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Pompeij

GeschichteDrama, Romanze / P16
Amberly Schreave August Illéa Carter Woodwork Clarkson Schreave Georgia Whitaker Maxon Calix Schreave
28.10.2014
16.11.2014
2
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28.10.2014 1.764
 
Ich mustere mich im Spiegel. Meine Zofen flechten meine Haare zu einem Kranz und stecken kleine Kunstblumen rein. Heather tritt einen Schritt zurück. "Habt ihr gesten noch mit Cullén gesprochen?" "Ähm, ja ich glaub' schon." "Ihr glaubt?" Leah lächelt und steckt eine Haarsträhne hoch. "Er war ein bisschen steif." Heather prustet los und Milly stößt ihr mit dem Ellbogen gegen die Rippen. "Worüber haben sie gesprochen, Majestät?" Ich dachte nach. Tatsächlich verlief unsere Unterhaltung ziemlich gehaltlos. Hoffentlich nahm Cullén mir das nicht übel. "Keine Ahnung, er hat mir einfach zum Geburtstag gratuliert." Milly sieht ein bisschen enttäuscht aus. "Mehr nicht?" "Nein." "Und sonst? ist er nett?" fragt Milly weiter. "Ich denke schon. Er hat einen ganz freundlichen Eindruck gemacht." "Fertig." Leah grinst mich im Spiegel an. "Danke schön." Sie knicksen. Ich drücke meine Hand gegen meinen Bauch. "Ehrlich gesagt, habe ich gar keinen Hunger auf Frühstück." "Das hat gestern wohl jemand zu viel getrunken." Heather grinst frech.  "Heather!" Milly schaut ihre Freundin entsetzt an. Wir sehen einander an. Dann prusten wir los. Die drei sind mehr meine Freundinnen, als dass sie meine Bediensteten waren, umso mehr schmerzt es mich, zu wissen, dass sie unglücklich hier sind, insbesondere Milly. Sie war unglaublich intelligent, sie wäre gerne Ärztin geworden. Ich stehe auf. "Bis dann."

Ich laufe langsam die Treppen runter. Zwei Wachen, von denen ich wusste, dass der eine Avery hieß, öffnen mir die Tür. Es waren fast alle da, nur meine Mutter fehlte noch. Platz, der normalerweise neben Maxon war, war heute leer. Stattdessen wurde der Platz neben Cullén und seiner Schwester gedeckt. "Guten Morgen." Cullén stand auf und hauchte mir zur Begrüßung zwei Küsse auf die Wangen. "Du bist gestern so plötzlich verschwunden. Ja, mir gings nicht so gut. Ich hab' mich dann schlafen gelegt." "Und heute?" "Alles gut." Ich denke kurz nach.
"Es tut mir leid, dass ich gesten so wenig Zeit für dich hatte. Ich hoffe du hattest trotzdem Spaß." Ein lächeln breitet sich auf Culléns Gesicht aus. "Nein, es war toll, lieb, dass du fragst."



Aiden

Ich beobachte die Prinzessin, wie sie mit Cullén spricht. Unwillkürlich muss ich an gestern denken. Sie war schrecklich unglücklich. Heute hat sie das anscheinend vergessen. Reiche Menschen waren schrecklich sprunghaft. Sie sagt irgendwas und Cullén  legt seine Hand auf ihre. Für den Bruchteil einer Sekunde zuckt sie zurück und will sie ihre Hand wegziehen, lässt sie dann aber doch wo sie ist. Trotzdem hat diese kleine Geste mich in Alarmbereitschaft versetzt. Wir waren darauf getrimmt worden, die Königsfamilie mit unserem Leben zu beschützen und auf Bewegungen wie diese zu reagieren. Obwohl Cullén keine Gefahr dar stellt, schreit alles in mir danach Cullén weg zu stoßen und die Prinzessin von ihm weg zu bringen. Es ist komisch, plötzlich so für einen Menschen zu fühlen. Ich schaue zu Woodwork rüber ob er genauso reagiert hat wie ich. Aber der steht bloß gelangweilt an der Tür. Es ist normal so für ein Mitglied der Königsfamilie zu empfinden. Davon bin ich überzeugt. Trotzdem war noch irgendwas komisch. Mir ist flau im Magen. Ich beobachte wie Cullén die Prinzessin zum Lachen bringt. Irgendwas stimmt nicht mit mir. Habe ich was schlechtes gegessen? Werde ich krank? Kurz darauf steht Piper auf. Erst jetzt lässt Cullén ihre Hand los.
Sie knickst vor ihm und dem König und geht dann an auf uns zu. Ihr Blick streift mir nur zufällig, aber sie erkennt mich sofort. Sie lächelt. "Officer Donovan?" Ich zwinkere ihr zu. "Majestät."

Nachdem alle fertig gegessen hatten dürften wir den Speisesaal verlassen. Meine nächste Schicht ist vor dem Büro des Königs, deshalb muss ich ihn auf den Weg nach oben begleiten. Irgendein Berater redet auf ihn ein. "Wir müssen mehr Wachen für das Casting anfordern. Bei den Vorbereitungen entstehen automatisch Sicherheitslücken. die Chancen sind hoch, dass wir von Rebellen angegriffen werden, während die Mädchen hier sind." Der König nickt ernst. "Und sonst? Neuigkeiten aus New Asia?" "Die Lage ist nach wie vor unverändert, Majestät." Er flucht. "Hat die Förderation auf unsere Bitte geantwortet?" "Nein, Majestät." Der König sieht aus, als würde er seinem Berater am Liebsten an die Gurgel gehen. Das scheint dem Mann auch aufgefallen zu sein, denn er macht einen Schritt nach rechts. Als wir die Treppen hoch gehen, begegnen wir einem Untersekretär, der einen riesen Haufen Mappen in den Händen trägt. "Sind das die Mädchen?" "Nur eine Auswahl, Majestät." Der König nimmt die oberste Mappe vom Stapel, der daraufhin gefährlich schwankt. Er blättert sie durch. "Ich will kein Mädchen, niedriger als sechs." "Ja, Majestät." Es überraschte mich irgendwie nicht, dass die "Auslosung" manipuliert wird. "Apropos Beziehungen, wie läuft es zwischen Piper und Cullén?" "Gestern haben sie nicht viel miteinander gesprochen, aber heute scheinen sie sich ganz gut verstanden zu haben." "Sehr gut, sorgen sie dafür, dass sie sich zusammen einen Film ansehen oder sowas."


Piper

Ich sitze auf Maxons Bett. "Und? Cullén scheint doch kein so übler Kerl zu sein oder?" Ich zucke mit den Schultern. "Er gibt sein Bestes, denke ich." Er malt mit den Fingern Kreise auf die Sessellehne. "Bist du schon gespannt auf die Mädchen?" "Ja, ich denke schon." "Du kannst dich wenigstens entscheiden." Ich klinge patziger, als ich vorhatte. Maxon mustert mich. "Ist er echt so schlimm?" Ich ringe mit den Händen. "Nein, aber er ist nicht MEINE Wahl." "Wer ist deine Wahl?" Ich zupfe mir eine lila Blüte aus dem Haar. "Keine Ahnung. Jemand, den ich mir selbst ausgesucht habe." Es klopft an der Tür. Maxon steht aus seinem Sessel auf und öffnet. Ein Wache mit schwarzen Haaren fragt nach mir. "Piper, Vater will dich sehen." Als er sich umdreht, sehe ich sowas wie Panik in seinen Augen. "Ist was passiert?" "Ich weiß nicht."
Es ist nichts passiert. Als ich sein Arbeitszimmer betrete, warten mein Vater und Cullén auf mich. Cullén läd mich mehr oder weniger freiwillig auf einen Spaziergang durch den Garten ein.
Als wir an der frischen Luft sind, geht es mir gleich viel besser. Als Cullén die Wachen wegschicken will, ignorieren sie ihn und sehen mich fragend an. Obwohl das selbstverständlich ist, freut mich das. Sie sind auf meiner Seite. Ich nicke und sie entfernen sich. "In Frankreich sind die Wachen anders. Nicht so angespannt. Es gibt keine Rebellen. Keine Bedrohung. Es gefällt dir bestimmt." Ich spreche nur ungern über Frankreich. Es ist ein schönes Land, aber ich bezweifle, dass ich als Königin davon so viel zu sehen bekommen würde. Der Palast wäre mein Käfig. Dieser hier auch, aber das ist mein Zuhause. Hier habe ich Maxon und meine Zofen. Es wird mir das Herz brechen, sie zurück zu lassen. "Jedenfalls," spricht er Weiter, "jedenfalls glaube ich, dass es gut wird. Das mit uns wird gut." Er bleibt stehen. "Ich bin mir sicher, dass du eine gute Königin wirst. Du bekommst Kinder und trägst schöne Kleider. Du kannst alles haben, was zu willst. Schmuck, Gemälde, Artisten, die nur für dich spielen." Ich merke worauf das hinausläuft. Er will keine Frau, sondern eine Puppe, die schön aussieht. Plötzlich kommt er mir unangenehm nah. "Was machst du da?" "Sei einfach still." Sei still, sei schön, denk nicht, das mach ich für dich. Ich weiß nicht, ob ich mich wehren soll. Wir werden heiraten. Was ist da schon ein Kuss? Und dann drückt er sine Lippen auf meine. Ich bin noch nie geküsst worden, aber ich hab es mir irgendwie aufregender vorgestellt. In den Büchern, die ich lese und von denen Maxon nichts hält, weil sie ihm zu schnulzig sind, sprühen Funken, einem wird ganz warm und man ist glücklich, wenn man geküsst wird. Ich weiß nicht, wie lange so ein Kuss dauert, deshalb bleibe ich einfach stehen. Ich weiß nicht was ich machen soll. ich dachte immer, wenn es soweit ist dann wäre mir klar was zu tun ist. Aber ich habe keine Ahnung. Alles woran ich denken kann, ist dass Culléns Finger kalt sind und er ziemlich laut ist. Seine Finger wandern von meinem Nacken zu meinen Schultern. Plötzlich zupft er an den Trägern von meinem Kleid. Instinktiv stoße ich ihn weg. "Was soll das?" "Was hab ich denn gemacht?" "Das frag' ich dich!" Cullén wird ungeduldig. "Wir sind verlobt. Was hast du denn plötzlich?" "Wieso hast du mich überhaupt geküsst?" "Du wirst meine Frau!" "Und bedeute ich dir vielleicht irgendwas?" " Wir heiraten." Er wird ärgerlich. Ich aber auch. "Was ist das denn für ne' blöde Antwort?" "Was willst du denn hören? Du liebst mich doch auch nicht!" "Ich hab aber nicht versucht dich zu küssen!" "Tu nicht so, als hätte dir das nicht gefallen." Er runzelt die Stirn und kommt wieder näher. "Hat es nicht." Ich klinge total feindselig, dabei will ich mich nicht streiten.  Er packt mich am Arm. "Pass bloß auf." Jetzt wird es mir langsam zu bunt. Als er mich wieder küsst, ist er grober als beim ersten Mal. Wütend beiße ich ihm auf die Zuge. "AUA! Saloppe!" Er lässt mich los und ich unterdrücke den aufkommenden Wunsch ihm ins Gesicht zu schlagen. Ich habe das Gefühl, ich sollte irgendwas sagen wie: Fass mich nochmal an und ich bring dich um! Aber ich bin viel zu aufgebracht. Wer weiß wie die Situation eskaliert wäre? Zornig gehe ich zum Palast zurück. Ich weiß nicht ob ich es jemandem sagen soll. Maxon? Vielleicht würde man Cullén sogar wegschicken. Die Soldaten schauen mich besorgt an, aber ich will bloß schnell in mein Zimmer. Hoffentlich waren meine Zofen nicht da. Die würden mich bloß ausquetschen und das konnte ich grade echt nicht gebrauchen. Nachdem die wut ein bisschen verflogen war, schmeckte ich plötzlich Blut. Fast fühlte ich mich schlecht, dass mir das so viel Genugtuung verschaffte.

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So! Wie immer freu' ich mich auf Lob und Kritik!! Hoffentlich hat's euch gefallen!!! ♥♥