Saranja und Todd

KurzgeschichteRomanze, Sci-Fi / P16
15.10.2014
18.04.2015
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Sein Atem ging schwer und sein Bein schmerzte fürchterlich, aber er musste weiter. Sie durften ihn nicht fangen. Er war auf die Zöglinge getroffen, zufällig, doch als er sich an ihnen vorbei schleichen wollte, hatte einer der älteren Personen ihn entdeckt und Alarm geschlagen. Er war geflüchtet, um sein Leben gerannt, hatte dabei die Tiefe des Flusses unterschätzt und sich an einem Stein das Bein angeschlagen. Die Knochen waren nicht gebrochen, aber er war langsam. Er wusste, dass die Genii, so nannten sich das Volk auf den Planeten, ihn nicht am Leben lassen würden. Er war ein Wraith. Er musste fliehen und das schnell. Sein Jäger war keine Option, denn lag vom Feuer einhüllt einen halben Tagesmarsch entfernt und die Reparatur konnte Stunden dauern, wenn er ihn überhaupt reparieren konnte. Nein, er brauchte einen anderen Fluchtweg. Er sah in den Himmel bald würde die Dunkelheit hereinbrechen, dann wäre er so gut wie unsichtbar. Er hatte nicht lange Jahre im Dienste der Königin gestanden, um sich jetzt von einer Horde schreienden und wütenden Leuten umbringen zu lassen. Normalerweise sahen seine Augen jede Einzelheit, aber er war verletzt und er hatte sich schon seit einiger Zeit nicht mehr genährt. Nichts was dramatisch war, das hatte er im Laufe seines langen Lebens gelernt. Aber er war der Feind. Das Böse. Ein Wraith.
„Er ist umzingelt. Nehmt die Fackeln!“, rief eine strenge befehlende Stimme.
„Was ist mit den Waffen, Großmitral Kolya?“
„Nein. Wir wollen ihn lebend fangen“, brüllte die Stimme zurück. „Nehmt die Fackeln! Los!“
Sie hatten ihn wirklich umzingelt und es gab kein Verstecken mehr.
„Brennt alles nieder!“, stachelte die Stimme von Großmitral Kolya die Leute an.
Er warf seinen Kopf hin und her. Nein, es gab keinen Fluchtweg, nur der Weg in die Hände der Feinde. Er hoffte, dass ihm ein schneller Tod ereilen würde.
Er lief wenige Schritte in Richtung der Leute, dort, wo sich das Feuer noch nicht ausgebreitet hatte. Keuchend ließ er sich vor ihnen auf den Boden fallen und ergab sich in sein Schicksal.