemlich stark, und nebenbei bemerkt konnte ich wohl auf Fremde auch ein wenig einschüchternd wirken, wenn ich es wollte.
„Ich sage ja nur“, sie zuckte die Schultern und lächelte.
„Du musst mir dann unbedingt erzählen, wie das Zeltlager war!“, meldete Ally sich begeistert zu Wort. Sie wäre eigentlich auch gerne mitgefahren, aber wir hatten nur ein Zelt und sie hatte sofort verstanden, dass ich es haben wollte, weil meine ganze Clique mitfahren würde.
„Na klar“, antwortete ich mit einem breiten Lächeln.
„Melde dich aber zwischendurch immer wieder, dass wir wissen, dass alles in Ordnung ist“, sagte Mom.
„Mache ich“, erwiderte ich. „Zumindest wenn ich dort Empfang habe.“
„So weit außerhalb werdet ihr schon nicht sein“, warf Dad ein. „Als wir damals mit der Schule zum Campen gefahren sind, gab es zwar noch keine Handys, aber sehr weit weg von der nächsten Stadt waren wir nicht.“
„Hauptsache wir können grillen“, grinste ich.

Wir unterhielten uns noch ein wenig über das Campen und wie der heutige Tag gewesen war, dann waren wir fertig mit dem Abendessen. Ally half Mom dabei das Geschirr zu spülen, während Dad den Tisch aufräumte. Normalerweise half ich ihm dabei, aber ich musste jetzt wirklich zusehen, dass ich den nächsten Bus erwischte. Ich meine, hier fuhren eh zu jeder Uhrzeit ständig Busse, aber vermutlich war ich eh schon wieder der Letzte, der bei Lizzy eintreffen würde.
Ich kontrollierte nochmal, ob ich alles dabei hatte, was ich brauchen würde, und stellte meine Tasche dann in den Flur. Schnell zog ich mir Schuhe und Jacke an und verabschiedete mich dann von meinen Eltern und meiner Schwester.

„Viel Spaß“, riefen sie mir noch hinterher, als ich bereits nach draußen gegangen war.
„Danke“, erwiderte ich, drehte mich noch einmal um und winkte ihnen zu.
Für mich war es kein großes Ding jetzt eine Woche von ihnen weg zu sein. Ich war nicht so der emotionale Typ Mensch und ich hatte schon öfters mehrere Tage bei Freunden übernachtet. Also zumindest das Problem des Vermissens würde ich nicht haben.

Ich marschierte rasch zur Bushaltestelle, wo der Bus gerade einfuhr, sprang hinein und suchte mir einen Sitzplatz am Fenster – was um diese Zeit nicht allzu schwierig war, der Bus war fast leer.
Entspannt lehnte ich mich nach hinten und genoss die Vorfreude.
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