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Gruppe 13: Morgens halb zehn in Deutschland

von MDU-Story
KurzgeschichteMystery / P12 / Gen
12.10.2014
19.10.2014
10
6.598
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12.10.2014 579
 
Kapitel 2 - Puzzleteil


Noch einmal las Nils sich diese rätselhafte Botschaft durch, doch er wurde einfach nicht klug aus diesen Angaben. Kopfschüttelnd versuchte er sich auf den Dozenten zu konzentrieren, doch gänzlich wollte ihm das nicht gelingen. Während er sich Notizen in seinen College-Block kritzelte, wanderten seine Gedanken unbewusst zurück zu der Nachricht.
Morgens halb zehn in Deutschland, kein Knoppers.“,murmelte er leise vor sich hin, was ihm einen seltsamen Blick von dem Studenten neben ihm einbrachte. Nils beachtete das nicht weiter und zerbrach sich den Kopf. Morgens halb zehn, das konnte man vielleicht als Zeitangabe werten, auch wenn Nils den Rest des Satzes nicht verstand.
Die nächste Notiz half ihm noch weniger : „George Clooney: What else?
Nils war dies betreffend  völlig ratlos. Es wollte ihm einfach nicht klar werden, wie ihm das helfen sollte. Dabei wollte er im Grunde genommen doch nur seinen Kaffee einlösen. Nur der letzte Teil konnte ihn eventuell helfen: „Frag nach Anina.“ Vielleicht hieß dieses seltsame Mädchen ja so, Anina. Aber vielleicht stand es ja auch nur auf den Zettel, um ihn noch mehr zu verwirren und auf eine falsche Fährte zu führen. Zutrauen würde er es ihr durchaus, selbst wenn er sie erst seit gut einer Stunde kannte.
Schließlich zwang er sich, nicht weiter über sie nachzudenken, sein Studium ging eindeutig vor und vielleicht fiel ihm später etwas ein. Mit etwas Glück half ihm vielleicht sogar der Zufall. Auffällig genug war sie ja mit ihren feuerroten Haaren und den kunterbunten Klamotten.
Die restliche Lesung folgte er möglichst aufmerksam den Worten des Dozenten. Immer mehr Notizen sammelten sich in seinem College-Block und seufzend musste Nils sich eingestehen, dass er am Nachmittag sein Gekritzel sortieren sollte. Ordnung war noch nie wirklich seine Sache, aber gleichzeitig wusste Nils sehr wohl, dass er ohne völlig aufgeschmissen wäre und sein Studium wohl gleich vergessen könnte.
Nach einer gefühlten Ewigkeit beendete der Dozent die Lesung und gemeinsam mit den anderen Studenten verließ er den Lesungsraum. Draußen wartete er auf Felix, seinen Kumpel, mit dem er zusammen studierte. Weil Nils zu spät gekommen war, hatte er sich ausnahmsweise mal nicht neben Felix gesetzt. Zu zweit war es einfacher alles mitzuschreiben. Man konnte schließlich im Nachhinein die Notizen austauschen.
Grinsend kam sein Kumpel auf ihn zu: „Und was ist heute der Grund, dass du zu spät kommst? Schiebe es nicht auf den Schnee. Das wusstest du vorher.“
Nils starrte Felix gespielt wütend an und knurrte: „Tu nicht so, als würde ich immer zu spät kommen.“
Felix lachte bloß als Antwort und Nils fiel mit ein. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg aus dem Gebäude.
Draußen stapften sie durch den Schnee. Es hatte schon wieder zu schneien begonnen. „Wenn das so weiter geht, sind wir bald eingeschneit“, kommentierte Felix den dichten Schneefall. Nils nickte nur zustimmend. Ihm fiel ein, dass das Wetter daran schuld war, dass er jetzt über diese seltsame Nachricht nachdenken musste. Ohne das Wetter wäre er nicht zu spät gekommen, hätte das Mädchen nicht auf dem Parkplatz getroffen und hätte auch nie diese Nachricht von ihr bekommen.
Leicht genervt davon, dass dieses Mädel es geschafft hatte, seine Gedanken einzunehmen, schüttelte er den Kopf, sodass der Schnee aus seinen braunen Locken flog. Gemeinsam mit Felix steuerte er ein Gebäude an. Zwar hatten sie ein wenig Zeit bis zur zweiten Lesung, aber weder Felix noch Nils hatten Lust zu spät zu kommen, vor allen, weil einmal an einem Tag zu spät zu kommen vollends reichte.
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