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Gruppe 12: Campingausflug

von MDU-Story
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
16.10.2014
16.10.2014
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16.10.2014 677
 
Kapitel 2 - Nachtwanderin


„Ein Bär“, schießt es Jill durch den Kopf. Sie ist starr vor Angst, obwohl sie immer noch stumm hofft, dass es doch Tom ist. Auch wenn er versucht hat, sie zum Drogen nehmen zu überreden, ist ihr seine Gesellschaft um einiges lieber als die eines Bäres. Es knackt wieder. Das Etwas bewegt sich auf sie zu, doch sie kann nicht erkennen, was es ist. Sie hätte sich nicht auf den Ausflug einlassen sollen. Sie hätte einfach auf ihre Eltern hören und daheim bleiben sollen, stattdessen hat sie sie überredet. Und das alles nur wegen Tom.
Die Panik packt sie und plötzlich verfliegt auch die Starre. Mit einem Ruck dreht sie sich um und läuft hastig davon. Sie weiß nicht, ob sie verfolgt wird, aber sie kann auch nur Vermutungen anstellen, schließlich ist es schon schwer genug in einem Wald umgeben von Dunkelheit zu rennen. Und selbst wenn sie es könnte, dann würde sie nichts erkennen können. Die Sonne ist auf einmal zu sehen, doch Jill läuft weiter. Dass sie den Wald schon längst hinter sich gelassen hat, fällt ihr nicht auf. Der Boden verschwindet unter ihren Füßen und sie spürt nur wie sie fällt. Meter für Meter saust sie in die Tiefe, bis sie endlich unsanft auf der Wasseroberfläche aufkommt. Sie keucht kurz und Wasser gelangt in ihre Lunge. Sie will an die Oberfläche schwimmen, doch sie hat keine Ahnung in welche Richtung sie muss.
Ein Husten will aus ihr heraus kommen, doch sie verkneift es sich. Der Druck auf ihren Ohren wird stärker, anscheinend ist sie weiter in die Tiefe geschwommen. Wäre doch nur Sara hier. Sie könnte Jill problemlos an die Oberfläche ziehen, schließlich ist sie Rettungsschwimmerin, doch Sara ist leider mit Dale beschäftigt. Und Jill ist sich sicher, dass den beiden Turteltauben erst viel zu spät auffallen wird, dass sie nicht da ist. Und von Tom kann sie sowieso keine Hilfe erwarten, der sitzt noch in dem Zelt und schluckt Ecstasy.
Schwindel überfällt Jill. Langsam wird ihr die Kraft aus den Gliedern gesaugt und sie beginnt langsamer zu werden. Und dann kann sie es nicht mehr zurückhalten. Sie hustet und versucht kläglich das Wasser aus ihrer Lunge zu bekommen, doch es gelangt immer mehr hinein. Ein letzter Schwimmzug und dann ist sie vollständig in Dunkelheit gehüllt.
Vorsichtig versucht Jill ihre Augen zu öffnen, doch sie kleben zusammen. Sie liegt auf etwas hartem und sie fühlt sich vollkommen ausgetrocknet, doch es ist nichts von den Tatsachen, die sie so sehr verwundern. Sie lebt. Dabei ist sie sich sicher gewesen, dass es ihr Ende gewesen ist, als sie den Hustenanfall unter Wasser bekommen hat. Doch warum lebt sie?
Etwas Eisiges streift ihr Bein und Jill zuckt augenblicklich zusammen. Etwas Festes legt sich um ihr Bein ohne dass sie es verhindern kann. Sie versucht es irgendwie zu treten, doch ohne Erfolg. Sie reißt ihre Augen auf, ein kurzer Schmerz durchzucken sie, doch nach wenigen Sekunden können sie Jill ihre Dienste leisten. Es ist leicht dämmrig. Ihr Blick streift ihr Bein und sie zuckt bei dem Anblick der riesigen Schlange zusammen. Gedankenlos schlägt sie mit den Händen auf die Schlange ein, doch diese zeigt sich recht unbeeindruckt. Jill strampelt wieder, tritt, boxt, doch alles was das bringt ist, dass die Schlange aggressiv wird. Geschmeidig schlängelt sich das Tier an Jills Körper entlang zu ihrem Kopf.
Ein gurgelndes Geräusch kommt aus ihrer Kehle und sie versucht die Schlange von ihrem Hals zu reißen, doch damit zieht sie es nur fester. Jills Mund steht offen, eigentlich will sie schreien, doch die Stimme hat ihre Körper bereist verlassen. Sie stampft mit den Füßen auf, ein kläglicher Versuch Hilfe zu bekommen. Sie weiß, dass es hoffnungslos ist, doch insgeheim malt sie sich aus, wie Sara sich von Dale löst und sie findet.
„Gut, das reicht.“ Eine Stimme, die Jill das Blut in den Adern gefrieren lässt, meldet sich zu Wort und die Schlange löst sich augenblicklich. Diese Stimme, sie klingt einfach so unmenschlich. Kein Mensch wird je solche Töne seiner Kehle entlocken können, das ist einfach unmöglich.
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