Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die Eisdusche

von ACZHS
KurzgeschichteAllgemein / P6 / Gen
Charlie Dalton John Keating
03.10.2014
03.10.2014
1
1.992
 
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
 
03.10.2014 1.992
 
Guten Tag.
Ja, ich wurde von PiBi08 zur IceBucketChallenge nominiert mit Mister Keating.
Bei der Challenge geht es darum, auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam zu machen und Geld zur Forschung und Behandlung zu sammeln. Ursprünglich schüttet man sich im realen Leben einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf und spendet gleichzeitig 10$ an die Organisation. Wenn man es nicht tut, obwohl man nominiert wurde, soll man 100$ spenden. Es wurde halt mittlerweile in Fanfiktion übertragen und die Regeln wurden ja allgemein schon lange gelockert. Ich möchte an dieser Stelle, dass diese Aktion zum Anlass genommen wird, vielleicht wenigstens einen Euro - oder wie viel man halt gerade übrig hat -, an eine Organisation zu spenden, die einem sehr am Herzen liegt. Vielleicht ja auch das Tierheim nebenan, dessen Arbeit man einfach sehr schätzt. Immerhin hilft jeder Cent und das überall. Insbesondere die Personen, die ich nominiere, möchte ich natürlich dazu auffordern. ;)
Erst überlegte ich, keinen zu nominieren. Ich hatte schon Probleme, im realen Leben, als ich die Challenge angenommen hatte, Leute zu finden.
Jetzt gebe ich es aber zum Einen zurück an Animagus, die mich halt im realen Leben nominiert hat, und nominiere sie für James Potter im Bereich Harry Potter.
Dann nominiere ich einfach noch KKlever für Blaine Anderson in Glee.
Und nicht zu vergessen ab imo pectore für Lily Evans/Potter aus Harry Potter.
Nun hoffe ich, dass dieser Oneshot gut ankommt, insbesondere bei PiBi08. ;)
Viel Spaß auf jeden Fall beim Lesen.
P.s. Ach so... Die Challenge ist als Fanfiktion in 48 Stunden zu erfüllen. Ich wurde schon am 29.09. nominiert, habe es einen Tag später endlich gelesen, war währenddessen aber noch bei meiner Schwester, wo ich nicht zum Schreiben kam - meine aktuelle FF hatte ich vorher weit genug geschrieben, dass ich nur noch hochladen brauchte. Habe um Verlängerung der Zeit gebeten und sie bekommen. Ein wenig betrogen ist es jetzt halt aber schon. >.< Aber... Ich bin seit gestern Abend seit meinen Eltern und lade jetzt halt hoch. Zeit zum Schreiben habe ich mir also weniger als 24 Stunden genommen. Ich hoffe, das ist für alle so okay. >.<

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Er hatte es verdient.
Nachdem er nun fast gar nicht mehr von etwas anderem sprach als diesem Mädchen...
Nein, natürlich freute Charlie sich für Knox, dass er verliebt war. Und er hatte das Mädchen immerhin auch geküsst – mehr oder weniger, so wie Charlie es verstanden hatte. Wie sollte Charlie sich nicht für ihn freuen?
Aber nachdem er in allen ihren Lerngruppen von nichts anderem mehr sprach, im Unterricht sogar auf Charlies Block geistesabwesend immer wieder ihren Namen geschrieben hatte... Charlie hatte zunächst den Block verschwinden lassen müssen, nachher würde er noch bestraft werden, gerade nach seiner Aktion mit der Schülerzeitung. Dann hatte er beschlossen, Rache zu üben.
Und was passte besser, als eine kalte Dusche? Vielleicht würde ihn das wieder ein wenig zu Verstand bringen.
Die Gelegenheit kam schneller, als er gedacht hätte. Knox machte sich alleine auf einen Spaziergang, als Meeks während dem Lernen genervt mit den Augen gerollt hatte, nachdem Knox einmal wieder nicht bei der Sache gewesen war.
„Ich tue es jetzt“, sagte er, kaum hatte Knox den Raum verlassen.
Zwar hatte er sämtlichen seiner Freunde über die Tage von seinem Racheplan erzählt, nun schienen sie aber verwirrt, vermutlich zu plötzlich wieder zu diesem Thema schwankend. Höchstens Neil schien zu ahnen, was er meinte. Neil war aber auch immerhin sein bester Freund.
„Zeit für Knox, eine kalte Dusche zu bekommen“, erklärte Charlie und damit verstanden alle und als er aufstand und losging, folgten ihm die anderen sofort.
„Wie willst du das tun?“, fragte Meeks unsicher nach.
Mittlerweile nahm keiner von ihnen die Regeln mehr so ernst wie früher, nicht nach Mister Keating, seinen Worten und dem Club der toten Dichter. Außer vielleicht Cameron, dessen kritischer Blick Charlie schon im Rücken brannte, aber der interessierte Charlie nun wirklich nicht weiter.
Aber Charlie wusste auch, dass die anderen skeptisch waren. Amüsiert von der Idee, einen ihrer Freunde überraschend mit kaltem Wasser zu überschütten, aber würden sie dabei gesehen werden... Es gab gegen alles Regeln.
Zumal Charlie sich ursprünglich nicht sicher gewesen war, wo genau er es tun wollte, und im Gebäude erschien es ihm so viel leichter, vielleicht in einem oberen Stockwerk, während Knox die Treppe hochging. Aber Wasser im Gebäude auszuschütten, würde ihnen definitiv allen Nachsitzen einbringen.
Als er Neil jedoch von seinem Plan erzählt hatte, hatte dieser ihn schon dazu überredet, es definitiv draußen zu tun. Eventuell in einem Innenhof. Dort sollten sie auch nicht gesehen werden, aber das Wasser könnte dort einfach natürlich verschwinden und Mister Nolan würde mutmaßlich nicht wieder auf die Idee kommen, öffentlich nach Informationen zum Übeltäter aufzurufen. Solange sie nicht gesehen werden würden, würden sie also wenigstens nicht bestraft werden.
Und Charlie hätte bei den anderen vermutlich gesagt, sie sollten halt nicht mitkommen, wenn sie solche Angst hätten. Aber Charlie wusste, dass es Neil nicht nur um sich selbst ging, sondern vor allem um Charlie, der immerhin durch den Zeitungsartikel nur noch mit einem Bein in der Schule war – und hart dafür bestraft worden war.
„Ich habe schon einen Eimer aus der Küche organisiert. Ich fülle ihn mit Wasser und dann tue ich noch ein paar Eiswürfel aus dem Getränkeautomaten dazu, sodass es richtig schön kalt wird“, sagte Charlie und er konnte nicht anders, als zu grinsen.
Er war sich sicher, sie würden nicht gesehen werden. Es war ein ruhiger Sonntag. Und wenn sie es nun also draußen tun würden...
Cameron öffnete den Mund, um zu protestieren, und Charlie war darauf vorbereitet, ihm zu sagen, er solle doch wieder zurück in den Gemeinschaftsraum gehen, wo sie eben noch zusammen gelernt haben, aber Pitts kam dem zuvor mit einer eigenen Frage: „Wo willst du es machen?“
Er schien doch gespannt zu sein.
Und Charlie wusste es noch nicht genau, begann nun aber laut zu überlegen, wo sie gut stehen könnten, wo sie Knox am besten erwischen könnten. Er wurde tatsächlich unterstützt von den anderen während seiner Überlegungen und als sie endlich den Eimer gefüllt hatten mit Wasser und Eiswürfeln, hatten sie sich für einen Platz entschieden, an dem sie kurz darauf freudig erwartend Position bezogen.
„Armer Knox... Nur weil er verliebt ist“, murmelte Meeks, während sie sich hinter der Brüstung auf dem kleinen Balkon im ersten Stockwerk zum Innenhof gebückt hielten. Unter ihnen war die Tür, der in den Innenhof führte, durch den sie vermuteten, dass Knox gehen würde, um zurück zu gelangen. Jetzt blieb nur zu hoffen, dass er nicht längst von seinem Spaziergang, der gewöhnlich immer die gleiche Route war, zurück war.
Meeks schien aber durchaus belustigt und Neil schüttelte leicht den Kopf: „Das hier ist echt eine dumme Idee.“
Charlie winkte ab. Allzu ernst schien Neil es auch nicht zu meinen, zumindest war er nicht im Begriff, ihn aufzuhalten.
Cameron hingegen, der noch immer nicht zu Wort gekommen war, nickte zustimmend und wollte endlich protestieren. Charlie wollte ihn sofort anfahren, dass er einfach gehen sollte, aber da deutete Todd ihnen hastig an, leise zu sein.
Er war wahnsinnig angespannt, vielleicht besorgt. Jedoch hatte Charlie es selbst in seinen Augen zwischendurch kurz schelmisch funkeln gesehen – zumindest meinte er das.
Charlie hörte im nächsten Moment aber auch, warum Todd sie zur Ruhe gerufen hatte: Es war ein Pfeifen erklungen. Jemand ging den Gang unter ihnen entlang, auf den Innenhof zu, pfiff währenddessen ein gewisses Liebeslied. Ein Liebeslied, das Knox in letzter Zeit nur allzu oft auf den Lippen hatte, das seine Mutter offenbar Zuhause ständig hörte. Das Charlie ursprünglich nicht einmal gekannt hatte und was er mittlerweile womöglich auf seinem Saxophon nachspielen könnte.
Er grinste die anderen noch einmal an, bevor er den Wassereimer über die Brüstung hob, sich erhob und wartete, dass er die Gestalt aus der Tür treten sah, dann schüttete er das Wasser hinunter.
Die anderen erhoben sich neben ihm, im gleichen Moment, in dem die Person unten vom Wasser getroffen wurde und einen Ausschrei ausstieß.
Mit großen Augen sahen die Jungen sich an. Es war nicht Knox, den sie getroffen hatten, sondern Mister Keating, nun eindeutig an der Stimme erkennbar, spätestens aber an dem Blick hinunter, den Charlie vor dem Hinunterschütten kaum getan hatte.
Was zur Hölle machte er zu dieser Zeit hier und warum musste er auch zufällig das Lied pfeifen, das doch Knox immerzu summte?
Pitts fluchte wispernd und schon wirbelten er, Meeks und Cameron herum und liefen fort.
Todd zögerte einen Moment, dann folgte er ihnen. Nur Neil blieb, wobei er es sich nicht nehmen ließ, Charlie zu zu zischen: „Ich habe dir gesagt, dass es eine dumme Idee ist.“
„Geh“, zischte Charlie zurück.
Einen Lehrer mit Wasser zu überschütten, war eine ganz andere Geschichte, als einen Mitschüler. Oder als irgendwo im Gebäude eine Pfütze Wasser zu hinterlassen.
Und er, Charlie, hatte sich schon viel mehr geleistet als Neil. Aber seine Eltern hatten auch viel Geld. Man würde ihn nicht so einfach wegen schlechtem Verhalten von der Schule werfen. Das wäre bei Neil so viel wahrscheinlicher. Zumal Charlies Vater zwar streng war, aber selten plötzlich in der Schule auftauchte. Neils Vater würde sofort hier sein und ihn mehr in die Mangel nehmen als Mister Nolan es je könnte.
Neil blieb jedoch stehen und da sah Mister Keating schon hoch und erblickte sie beide.
„Mister Perry, Mister Dalton. Kommen Sie herunter“, rief er hoch und Neil und Charlie sahen sich nur kurz an, bevor sie sich schweigend auf den Weg machten.
Als sie unten im Innenhof ankam, hatte Mister Keating schon sein nasser Hemd ausgezogen, unter dem sich ein ebenso nasses T-Shirt verbarg.
„Es tut uns Leid, S...“, begann Neil, kaum standen sie vor ihm. Und es schwebte eindeutig schon das „Sir“ in der Luft, aber Neil entschied sich um: „Kaptain.“
Vielleicht war es ein Versuch, die Situation zu entschärfen. Mister Keating war nach allem der einzige Lehrer, den sie je gehabt hatten, der wirklich auch Respekt vor ihnen und ihren Ideen gehabt hatte, der nicht alles so ernst nahm. Er hatte ihnen schon so wahnsinnig geholfen – und war vor allem früher auch im Club der toten Dichter gewesen und hatte dort durch die nächtlichen Ausflüge in die Höhle auch Regeln gebrochen.
An diese Seite von ihrem Lehrer wollte Neil wohl appellieren.
Mister Keating sah ihn nur kurz an, bevor er sich an Charlie wandte: „War das Ihre Idee, Mister Dalton?“
Charlie zögerte keinen Moment: „Ja. Aber es war nicht für Sie bestimmt.“
„Beabsichtigten Sie, Mister Nolan zu treffen?“, forschte Mister Keating nach.
Und Charlie wusste einen Moment gar nicht, was er sagen sollte. Er war leichtsinnig, aber so leichtsinnig? Zumal er dann wirklich seine Beine in die Hand genommen hätte und nicht stehen geblieben wäre, um seine Strafe zu empfangen.
Außerdem... Was sollte es bringen? Mister Keating war es gewesen, der ihn gewarnt hatte, nichts zu gefährliches mehr zu tun. Er wünschte sich immer noch, etwas an dieser Schule zu ändern, mehr Freiheit und Individualität zu schaffen. Aber das erreichte er wohl kaum, indem er dem Direktor aus reiner Böswilligkeit einen Eimer Eiswasser über den Kopf schüttete.
„Nein, Kaptain“, sagte er also ehrlich.
Mister Keating betrachtete ihn einen Moment durchdringend, dann sah er weiter zu Charlie, nun fragend, als wollte er auch ihn antworten hören und so sichergehen, dass Charlie das nicht beabsichtigt hatte.
„Nein, Kaptain“, bestätigte Neil aber sofort die Aussage.
Mister Keating nickte leicht. „Ich werde Ihnen dieses Mal glauben. Aber vergessen Sie nicht, was aus kleinen Streichen werden kann und dass es immer Ort und Zeit für alles gibt.“
„Ich weiß“, sagte Charlie und mit einem Lächeln: „Ich möchte ja weiterhin Ihren Unterricht besuchen können.“
Mister Keating nickte abermals und schien auch amüsiert. „Richtig. Zumal ich den Eindruck habe, dass gerade Sie beide meinen Unterricht besonders genießen. Also lassen sie sich nicht durch solche Dinge am Ende davon ausschließen.“
„Ja, Kaptain“, antworteten Charlie und Neil gemeinsam und damit ging Mister Keating, ließ sie zurück, nass, wie er war, ganz ohne Strafe.
Charlie und Neil tauschten ein erleichtertes Lächeln.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast