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Gruppe 12: Campingausflug

von MDU-Story
GeschichteAllgemein / P12
16.10.2014
16.10.2014
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16.10.2014 788
 
Hallo und herzlich Willkommen zur MDU-Story Nummer 12. Eine weitere Gruppe hat es geschafft und so gibt es nun schon dreizehn Geschichten, die aus dem Projekt entstanden sind.

In dieser Gruppe beteiligt waren folgende Autoren:


Gruppe 13:
Gruppenleitung:
baronesse; Calaijah
01: baronesse
02: Nachtwanderin
03: Wegweiser
04: Lady-Sharif
05: -dark rose-
06: FoolishWriter
07: AuctrixMundi
08: allosaurus
09: The Waif
10: IsabelleLightwood

Ich hoffe, ihr hattet alle viel Spaß beim Schreiben und habt diesen nun auch beim Lesen :D Ich jedenfalls bin begeistert von dem Verlauf, den das Ganze hier genommen hat!


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Kapitel 1 - baronesse


Probeweise schmiegt sie ihren Kopf in Toms Armbeuge und fährt mit ihren Fingern über seinen Arm. Von draußen klingt gedämpftes Kichern zu ihnen, vermutlich Sara.
„Ich hätte es mir echt unbequemer vorgestellt“, lächelt Jill und hebt ihrem Kopf um Tom anzusehen. Seine Haare sind von der Luftmatratze aufgeladen und stehen in alle Richtungen ab. Dennoch sieht er verboten gut aus. Mit dem Grübchen im Kinn und den hellblauen Augen. Sie kann sich kaum satt sehen.
„Bin ich ja froh, dich doch noch vom Campen überzeugt zu haben“, grinst er.
Jill lächelt schüchtern zurück. Wochenlang hat sie ihre Eltern bearbeitet, bis sie die Erlaubnis bekommen hat, mit ihren Freunden raus auf die Insel zu fahren (immer mit dem Hintergedanken, wenn Tom mitkommt, könnte ja… möglicherweise… und ohne zu wissen, dass sich diese Träume erfüllen sollten). Natürlich hat sie ihren Eltern erzählt, sie könne bei Sara im Zelt schlafen. Damit sie sich keine Sorgen machen. Aber Sara hat andere Pläne, schließlich sind sie und Dale schon lange ein Paar. Das zwischen Jill und Tom dagegen ist noch ziemlich frisch – genauer gesagt läuft da erst was seit seiner Party vor drei Wochen, wo Jill zuhause erklärt hat, sie und Sara würden einen Filmabend machen. Dass sie auf Tom steht, ist jedoch schon seit 6 Jahren ihr Geheimnis, seit sie ihn auf der Junior High das erste Mal gesehen hat.
„Ich hab was mitgebracht.“ Tom rollt sich auf die Seite und kramt etwas aus seiner Tasche. Als er ihr die Hand hinstreckt, liegen darauf ein paar bunte Pillen. Sie sehen ein wenig aus wie die Tabletten ihrer Oma.
Entsetzt starrt Jill darauf und streicht sich unsicher eine blonde Strähne aus der Stirn. „Was ist das?“ Instinktiv weiß sie, dass es keine Medikamente sind.
„Lass dich überraschen“, meint Tom lässig. „Entspann dich, bis Montag merkt das keiner mehr.“ Er tut, als wären die Lehrer das einzige Problem. Jill kann es nicht fassen. Sie hat jahrelang von ihm geträumt. Dem gutaussehenden, beliebten und etwas verruchten Tom. Aber so etwas? Da wäre sie im Leben nicht drauf gekommen.
„Nein danke“, plötzlich fühlt Jill sich überhaupt nicht mehr glücklich und aufgeregt. Es kribbelt in ihrem Magen und ihr ist übel. Warum tut Tom das?
„Stell dich nicht an“, er nimmt eine in den Mund und zieht sie näher, will sie küssen. Jill presst die Lippen aufeinander und wehrt sich, krabbelt eilig aus dem Zelt. So hat sie sich das alles nicht vorgestellt. Sie hat schon mal an einem Bier genippt und mochte es nicht. Die Zigarette, die Sara ausprobieren wollte, hat sie nur zum Husten gebracht. Das hier will sie gar nicht erst probieren.
„Jill! Hey, sei keine Spaßbremse!“, ruft Tom ihr noch hinterher. Und bei dem soll sie die nächsten Tage schlafen? Es kann doch nicht sein Ernst sein! Tom – und Drogen? Ihr Tom, in den sie so lange verliebt war?
Sie muss unbedingt mit Sara reden. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, eher zurückzukehren, auch wenn Dales Vater mit dem Boot erst Sonntagnachmittag zurückkehren will um sie abzuholen. Die Enttäuschung lastet so schwer auf ihr, dass sie kurzzeitig sogar daran denkt, einfach zu schwimmen, aber bis zum Festland ist es zu weit und zu gefährlich.
Das andere Zelt ist leer, offensichtlich haben sich Sara und Dale ein lauschiges Plätzchen anderswo gesucht. Vielleicht wollten sie Jill mehr Privatsphäre mit Tom gönnen. Sehr löblich – dabei hätten sie sie ja mal vor dem Idioten warnen können! Schließlich kennt Dale ihn schon seit Jahren.
Wütend stopft Jill von der kleinen Lichtung, auf der sie die Zelte aufgeschlagen haben. Verschlungenes Dickicht empfängt sie. Dichte Baumkronen schlucken das meiste vom Tageslicht. Eine große Libelle surrt an ihr vorbei. Obwohl die Insel nicht einmal einen Namen hat, ist sie berühmt für ihren Tierreichtum. Sogar einige Legenden ranken sich um sie, das hier eine grausige Bestie leben soll… Genau jetzt fällt es Jill natürlich wieder ein.
Mulmig dreht sie sich um. Hat da etwas geknackt?
Ja, ganz sicher.
„Wer ist da?“, fragt sie zaghaft. Keine Antwort. Und das Knacken kommt näher.
„Tom, lass den Scheiß!“, ruft sie sauer. Doch das zwischen den raschelnden Blättern ist viel zu groß um einer ihrer Freunde zu sein…
 
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