Eine heimliche Liebe

KurzgeschichteFantasy, Sci-Fi / P12
05.10.2014
11.10.2014
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Kapitel 1

John spürte ein leichtes Kribbeln auf der Haut, wie Strom der über seine Haut floss. Im gleichen Moment schrie schrill eine weibliche Stimme auf und eine Gestalt hastete hinter einem Baum hervor. Ehe auch nur einer reagieren konnte, selbst Ronon war erstarrt, warf sich die Gestalt vor dem Wraith. Es war eine Frau, alt, nach irdischen Maßstäben schätzte John sie auf achtzig, fast wirkte zerbrechlich so schlank und zierlich wie sie war. Jedoch flink und agil, dass selbst Ronon jetzt erst die Waffe erhob.
„Bitte!“, flehte die Frau, „Verschont ihn.“
John glaubte sich verhört zuhaben, flehte sie wirklich um das Leben des Wraith.
„Ich bitte um eure Gnade.“
„Geh aus dem Weg!“, forderte Ronon.
„Nein, bitte“, winselte die Frau weiter. Sie griff nach der Hand von dem Wraith und legte sie sich an den Hals.
John bekam sofort einen bitteren Geschmack im Mund, doch er bemerkte sofort eine Änderung. Ihre schneeweißen hüftlangen Haare hatten eben noch matt und stumpf ausgesehen, doch jetzt begannen sie in einem silbernen schillernden Ton zu strahlen. Ihr ganzes Gesicht straffte sich. Sie verjüngte sich. Die Abendsonne tauchte sie in eine aristokratische Aura.
John drückte rasch Ronons Waffe hinunter. Der Wraith machte genau das mit ihr, was er vor wenigen Augenblicken auch mit ihm gemacht hatte; er nährte sich nicht an ihr, sondern gab ihr das Leben zurück.
Rodney zog die Luft ein und stotterte Sinnloses.
Die Frau kippte plötzlich zur Seite und der Wraith sank mit einem eigenartigen Laut zurück. Ehe John reagieren konnte, riss Ronon seine Waffe hoch, schoss und traf beide.
„Nur auf Betäubung!“, wiegelte er ab.
„Was machen wir jetzt?“, fragte Rodney.
John riss das Funkgerät an die Lippen.
„Kolja!“, rief er hinein. „Ich krieg' dich. Kolja!“
Er hatte nicht wirklich eine Antwort erwartet.
Doktor Beckett hatte sich bereits neben der Frau in die Hocke begeben und sie kurz begutachtet.
„Ihr Herzschlag ist ungewöhnlich langsam, aber kräftig und gleichmäßig.“
Rodney intonierte. „Das heißt wohl, dass wir sie mitnehmen sollen. Wir haben nicht den Platz im Jumper.“
„Sie sind bewusstlos, Rodney. Außerdem ist der Herzschlag gefährlich langsam. Sie muss auf die Krankenstation. Bringt sie in den Jumper!“
„Das ist ein Wraith!“, sagte Ronon als Weigerung.
„Völlig ungefährlich. Also, Abflug. Ich will endlich eine Dusche.“
John hatte sich geduscht. Der Wraith müsste mittlerweile wach sein. Er war in eine der Zellen eingesperrt.
Jetzt stand er zusammen mit Ronon, der seine Waffe auf den Wratih gerichtet und Rodney vor der Zelle.
Rodney hatte den Wraith gefragt, wie sein Name war.
Der Wraith hatte etwas geantwortet.
„Für mich hat sich das nach Todd angehört“, scherzte Sheppard, da er nicht einen Laut verstanden hatte. Rodney hatte zwar bereits Luft geholt und wollte übersetzen, aber das würde ebenfalls nur unverständliches sein.
„Wenn du es wünscht“, sagte der Wraith mit einem leichten Kopfnicken. „Von einem Gefängnis in ein anderes.“
„Nur zur Sicherheit“, sagte John und drückte den Knopf, der das Kraftfeld aktivierte.
„Wer ist die Frau?“, fragte Doktor Beckett, der gerade eingetreten war.
Der Wraith antwortete tatsächlich, aber mit so etwas Unverständliches, so dass John ein ausdrucksloses Gesicht machte.
Damit war Beckett auch schon wieder verschwunden.