„I’d be an anchor, but I’m scared you would drown.“

GeschichteRomanze, Angst / P16
Elijah Mikaelson Hayley Marshall Niklaus "Klaus" Mikaelson Rebekah Mikaelson
05.10.2014
05.10.2014
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Jeder Mensch kennt dieses Gefühl von Traurigkeit und Melancholie, das sich in jeden Teil der Seele frisst und einen nicht mehr los lässt, bis es auch den letzten Teil der Psyche eingenommen hatte. Es war zu vergleichen mit dem Gefühl von Leere, wenn es seit Wochen nur geregnet hatte und man versuchte es sich im Haus schön zu machen, merkend, wie noch immer das Wasser in stetigen Ton gegen das Fenster prallte.
Nach ein paar Tagen, vielleicht ein paar Wochen sehnt sich der Körper nach Sonne, Wärme, vielleicht auch Geborgenheit und Liebe.
Doch wie das Leben gehörte auch der Lauf der Welt zu Dingen, die niemand beeinflussen kann. Manche Dinge passieren, ohne, dass sie Sinn ergeben oder uns glücklich zurück lassen. Manchmal lassen sie uns mit mehr Verwirrung und Angst zurück, der Angst, die einen sprachlos macht, weil man schlicht keine Antwort auf die Frage hat, wie man nun weitermachen würde oder sollte.

Sie starrte gedankenlos auf die Wassertropfen, die sich solange auf der Scheibe bildeten, bis sie hinunter rutschten, einen nassen Pfad hinter sich lassend. Sie vergrub sich bei diesem Gedanken noch einmal mehr in ihren Decken, die es nicht schafften sie auch nur ansatzweise von ihrer inneren Kälte zu befreien. Sie seufzte, drehte sich und wurde sich genau in diesem Moment auch der Person neben sich bewusst. Sein Arm lag schützend um sie und sie kam nicht um die Frage herum, ob er sich vielleicht noch immer schuldig für die Dinge fühlte, die in ihren Augen so unglaublich unausweichlich schienen.

Er hatte die Augen noch immer geschlossen und es war der friedlichste Anblick, den sie seit Wochen gesehen hatte. Sie hatte nie einen Menschen gesehen, der so viel Spannung in sich trug. Sein Gesichtsausdruck war immer angestrengt, selbst, wenn er lächelte schien es so selten wirklich sorglos, als hätte er immer im Hinterkopf, dass er auf der Hut sein sollte. Und vermutlich war er das auch, immer bereit in den Kampf zu ziehen. Doch auch er wusste, dass es keine Siege mehr gab, nur Schlachten. Als wäre sein ganzes Leben ein einziger Kampf, der Sehnsucht nach Freiheit und Liebe. Doch das war ein Teil seiner Fassade, ähnlich, wie der Anzug, den er immer trug. Seine Kleiderwahl gehörte zu den wenigen Dingen in seinem Leben, die er selbst beeinflussen konnte und vielleicht war es auch seine Art sich hinter diesen Mauern zu verstecken. Er ließ keine Menschen hinter diese blicken, wenn er es nicht für absolut richtig hielt.

Doch wer war sie schon, um ihm irgendwelche Vorwürfe zu machen? Es gab diesen kleinen selbstsüchtigen Teil in ihr, der sich wünschte, dass dieser Moment für ewig hielt. Frei von den Dämonen, die sie besiegen musste, oder den Schlachten, die sie noch kämpfen mussten. Oder dem Gedanken, dass sie nicht wusste, wann sie ihr Kind wieder in den Armen halten könnte. Es war diese innerliche Leere in ihrem Körper und im ganzen Haus, die sie nicht überwinden konnte. Sie hatte in dieses wunderschöne, kleine Gesicht geblickt, in Augen, die so fröhlich schienen und hatte das erste Mal in ihrem Leben eine völlig reine Liebe gespürt. Das war der Moment, in dem sie sich zum ersten Mal wie eine Mutter gefühlt hatte. Nur wenige Stunden später war ihre Tochter weg und mit ihr, alles, was sie irgendwie bewegte.

Das war nun etwa 4 Wochen her und sie ertrug es nicht mal in das Zimmer zu gehen, in dem ihr Baby einige Stunden verbracht hatte. Noch immer vernahm sie diesen unbeschreiblich süßlichen Babygeruch, der so verfälschlich ihrer Tochter gehörte, dass es ihr jedes Mal Tränen in die Augen trieb. Und der Blick auf die Wiege erinnerte sie immer wieder daran, dass sie nicht wusste, wann ihr Kind dort wieder drin schlafen würde. Ob es dort überhaupt noch einmal drin schlafen würde.

Diese unglaubliche Unsicherheit zog an ihren Nerven und ließ sie jedes Mal völlig hoffnungslos zurück. Niemand konnte wirklich verstehen, was sie  verloren hatte. Klaus ertrug niemanden und war bereits nach einigen Tagen aufgebrochen, niemand wusste wohin, doch keiner wollte in Frage stellen, wie er seine Trauer überwand, war es nun mal für jeden eine schwere Zeit. Sie alle waren der Meinung es wäre besser eine Weile nicht mit Rebekah zu reden, auch, wenn das bedeutete, dass sie auch nicht wussten, wie es Hope ging. Die Sicherheit ihrer Tochter war ihr wichtiger als sie selbst, also verdrängte sie ihre Sorge, wissend, dass ihr das nie wirklich gelang. Und so blieb sie mit Elijah im Haus, doch er ließ ihr ihren Freiraum, als wüsste auch er nicht wirklich, was er sagen und tun sollte. Auch er konnte diese Situation nicht retten. Und auch, wenn er es nicht zugeben wollte, er wusste, dass seine Familie näher am Abgrund stand, als sie es je getan hatte.

Jeder schien mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen und es wirkte, als hätte Hope jeden Schimmer von Hoffnung mit sich genommen. Niemand wollte sich dieser Ironie wirklich bewusst sein.

Doch obwohl sie so weit entfernt waren wie nie zuvor, spürte Hayley jeden Abend, wenn er kurz in ihr Zimmer schaute und sie einige Momente beobachtete. Als könnte er noch immer nicht begreifen, dass sie noch immer da war. Als wäre er es beinahe gewohnt, alles, was ihm etwas bedeutete zu verlieren. Und vermutlich war er auch das. Doch gestern Abend war es anders gewesen, sie blieb nicht still liegen und starrte auf einen unsichtbaren Punkt in der Dunkelheit, von ihm abgewandt. Hayley hatte sich zu ihm gedreht, ihm in die Augen geblickt und scheinbar war auch er in diesem Moment zu verletzlich, um zu ignorieren, was in ihren Augen geschrieben stand. Er hatte sich seiner Krawatte entledigt, seine Ärmel hochgekrempelt und sich etwas von ihr distanziert, niedergelassen. Das alles erschien ihr so unwirklich, dass, wenn sie es nicht gesehen hätte, sie es wahrscheinlich nie geglaubt hätte. Einige Momente später hatte er sich wortlos zu ihr umgedreht, seinen Arm um sie gelegt und sein Gesicht in ihr weiches Haar vergaben. Sie hatte die Augen geschlossen und zum ersten Mal seit Wochen ruhig schlafen können. Es war so friedlich, so im Gegensatz zu dem Tumult, der ihr Leben darstellte, dass sie sich in diesem Moment verlor.

„Es ist unhöflich jemanden im Schlaf zu beobachten, ich hoffe dem bist du dir bewusst.“, ertönte seine Stimme plötzlich, bevor er seine Augen öffnete und direkt in ihre blickte. Sie erschrak nicht einmal richtig, als hätte sie gewusst, dass er nicht wirklich schlief.
„Ich hab nur nachgedacht.“, flüsterte sie, als würde sie einfach nicht zerstören wollen, was sie gerade hatten.
„Es tut manchmal gut, wenn man ausspricht, was einem durch den Kopf geht.“, erklärte er und stützte sich auf seinen Ellenbogen, um sie genauer ansehen zu können. Elijahs Haare waren vom Schlaf noch etwas unordentlich und doch musterte er Hayley und sie hatte das Gefühl, er könne bis auf das Innerste ihrer Seele blicken.
„Es ist nur… ich spüre sie. Überall. Ich blicke durch das leere Haus und wo immer ich hinschaue habe ich das Gefühl sie wäre da. Und sie ist es nicht. Gott, ich hätte nie gedacht, ich würde mal so in Selbstmitleid versinken.“
„Hayley, das ist für jeden von uns schwer. Und, wenn ich es beeinflussen, ändern könnte, würde ich es tun. Aber du vergisst, dass sie die Tochter von dir und Niklaus ist und ich bin sicher, dass es selten so einen sturen und starken Menschen, wie sie gegeben hat.“ Unweigerlich musste Hayley lächeln und auch Elijahs Mundwinkel zuckten.
„Sie hat meine Schwester an ihrer Seite und Rebekah wird alles tun, damit sie gesund und in Sicherheit leben kann.“, versicherte Elijah. Er seufzte und strich ihr zögerlich eine Haarsträhne hinters Ohr.
„Ich weiß, wie sehr du dich danach verzerrst sie wieder in den Armen zu halten und ich gebe dir mein Wort, dass das auch geschehen wird. Vielleicht nicht heute oder morgen, aber eines Tages. Und ich denke, dass wir für dieses ‚Eines Tages‘ kämpfen müssen.“
Hayley war klar, dass er absolut recht halte, aber das änderte nicht, was sie fühlte. „Ich denke nur daran, dass Hope bei Rebekah aufwachsen wird. Rebekah wird ihr erstes Lachen hören, ihre ersten Versuche zu gehen zu sehen. Verdammt, ich werde so viel verpassen und ich kann es nicht ändern.“
Sie sah, wie seine Augen sich in diesem Moment verdunkelten und ihr wurde erneut klar, dass sie bei weitem nicht die einzige war, die diesen Verlaust bedauerte.
Seine Stimme klang rau, voller Emotion als er sagte:
„Ich verspreche dir, dass du sie in den Armen halten wirst, bevor sie laufen kann. Und dann kannst du ihr sagen, wie viel sie dir bedeutet. Darauf gebe ich dir mein Wort.“ Scheu ergriff sie seine Hand und er verschränkte zaghaft ihre Finger. Sie  schaute gebannt auf ihre verschränkten Händen und hörte Elijah, wie im Hintergrund leise murmeln.
„Wir finden eine Lösung.“

Nichts war gelöst, alles war noch da, doch hatte sie zum ersten Mal seit Wochen das Gefühl, als hätte man ihr etwas gegeben, was  für sie verloren schien: Hoffnung.




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Oh Himmel, ich kann mich gar nicht mehr wirklich daran erinnern, wann ich das letzte Mal etwas geschrieben habe und ich hoffe, dass es euch gefällt.
Ich schau die Serie nun schon eine ganze Weile auf Englisch und bin völlig vernarrt in das Pairing Halyey/Elijah. Dementsprechend wollte ich diesen kleinen Moment gerne hier so stehen lassen :)
Ich kann nichts versprechen, aber durchaus möglich, dass sich das hier zu einer kleinen One shot Sammlung entwicklen wird, je nachdem, wie das hier ankommt. Grüße!
Über das ein oder andere Review würde ich mich sehr freuen :)

Inspiration:
The 1975-Talk
Imagine Dragons- Warriors
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