T zu dem Ardy

von kuyami
GeschichteRomanze / P18 Slash
Ardy Taddl/Meatcake
13.10.2014
02.11.2014
11
25.435
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13.10.2014 3.657
 
Titel: T zu dem Ardy
Fandom: Youtuber
Pairing: Ardy / Taddl
Rating: P18-Slash
Anmerkung: Nach bestem Wissen und Gewissen an der Realität orientiert; die Story enthält jedoch teilweise auch absichtliche Veränderungen, weil sie besser zum Storyverlauf gepasst haben.

 
T zu dem Ardy


„I saw them standing there, pretending to be just friends, when all the time in the world could not pry them apart.“
- Brian Andreas -



Oktober  2014


Köln. Es sollte die Zeit ihres Lebens werden. Eine neue Stadt, eine neue Wohnung, eine gemeinsame Wohnung. Eine gemeinsame Zukunft mit den geilsten Menschen, die er sich vorstellen konnte. Und vor allem mit Taddl.
Zumindest hatte er das geglaubt. Doch jetzt war er sich da nicht mehr so sicher. Wurde sich, wenn er ehrlich zu sich selbst war, jeden Tag unsicherer. Und das lag vor allem an Taddl. An der letzten Person, von der er jemals geglaubt hatte, dass er wegen ihr Köln würde verlassen wollen. Schließlich war er extra wegen ihm hier her gezogen.
Doch dann kam der verhängnisvolle Halloween-Abend.
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Irgendwie hatte es sich ergeben, dass er mit Taddl alleine den Abend verbringen würde. Simon war bei Cathy in Frankfurt zu Besuch, Felix hatte ein Date – endlich mal – und Alex hatte keine Lust darauf, feiern zu gehen. Vermutlich lag es daran, dass er dann mit ihnen beiden allein hätte weggehen müssen. Und darauf hätte Ardy selbst als Außenstehender auch keine Lust gehabt. Sie waren so verdammt eng verbunden, hatten hunderte geheime Insider, von denen keiner etwas wusste oder jemals erfahren würde und mit denen sie sich stundenlang unterhalten konnten, ohne dass die anderen überhaupt wussten, worum es gerade ging. Sie waren schon immer sehr aufeinander fixiert gewesen. Schon vor der gemeinsamen Zeit und der gemeinsamen Wohnung in Köln. Doch mittlerweile hatte sich das noch verschlimmert. Für Ardy war es nicht schlimm, ganz im Gegenteil. Taddl war sein bester Freund und er wusste, wie verdammt glücklich er sich schätzen konnte, dass jemand genauso auf ihn fixiert war, wie er auf ihn. Hatte er da in der Vergangenheit mit anderen Menschen eher weniger Glück und immer das Gefühl gehabt, er wäre nur zweite Wahl oder ein Lückenfüller, so konnte er sich bei Taddl sicher sein, dass er an erster Stelle stand.
In letzter Zeit jedoch… ja, in letzter Zeit hatte sich etwas verändert. Er hatte sich verändert und seine Gefühle für Taddl hatten sich verändert. Von reiner Freundschaft war nichts mehr zu sehen oder zu spüren und meist wünschte er sich, er könnte einfach wieder dorthin zurück kehren. Unbekümmert mit seinem Freund in einer Wohnung zu leben, Spaß zu haben und einfach eine tolle gemeinsame Zeit zu verbringen, ohne diese scheiß Gefühle. Sie sorgten dafür, dass er eifersüchtig wurde, wenn Taddl zu viel Zeit mit anderen Leuten verbrachte, wenn er Video-Projekte mit anderen Let’sPlayern plante, ohne ihn selbst zu fragen – selbst wenn er das Spiel hasste und eigentlich gar nicht hätte mitwirken wollen. Sie sorgten dafür, dass er keinen normalen Blick mehr auf Taddl werfen konnte. Es war alles so verdammt anders. Seine Augen glänzten ein wenig mehr, sein Lächeln strahlte mehr, seine Haare schienen schöner gestylt und der Griff seiner großen Hand wärmer zu sein. Alles war besonders. Taddl war besonders.
Genau deswegen wünschte er sich manchmal, er könnte Taddl einfach wieder als seinen normalen besten Freund sehen, der manchmal einfach genauso asozial war wie er selbst, keine Lust hatte, sich fertig zu machen und nicht immer nett zu jedem war, weil auch er einfach mal keinen guten Tag hatte. Eigentlich wäre es so viel einfacher. Doch in letzter Zeit hatte nicht nur er sich verändert. Sondern er hatte das Gefühl, dass sich auch etwas zwischen ihnen verändert hatte. Irgendwie war da etwas…. Ein kleiner Funke an „mehr“, der gerade so hell brannte, dass er ihn nicht loslassen konnte. Wüsste er nicht, dass er total verstrahlt war und mittlerweile wohl nichts mehr auf seine Eindrücke in Verbindung mit Taddl geben konnte, würde er sagen, dass es schlicht und einfach Anziehung war, die da zwischen ihnen pendelte. Sexuelle Spannung, die jede Situation zu etwas besonderem und jede noch so kleine Berührung zu etwas Schwerwiegenderem und Bedeutenderem machte als zuvor.
Das Problem war nur, dass diese sexuelle Spannung nicht nur von ihm ausging, sondern auch noch von seinem besten Freund erwidert, ja manchmal sogar initiiert wurde. Dass er Taddl attraktiv fand und gerne noch wesentlich mehr tun würde, als ihn bei verschiedensten Gelegenheiten zu umarmen, ihm eine Hand auf die Schulter zu legen oder kurz seinen Oberschenkel zu berühren, wenn sie noch enger zusammen gepresst als früher schon immer irgendwo nebeneinander saßen, das war für ihn schon viel zu lange Zeit nichts Ungewöhnliches mehr. Doch dass es Taddl scheinbar genauso ging war durchaus neu. Und verdammt aufregend.
Besonders spannend fand er es, wenn sie wirklich in der Öffentlichkeit unterwegs oder zumindest bei ihren Freunden waren. Schon länger hatte es sich so eingependelt, dass sie beispielsweise immer nebeneinander oder zumindest gegenüber saßen, wenn sie Essen gingen. Ein anderer Platz schien schon damals nicht in Frage zu kommen. Doch mittlerweile verteidigte Taddl den Platz an seiner Seite sogar ziemlich heftig. Verpackte er es meistens doch in ein Spiel und fing plötzlich an, Alex zu kitzeln oder anderweitig zu stupsen oder Ähnliches, wenn der gerade Anstalten machte, sich neben ihn zu setzen. In diesem kurzen Moment, den er abgelenkt war, ließ Taddl selbst sich dann jedoch schnell auf den Platz neben ihn gleiten, warf ihm ein kurzes Grinsen zu und presste ihre Oberschenkel dann gegeneinander. Erst hatte Ardy es für ein Versehen gehalten oder für ein Anzeichen dafür, dass er sich nicht so breit machen oder rutschen sollte, damit Taddl mehr Platz hatte. Doch das war es nicht. Denn wenn er weggerutscht war, war Taddl ihm tatsächlich wie ganz selbstverständlich gefolgt und hatte sich wieder an ihn gepresst. Und ein Mal, als er nur sein Bein ein Stück zur Seite gezogen hatte, hatte Taddl ganz beiläufig seine Hand unter den Tisch und auf sein Knie gleiten lassen und hatte sein Bein wieder heran gezogen, so dass sie doch wieder aneinander gepresst waren. Ganz nebenbei und fast schon gedankenverloren, ohne ihn anzusehen.
Ardy war der letzte, der sich über sowas beschweren würde und mittlerweile machte er sich gar nicht mehr die Mühe, irgendetwas anderes zu versuchen, sondern setzte sich höchstens absichtlich so hin, dass Taddl sich eh gegen ihn drücken musste.
Den anderen schien jedoch nichts aufzufallen, denn keiner verlor ein Wort darüber. Aber sie verhielten sich ja auch schon sehr lange so und die kleinen Veränderungen waren mit Sicherheit eher etwas, das ihm auffiel und nicht jedem, der sie sah.
Auch wenn sie allein waren war es anders. Sahen sie gemeinsam Fern und saßen dazu auf dem Sofa, so legte Taddl manchmal seinen Arm hinter ihm auf die Lehne und Ardy rutschte dann ein Stück weiter nach unten, damit er seinen Kopf ganz leicht gegen den Arm seines besten Freundes lehnen konnte, ohne dass es zu sehr auffiel.
Nahmen sie eine neue Folge Brudicraft auf und einer der beiden hatte sich eine Klatsche eingehandelt, so hatte er damit angefangen, Taddls Gesicht besonders lange zu streicheln, bevor er ausholte und Taddl – Taddl hatte es ihm gleich getan. Die Leute in den Kommentaren schienen durchzudrehen, doch nichts war ihnen so egal wie das.
Lagen sie zusammen im Bett um fern zu sehen war es kaum anders. Und irgendwie eben doch. Die Blicke, die sie austauschten, waren häufiger und intensiver. Bei ihnen schwang mehr mit und wenn der eine den anderen dann berührte, dann war dies viel mehr als nur eine einfache Berührung. Es lag Spannung darin, Neugierde und Zurückhaltung. Es war so verdammt schwer zu beschreiben und Ardy konnte nur hoffen, dass er sich das alles nicht einbildete. Denn irgendwann begann er, solche Situationen und solche Blicke extra zu provozieren. Doch jedes Mal ließ sich Taddl darauf ein und jedes Mal wurde es schlimmer.
Dass sie den Halloween-Abend allein verbringen würden, störte so also keinen von ihnen beiden. Sie hatten abgesprochen, dass sie sich zu Hause verkleiden würden – jeder für sich, dann ein bisschen vorglühen wollten und dann wollten sie mit der Bahn zu einer Party in einem Club. Nichts Privates, wo sie jemand kannte, einfach ein großer, anonymer Club mit großer Halloween-Party.
Anders hätten sie auch nicht feiern gehen können und Ardy war sich sicher, dass Taddl ebenso wie er eine Verkleidung gewählt hatte, bei der man sie nicht sofort oder am besten gar nicht erkannte. Hielt es sich bei ihm noch in Grenzen, auf der Straße erkannt zu werden, so wurde es bei Taddl schon langsam richtig heftig. Und kreischende und schreiende Fans waren nicht gerade das, was sie wollten, wenn sie einfach nur feiern wollten. Klar, die meisten der wirklich Schlimmen waren noch weit von der Volljährigkeit entfernt und hatten in solchen Clubs definitiv nichts zu suchen, doch sicher war sicher. Mit etwas Glück sprachen sie mit ihren Videos nicht nur Menschen unter 18 an, sondern auch Ältere. Und die würden sie dann auch erkennen. Auf das schummrige Licht im Club wollte sich keiner von ihnen verlassen.
Eine seltsame Nervosität brachte seine Finger leicht zum Zittern, als er mit einer großen Menge Gel versuchte, seine Haare in eine ganz bestimmte Form zu zupfen. Er brauchte lange, sehr lange und verglich immer wieder sein Werk mit dem ausgedruckten Foto neben seinem Spiegel. Irgendwann klopfte Taddl an die Tür und erinnerte ihn daran, dass er sich beeilen sollte, damit sie noch genügend Zeit hatten, zu Hause vorzuglühen. Mit einem Wattebausch verteilte er noch die letzte schwarze Farbe auf seinem Gesicht und trat dann einige Schritte zurück, um sich ganz im Spiegel sehen zu können. Oh ja, er sah gut aus. Verdammt gut. Soras Halloweenkostüm stand ihm perfekt. Zwar war es vielleicht nicht ganz so sexy wie er das gern gehabt hätte, aber es war immer noch Halloween, da ging es nicht ums sexy sein. Zumindest nicht nur.
Auf dem Weg zu Taddls Zimmer schnappte er sich noch die Flasche Wodka und den Maracujasaft, den er heute extra noch besorgt hatte, bevor er Taddls Zimmer betrat und sich plötzlich … einem Creeper gegenüber wiederfand.
Als sie sich sahen, Sora und der Creeper, fingen beide an zu lachen. Ardy stellte die Flaschen ab und sie gingen beide lachend um den jeweils anderen herum und beklopften sich an verschiedenen Stellen ihres Kostüms.
Scheinbar war Taddl nur halb so faul gewesen wie er, der sein Kostüm einfach im Internet bestellt hatte. Taddl trug eine schwarze Hose, einen Creeper-Hoodie, sein Gesicht hatte er mit grün-schwarzen Quadraten bemalt und seine fülligen Haare unter einer grünen Creeper-Mütze versteckt, darüber noch die Kapuze des Hoodies. Hätte er nicht gewusst, dass er seinem besten Freund gegenüber stand, er hätte ihn nicht erkannt.
„Das mit den Fans hat sich für heute Abend dann wohl erledigt“, grinste Ardy und ließ sich aufs Bett fallen.
Taddl ließ sich grinsend neben ihn fallen, drehte mit der Fernbedienung die Musik lauter und öffnete dann die erste Flasche – er hatte passend zu seinem Kostüm grünen Wodka gekauft.
Nachdem sie den ersten Shot gekippt hatten, kam Ardy endlich so richtig in Feierlaune. Gute Laune hatte er zwar vorher auch schon gehabt, aber er merkte erst jetzt, wie viel Lust er eigentlich hatte, endlich mal wieder feiern zu gehen und wie sehr er sich freute, dass sie heute Nacht absolut unerkannt unterwegs sein konnten. Mit einem breiten Grinsen reichte ihm Taddl das erneut grün gefüllte kleine Glas und nach einem kurzen Gläserklirren hatten sie den zweiten Shot intus.
Ein Blick in Taddls Augen, ein Satz mit seiner tiefen Stimme und eine kurze Berührung seiner Hand auf seinem Knie und er war er sich sicher, dass der Abend gut werden würde.
Zwei Stunden später waren sie dann schon im Club angekommen, hatten getrunken, getanzt und gelacht, als Taddl auf die Toilette gehen und ihnen danach noch etwas zu Trinken mitbringen wollte. Gut, dass sie irgendwie ein stilles Übereinkommen hatten, nicht zu viel zu trinken. Wirklich viel vertrugen sie beide nicht.
Ausgerechnet als Taddl verschwunden war, lief da plötzlich ein altes Lieblingslied von Ardy. In der Dunkelheit, die nur von  verschiedenen Neonlichtern zum Teil erhellt und durch künstliche Nebelschwaden wieder verzerrt wurde, versuchte er auszumachen, ob sein bester Freund eventuell schon wieder auf dem Weg zu ihm zurück war. Doch er konnte ihn nirgends entdecken und so machte er sich – beflügelt vom Alkohol, der tollen Stimmung und dem Wissen, dass ihn absolut niemand außer Taddl erkannte – auf den Weg auf die Tanzfläche. Anfangs war es wirklich etwas seltsam, so ganz allein zu tanzen. Besonders da er auch hier mit Taddl schon ein richtig eingespieltes Team war und sie immer irgendwie aufeinander reagieren konnten. Dennoch bewegte er sich in der Dunkelheit und sang den Text leise mit, so dass niemand ihn hören konnte.
Dann legte sich jedoch eine warme Hand auf seine Schulter. Mit einem Grinsen drehte er sich zu Taddl um – nur dass vor ihm kein Creeper stand, sondern sein Kingdom Hearts-Partner Riku. Für einen Moment sahen sie sich an, bevor sie beide lachen mussten. Wie wahrscheinlich war es denn, dass man sich als Videospielcharakter verkleidete und dann genau sein Gegenstück in einem Club traf?
„Na Sora, wo sind denn Donald und Micky?“, kam es von Riku und er konnte die Stimme nicht zuordnen und wusste nicht, ob sich unter der Verkleidung ein Mann oder eine Frau befand. Aber gut, im Grunde war das auch egal.
Da die Musik so laut war, hatten sie sich zueinander beugen müssen, um sich verstehen zu können und passenderweise war Riku auch noch ein Stück größer als er.
Schnell kamen sie ins Gespräch, ein einfacher Smalltalk, nichts besonders Interessantes, doch es genügte, um die Zeit zu überbrücken, bis Taddl wieder kam.
Nach kurzer Zeit presste sich von hinten ein Körper an ihn und  zwei Hände legten sich an seine Hüfte. Dieses Mal brauchte er sich gar nicht umdrehen, um zu wissen, dass es Taddl war.
„Na, gehst du mir fremd?“, lachte Taddl mit seiner tiefen Stimme direkt neben seinem Ohr. Doch es war nicht nur Belustigung in seiner Stimme.
Im Rhythmus bewegte er seine Hüfte von hinten gegen Ardys und der machte automatisch mit, während Taddls Atem noch immer verführerisch heiß seinen Hals streifte. Leicht drehte er seinen Kopf zur Seite, so dass sie sich in die Augen sehen konnten, während ihre Körper sich immer enger aneinander pressten. Von seinen Lenden ging ein heißes Kribbeln aus, das sich bis in seinen Bauch ausbreitete. Scheiße, war das ein geiles Gefühl, so mit ihm zu tanzen.
Plötzlich wurden sie jedoch unterbrochen von Riku, der etwas ungestüm an seinem Kostüm zupfte, um ihn wieder auf sich aufmerksam zu machen.
Nur widerwillig wandte Ardy den Blick von Taddls Augen, in denen er gerade viel zu tief versunken war.
„Du weißt aber schon, dass Sora zu seinem Riku gehört?“, sagte Riku mehr an Taddl als an Ardy gewandt.
Augenblicklich veränderte sich etwas in Taddls Blick, ein dunkler Schatten huschte kurz über sein Gesicht und seine Hände ließen Ardys Hüfte los. Der versuchte, sich seine Enttäuschung über den verlorenen Körperkontakt nicht anmerken zu lassen und beobachtete stattdessen unverhohlen Taddl.
Mit einem Schritt trat er neben ihn und sagte so laut, dass man ihn trotz der Musik hören konnte, ohne dass man näher kommen musste:
„Ach ja, denkst du das?“
Spätestens jetzt war wirklich jeder Funken Belustigung aus seiner Stimme verschwunden.
Was wurde das hier denn gerade? Verteidigte Taddl ihn gerade? Beziehungsweise… verteidigte er sein Revier? War er etwa eifersüchtig auf Riku? Oh fuck, dieses Prickeln in seinen Lenden machte ihn wirklich wahnsinnig.
Irgendwie ging Ardy das alles zu schnell, er konnte sich nur auf Taddl konzentrieren und darauf, dass der plötzlich nicht mehr nur neben ihm stand, sondern sich richtig vor ihn schob, um Riku von ihm abzuschirmen.
Auch der verkleidete Riku wurde nun so laut, dass Ardy ihn verstehen konnte:
„Was denkst du eigentlich wer du bist, hm? Ich habe ihn zuerst gesehen, okay?“
Bei diesen Worten war es deutlich zu sehen, wie Taddls ganzer Körper sich anspannte und sich seine Hände zu Fäusten ballten.
„Wie sprichst du von ihm, hm? Verzieh dich, Junge!“
Seine dunkle Stimme passte in dieser Situation so verdammt gut und wirkte wirklich bedrohlich. Und… verstärkte das Prickeln nur noch. Verdammte scheiße.
Irgendwie kam er jedoch wieder zu Sinnen und legte Taddl beruhigend eine Hand auf den Rücken:
„Komm, lass gut sein. So ein Spasti hey“, sagte er ihm ins Ohr und wollte ihn gerade zu sich umdrehen, um ihn dann aus der Situation herausbringen zu können, als Riku, der wirklich mutig sein musste bei Taddls Größe, seiner tiefen Stimme und seinem gruseligen Kostüm, Anstalten machte, Taddl zu schubsen oder ihn zur Seite zu schieben.
Taddl baute sich zu seiner vollen Größe auf und sagte dann:
„Ey fass mich nicht an, Junge. Sonst explodier ich!“
Als Ardy diesen Satz gehört hatte, konnte er sich wirklich nicht mehr zurückhalten und brach in lautes Lachen aus. Riku schien keine Ahnung von Minecraft und schon gar nicht von Creepern zu haben, denn er sah nur äußerst verwirrt drein.
Diese Verwirrung nutzte Taddl, um sich mit einem stolzen Grinsen zu Ardy umzudrehen, seine Hand zu nehmen und ihn mit einem geraunten „Komm mit“, mit sich zu ziehen.
Er blieb erst stehen und ließ ihn los, als sie in einer ganz anderen Area des Clubs waren. Hier war die Musik nicht minder laut, die Lichter jedoch greller, schneller und es wurde Electro gespielt.
Ardy musste immer noch lachen, wenn er an den absolut verwirrten Riku dachte und schüttelte den Kopf.
„Was?“, fragte Taddl ihn grinsend.
„Fass mich nicht an, sonst explodier ich“, zitierte Ardy ihn lachend und lehnte sich dazu leicht nach vorne und gegen ihn.
„Ich bin ein Creeper, man. Sag bloß, der war nicht gut“, wollte er sich Bestätigung holen und näherte sein Gesicht dem von Ardy.
„Doch, der war sogar mehr als gut“, wurde Ardy langsam wieder ernst und versank schon wieder in Taddls Augen, die ihn die ganze Zeit verfolgt hatten.
Die Musik um sie herum wurde noch etwas wilder und abgedrehter und alle zappelten wild durcheinander, doch zwischen ihnen wurde alles ganz anders. Sie sahen sich in die Augen und Ardy ließ seine Hand in Taddls Nacken wandern, um sein Gesicht zu seinem heranzuziehen.
Verdammt, es war den ganzen Abend so verdammt sexuell und unfreundschaftlich gewesen, dass er die Spannung einfach nicht mehr aushielt. Er glaubte jetzt schon er müsse platzen. Und wann wäre die Gelegenheit besser gewesen, um zu testen, was Taddl eigentlich wirklich wollte, als jetzt?`
Also zog er ihn noch ein Stück weiter zu sich herunter, schloss die Augen und legte seine Lippen auf Taddls. Dem entfuhr im ersten Moment ein überraschter Laut und seine Lippen waren noch leicht geöffnet. Im nächsten Moment hatte er jedoch schon eine Hand an Ardys Gesicht gelegt und ihn mit der anderen Hand auf seinem Rücken näher zu sich gezogen.
Den Kuss erwiderte er nicht nur, sondern vertiefte ihn auch. Strich mit einem Daumen langsam über sein Gesicht, während er mit seiner Zunge langsam über Ardys Lippen leckte und diese leicht anstupste.
Der Gedanke, dass sich im nächsten Moment plötzlich schon die Zunge seines besten Freundes in seinem Mund befand war irgendwie befremdlich und verdammt erregend zugleich. Es dauerte nicht lange, bis sich ihre Küsse überhaupt nicht mehr seltsam und fremd anfühlten. Verdammt, das war Taddl. Sein bester Freund. Keinem Menschen auf dieser Welt war er so nahe und so verbunden und vertraut wie mit ihm.
Er schmeckte nach Waldmeister und Maracujasaft und so gar nicht nach ihm. Doch das war egal, so ganz egal.
Taddl schien es ähnlich zu gehen, denn er machte weder Anstalten, ihn loszulassen, noch ihre Küsse zu unterbrechen, sondern ließ seine Hand, die er auf Ardys unterem Rücken abgelegt hatte, weiter nach unten an seinen Arsch gleiten und packte dort einmal fest zu. Ardy stöhnte überrascht in ihren Kuss und er konnte Taddls leises Lachen mehr spüren als hören
Als Taddl noch ein paar Mal öfter zupackte, ging Ardy wirklich irgendwann die Luft aus und er musste ihren Kuss unterbrechen. Leicht außer Atem lehnte er seine Wange an die von Taddl und sah all die Menschen, die um sie herum standen, beachtete sie jedoch nicht. Nichts konnte ihm jetzt so egal sein, wie all diese Leute, die sie Gott sei Dank eh nicht erkannten.
„Sollen wir nach Hause?“, hörte er Taddls tiefe Stimme genau an seinem Ohr und ohne darüber nachzudenken machte sein Kopf sich selbstständig und nickte sofort zustimmend, lehnte sich dann wieder leicht zurück, um sich noch einen Kuss von Taddl zu stehlen, bevor der vor ihm her aus dem Club ging, wobei er sich immer wieder vergewisserte, dass Ardy auch noch genau hinter ihm war.
Draußen angekommen war es eigentlich verdammt kalt, doch er spürte nichts mehr davon, als Taddl einen Arm um seine Schulter legte und sie so gemeinsam zur nächsten Haltestation liefen. Mitten auf ihrem Weg hielt Ardy es jedoch nicht mehr aus, blieb stehen, hielt Taddl ebenfalls auf und zog ihn an seinem grünen Hoodie fest an sich für einen weiteren Kuss. Wieder lachte Taddl in ihren Kuss und das war etwas, an das er sich wirklich gewöhnen konnte.
Der ganze restliche Weg zur Bahn verlief immer wieder nach dem gleichen Schema: sie liefen ein Stück Arm in Arm, bis einer von beiden es nicht mehr aushielt und sich für einen Kuss an den anderen drängte – mal mitten auf der Straße, mal gegen eine Laterne oder eine Hausmauer gelehnt. Das war definitiv der heißeste Nach-Hause-Weg, den er jemals gegangen war.
Zu Hause angekommen machte Ardy sich erst kurz Sorgen, dass das alles zwischen ihnen jetzt wirklich schon vorbei war, da Taddl ihn losließ und ihn leicht von sich weggedrückt festhielt, als Ardy ihn schon wieder küssen wollte. Doch Taddl gestikulierte nur nach oben und Ardy wusste jetzt, dass er nicht wollte, dass Felix jetzt eventuell nach Hause kam und sie dabei erwischte. Hier in ihrem eigenen Hausflur würde man sie wohl doch erkennen.


t.b.c.
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