Trauer

GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12
Det. First Grade Carlton Hickman Det. Major Louis Daniel Det. Sgt. Anne- Marie San Det. Tommy McConnel Kommissar Sebastian Berger Sgt. Eva Vittoria
03.10.2014
29.12.2014
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Prolog


Diejenigen, die gehen, fühlen nicht den Schmerz des Abschieds.  Der Zurückbleibende leidet.

Henry Wadsfort Longfellow


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Nach der Rettungsaktion war das Team um Carl Hickman erleichtert wieder zuhause zu sein. Zwar würden sie sicher noch aufräumen müssten, ehe jeder einzelne dann nach Hause fahren würde um dort zu schlafen.      
„Was für ein Tag, hu?“ meinte Carl Hickman müde und ging um den Tisch herum, um seine Kollegen anzusehen.
„Ja,“ murmelte Sebastian Berger abwesend und arbeitete an seinem tragbaren Computer weiter. Von Tommy McConnel kam keine Reaktion auf das Gespräch.
„Gute Arbeit, Leute.“ Lobte Hickman sie, versuchte die Angespanntheit des Tages zu lockern, ob wohl er selbst ebenso angespannt war wie die anderen auch. Eva Vittoria sah ihren Kollegen kurz an, ehe sie begann die rumliegenden Blätter auf dem Tisch zu sortieren. Kurz darauf begann Hickmans Handy zu klingeln, was die Italienerin nicht beeindruckte, jedoch den Iren, der sich dem Amerikaner zuwandte. Hickman selbst quittierte das Klingeln mit einem >Scheiße< , ehe er es rausholte und abnahm.

„ICC, Hickman?“ meldete der Amerikaner sich, hörte dem Anrufer zu, bis er wieder die Gelegenheit hatte etwas zu sagen. „Sind Sie sicher?“  Nun sahen auch Eva und Sebastian Carl fragend an. Seine Miene hatte sich verändert. Auch Tommy schien es aufgefallen zu sein, denn er blickte seine Kollegen kurz an.
„Ja danke, vielen Dank.“ Er legte auf, starrte ungläubig auf sein Handy und Eva versuchte sich auszumalen wer da gerade ihren Kollegen angerufen haben könnte.  Sie brauchte nicht einmal mehr zu fragen,
wer angerufen hatte, denn Carl begann nach einer kurzen Zeit zu reden. Seine Stimme klang nicht wie die von vorhin, nein, sie hatte sich so geändert dass sie nun viel trauriger klang. „Anne-Maries Mutter war bereits mit einer fertigen DNA Probe im Leichenschauhaus,“ begann er.
Verwirrt sah Sebastian Carl an. „Und woher hatte sie die auf einmal so schnell?“ Der Deutsche wusste ganz genau, so ein DNA  Abgleich einige Zeit dauerte.
„Ihre Mutter war Ärztin. Sie hat Anne-Marie als Kind genetisch auf Autismus untersuchen lassen.“ Erzählte Carl, blickte kurz im Raum umher, als versuche er Tränen zurück zuhalten.  Eva konnte das alles nicht verstehen. Anne-Marie sollte Autismus haben? Daran war nichts verwerfliches, fand sie.
Tommy McConnel begann als aller erster zu realisieren, wer da gerade angerufen hatte. Er erinnerte sich noch genau an vor ein paar Tagen, wo er und Hickman im Leichenschauhaus die Unbekannte Leiche in Augenschein genommen hatten. „Also ist die DNA…“
„Sie stimmt überein.“ Stimmte Hickman ihm zu. Damit hatte er das unaussprechliche gesagt: Anne-Marie San war die unbekannte weibliche Leiche.
Schluckend nickte Tommy kurz und auch in seinen Augen schienen sich Tränen zu sammeln. Eva schien es nicht anders zu gehen. Sie senkte kurz den Blick, bewegte sich kurz und  versuchte zu verstehen, was grade passierte. Sie suchte nach den Worten und als sie dann sprach, hörte sich ihre Stimme schon Tränenerstickt an und ihr Kopf schien zu zittern, als würde sie gleich los   weinen. „Die tote Frau ist also Anne-Marie?“ Den Blick den sie Hickman zu warf hoffte, das er >Nein< sagen würde, machte es nicht besser. Ob Hickman nun wollte oder nicht, er war es ihnen schuldig, alles zu sagen.
„Der Leichnam wurde abgeholt und ist nun auf dem Weg nach Frankreich.“ Erklärte der Detective schließlich nach einigen Sekunden. Traurig beobachtete er seine Freunde genau.
Eva nickte, schluckte ihre Tränen hinunter, wäre aber am liebsten weinend zusammengebrochen, wenn er ihre Körpersprache richtig deutete. Tommy sah ihn nur kurz an, machte eine Bewegung mit dem Kopf und schien so traurig zu sein wie Eva. Der Ire biss die Zähne zusammen, doch sah man ebenso die aufkommenden Tränen. Nur Sebastian saß mit einem traurigen Blick auf seinem Stuhl und atmete einige Male tief ein und aus, um die Nachricht zu verdauen. Noch einmal sah Hickman sich um ehe er den Konferenzraum verließ. Zurück blieben 3 verstörte Freunde, die nicht wussten, was sie nun tun sollten.
 
Tommy hatte schließlich den Einfall, den er mit Tränenerstickter Stimme äußerte: „Wie…wie wäre es wenn in eine Bar gehen…und auf Anne-Marie trinken?“
Sebastian sah den Iren traurig an. Er wusste ebenso wie Eva,  dass es in Tommys Familie eine Tradition war, auf die Toten zu trinken. Er hatte es schon bei Siennas Tod getan. „Klingt nicht schlecht,“ murmelte er dann, zog seine Jacke an und knipste seine Schreibtischlampe aus.  Nachdenklich sah er zu Anne-Maries Tisch rüber, überlegte was sie wohl jetzt tun würde, wenn sie denn noch leben würde.
„Ich stimme euch zu…“ antwortete Eva und sah genauso wie Sebastian zu dem Schreibtisch, der nun einsam und verlassen da stand. Es würde nichts mehr so sein wie es war, das war sicher. Schließlich folgten sie und Sebastian Tommy, der schon vorging, ohne den Schreibtisch auch nur anzusehen. Nur von Hickman war keine Spur zu sehen. Mit erdrückendem Schweigen bestiegen die Freunde den Fahrstuhl und fuhren hoch in die Tiefgarage.

Als die 3 ausstiegen, wollte Eva gerade ihr Handy checken, als sie feststellte, dass sie ihr Handy unten vergessen hatte. „Ich hab mein Handy vergessen.“ sagte sie tonlos, sah dass Sebastian sich zu ihr umdrehte und Tommy ihr einen Mitleidigen Blick zu warf.
„Wir gehen vor,“ meinte Sebastian als sich seine italienische Kollegin wieder in den Fahrstuhl begab.
„Okay.“ Gab Eva zu verstehen, drückte den Etagenknopf, senkte den Kopf und atmete tief ein. Sie wollte gar nicht an Anne-Maries Tisch vorbeigehen, ihn schon gar nicht ansehen, weil es ihr nur noch mehr Stiche ins Herz versetzen würde.
Mit einem >Ping< öffnete sich die Türen und Eva trat hinaus, sah sich traurig
Um, Trat an das Gitter um einmal über das ganze Büro zu sehen.  Dabei entdeckte sie Hickman vor Anne-Maries Schreibtisch stehen. Es machte sie noch trauriger, ihren Freund so dort stehen zu sehen.
Schnell brachte sie brachte sie den Weg hinter sich und begrüßte Carl mit einem leisen „Hey,“ worauf dieser sich aus seiner Starre löste, das „Hey,“ erwiderte und sich von dem Tisch abwandte.
„Tschuldige, ich hab nur mein Handy hier vergessen…“ sagte die sonst so fröhliche Italienerin und ging weiter zu ihrem Tisch. Auch Hickman begab sich zu seinem eigenen Tisch und versuchte sich irgendwie abzulenken, während Eva ihr Handy kontrollierte ehe sie es in ihrer Jackentasche verschwinden ließ.  Ihr tat es weh, Hickman so verletzt zu sehen, aber er war ja nicht der einzige, der jemanden Verloren hatte. „Alles okay?“
Wieder holte sie ihn aus seinen Gedanken, er sah sie kurz an und dann wieder auf seinen Schreibtisch. „Ja, ja. Alles bestens.“ Meinte er dann, doch Eva verschränkte ihre Arme vor der Brust und wusste, dass nicht alles bestens war. Carl begann von neuem zureden, hob aber bis zu seinen letzten Worten nicht den Blick: „Sie ist etwas ganz besonderes gewesen.“ Er erinnerte sich an sie, an den Ersten Tag mit ihr, lächelte etwas, bevor er weitersprach. „Sie war intelligent…“ wieder senkte seinen Kopf, ehe er wieder aufsah und leicht lachend fortfuhr. „…und sie hat sehr viele Fragen gestellt.“
Eva lachte ebenfalls etwas. Es stimmte: Anne-Marie hatte wirklich viele Fragen gestellt, was aber nie ein Problem dargestellt hatte. „Die guten Fragen,“ antwortete sie ihm lächelnd.
„Die richtigen Fragen,“ Hickman sah Eva an und erkannte, dass sie das gleiche fühlen musste wie er, denn viel sagen konnte –oder wollte– sie nicht.
„Mh ja…Ich weiß…“ Ihre Miene wurde wieder trauriger.

„Ganz am Anfang dieses Teams…hat Louis mich gefragt, ob ich mich wieder wie ein Cop fühlen will…“ erzählte Hickman seiner jungen Kollegin, die
ihm verständnisvoll zuhörte. Er machte eine kurze Pause. „…ich habe das gewollt, ja, meistens.“
„Meistens?“ hackte Eva nach und sah den Mann an. Seine Augen waren feucht wie ihre, weshalb sie etwas im Licht der Lampe glitzerten.
„Auf diesen Teil könnte ich verzichten…Darauf dass man jemanden verliert…“ Die Worte verstörten Eva noch mehr, ließen alles immer realer werden, als ob es ohne hin schon war.  
„Irgendwie…“ Sie suchte nach den richtigen Worten, ihre Augen wurden noch feuchter, als sie ohne hin schon waren. „…waren wir doch alle alleine…als uns der Major zusammengebracht hat.“ In Carls Miene fand sie Zustimmung, was es aber trotzdem nicht leichter für sie machte. „Ich war es. Sebastian, Tommy…“ Sollte sie Anne-Maries Namen auch sagen? War Anne-Marie wirklich alleine gewesen?  „…bei dir lief es auch nicht rund.“
„Das ist nett formuliert…“ bemerkte Hickman, sah das Eva schwach auf das Kompliment lächelte, sah aber dann kurz nach links oben als ob er versuchte seine Tränen in sich zu behalten.
„Vielleicht hat er ja mit >sich wieder wie ein Cop fühlen< auch Teil einer Familie zu sein…“ mutmaßte Vittoria, senkte den Kopf und kam zu ihm rüber und stand vor seinem Tisch. „…und in einer Familie verliert man manchmal auch jemanden. Aber man ist mit dem Schmerz nicht allein…“
Hickman wurde es mit einem mal klar: er war Teil dieser Familie! Das Team war seine Familie! „Mh Ja…schon möglich.“ Wieder merkte er wie die Tränen überhandnahmen,  ließ sie aber nicht gehen, sah auch, dass es Eva genauso ging.
„Willst du nicht kommen auf einen Drink? Für Anne-Marie.“ Erkundigte sich die Italienerin vorsichtig und lächelte als Hickman zustimmte.
„Okay.“

Die beiden gingen zur Treppe, als Eva noch einmal etwas sagte: „Da wir nun eine Familie sind, kann ich dich doch Carlton nennen, huh?“
„Auf keinen Fall.“ Meinte Carl und Eva lachte wieder etwas.
„Okay dann nicht.“ Damit gingen sie zusammen die Treppe hoch ohne sich noch einmal umzudrehen.

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Diese Crossing Lines FF ist allen Fans Gewittmet, die es hassen, wenn Autoren ihre Lieblingfigur sterben lassen.  Auch ist diese FF meiner Freundin Morgenfrost gewitmet. Sie hört einem immer zu und gibt ratschläge. Ich habe mir die Mühe gemacht, die Letzten Minuten der Ersten Episode der 2. Staffel mit zu schreiben und auf ihnen diese FF aufzubauen. Ich hoffe dass euch die Idee gefällt und ihr hinterlasst mir ein Gutes oder ein Schlechtes Review.  
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