Die letzte Überlebende

KurzgeschichteFantasy / P12
Nihal
11.10.2014
14.10.2014
3
1802
 
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Soana war erschöpft.  Ihre Haare hingen ihr wirr ins Gesicht und ihre Beine schmerzten vom langen Laufen.  Doch sie ging weiter, immer hinter ihrer Meisterin her, der Gnomin Rais, die, ohne langsamer zu werden, unbeirrbar voranschritt.  Seit mehreren Stunden waren sie bereits so unterwegs, die Sonne berührte schon den Horizont und begann, den Himmel orangerot zu färben.  
Soana blickte auf das Bündel in ihren Armen.  Ein lebendes, atmendes Bündel.  Fest eingewickelt lag da ein kleines Mädchen, noch ein Baby.  Zwischen dem Stoff sah man nur das kleine spitze Gesichtchen.  Die Augen waren geschlossen, doch Soana wusste, dass sie violett waren.  Gut verborgen unter dem Tuch waren auch die ungewöhnlich spitzen Ohren und das schwarzblaue Haar.  Als Soana bemerkte, dass eine Strähne davon hervorlugte, schob sie sie vorsichtig, um das Kind nicht zu wecken, zurück unter den Stoff.  Mit müden Augen blickte sie sich um.  Die Umgebung bestand aus trockenem Grasland, vereinzelt von Büschen und Baumgruppen durchsetzt und golden leuchtend von in der Sonne.  Doch in der Ferne sah man bereits deutlich einen großen Wald, jetzt in der Dämmerung ein schwarzer, gezackter Schatten.  Davor lag ein breites, orange schimmerndes Band, das im letzten Sonnenlicht glitzerte.  Ein Fluss.  Und wenig daneben ragte ein mächtiger, dunkler Turm mit ein paar an die Mauern gedrängten Gebäuden in den Himmel.  Soana seufzte erleichtert.  Salazar.  Ihre Heimat.  
Doch sie kam mit unerfreulichen Nachrichten.
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