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Die überaus interessante Sicht einer Türklinke

KurzgeschichteHumor / P6
22.10.2014
22.10.2014
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„Schreibe nie einen Roman aus der Sicht einer Türklinke!“


Hallo! Mein Name ist... momentmal! Ich habe gar keinen Namen! Nun ja...ich bin nunmal eine Türklinke und normale Türklinken haben keine eigenen Namen.
Auf Bitten eines älteren Mannes hin, habe ich mich hinreißen lassen, euch, lieben Lesern, einen Bericht über mein gar aufregendes Leben zu erzählen!
Nun; ich befinde mich in einem kleinen Zimmer, gegenüber von mir liegt ein großes Fenster, durch welches zieht wie Hechtsuppe...
Momentmal! Ich kann den Lauftzug gar nicht fühlen! Ich bin nunmal eine normale Türklinke und normale Türklinken können nicht fühlen.
In diesem Punkt ist das vielleicht auch gar nicht so schlecht, denn die blonde Frau reißt andauernd die Fenster auf. Morgens. Mittags. Abens. Immer stehen die Fenster offen.
Apropos blonde Frau; wenn die blonde Frau duscht, habe ich einen perfekten Blick auf ihren Körper und muss mich nicht mal schämen, da ich keine Augen habe, die ich gentlemanlike schließen kann!
Momentmal! Wenn ich keine Augen habe, kann ich gar nicht sehen! Ich bin nunmal eine normale Türklinke und normale Türklinken haben keine Augen!
Schade! Aber vielleicht ist das gar nicht so schlecht, denn auch der alte Mann duscht ab und an.

Wenigstens kann ich die blonde Frau noch unter der Dusche singen hören. Sie singt einfach wundervoll! Ich wünschte ich könnte auch so singen!
Momentmal! Ich kann weder singen, noch sprechen oder irgendwelche Geräusche außer einem gequälten Quitschen ab und an machen! Ich bin nunmal eine normale Türklinke und normale Türklinken können weder singen, noch sprechen oder irgendwelche Geräusche außer einem gequälten Quitschen ab und an machen!

Schade! Aber wenn ich so darüber nachdenke; ich hätte ja auch eine Stimme, wie der des alten Mannes in die Wiege gelegt bekommen haben. Wenn der alte Mann singt legt sich ein kalter Schauer, den ich eigentlich gar nicht spüren kann, auf meinen, nicht vorhandenen, Rücken.
Zumindest stelle ich es mir so vor.
Ich stelle mir vor, dass ich mich in einem Badezimmer mit fortwährend geöffnetem Fenster, welches eine blonde, schön singende Frau nach dem Duschen aufreißt befinde.
Natürlich könnte ich auch eine Klassenzimmer- oder Bürotürklinke sein, aber wenn ich so darüber nachdenke...
Momentmal! Zum nachdenken braucht man doch ein Gehirn und normale Türklinken besitzen kein Gehirn, ich eine normale Türklinke, das heißt; ich kann nicht denken!
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