Blutrote Lilie

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
31.10.2014
12.12.2014
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31.10.2014 2.096
 
Bevor es losgeht, erstmal ein 'kleines' Vorwort von mir. Ich versuche mich auch kurz zu halten, auch wenn ich diesmal eine Menge zu erzählen habe bevor es endlich losgehen kann, denn diese Geschichte liegt mir sehr am Herzen.

Zuerst einmal ist hier zwar jedes geschriebene Wort von mir und frei erfunden, ebenso wie die Protagonisten meinem Hirn entsprungen sind, jedoch stammt die wundervolle Idee von
THE CROW leider nicht von mir. Das Lob und meine besondere Verehrung gehört voll und ganz James O'Barr, dessen Comic Vorlage für einen meiner absoluten Lieblingsfilme ist und das schon seit ich im zarten Alter von elf Jahren nachts heimlich vor den Fernseher geschlichen bin und diesen faszinierend düsteren Film in der Glotze gesehen habe. Dank Brandon Lee stehe ich nun zeitlebens auf Kerle mit langen schwarzen Haaren, doch das tut hier eigentlich gar nichts zur Sache, was? ;-)
Jedenfalls war es nach dem Film um mich geschehen und ich musste lange, lange warten, bis ich diesen Film ein zweites Mal in die Finger bekam. Und als das passiert war ... Sagen wir es so: Mittlerweile ist meine VHS kaum noch abspielbar, die DVD hat ebenfalls übelste Abnutzungsspuren und ich kann mittlerweile sämtliche Texte in deutsch und englisch mitsprechen. -_-" Ihr seht also, der Film und auch dessen Handlung bedeutet mir 'ne Menge.
Nachdem ich nach Jahren endlich alle Filme mein Eigen nennen kann, dazu etliche Comics und Bücher, sowie den Soundtrack, bekomme ich anscheinend immer noch nicht genug davon und musste jetzt auch noch meine eigene Idee von
THE CROW umsetzen.

Eigentlich bin ich ja gar keine Fanfikschreiberin. Ich halte mich nicht gern an Vorgaben, weil ich ständig an schon geschriebenen Texten herumschreibe und was am Text verändere. Doch bei
THE CROW konnte ich mich einfach nicht zurückhalten, zumal ich mich hier ebenfalls mit meinen eigenen Charas und meiner eigenen Story austoben konnte.
Ich hatte schon öfter darüber nachgedacht, etwas in dieser Art zu schreiben, hatte auch schon ewig eine Idee dazu im Kopf, mich nur nie getraut in die Tasten zu hauen. Keine Ahnung, wieso ich das nicht wollte, aber ich hatte einen riesigen Respekt davor. Den habe ich eigentlich noch. Doch Anfang dieses Jahres hat es mich dann endgültig gepackt. Wie es dazu kam? Das hatte private Gründe, die ich hier jetzt nicht ausbreiten werde. :-P
Jedenfalls ging mir diese ganze Sache arg an die Nieren und was tue ich immer, wenn's mir scheiße geht? Ich schmeiß de Flimmerkiste an und lasse
THE CROW rauf und runter laufen. Mein Allheilmittel gegen Depris, neben viel Eis und Schokopudding mit Sahne. Und als ich das tat, dachte ich über die ganzen Geschehnisse nach, die sich um mich herum auftaten. Nach langem hin und her überlegen kam ich schließlich auf die Idee, mir wenigstens den ganzen Frust von der Seele schreiben.
Blieb nur die Frage, ob ich das alles in eine meiner Geschichten machen sollte, die ich gerade am schreiben war, oder ob ich eine Neue anfange. Ich hatte auch schon eine grobe Story, sowie die Figuren im Kopf. Nur der Antrieb dazu fehlte mir, weshalb ich mich nicht dazu überwinden konnte in die Tasten zu hauen.
Ich schaue also weiter Eric Draven dabei zu, wie er seine und Shellys Mörder abmurkste, sprach leise die Texte mit, sang die Songs darin mit (gut, dass mich dabei keiner hört :-S) und versuchte nicht weiter darüber nachzudenken. Gehirnabschalten war angesagt. Doch dann, mitten im Film, kribbelten mir die Finger.
'Wieso nicht?', dachte ich. 'Jetzt oder nie!' Ich hockte mich vor die Tastatur und fing sofort an zu schreiben. Doch es wurde nicht wie geplant die Geschichte, die ich mir schon vorher überlegt hatte. No! Die THE CROW FF, die ich all die Jahre über mit mir rumschleppte, wollte plötzlich in die große, weite Welt entlassen werden.
Ohne groß über den zukünftigen Verlauf der Story nachzudenken, begann ich auf meine Tastatur einzudreschen und es lief wie geschnitten Brot.


Zur Story:
Schon immer hab ich mich gefragt: Was, wenn einer der Beiden zurückbleibt? Wenn einer von ihnen überlebt, es aber nicht dankbar annimmt, sondern es als Fluch ansieht? Was geschieht mit ihm? Was tut derjenige, der zurückkommt, um sich zu rächen? Treffen sich die beiden? Oder werden sie sich nie wieder sehen? Will derjenige, der sich und seine große Liebe rächen will, bei ihm bleiben? Will der andere ihm folgen? Fragen über Fragen, die sich mir nach und nach enthüllten.
Was mich dann später wirklich überraschte war: Die ganze Story hatte ich innerhalb von nicht mal zwei Wochen nieder getippt. Ein neuer Rekord für mich, weil ich bei längeren Geschichten immer mal wieder Pausen einlegen muss, da ich sonst anfange auf der Stelle rumzutippen.
Ich schrieb also nach der kurzen Entstehungszeit ein kleines Ende darunter und ließ sie über einen Monat lang unberührt auf meinem PC dahin schlummern. Danach machte ich mich immer mal wieder dran, kleinere Episoden aus der Zeit zu schreiben, als die beiden noch lebten, die ich dann noch in den Text einfügen wollte. Tja, und als ich dachte: Glückwunsch Fara! Du bist fertig! Da wusste ich noch nicht, wie sehr ich mich doch dabei geirrt hatte.
Ich glaube, so oft wie diese Geschichte hier, habe ich noch nie einen meiner Texte durchgelesen und bearbeitet, umgestellt, wieder umgeschrieben, neue Szenen eingefügt, noch mal durchgelesen und bearbeitet, umgestellt ... usw.
Knapp zehn Monate später ... Da wären wir nun.
Ich habe für mich die Fragen nach dem was-wäre-wenn beantwortet und nun kann ich euch endlich meine eigene Story über die unsterbliche Liebe, Tod und Rache auftischen. Und ganz ehrlich? Ich bin richtig stolz auf mein Werk. Nicht, weil ich so lange an ihr gesessen habe, sondern weil ich sie wirklich und wahrhaftig liebe ♥.
Und weil ich das tue, überkam es mich ein weiteres Mal. Ich hab gezeichnet. Eine ganze Menge sogar. Ich habe dabei geweint, geflucht, Papier zerrissen und drei Radiergummis zerschlissen, bis ich alles so hatte, das ich recht zufrieden damit war.
Kurzum: Ich habe einen Haufen Herzblut hier reingesteckt, auch wenn's vielleicht gar nicht so aussieht.
Deshalb bin ich total aufgeregt, wie ihr die Story findet! *zitter*

Als Letztes noch ein kleines Wort zur Textformatierung, dann habt ihr das langatmige Vorwort geschafft. ^_^
Ganze kursiv formatierte Texte sind vergangene Erlebnisse und Erinnerungen meiner Protagonisten. Während kursive Sätze mit Anführungszeichen, wie bei mir gewohnt, deren Gedanken sind.
Diesmal habe ich nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben und zudem in der Vergangenheitsform, was ganz sinnvoll war, denke ich.

So! Jetzt aber genug mit dem Geschwätz! Das hält ja bald niemand mehr aus!
Trotz der langen Worte, wünsche ich euch viel Vergnügen beim Lesen, auch wenn die Story diesmal viel düsterer ist, als man es vielleicht sonst so von mir gewohnt ist. Aber so ist die Welt von
THE CROW nun mal. Düster und trotzdem, wie ich finde, gerecht und vor allem durchzogen von wahrer, inniger Liebe. *seufz*
Um es mit Sarahs Worten beginnen zu lassen:

'Gebäude brennen und Menschen sterben. Aber die wahre Liebe hält ewig.' (Schlussworte vom Film THE CROW - Die Krähe [1994])

Leider notwendig zu erwähnen: Alle Rechte meiner Texte liegen allein bei mir. Meine Texte, mein Eigentum. Unerlaubte Veröffentlichungen, auch nur auszugsweise, auf anderen Plattformen oder Onlineshops sind verboten, und das mache ich Text-Dieben auch rechtlich begreiflich, falls es sein muss.
Also? Klauen is nicht. Und wie ich kürzlich erfahren habe, haben meine lieben Leser ihre Augen überall und berichten mir jeden dreisten Text-Diebstahl.
Auch ich werde in Zukunft besser aufpassen und genauer hinsehen, was einem auf digitalem Wege angeboten wird.

In diesem Sinne wünsche ich euch trotzdem viel Spaß beim Lesen.
Eure Fara




Cover

Blutrote Lilie



Prolog


Seidig glänzten ihre schwarzen Federn in der Sonne. Den Lärm der Stadt, der sie umgab, blendete sie aus. Anfangs fiel ihr das noch schwerer. Am Anfang war ihr alles noch viel schwerer gefallen.
Der Anfang.
Das war vor fast einem Jahr gewesen, damals, als sie den Ruf vernommen hatte, der sie schließlich in diese Stadt geführt hatte. Der Ruf, der sie noch immer in dieser Stadt festhielt. Es war der Ruf einer sterbenden Seele gewesen. Die Seele, dessen Hüter sie nun schon seit so vielen Tagen, Wochen und Monaten war.
Einsam waren diese Tage gewesen. Genauso einsam, wie die verstorbene Seele seitdem in dem trostlosen Dunkel aus Warten und dem Wunsch nach Rache war. Genauso einsam, wie der zurückgelassene Mensch, mit dem die ihr anvertraute Seele unzertrennlich verbunden war.
Eigentlich hätte sie damals die Seele des verstorbenen Mannes in das jenseitige Land begleiten müssen, doch diese Seele konnte einfach keine Ruhe finden. Sie war seitdem ruhelos und gepeinigt von den ungerechten Umständen, die dessen Tod herbeigeführt hatten. Deshalb war sie noch hier, wartete, bis es an der Zeit war, dass der Mann zurückkehren konnte, damit er das Unrecht, das ihm und seinem Freund widerfahren war, sühnen konnte.
Abb. -00.1-

Friedlich saß sie auf einem blattlosen Ast, der über eine der vielen kleineren und größeren Mausoleen und Grabsteine hing, und beobachtete die Menschen, die ihr auf diesem ruhigen Fleckchen Erde hin und wieder begegneten. Sie hörte ihre leisen Unterhaltungen, beobachtete sie, wenn sie Blumen an den Ruhestädten ihrer verstorbenen Verwandten und Freunde niederlegten, teilweise sogar um sie weinten. Doch das interessierte sie nur am Rande. Niemand von ihnen war ihr besonders wichtig, bis auf den einen unter ihnen, der ihrer ganz speziellen Aufmerksamkeit galt. Dieser besagte Mensch, ein junger Mann, hockte ganz in ihrer nähe.
Sie spannte ihre Flügel und landete lautlos auf dem steinernen Dach des Mausoleums, das der junge Mann so schmerzlich beweinte. Nun lang er direkt unter ihr und kauerte sich fast zu einem Knäuel zusammen. In dieser Haltung traf sie ihn hier öfter an. Er trauerte und litt schrecklich, das konnte sie nicht nur sehen, sondern auch spüren, spürte es durch die Seele, die ihr anvertraut worden war.
Doch auch sie konnte es in gewisser Weise nachvollziehen, dieses Gefühl. Die Trauer, die einen von innen heraus zerfraß, wenn man es zuließ. Ja, sie wusste um diesen Schmerz, der sie umgab. Sie war kein seelenloses Ding, wie die meisten Zweibeiner auf dieser Welt wahrscheinlich dachten. Ganz im Gegenteil. Auch sie hatte Gefühle, spürte Trauer, Schmerz und wusste um die Ungerechtigkeiten, die auf diesem kleinen Planeten Tag für Tag und Nacht für Nacht geschahen. Und ganz entgegen eines dummen, unüberdachten Sprichwortes, kümmerte sie sich, ebenso wie ihre Artgenossen, ganz hingebungsvoll um ihren Nachwuchs. Rabenmutter, Rabeneltern. Nein. Das waren sie alle nicht.
Auf ihre ganz natürliche Art verstand sie, was den jungen Mann da unten quälte. Es war der gleiche Schmerz, der in der Seele des Mannes schlummerte, dem diese tiefe Trauer des zusammengekauerten Mannes unter ihr galt. Ein unsichtbares Band zwischen ihnen dreien, das sich zu verändern begann.
Sie merkte ganz deutlich das immer drängendere Zerren in ihrem Inneren. Seit Tagen wurde es stärker und stärker, das heiße Aufbranden der Rache, die Ruhelosigkeit, die dem schon bald beginnenden Ereignis Nahrung geben würde. Ab jetzt gab es kein Zurück mehr.
Es musste geschehen.
Es war unausweichlich.

In ihr drängte alles danach, das geschehene Unrecht endlich zu rächen, denn das, was die zerschundene Menschenseele in ihr quälte, quälte auch sie.
Sie trug eine große Bürde auf ihren Schwingen und sie wusste, was das bedeutete. Sie wusste, was es für die ruhelose Seele bedeutete, die sie behütete. Das furchtbare Verbrechen ungesühnt zu wissen, die Qualen, die der Verstorbene seitdem jede Sekunde in sich brennen und lodern fühlte. All das würde bald ein Ende finden. Das war ab jetzt ihre Bestimmung. Ihre Aufgabe.
Ein Jahr lang hatte sie sich darauf vorbereitet, Kraft gesammelt, damit sie ihrem Schützling den Weg weisen, und sie beide die kommenden Aufgaben würden bewältigen können.
Bald ...
Abb. -00.2-

Sie breitete ihre schimmernden Flügel aus und stieß mit ihren spitzen Schnabel in den immer dunkler werdenden Himmel.
Bald ... Bald war es so weit.
Sie krächzte laut vor aufkeimender Aufregung, bemerkte, wie der junge Mann unter ihr deshalb erschrocken zusammenfuhr und mit gerunzelter Stirn zu ihr aufschaute. "Wehe du saust das Grab ein! Husch!" Der Junge rappelte sich schwankend auf und fuchtelte wild mit seinen Armen herum.
Dummer Mensch! Aber woher sollte er schon wissen, dass die Krähe einen besonderen Auftrag hatte? Und vor allem, welcher besondere Auftrag das war?
Ja, es war nicht immer so, wie die Menschen es vermuteten. Ganz und gar nicht. Und nicht immer war eine davonfliegende Krähe ein einfacher, dummer Vogel, der sorglos und ohne Ziel dem immer dunkler werdenden Abendhimmel entgegenglitt. Manchmal trug er etwas Wichtiges, etwas Wertvolles in sich.
Etwas Verborgenes.
Etwas Unheilvolles ...

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