Saranja und Todd

KurzgeschichteRomanze, Sci-Fi / P16
15.10.2014
18.04.2015
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„Ich bin Großmitral Hektrator Kolya. Sie sind mein Gefangener.“
Großmitral Kolya entsprach nicht ganz seinen Erwartungen. Sicher, der Mann war groß, mit steifer Haltung, aber er hatte einen von Hass zerfressenen Mann erwartet, nicht einen stolzen Mann, der Verantwortung und Führung gewohnt war. Auch wenn die Uniform schlicht gehalten war, so erkannte er, dass der Mann hoches Ansehen und Erfahrung besaß.
Er kannte die Genii – ein stolzes und unbeugsames Volk. Es brachte gute, interessante und willensstarke Läufer hervor. Großmitral Kolya war augenscheinlich einer solchen Suche entkommen. Die Augen des Mannes fixierten ihn.
„Ein Fluchtversuch wäre sinnlos.“
Das hatte er schon festgestellt. Die Wände waren aus massiven Felsstein und so wie sie gestapelt waren, konnten es einige Lagen davon sein. Die Gitter seiner Zelle bestand aus eng gesetzten Metallstreben und hatten winzig kleine Hacken, die schmerzhaft in die Hände stachen. Sie besaßen zudem an den Enden kleine Widerhäkchen, so dass das Lösen der Hände noch einmal zusätzlich schmerzte, besonders an der offenen Stelle. Es gab kein Tageslicht, lediglich kleine Lampen. Er erkannte auch Halterungen für Fackeln.
Er wusste, dass sie ihn hungern lassen würden, wusste, dass er wie ein Tawak ausgestellt wurde und sie sich an seinem Leiden ergötzten.
Er zischte. „Töte mich!“
Der Mann verzog die Lippen zu einem schmalen Lächeln.
„Das hättest du wohl gern, aber den Gefallen erweise ich dir nicht. Das Tribunal hat noch nicht entschieden, was mit dir geschehen soll. Du wirst Wasser erhalten – mehr nicht.“
Großmitral Kolya wandte sich um und ließ ihn allein.
Auch ein Wraith brauchte Wasser um zu leben, aber damit konnte er nicht überleben, sondern es würde seinen Hunger verstärken und ihn unendliche lange Qualen bereiten.
Das Licht wurde auf ein Minimum gedämpft. Schritte verhallten. Er war allein. Ganz allein. Sollte er um Hilfe ersuchen? Doch bei wem? Niemand durfte wissen, dass er am Leben war und durch die Verbindung, würden sie wissen, dass er ein Spiritueller war und seit dem Krieg wurden sie gejagt. Er wusste nicht einmal, ob einige aus der Gilde den Krieg oder die Zeit danach überlebt hatten. Nein, er war auf sich gestellt.
Tief traf ihn der Gedanken, dass er nicht einmal eine Gefährtin hatte, die diese Leere füllen konnte. Irgendwo hinter ihm raschelte es. Ein dunkelschimmerndes kleines Pelztier huschte durch die Zelle.
Er musste warten. Aber dies hatte ihm sein Meister gelehrt.
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