Short Stories

GeschichteHumor, Romanze / P12 Slash
22.10.2014
18.05.2015
8
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"Wahnsinn! Was ist denn hier los?", begeistert wanderten leuchtende, goldene Augen über die Fähnchen, Girlanden und Laternen, die über den Straßen hingen. Stände mit Essen, Süßigkeiten, Spielen und vielem mehr waren aufgestellt worden und die Menschen wusselten in freudiger Erregung durch die Stadt.
"Es scheint so als ob wir in ein Sommerfest geraten sind", meinte Hakkai hilfsbereit und deutete auf eine Ansammlung von Menschen, die in verschiedenfärbige Gewänder gekleidet waren.
"Ein Sommerfest? Cool! Aber warum tragen alle diese bunten Bademäntel?", fragend legte Goku den Kopf schief.
"Das sind keine Bademäntel, Idiot!", warf Gojyo kopfschüttelnd ein und legte einen Arm um Gokus Schultern, der lautstark protestierte. "Hey!"
"Gojyo hat Recht! Diese Leute tragen Yukatas. In manchen Städten gehören diese Gewänder zur Tradition bestimmter Feste!", erläuterte Hakkai mit erhobenem Zeigefinger, "Vielleicht können wir uns später etwas umsehen, aber zuerst sollten wir uns um unsere Zimmer kümmern. Meinst du nicht auch, Sanzo?"
"Wieso beziehst du mich immer in eure bescheuerten Pläne mit ein?", fragte Angesprochener gereizt und zog an seinem Glimmstängel. Damit wand er sich ab und marschierte los.
"Dann bleiben wir? YEAH!", glücklich sprang der der Braunhaarige dem Mönch hinterher. Gojyo und Hakkai sahen einander belustigt an und folgten ihren Reisegefährten. Trotz des regen Treibens auf den Straßen war es kein Problem Zimmer zu ergattern, auch wenn es zum Missmut des Priesters Doppelzimmer waren. Nachdem sie ihr Gepäck verstaut hatten, versammelten sie sich in Sanzo und Hakkais Zimmer um alle gemeinsam das Fest zu erkunden... naja, fast alle...
"Waaaaas? Aber Sanzo~!"
"Halt die Klappe, Affe! Ich hab genug von euren Kindereien, da muss ich mir das nicht auch noch antun!"
"Sanzooooo~!"
"Klappe, hab ich gesagt!" Der Fächer kollidierte einige Male mit dem Kopf des Braunhaarigen.
"Auaaa! Ist ja schon gut!", schmollte Goku und brachte Abstand zwischen sich und den schnaubenden Mönch. Hoffnungsvoll schaute er dann zu Hakkai, der auf dem Bett saß und Hakuryuu im Schoss hatte, "Aber wir gehen, oder?"
"Natürlich, Goku", lächelnd stand er auf und der kleine Drache flog auf seine linke Schulter.
"Wir lassen uns doch nicht von seiner Heiligkeit die Laune vermiesen! Außerdem werden wir ohne ihn viel mehr Spaß haben!", pflichtete Gojyo bei und dämpfte seine Zigarette im Aschenbecher aus.
"Tch", kam es nur von dem Blonden und kurz darauf hielt er eine Zeitung in den Händen.
An der Tür drehte Hakkai sich ein letztes Mal um, "Kann ich dir irgendetwas mitbringen, Sanzo?"
Er fing die goldene Karte geübt auf.
"Zigaretten!", blieb der Mönch wortkarg und beließ die Zeitungsbarriere aufgerichtet.
"Natürlich, Sanzo", mit einer kleinen Verbeugung schloss der Heiler die Tür hinter sich und folgte seinen Begleitern, die bei der Treppe auf ihn warteten.
"Dann bleibt unsere kleine Prinzessin wirklich hier?", fragte Gojyo und fuhr sich durch die Haare, "Es würde ihn bestimmt nicht umbringen, wenn er uns begleiten würde."
"Du kennst Sanzo", meinte Hakkai schulterzuckend und machte sich daran die Stufen hinunter zu steigen.
"Der wird sich wohl nie ändern", bestätigte Gojyo und folgte seinem Freund. Goku verschränkte die Arme hinter dem Kopf und ging knapp hinter dem Rothaarigen.
Wenig später trugen die drei jungen Männer ihrerseits jeder einen Yukata und wanderten über die feierlich geschmückten Wege.
"Es war wirklich ausgesprochen freundlich von der alten Dame uns diese Yukatas zu leihen", brach Hakkai die herrschende Stille.
"Warum haben wir uns nochmal umziehen müssen?", gab Gojyo leidend von sich und sah seinen besten Freund verzweifelt an.
Mit einem Lächeln erwiderte der, "Es scheint dass man den Festlichkeiten ansonsten nicht beiwohnen darf. Goku scheint sich daran nicht zu stören."
"Warum sollte es auch... sein Besitzer rennt auch ständig in so einer Kutte rum..."
Gemeinsam sahen sie dem Energiebündel hinterher, welches begeistert von einem Stand zum anderen sprang.
"Wir sollten das Beste daraus machen", schlug der Braunhaarige vor, schenkte dem Halbdämon ein Lächeln und ging los, "Außerdem solltest du der Letzte sein, der sich beschwert. Der Yukata steht dir wirklich ausgezeichnet."
Verdattert stand der Westentaschencasanova da und glubschte dem anderen sprachlos hinterher.
Langsam wanderten seine Mundwinkel nach oben bis ein Grinsen auf seinen Zügen lag. Er fischte nach einer Zigarette, zündete sie genüßlich an und folgte seinen Freunden in einem gemächlichen Tempo. Bald stand er wieder neben Hakkai, der gemeinsam mit Goku vor einer Wurfbude Halt gemacht hatte und mit dem Besitzer sprach.
"Versuchen Sie es ruhig, meine Herrschaften!!", redete der ältere Herr auf die beiden ein, "Jeder hat drei Schüsse zur Verfügung und ich garantiere Ihnen, dass Sie sich eine Kleinigkeit aussuchen dürfen, selbst wenn Sie keinen Treffer landen!"
Gojyo konnte darauf nur die Augen verdrehen, sagte aber nichts.
"Wirklich?", erwiderte Hakkai gespielt interessiert und machte eine nachdenkliche Geste.
"Darf ich es versuchen, Hakkai?", bat Goku sofort und schaute wie ein kleines Kind, welches ein neues Spielzeug entdeckt hatte in die grünen Augen des Heilers.
"Also gut", gab der größere Dämon nach, "Aber nur ein Mal."
"Du bist der Beste, Hakkai!",  strahlte Goku über das ganze Gesicht und nahm sich einen der bereit liegenden Bälle.
"Du lässt ihn wirklich?", Gojyo war an den großen Braunhaarigen herangetreten und hatte eine Hand auf dessen Schulter gelegt, "Du weißt doch, dass die meisten dieser Typen üble Trickser sind."
"Natürlich weiß ich das", entgegnete Hakkai vor sich hinlächelnd, "aber willst du Goku nicht seinen Spaß gönnen?"
"Du hast ihm  nicht gesagt, dass er sich zurückhalten soll..."
Der Blick, den Hakkai ihm über seine Schulter zu warf, war Antwort genug.
Grinsend rief Gojyo, "Hau ordentlich drauf, Affe!"
"Nenn mich nicht so, du blöde Kakerlake!", krakelte der Kleinere zurück und machte sich Wurf bereit.
"Wenn du alle Dosen umwerfen kannst, darfst du dir etwas aus den obersten Regalen aussuchen, Junge!", warf der Budenbesitzer ein.
Mit einem verstehenden Nicken konzentierte der Braunhaarige sich, holte aus und schoss den Ball in die aufgestellten Dosen. Scheppernd fiel der Turm in sich zusammen. Während Goku triumpfierend im Kreis tanzte, bekam der ältere Herr hinter der Theke den Mund vor Entsetzen nicht mehr zu. Geschockt starrte er auf die am Boden verteilten Konservendosen.
"G-gut gemacht, junger Mann!", brachte er mit einem gekünstelten Lachen hervor, "Was möchten Sie denn haben?"
Sofort beendete Goku seinen Freudentanz und besah sich die Preise ganz oben.
"Den da!", meinte er sofort und zeigte auf einen großen Affen. Ohne viel Gerede holte der alte Mann eine kleine Leiter und angelte nach dem Stofftier. Mit dem Kuschelaffen im Arm kletterte er wieder herab und setzte das mit Watte ausgestopfte Tier auf den Tresen, "Viel Spaß mit deinem Preis!"
"Was ist denn mit den anderen beiden Würfen?", fragte Hakkai scheinheilig, als der Mann sich nach den Dosen bückte.
Der versteifte sich und hielt für einpaar Sekunden die Luft an, dann richtete er sich mit zwei Blechbüchsen in den Händen auf und grinste schief, "Der junge Mann hat bereits einen Preis."
"Dann können wir doch unser Glück versuchen!", schlug Gojyo mit einem haifischartigen und denoch charismatischen Grinsen vor und legte dabei einen Arm um Hakkais Schultern.
Dem konnte der ältere Herr nichts entgegensetzen. Geschlagen stellte er die Dosen erneut auf.
"Ihr werft auch?!", begeistert umschlang Goku den Affen und schaute seine Freunde erwartungsvoll an.
"Wir lassen dir doch nicht den ganzen Spaß!", bestätigte Gojyo und wuschelte dem kleineren durch die Haare, ehe er sich Hakkai zuwand, "Willst du zuerst?"
"Ich überlasse dir gerne den Vortritt", lehnte der Grünäugige ab und trat zur Seite.
"Also dann!", angriffslustig schnappte der Rothaarige einen der verbleibenden Bälle.
"Du schaffst das, Gojyo! Es ist kinderleicht!", feuerte Goku ihn an und sah gespannt zwischen dem Größeren und dem Blechtürmchen hin und her.
Nur um die Spannung zu steigern knettete er den kleinen Ball, warf ihn probehalber von einer in die andere Hand und stellte sich dann in Wurfposition. Der alte Mann hatte inzwischen einbisschen Hoffnung gesammelt, dass der Rothaarige ihn unnötiger Weise zum Schwitzen brachte. Doch dann holte Gojyo aus und ließ alle kürzlich aufgestellten Dosen durch die Luft fliegen.
Der alte Mann war den Tränen nahe, "W-Welchen Preis möchten Sie haben?"

Als die Drei den Stand wenig später verließen, trug jeder sein eigenes Stofftier - Goku seinen Affen, Gojyo einen grünen Plüsch-Kappa mit Gurke und Hakkai ein rosarotes Stoffschwein mit Halstuch. Der Besitzer der Wurfbude blieb zurück und versuchte sich in seinen Krokodilstränen zu ertränken.
"Das war lustig! Was machen wir jetzt?", mit einem breiten Grinsen auf den Lippen zündete Gojyo sich eine Zigarette an.
"Ich bin am Verhungern!", maulte Goku und schaute bettelnd zu Hakkai.
Der lachte auf, "Es ist zwar noch nicht Essenszeit, aber ich schätze wir haben uns eine Kleinigkeit verdient."
"Yay!"
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