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DevilsDeer

GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
11.10.2014
17.10.2014
4
4.413
1
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3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
11.10.2014 833
 
DevilsDeer




Kapitel 1: Routine



Neonet war immer Megans Zuhause gewesen. Ihre Eltern hatten schon für diesen Konzern gearbeitet und als ihr magisches Talent entdeckt wurde, war es klar, wie sie später für ihren Konzern von Nutzen sein würde. Nun war sie bereits seit neun Jahren Lohnmagierin, sie hatte früh angefangen, schon mit siebzehn und sie war eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Job. Er gab ihr zwar kaum Freiheiten, aber danach sehnte sie sich auch nicht, denn so etwas hatte sie nie gekannt.

Alles änderte sich mit DevilsDeer.

Es sollte ein ganz normaler Arbeitstag werden, Personenschutz, wie sie ihn schon hunderte Male zuverlässig durchgeführt hatte.

Megan schritt in der Mitte ihres Teams, das noch aus vier weiteren männlichen Konzern eigenen Soldaten bestand. Ihr Äußeres hatte sie so verändert, dass sie der Wissenschaftlerin, die sie beschützen sollten aufs Haar glich und die lief unsichtbar hinter ihr. Sie war mit einem Peilsender versehen worden, damit ihre Beschützer immer wussten, wo sie sich befand. Es war zwar etwas anstrengend zwei Zauber gleichzeitig aufrecht zu halten, doch der Konzern hatte dies für die effizienteste Taktik gehalten.

Bisher hatte alles ganz gut geklappt, sie hatten den Weg vom Flughafen zum Hotel ohne Zwischenfall hinter sich gebracht und wollten nun einchecken. Die Eingangshalle des Oberschicht-Hotels bot einige Sitzgelegenheiten mit Tischen die vereinzelt gefüllt waren. Aus Routine scannte Megan sporadisch die Anwesenden mit ihren magischen Sinnen und schon der erste, der Portier war viel zu angespannt für seinen Beruf, aber nicht nur das machte sie stutzig, er hatte auch ein Cyberauge und künstlich verstärkte Knochen.

Flüsternd teilte sie diese Information ihrem Teamführer über den Teamkanal mit und musterte noch zwei Gäste. Einer war ein Magier, was im allgemeinen ja nichts heißen musste und die andere hatte keine besonderen Merkmale, sie war nur relativ entspannt. Megans Vorgesetzter, Finly nahm ihre milde Warnung zur Kenntnis und führte die Gruppe weiter in Richtung Empfang.

Als sie die Hälfte der Eingangshalle durchschritten hatten, beugte sich der Portier nach unten und holte etwas schweres hinter dem Tresen hervor. Es war ein Maschinengewähr, das er auf der Marmorplatte stabilisierte und zu feuern begann.

Noch bevor der erste Schuss fiel floh das Team in Deckung, hinter die kleinen Sessel und Megan hoffte inständig, dass Miller, der ihren Rücken gedeckt hatte, die unsichtbare Wissenschaftlerin mit in Sicherheit geholt hatte.

Dann setzte das Feuer ein und sie konzentrierte sich auf den Zauber, den sie auf den Schützen sprechen wollte. Doch sie wusste, dass sie nicht aus ihrer Deckung heraus lucken durfte, also holte sie einen kleinen Handspiegel aus ihrer Hosentasche, klappte ihn auf und suchte ihr Ziel. Dies dauerte einen Moment, dann als sie den Schützen im Visier hatte murmelte sie die Zauberformel und grade als sie spürte wie die Magie ihrem Willen gehorchte, explodierte ein Schmerz in ihrer linken Schulter und sie ließ den Spiegel fallen.

Mit schmerzverzerrtem Gesicht wand sie sich um und sah erschrocken, dass dort zwischen den Sesseln noch mehr Angreifer standen, fünf Menschen mit Sturmgewähren und ein Troll mit einer riesigen Schrotflinte. Die übrigen Gäste waren so schlau gewesen und hatten sich auf den Boden gekauert.

Es war zwar bei weitem nicht Megans erste Schussverletzung, doch es tat trotzdem verdammt weh und dazu kamen noch die Kopfschmerzen, der Preis für den letzten Angriffszauber. Wenn sie noch in irgendeiner Weise für ihr Team nützlich sein wollte, musste sie einen der Zauber fallen lassen, die sie den letzten Rest ihrer Konzentration kosteten. Sie wusste, dass die Angreifer die Wissenschaftlerin töten wollten. Also verwandelte sie sich wieder zurück und sah mit leichter Genugtuung den verwirrten Blick des Mannes, der eben auf sie geschossen hatte.

Dass ihr Team sich währenddessen ein hartes Feuergefecht mit den Shadowrunnern leistete ignorierte sie so gut es ging. Die nun wieder braunhaarige Magierin brauchte ihre ganze verbleibende Konzentration um den nächsten Zauberspruch zu formulieren. Zu ihrer großen Erleichterung klappte es ganz gut, der Mann zuckte schmerzerfüllt zusammen und ließ für einen Moment die Waffe sinken, doch der Preis war hoch. Megans Kopfschmerzen wurden schlimmer und Blut rann ihr aus der Nase. Sie konnte nur hoffen, dass es gelangt hatte. Doch nein, der andere nahm sie wieder ins Visier, nun mit einem entschlosseneren Gesichtsausdruck. Anscheinend hatte sie ihn nur darin bestärkt, sie zu töten.

Ihre verletzte Schulter behinderte sie beim Ausweichen, als er schoss und sie wurde erneut getroffen, dieses Mal in die Brust und da sie zur Tarnung keine Schutzkleidung trug fanden die Kugeln ungehindert den Weg in ihren Körper.

Von der Wucht des Einschlages wurde Megan nach hinten gedrückt, verlor das Gleichgewicht und fiel. Schmerzhaft holte sie Luft, versuchte sich auf einen letzten Zauberspruch zu konzentrieren, doch es gelang ihr nicht und erkannte, dass sie nun sterben würde. Den Blick zur Decke gerichtet spürte sie wie ihre Augen langsam gegen ihren Willen zufielen. Das Letzte das sie sah war ein großer Feuerball, der über sie hinweg in die Richtung der Angreifer flog und ihr letzter Gedanke war, dass sie vielleicht Verstärkung bekommen hatten, dann glitt sie in eine tiefe Ohnmacht.
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