Vergessen geglaubt.

GeschichteAllgemein / P12
Sophie Koch Sören Petersen Susanne Kaspary
29.10.2014
16.12.2018
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Hallo!
Ich melde mich zurück mit meiner zweiten Geschichte! Nachdem  "Ganz oder gar nicht", meine erste FF, mir so viel Freude bereitete hat, also sie zu schreiben, wollte ich eine zweite Geschichte schreiben, ich traue mich hiermit mal an etwas neues ran und hoffe es gefällt euch!
Über Reviews freue ich mich sehr, viel Spaß!
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Emma

Piep..piep....piep. Ich schlug auf meinen Wecker und wollte mich gerade wieder umdrehen um weiter zu schlafen, als sich auch schon die Tür zu meinem Zimmer öffnete und meine Mutter das Zimmer betrat.
"Emma, du musst aufstehen. Ich muss jetzt los, nicht dass du verschläfst." Widerwillig setzte ich mich auf und begab mich ins Badezimmer als ich auch schon unser Auto die Einfahrt verlassen hörte. Erleichtert atmete ich aus. Meine Mutter machte es mir echt schwer meine Abnehmpläne durchzusetzen, aber morgens war sie wenigstens nicht da. Ahnte sie etwas? Wohl kaum. Sie hat bemerkt, dass ich abgenommen habe, aber ich habe sie davon überzeugt, dass einfach der 'Babyspeck' weg war. Ich lächelte bei dem Gedanken. Als ich auf die Uhr sah bemerkte ich, dass ich keine Zeit mehr für die Waage hatte. Schade eigentlich. Schnell zog ich mich an, legte etwas Schminke auf, bürstete meine Haare und lief zum Bus. Essen brauchte ich ja nicht. Da bemerkte ich einen Zettel auf dem Tisch:" Sei heute Mittag pünktlich, wir müssen was besprechen". Was sollte das nun schon wieder heißen?

In der Schule angekommen musste ich erst einmal schauen wo ich jetzt meinen nächsten Kurs hatte.
Plötzlich bemerkte ich wie mein Bauch knurrte. Verdammt wieso musste das nur jeden Tag so laut sein. Schnell nahm ich mir die Wasserflasche die ich eben noch eingesteckt hatte und trank einige große Schlucke. Hoffentlich hielt das meinen Bauch etwas vom rebellieren ab.
So brachte ich diesen Schultag wie jeden anderen hinter mich und sah mich schon bald in der letzten Stunde sitzen, als es plötzlich an der Tür klopfte. Unsere Lehrerin öffnete die Tür und herein traten.. oh nein nicht im Ernst... meine Tante Sophie und ihr Kollege Sören. Schnell machte ich mich klein, versteckte mich wie sowieso immer mit meinen offenen Haaren und passte mich dem Kurs an. Hauptsache Sophie kommt nicht auf die Idee mich vor dem ganzen Kurs anzusprechen.
Was wollen die beiden überhaupt hier? Klar sie sind Sozialarbeiter, aber an unserer Schule waren die beiden bis jetzt noch nie.
Nachdem sie einige Worte mit unserer Deutschlehrerin wechselten wandten sich die beiden jetzt an den Kurs: "Hallo Leute, ich bin Sören Petersen und das ist meine Kollegin Sophie Koch.  Wir sind hier um euch eine kleine Ankündigung zu machen. Wir sind ab jetzt 2 mal wöchentlich für 2 Stunden hier an eurer Schule für euch da. Also wenn ihr Probleme habt, egal welcher Art, könnt ihr immer zu uns kommen und mit uns darüber reden! Wir versuchen dann euch bei euren Problemen zu helfen und werde bestimmt auch für alles eine Lösung finden." Während Sören sprach schweifte Sophies Blick durch den Raum. Ich mochte meine Tante wirklich gerne und sie war eigentlich auch nicht nur eine Tante für mich, aber dieser durchscannende Blick machte mich plötzlich ganz verrückt. Ihr Blick blieb an mir hängen. Ich gab mich ergeben und lächelte ihr zu. Sophies Blick nach zu urteilen hatte sie mich nicht direkt erkannt, doch dann lächelte auch sie mir mit ihrem berühmten strahlen zu. Sie beendete Sörens Ansprache dann mit einem:" Also denkt daran, wir haben immer ein offenes Ohr für euch!" Und damit verließen die beiden den Raum,  Sophie nicht ohne unser zuzwinkern vorher was sie mir als ich noch ein Kind war mühsam beibringen musste.
Ich lächelte. Wenigstens hatte sie mich nicht angesprochen. Das meinen Mitschülern zu erklären war so ziemlich das letzte worauf ich Lust hatte.
Als der Unterricht schließlich vorbei war verließ ich gemeinsam mit meinen Freunden den Raum und gemeinsam gingen wir Richtung Ausgang, wo gerade Sophie und Sören standen. Bevor ich wusste wie mir geschah sah ich mich auch schon in Sophies Armen wieder: "Hey kleine! Wie schön dich mal wieder zu sehen! Wieso meldest du dich denn nie?" Ich war etwas überrumpelt, aber dennoch genoss ich es Sophie wieder so nahe zu sein. Sie hatte recht ich meldete mich nicht bei ihr, aber das hatte auch einen guten Grund. Sie durchschaute mich einfach zu schnell und außerdem erinnerte sie mich zu stark an meinen Papa. Mein Papa ist vor einem halben Jahr gestorben und ich komme einfach nicht drüber hinweg. Als sie sich von mir löste bemerkte ich erst, dass meine Freunde noch verdutzt neben mir standen: "Ehm Leute, das ist meine Tante Sophie. Sophie, das sind Anna, Lene und Jo.". So versuchte ich die Situation zu erklären. "Hallo ihr drei!", sagte Sophie fröhlich und gab allen die Hand. "Sophie ich muss dann auch los, sonst verpasse ich den Bus,  also bis dann!", versuchte ich mich zu verabschieden. Doch weiter als einen Meter kam ich nicht.
Schon hatte ich Sophies Hand am Handgelenk ich blieb abrupt stehen. "Komm Emma wir fahren dich auch Heim, wir haben so lange nicht mehr geredet!" Ich nahm meinen Arm aus ihrer Gewalt und sagte:"Aber Mama wollte extra dass ich heute pünktlich bin, ich fahre besser mit dem Bus, sie wollte was mit mir besprechen.."
"Ich denke wir schaffen es schneller als der Bus zu sein!", sagte sie und lachte während sie mich noch einmal in den Arm nahm: "Ach Emma ich hab dich vermisst." Ein warmes Gefühl überkam mich gefolgt von einer Welle Traurigkeit. Ich hätte mich wirklich melden sollen. Sophie hat schließlich auch jemanden verloren und so mich beinahe noch dazu. Gemeinsam gingen wir zu ihrem und Sörens Auto. "Ich hab dich vorhin in der Klasse fast gar nicht erkannt, Emma! Du hast dich ganz schön verändert sag mal!" Verändert? was meint sie denn damit? "Wieso verändert, Sophie? Ich bin doch deine gleiche kleine Emma, nur nicht mehr ganz so klein.." lachte ich und hoffte dass man mir meine Nervosität nicht anmerkte.
Kaum saßen wir im Auto begann Sophie dann auch schon wieder das Thema aufzugreifen: "Du hast ganz schön viel abgenommen, oder?", fragte sie mich geradewegs heraus. Ich grinste in mich herein, man merkte es also. Aber gleichzeitig war ich wiedereinmal besorgt darum, dass ihr etwas auffallen würde. Also möglichst gut abwenden: "Ehm naja, der Babyspeck ist halt weg, also das ging irgendwie ganz von selbst.", antwortete ich zögernd. Wenn Sophie wüsste was in mir vorging dann hätte ich wahrscheinlich ein echtes Problem. "Aber du passt auf ja? Ich meine du bist schon echt dünn jetzt!", bekam ich als Antwort von einer besorgt dreinschauenden Sophie.
"Man Sophie jetzt fang nicht wieder so an! Ich bin keins von euren Problemkindern!", lachte ich und lenkte gleich vom Thema ab: "Warum seid ihr jetzt eigentlich auch bei uns an der Schule?" Diesmal antwortete Sören: "Eure neue Direktorin ist der Meinung, dass an eurer Schule jemand fehlt mit dem ihr sprechen könnt wenn ihr ein Problem habt. Und der Meinung sind wir auch. Muss ich hier rechts fahren?" Beinahe gleichzeitig sagten Sophie und ich :"Ja genau hier!" Wir lachten und schon standen wir vor unserem Haus. "Also vielen Dank fürs fahren!", sagte ich und stieg aus. Doch anders als erwartet stieg auch Sophie aus. "Ist was?", fragte ich. "Ich würde gerne noch mit rein kommen,  ich habe deine Mama auch so lange nicht gesehen!" Ich zog meine Ärmel noch einmal sicherheitshalber runter und klingelte an der Tür. Als meine Mutter öffnete strahlte sie wie ich es schon lange nicht mehr gesehen habe, zu lange. "Mensch Sophie!". Damit nahm sie meine Tante fest in die Arme. "Willst du reinkommen und mit uns essen?" NEIN, nein bitte sag nein Sophie! Es ist schon schwer genug Mama zu täuschen, bei Sophie, das wusste ich genau, wäre es nahezu unmöglich. Mit einem falschen lächeln sah ich meine Tante an. Doch diese sagte Gott sei Danke nein! "Sorry! Mein Kollege sitzt im Auto und wir müssen arbeiten! Aber ich komme die tage mal vorbei! Bis dann!”, sie streichelte mir noch einmal über den Arm und ging dann zurück zum Auto. Ich dagegen grinste meine Mutter an und fragte: “Na was gibt es denn so wichtiges zu besprechen?”.
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