Not without my special friend!

von - Leela -
GeschichteFamilie, Freundschaft / P12
Ansabone Eddie Futura Jake Skelevator Skelevision
17.10.2014
17.10.2014
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Not without my special friend!

Jake ging die Gästeliste durch, die seine Tochter zu ihrem Geburtstag geschrieben hatte. „Mmhm… Mh… Hm…“ Es war schwer einzuschätzen, wieviele Anteile Nachdenklichkeit und wieviele an Mißmut in dem Gemurmel lagen.
      Eddy blieb bei ihm stehen und warf einen Blick mit auf die Liste. „Ganz der Vater, würde ich sagen!“
      „Was?“
      Als Jake aufsah, ging sein Partner bereits weiter in den Raum. „Ich habe mir nie einen Geist zum Geburtstag gewünscht!“
      Jake seufzte tief und legte die Liste beiseite. „Weißt du, was mich dabei am nachdenklichsten stimmt? Das hier ist nur die Liste für die Familienfeier. Und Ansabone, Skeli, die ShockClock, der Skelevator und vor allem der Dead Letter File-Geist kommen alle noch vor »Daddy«!“ Der smarte Teamführer machte eine hilflose Geste. „Muß ich mir da um irgend etwas Sorgen machen?“
      „Ich würde mir um etwas anderes viel mehr Sorgen machen!“ kommentierte Eddy. Auf Jakes fragenden Blick hin erklärte er: „Wie kriegen wir den Skelevator hier ins Büro?“
      Der Gesichtsausdruck des blonden, hochgewachsenen Mannes wäre ein Foto wert gewesen. „Was??“
      Eddy wandte sich knapp vor der Bücherwand zu Jake um. „Na, wenn sie den Skelevator dabeihaben will, dann muß er doch auch hier ins Büro! Wir können ihm doch nicht einfach nur von unserer kleinen Feier aus, hier aus der Ferne zuwinken!“
      Jake mußte noch immer seinen Schock überwinden. „Sag‘ mal, geht’s noch? Das ist jetzt ja wohl ein bißchen übertrieben, oder?“
      Der Brünette lehnte sich lässig an das Regal und musterte seinen Teamkollegen mit einem forschenden Blick. „Willst du deiner Tochter einen Wunsch abschlagen?“
      Das Argument brachte den sportlichen Mann deutlich ins Schwimmen. Eddy konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Er hatte gewußt, daß er Jake so zu packen kriegen würde, denn er wußte, für seine Tochter würde Jake alles tun! Und er selbst – war neugierig, wie es nun weiterging!
      In ihre Überlegungen hinein flimmerte die Luft, und kurz darauf stand Futura bei ihnen, mit einer großen Schachtel in der Hand. „Hallo, ihr Lieben! – Wo soll ich denn Dannys Torte abstellen?“
      In Eddys Augen leuchtete es. „Ah, eine Torte aus der Zukunft!“
      „Ja!“ schmunzelte die schlanke Frau mit dem blassvioletten Teint. „Frischer kann sie also nicht sein! – Habt ihr schon etwas für die Feier vorbereitet?“
      „Wir waren gerade dabei!“ erklärte Eddy. „Wir haben nur ein Problem!“
      „Ein Problem?“ erkundigte sich Futura erstaunt. „Worum geht es dabei?“
      Eddy schwieg diplomatisch und überließ Jake den Vortritt, der etwas verhalten erklärte: „Ja, also… Die Sache ist die: Danny möchte unbedingt den Skelevator bei der Feier dabei haben.“
      „Den Skelevator?“ Futura sah ihn verblüfft an.
      Jake nahm die Liste und drehte sie in ihre Richtung. „Er steht hier an dritter Stelle, direkt nach dem Dead Letter File-Geist und Ansabone!“
      „Ha, das Mädchen hat Geschmack!“ tönte es aus dem Hintergrund.
      Die drei Freunde ignorierten das Skelefon geflissentlich, als sie über die Problematik nachdachten.
      „Wir können ja im Skelevator feiern…“ schlug Eddy zaghaft vor.
      „Und wie willst du die ganzen Gäste dort unterbringen?“ brachte Jake es auf den Punkt.
      „Na, eine andere Möglichkeit haben wir ja nicht!“ erwiderte der mollige Ghostbuster hilflos. „Wenn wir auf den Skelevator verzichten, ist sie traurig!“
      „Ja, mehr als wenn ich nicht dabei wäre!“ kommentierte Jake frustriert und legte die Liste auf den Schreibtisch zurück.
      „Das ist doch Blödsinn!“ schaltete Futura sich nun ein und stellte die Schachtel ebenfalls auf dem Schreibtisch ab. „Irgend jemand muß ja auf einer Liste oben stehen, das hat ja nichts mit einer Rangfolge zu tun. Ich vermute eher, daß sie bei dir wußte, daß sie dich sowieso nicht vergessen würde, und deswegen mit allen anderen angefangen hat.“
      Jake konnte nicht leugnen, Futuras Argument beruhigte ihn sehr. Auch wenn er nichts sagte, konnte er es nicht einmal verbergen, als er ihren Kommentar mit einem unwillkürlichen kleinen Lächeln quittierte.
      „Wie auch immer, wir müssen uns etwas einfallen lassen!“ brachte Eddy in Erinnerung. „Sie wird dich hassen und nie wieder zu einem Geburtstag einladen, wenn wir den Skelevator ignorieren!“
      „Danke, Eddy, das habe ich jetzt gebraucht!“ gab Jake mißmutig zurück.
      Seine Frau lehnte sich an den Schreibtisch und strich die langen schwarzen Haare zurück, verschränkte dabei die Hände hinter dem Kopf und sah nachdenklich an die Decke. „Ich glaube, ich habe eine Idee…“ meinte sie nach einem kurzen Augenblick.
      Die beiden Jungs sahen sie entgeistert an. „Tatsächlich…?“
      „Ja, tatsächlich. – Wo ist Tracy?“
      „Was ist das für eine Idee?“ fragte Jake aufgeregt, dem der Themenwechsel der Zukunftsreisenden zu rapide kam.
      „Sag‘ ich noch nicht! Ist Tracy da? Ich muß mich unbedingt mit ihm absprechen!“ erklärte Futura kompromißlos.
      „Tracy ist in der Werkstatt. Ich glaube, er bastelt noch an seinem Geschenk für Danny!“ erklärte Eddy nun.
      „Danke!“ Mit einem strahlenden Lächeln verließ Futura das Büro in die entsprechende Richtung.
      „Aber…“ Die hilflose Geste Jakes blieb unbeachtet, und kurz darauf fiel die Tür zum Büro zu, um die Jungs allein zurückzulassen. Noch immer verharrte Jake erstarrt in seiner Position, bis er demoralisiert den Arm sinken ließ und sich zu Eddy umwandte. „Was meint sie nur?“
      Eddy hob als Antwort lediglich mit einem ratlosen Schmunzeln die Schultern.

Als Tasha nach Hause kam, wunderte sie sich nicht schlecht. Jake saß am Schreibtisch und arbeitete an einem Bericht, Eddy saß auf dem Sofa und las seelenruhig in einem Buch – ansonsten schien nichts ungewöhnliches im Ghostkommando loszusein. „Sagt mal, spinnt ihr?“ entfuhr es der Geisterwissenschaftlerin entsetzt. „Hier ist ja noch nichts vorbereitet!“
      Eddy sah unbedarft von seiner Lektüre auf. „Ja, und?“
      Tasha erwiderte den Blick ihres Gatten sprachlos. „Hallo? Wir hatten doch gesagt, daß wir Dannys Geburtstag hier zu Hause feiern wollen! Oder hat sich an den Plänen etwas geändert, ohne daß ihr es für nötig befunden hättet, mich mal einzuweihen?“
      „Nein!“ ließ sich Jake ruhig vernehmen.
      Als eine neue Pause entstand, war es mit Tashas Geduld vorbei. „Ja, und wie habt ihr euch das vorgestellt? Danny hat gleich Schulschluß, wir schaffen es bis dahin nie, den Raum herzurichten!“
      „Müssen wir ja auch nicht!“ gab ihr Bruder ungerührt zurück.
      Die Blonde konnte ihr Entsetzen kaum verbergen. „Bitte? Das kann doch nicht euer Ernst sein! Das Mädchen hat heute Geburtstag, und wenn sie hier ankommt, dann findet sie hier nichts vor, absolut nichts! Keine Party, keine Kaffeetafel…“
      „Korrekt!“ gab Jake Auskunft.
      Tasha sah ihn fassungslos an, dann schnappte sie erschrocken nach Luft, als ihr etwas dämmerte. „Hat sie irgend etwas angestellt…?“ entfuhr es ihr in einem Wispern.
      Der Teamführer sah sie perplex an. „Ich hoffe doch nicht!“
      In dem Moment mußte Eddy sich bereits ein Grinsen verkneifen. Er hielt es nur knapp noch aus, dem Spiel, das sich so unerwartet ergeben hatte, kein Ende zu setzen, obwohl er wußte, daß Jake gerade einen unbändigen Spaß daran hatte. Der etwas korpulentere Ghostbuster legte das Buch aus der Hand, stellte sich hinter seine Frau und legte leicht die Arme um sie, um dann verschwörerisch zu sagen: „Schau mal, was noch fehlt!“
      Etwas irritiert sah Tasha sich um. „Was meinst du…“
      „Aww…“ Eddy ließ sie los und ging mit einer hilflosen Geste ein paar Schritte im Kreis. „Danny hätte es sofort gewußt! Da werden ein paar Seelen aber sehr geknickt sein, wenn sie das erfahren!“
      „Sie müssen es ja nicht erfahren.“ bemerkte Jake, während er ein paar handschriftliche Notizen abschloß.
      „Wovon redet ihr überhaupt? Mir ist schon aufgefallen, daß Futura und Tracy noch nicht da sind, aber das ist ja kein Grund, davon so eine Welle zu machen! Ich setze mal voraus, daß sie schon rechtzeitig da sein werden!“
      „Oh die beiden sind schon da!“ bemerkte Eddy, der sich doch noch nicht ganz aus dem üblen Spiel losreißen konnte und Jake somit direkt zuspielte, es bis auf die Spitze zu treiben. Aber nach der Vorlage, die ihm seine Frau geboten hatte, hatte er einfach nicht anders gekonnt.
      Jake warf einen Blick auf die Armbanduhr und räumte den Schreibtisch auf, bevor er sich zu den beiden Kameraden gesellte. Wie beiläufig ging er am Fenster vorbei und blieb dort einen Moment stehen, bis ein Lächeln über seine Lippen huschte, welches seinen Freunden bereits signalisierte, daß Danessa gerade auf dem Weg zu ihnen sein mußte.
      Tasha wußte mittlerweile gar nicht mehr, was sie davon denken sollte, und Eddy gab sich wie gewohnt völlig unschuldig, während Jake sich wieder zu ihnen gesellte.
      Kurz darauf flog die Tür auf, und eine freudestrahlende Danessa lief zu ihnen ins Büro. Ihr Blick lag euphorisch auf Jake, – bevor jedoch irgend jemand auch nur zu einem »Happy Birthday« kommen konnte, ging ihr Blick an ihrem Vater vorbei, und die drei konnten sehen, wie ein Schock durch den Körper des Mädchens zuckte. „Daddy, was ist mit Ansabone passiert? Und wo ist das Skelevision?“ Ihr Blick schnellte zum Bücherregal. „Wo ist die ShockClock?“ Mittlerweile überschlug sich ihre Stimme in Panik.
      Jake und Eddy wechselten einen geschockten Blick. Ihnen war klar gewesen, daß es dem jungen Mädchen auffallen würde, daß die Büroeinrichtung fehlte; mit einer solchen Reaktion hatte aber keiner der beiden gerechnet! Sie hatten sich auf eine verwirrte Nachfrage eingestellt, – nach dieser Reaktion zweifelte Jake allerdings an Futuras Einschätzung der Prioritätenliste. Dem großen Blonden gefror fast das Blut in den Adern, und er schaffte es noch geistesgegenwärtig, das Mädchen abzufangen, als es panisch zu dem Aktenschrank laufen wollte, um nach dem Geist zu schauen, der üblicherweise in den Schubladen hauste. Er drehte sie sachte aber bestimmt zu sich um, sah in ihren panischen Blick und erklärte ruhig und ernst: „Danny, es ist alles in Ordnung! In bester Ordnung sogar! Komm mit, dann klären sich deine Fragen von allein.“
      Das blonde Mädchen atmete noch etwas keuchend, als wüßte sie nicht, was sie von der Situation halten sollte, bemühte sich aber, sich zu beruhigen und der Aussage ihres Vaters zu vertrauen.
      Jake lächelte aufmunternd und schob sie in Richtung des Skelevators. Eddy grinste derweil und gab Tasha einen Wink, die beinahe ebenso verstört wirkte wie Jakes Tochter.
      Die Kabine des Skelevators empfing die vier Gäste fröhlich; und sie war sogar mit einem »Happy Birthday«-Banner geschmückt. Zu allem Überfluß begann der Skelevator sogar, Happy Birthday zu singen; obwohl Eddy zugeben mußte, daß es sich nicht einmal schlecht anhörte.
      „Einmal aufs Dach, Skelevator!“ wies der Ghostbusterchef an, als sie zusammen in der Kabine standen.
      „Aber mit dem größten Vergnügen!“ Die Kabine schoß so schnell in die Höhe, daß es ihre Gäste fast an den Boden geschleudert hätte, und nach einem kurzen Moment öffneten sich die Türen wieder.
      Nicht nur Danessa und Tasha staunten, auch Eddy und Jake sahen sich fasziniert um – hatte Futura doch nur eine kurze Andeutung gemacht, ihnen jedoch gleich die Auflage erteilt, Danessa im Büro abzufangen, so daß sie das Resultat noch nicht zu sehen bekommen hatten.
      Futura und Tracy hatten ganze Arbeit geleistet: Das Dach war wunderschön hergerichtet, mit Girlanden und Wärmelampen, einem großen Geschenke-Tisch und einer Musikanlage. Überall fand sich Geisterdekor, und in der gemütlichen Sitzecke war eine einladende Kuchentafel hergerichtet. Das Dach war zu einem lauschigen Festplatz umfunktioniert worden; und dort fanden sie auch Ansabone, die ShockClock und das Skelevision wieder, sowie den Geist aus dem Aktenschrank, die in heiterer Stimmung zu der Musik tanzten.
      Als das Geburtstagskind dazukam, hielten alle in ihrer Geschäftigkeit inne, wandten sich zum Skelevator um und riefen gemeinschaftlich: „Happy Birthday, Danny!“
      Das Mädchen staunte völlig überwältigt.
      Jake legte die Hände sachte auf ihre Schultern und beugte sich etwas zu ihr herab. „Siehst du, ich sagte ja, es ist alles in Ordnung. Freust du dich?“
      Sie wandte sich strahlend zu ihm um, und ihre Miene war eigentlich schon Antwort genug, als sie aus vollem Herzen sagte: „Ja!“
      Jake strahlte zurück. „Na bitte, und es war sogar der Skelevator, der dir als erster gratuliert hat!“ Damit nahm er sie nun in die Arme. „Alles, alles Gute zum Geburtstag, Liebes!“
      Nachdem sich nun die erste allgemeine Aufregung gelegt hatte, gratulierten nun endlich auch Eddy und Tasha, dann schob Jake seine Tochter sanft nach draußen aufs Dach.
      Tasha blieb derweil noch im Skelevator stehen. Sie hatte sich noch immer nicht von dem Geschehen erholt. Eddy bemerkte es an ihrem Blick. „Es war die einzige Möglichkeit, wie wir den Skelevator in ihre Party mit einbeziehen konnten!“ erklärte er entschuldigend.
      „Hättet ihr mir das nicht sagen können?“ zischte sie zurück.
      „Sorry, aber…“ Er biß die Zähne zusammen und versuchte, ein Lachen zu vermeiden. Das ‚… es hat so viel Spaß gemacht.‘ verkniff er sich ebenfalls diplomatisch. „Es war ja nicht so gemeint. Komm, laß uns feiern gehen!“
      Tasha hielt Eddy zurück, sah ihn eindringlich an und zischte warnend: „Wehe, einer von euch erzählt Ansabone, Skeli oder ShockClock, daß ich nicht gemerkt habe, daß sie fehlen! Ein Ton darüber, und wir sind geschiedene Leute!“
      Eddy kam nicht umhin, plötzlich zu frösteln, auch wenn er wußte, daß sie es nur im übertragenden Sinne meinte. „Von mir erfährt niemand etwas!“ erwiderte er automatisch und machte dabei sehr deutlich, daß er nur für sich sprechen konnte.
      Ihre Antwort war ein Nicken, und er wußte genau, daß sie sich Jake später auch noch einmal zur Brust nehmen würde – wobei er keine Spekulationen über den Ausgang der Konfrontation wagte. Er war sich sicher, daß Jake nicht so einfach darauf einstieg, und sie bis aufs Blut provozieren würde. Aber immerhin hatte sein Partner dabei auch nicht ganz so viel zu verlieren, wie er: Die Frau die er liebte.
      Nun jedenfalls gesellten sich die beiden zu der heiteren Geburtstagsgesellschaft und feierten mit Danessa, der Familie und der Büroeinrichtung – und vor allem mit dem Skelevator!

♥ Happy Birthday, Danesa! ♥
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