Lichtermeer der Nacht

GeschichteRomanze / P16 Slash
26.10.2014
26.10.2014
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„Lucky! Lucky, wo steckst du?“. Der Ruf meines Bruders riss mich aus meinen Gedanken. „Ich bin in der Scheune!“, antwortete ich. Kaum hatte ich diesen Satz verlauten lassen, stürmte mein Bruder Rolly zum Scheunentor herein und fuchtelte dabei mit den Pfoten, in welchen er ein Stück Papier hielt, wild durch die Luft. „Lucky, ich muss dir dringend was zeigen“, keuchte er außer Atem, als er schließlich bei mir ankam. „Was gibt's denn?“, wollte ich wissen und sah ihn gespannt an. „Lucky, gerade ist ein Brief für dich gekommen“, antwortete Rolly, welcher immer noch bemüht war, wieder zu Atem zu kommen. „Ein Brief – für mich?“, fragte ich verwundert. „Ja“, antwortete Rolly. „Gus, die Brieftaube hat ihn eben vorbeigebracht“. „Von wem ist er denn?“, fragte ich neugierig. „Von Blaze“, antwortete Rolly und überreichte mir den Brief. Ich nahm ihn an mich und faltete ihn sorgfältig auseinander, während ich überlegte, was mein alter Freund Blaze wohl zu berichten hatte. Ich legte den Brief langsam auf dem Boden ab und begann, ihn mir durchzulesen:

Lieber Lucky,

ich hoffe sehr, dass es dir gut geht. Zunächst möchte ich mich herzlich bei dir dafür entschuldigen, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe. Oft habe ich mir vorgenommen, dir einen Brief zu schreiben, aber leider habe ich niemals die Zeit dazu gefunden. Wie du weißt, bin ich Tag und Nacht unterwegs. Es ist manchmal wirklich schwer, den Kontakt zu halten, wenn man auf Weltreise ist. Dennoch möchte ich dir endlich einmal berichten, wie es mir geht und dir ein paar Eindrücke meiner Reise schildern. Als ich mich vor 2 Jahren dazu entschlossen habe, diese Weltreise anzutreten, war mir zwar bewusst, dass es ein bisschen stressig werden könnte, jedoch hätte ich mir nie vorgestellt, dass es so stressig werden würde. Wirklich, manchmal ist es eine Plage, von einem Ort zum nächsten zu ziehen, vor allem dann, wenn man sich gerade ein bisschen eingelebt hat. Trotzdem war es ein guter Entschluss, den ich damals getroffen habe und ich habe ihn auch bis heute nie bereut. Ich erinnere mich noch gut an den Tag, als ich Abschied vom Dearly-Hof nahm. Ich weiß noch, wie ich dich zum Abschied umarmt und dabei geheult habe wie noch nie zuvor. Damals habe ich dir das Versprechen gegeben, dass dieser Abschied nicht für immer ist und wir uns eines Tages wiedersehen werden. Da ich nun schon so viele Länder bereist habe, ist es endlich einmal an der Zeit, dieses Versprechen auch einzuhalten. Nächste Woche komme ich dich für ein paar Tage besuchen. Ich freue mich schon wahnsinnig darauf, dich und deine Freunde wiederzusehen und dir von meiner Reise zu erzählen. Aber auch du hast mir sicher vieles zu erzählen. Ich bin schon sehr gespannt.

Bis dahin, liebe Grüße,
Dein Blaze

Als ich den Brief zu Ende gelesen hatte, legte sich ein breites Lächeln auf mein Gesicht. „Was ist?“, wollte Rolly wissen und sah mich erwartungsvoll an. „Blaze kommt her!“, rief ich vor Freude. „Er schreibt, dass er uns nächste Woche besucht“. „Oh, Blaze kommt zurück? Das ist toll“, freute sich Rolly mit mir. „Ja, das ist fantastisch!“, rief ich und rannte zur Scheune hinaus. Ich wollte Goliath und Spot die Neuigkeit natürlich nicht vorenthalten. Die beiden saßen wie immer unter der großen Eiche im Garten und unterhielten sich darüber, wie schön das Wetter doch sei. Aufgeregt rannte ich auf die beiden zu. „He Leute, ich muss euch unbedingt was erzählen“, keuchte ich, als ich bei der Eiche ankam. „Was ist los?“, wollte Spot wissen. „Blaze kommt!“, rief ich euphorisch. „Blaze?“, fragte Spot erstaunt. „Ja, er hat mir einen Brief geschrieben“, sagte ich und setzte mich neben die beiden. „Das ist schön“, meinte Goliath. „Ich bin gespannt, was er uns zu erzählen hat“. „Und ich erst!“, rief ich und sprang auf. „Was hast du vor?“, wollte Spot wissen. „Ich muss noch einiges vorbereiten“, antwortete ich. „Ich möchte für Blaze eine kleine Willkommensfeier veranstalten“. „Können wir dir irgendwie helfen?“, fragte Goliath. „Ja, ihr könntet allen am Hof Bescheid geben und euch um Dekoration und Futter kümmern. Ich werde inzwischen alles weitere erledigen“, antwortete ich und machte mich auf den Weg zu Zweiton. Wenn jemand wusste, wie man eine Party macht, dann sie. Auf dem Weg zu ihrer Hütte traf ich zufällig Dreibein, einen meiner Brüder. „He Lucky, du hast es aber eilig“, rief er, als ich an ihm vorbeieilte. Ich blieb kurz stehen, um ihm zu erklären, warum ich denn so in Eile war. „Dreibein, ich habe tolle Neuigkeiten“, sagte ich, bemüht, einigermaßen ruhig zu klingen. „Welche denn?“, wollte er wissen. „Blaze kommt zurück!“, rief ich und ein breites Lächeln legte sich über mein Gesicht. „Blaze?“, fragte Dreibein und sah mich verwundert an. „Ja, er hat mir einen Brief geschrieben, in dem er seine Rückkehr ankündigt“, antwortete ich begeistert. „Oh, toll“, sagte Dreibein und verdrehte dabei die Augen. Hatte ich vergessen zu erwähnen, dass Dreibein Blaze nicht besonders leiden kann? Das liegt daran, dass es auch immer Dreibeins großer Traum war, eine Weltreise zu machen. Als Blaze sich diesen Traum schließlich erfüllte, hatte Dreibein sehnlichst gehofft, dass Blaze ihn mitnehmen würde. Als dieser jedoch abreiste, ohne sich von Dreibein zu verabschieden, geschweige denn ihn zu fragen, ob er ihn begleiten möchte, war er sehr enttäuscht und ist seitdem sehr empfindlich, wenn es um Blaze geht. „Ich bin ja gespannt, was unser Held zu erzählen hat“, sagte Dreibein und verdrehte abermals die Augen. „Komm schon, freust du dich denn gar nicht?“, fragte ich und lächelte ihn an. „Nein“, antwortete Dreibein kühl. „Ich muss weiter, ich habe noch einiges zu erledigen“. Mit diesen Worten wandte er sich ab und lief in Richtung Weide davon. Einerseits konnte ich es zwar verstehen, dass Dreibein immer noch enttäuscht war, aber konnte er sich nicht wenigstens ein bisschen freuen? Ich dachte nicht länger darüber nach, sondern setzte meinen Weg zu Zweitons Hütte fort. Bereits von weitem konnte ich sehen, dass sie sich aufgeregt mit jemandem unterhielt. Als ich näher kam, erkannte ich, dass es Goliath war. Eilig lief ich auf die beiden zu. „He Zweiton, hast du es schon gehört?“, rief ich ihr zu. „Goliath hat es mir gerade erzählt“, antwortete sie und lächelte mich an. „Es ist schön, dass Blaze uns endlich einmal besucht“. „Ja, das ist toll“, stimmte ich zu. „Würdest du mir dabei helfen, eine Party für ihn zu organisieren?“. „Natürlich, gerne“, antwortete Zweiton. „Lucky, ganz ruhig, Blaze kommt doch erst nächste Woche zurück“, sagte Goliath, die gerade in einer alten Kiste herumkramte. „Na und? Es gibt noch viel vorzubereiten“, antwortete ich und sah zu Zweiton. „Könntest du dich vielleicht um die Dekoration und die Musik kümmern?“, fragte ich sie. „Sicher“, antwortete sie. „Welche Art von Dekoration soll es denn sein?“. „Das darfst du aussuchen“, entgegnete ich. „Gut, wir werden uns darum kümmern, stimmt's, Goliath?“, sagte sie und sah Goliath erwartungsvoll an. „Ähm, ja, sicher“, stimmte diese zu und warf mir einen vernichtenden Blick zu. Wenn Goliath etwas hasste, dann war es, mit Zweiton eine Party zu organisieren. „Wo soll denn die Party stattfinden?“, wollte Zweiton wissen. „In der Scheune“, antwortete ich. „Okay. Hast du noch irgendwelche Wünsche bezüglich Dekoration und Musik?“, fragte sie. „Nein, es soll nur eine unvergessliche Party werden“, antwortete ich.
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