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Kurzbeschreibung
KurzgeschichteLiebesgeschichte / P6 / Gen
Garnet Till Alexandors XVII / Lili / Dagger Zidane Tribal
26.10.2014
26.10.2014
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832
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26.10.2014 832
 
Eigentlich ist die Geschichte die gleiche, seit Anbeginn der Zeit, verewigt in jedem Roman, den sie als Kind quasi verschlungen hat: Mädchen trifft Junge und sie verlieben sich in einander. Prinzipiell ist es genau das, was passiert ist, ausgedrückt in aller Einfachheit, in Klischee und dem, was sowieso jeder kennt und erwartet.

Aber eigentlich ist es gar nicht so einfach. Sie ist eine Prinzessin, er ein gewöhnlicher Dieb. An und für sich ist auch das nichts Neues – eine Liebe zwischen den Ständen, ganz wie Lord Avon es in 'Deine Taube möcht' ich sein' schon niederschrieb. Auch diese Geschichten hat sie als Kind geliebt, davon geträumt und sie sich ausgemalt... doch in ihren kühnsten Träumen hätte sie nicht gewagt sich vorzustellen, was ihr letztendlich widerfahren ist. Zu groß und zu gewaltig ist das Abenteuer, das hinter ihr liegt und so harmlos begann, als sie beschloss, aus Alexandria fortzulaufen.

Sie kann nicht genau sagen, wann es passiert ist, dass sie ihr Herz an ihn verloren hat – zu der Zeit, als sie begriffen hat, dass es geschehen war, war es längst zu spät, um es noch aufzuhalten. Es ist schleichend passiert, kein Moment des plötzlichen Verstehens, wie ihn all die Helden in ihren Büchern gehabt haben. Sie weiß nicht, ob es sein Lachen gewesen ist, als Steiner ausgerutscht und kopfüber im Schnee der Höhle des Ewigen Eises gelandet ist, oder der Schmerz und das Mitleid in seinem Gesicht, als sie mitangesehen haben, wie Lindblum fiel, weiß nicht, ob das Funkeln von Schalk in seinen blauen Augen ihr Herz berührt hat oder ob sein friedliches Gesicht, wenn er nach einem langen Tag der Wanderung neben dem Lagerfeuer eingeschlafen ist, dies getan hat. Vielleicht ist es die Tatsache gewesen, dass sie nichts weiter als ein Singvogel war, bevor er in ihr Leben getreten ist, dessen goldenen Käfig er mit einer solchen Leichtigkeit geöffnet hat, dass sie gar nicht anders konnte, als ihm zu verfallen. Was es auch gewesen ist, Garnet weiß nur eins – sie hat sich in ihn verliebt, von ganzem Herzen, mit Leib und Seele und als sie gedacht hat, ihn für immer verloren zu haben, war es so, als sei ein Teil von ihr gestorben.

Doch entgegen aller Wahrscheinlichkeit ist er zu ihr zurückgekehrt. Heil und wohlbehalten und so unglaublich schön wie die Sonne selbst, goldenes Haar und blaue Augen und dieses Lächeln, das ihr immer wieder den Atem raubt. Wie die Sonne nach einer langen Regenzeit ist er zu ihr zurückgekehrt und wie die Monde am Himmel wird sie auf ewig um ihn kreisen, denn ohne sein Licht kann sie nicht leuchten, kann nicht lachen, nicht die sein, die sie wirklich ist.

Es ist nicht so, dass sie nicht ohne ihn leben kann. Sie kann es, das hat sie bewiesen in der Zeit, in der er verschwunden war, verschluckt von Dunkelheit und dem Hass, der dem Baum Iifars innegewohnt hat. Sie hat gelebt und regiert, war die Königin, die sie versprochen hatte zu sein, damals, am Grab ihrer Mutter. Das Volk hat zu ihr aufgesehen und sie geliebt, während sie unermüdlich gearbeitet hat, um Alexandria und Lindblum und Burmecia wieder aufzubauen. Doch es hat etwas gefehlt und jeder, der sie kennt, hat es gewusst.

Sie hat es sehen können, in Eikos hängenden Schultern und Freyas abwesendem Blick, in Steiners verzogenen Mundwinkeln und Amarants noch schweigsamerem Benehmen, in Quinas sehnsüchtigem Seufzen und Vivis betretenem Schweigen. Nicht nur in ihrem Leben hat die Sonne gefehlt, um die sie alle gekreist sind, wie Planeten, die ohne ihn nur dunkle Himmelskörper waren, erloschen und ohne dieses Etwas, das sie alle zusammengebracht hat in einem Abenteuer derart epischer Ausmaße, dass sie sicher ist, dass die Historiker noch lange darüber schreiben werden. Und in dem Augenblick, in dem er den Umhang abgeworfen und sein Gesicht gezeigt hat, ist die Sonne in sieben Leben wieder aufgegangen, das weiß sie genau.

Genau so, wie sie weiß, dass sie die Sonne niemals wieder gehen lassen wird. Durch Krankheit und Krieg und Tod, was auch immer noch auf sie zukommen wird, wird sie immer an der Seite ihrer Sonne stehen und sein Leuchten erwidern und ihm den Weg in dunkler Nacht weisen, wie sie es in Garlands Pandemonium für ihn getan hat. Sonne und Mond und die Planeten um sie herum, ihr eigenes kleines System, dessen die Sterne sich erbarmt haben, sich auf Geheiß einer höheren Macht ausgerichtet, damit sie alle weiter leuchten und den Himmel ihres gemeinsamen Horizonts erleuchten können.

Sie spürt die Blicke von ihnen allen auf sich, erwartungsvoll und gerührt, und dann ist da er, der sie anschaut, mit diesem speziellen Lächeln, das ihrs allein ist, mit so viel Wärme und Liebe in den Augen, das ihr Herz einen Sprung macht und wild zu schlagen beginnt, wie die Taube, die endlich aus ihrem Käfig ausbricht. Und ihre Lippen verziehen sich ebenfalls zu einem Lächeln, so breit, dass sie glaubt, ihr Gesicht könnte zerbersten vor Freude, als sie die Worte sagt, auf die sie alle warten:

„Ich will.“
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