Bitte weck mich nicht auf

GeschichteRomanze / P16 Slash
Cho Hakkai
02.10.2014
02.10.2014
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Diese Story hab ich letzte Woche begonnen, kurz nach Hakkais Geburtstag... ich schätze, dass das ein schlechtes Geschenk wäre, aber zum Glück kann er es ja nicht lesen. ^^
Euch wünsch ich allerdings viel Spaß!

____


"Es ist wirklich sehr freundlich von Ihnen, dass sie uns für eine Nacht aufnehmen, Miss Mina!", sagte der braunhaarige Heiler dankbar und folgte der jungen Dame gemeinsam mit seinen Reisegefährten, den kleinen Drachen auf seiner Schulter transportierend.
Die langen blonden Haare waren in einen Zopf geflochten und reichten ihr bis zum unteren Rücken. Ihre hellblaue Latzhose wies Gras- und Erdflecken auf, die von einem Sturz herrührten, und das gelbe Top das Sie trug hatte einen Riss am rechten Ärmel - sie selbst war allerdings dank der vier jungen Männer in ihrer unmittelbaren Umgebung unversehrt. Ihre grün-braunen Augen waren leicht gerötete und geschwollen von den zuvor vergossenen Tränen, doch sie strahlten ihren Rettern freundlich entgegen.
"Das ist doch selbstverständlich, nachdem Sie mir das Leben gerettet haben", meinte sie über ihre Schulter hinweg und deutete auf ein kleines gelb-gestrichenes Haus mit hellbraunem Dach wenige Meter entfernt, "Das dort ist es! Es ist zwar nicht groß, aber wir haben ein Gästezimmer, das Sie benutzen können! Ito wird bestimmt einverstanden sein!"

"Ito?", war der Rothaarige hellhörig geworden. Er legte einen Arm um die zierlichen Schultern, "Wer ist das? Etwa dein Freund?"
Die Blonde lächelte verlegen und errötete, "N-nein, nichts dergleichen. Weil die Miete für mich alleine nicht erschwinglich gewesen wäre, habe ich ihn gefragt ob er mit mir zusammen ziehen würde. Wir sind sehr gute Freunde."
"So so? Eine so schöne Frau wie du sollte jemanden an ihrer Seite haben...", versprühte der Halbdämon sofort seinen Charm und schenkte Mina eines seiner berühmt berüchtigten Aufreißer-Lächeln, "Wie wäre es mit uns beiden? Du hast doch bestimmt ein eigenes Zimmer~"
"Da wird einem ja schlecht!", knurrte Sanzo hinter ihm und steckte sich eine Malboro an.
"Dann muss er wohl ein äußerst netter junger Mann sein?", fragte Hakkai höflich und kraulte den kleinen Drachen unter dem Kinn, während Gojyo von der jungen Dame abließ um den Mönch an zu keifen.

Die Ablenkung willkommen heißend wand die Blondine sich dem Braunhaarigen zu, "Ja, Ito ist ein herzensguter Mensch! Er lebt erst seit knapp sechs Jahren hier, aber wir haben uns sofort verstanden. Er ist so nett und hilfsbereit...", schwärmte die junge Frau gleich und beschleunigte ihre Schritte ein wenig.
"Das klingt wirklich wundervoll", bestätigte der Grünäugige.

"Hey, Mina? Hast du auch was zu futtern? Ich bin am Verhungern!", ein gequält dreinblickender Goku tauchte auf der anderen Seite der jungen Dame auf und sah hoffnungsvoll hoch.
"Aber natürlich! Ich bin sicher, dass Ito bereits etwas gekocht hat", versicherte sie sogleich und schenkte dem Jüngeren ein Herz erwärmendes Lächeln, "Vielleicht wird es nicht reichen um jeden satt zu bekommen, aber ich kann bestimmt noch etwas zubereiten!"
"Echt?! Das ist ja der Wahnsinn!", freute sich der junge Mann mit den goldenen Augen und hüpfte aufgeregt herum.

Zuversichtlich nickend trat die Blonde auf die Veranda und zückte ihren Schlüssel.
Sobald sie die Tür aufstieß rief sie, "Ich bin wieder dahaa~!"
"Du warst lange weg. Ich hab mir schon Sorgen gemacht!", kam sofort eine Antwort aus dem Inneren des Hauses, "Das Essen ist gleich fertig!"
"Entschuldige, Ito! Ich wollte dir keine Sorgen bereiten. Ich habe jemanden mitgebracht!"
Hinter der jungen Frau betraten die jungen Männer das Haus und folgten ihr durch ein Vorzimmer, an drei geschlossenen Zimmertüren, einem Bad und einer Tür mit der Aufschrift WC vorbei.
"Wen hast du mitgebracht?", kam es neugierig aus der Küche und kurz darauf erschien ein Kopf im Türrahmen.

Tiefrote Augen schauten den Besuchern zuerst neugierig und dann erstaunt entgegen. Die wiederum starrten überrascht in das bebrillte Gesicht, welches von roten Strähnen umrahmt war.
"Mina... Was ist hier los?"
"Diese jungen Männer haben mich im Wald vor einpaar Dämonen gerettet!", erwiderte sie freudestrahlend, die merkwürdige Atmosphäre, welche sich ausgebreitet hatte nicht bemerkend, "Deshalb habe ich sie eingeladen bei uns zu übernachten! Das ist doch in Ordnung, nicht wahr? Das Gästezimmer ist doch sowieso frei."

Der junge Mann umging die Euphorie seiner Mitbewohnerin und warf einen Blick auf ihre Erscheinung.
Eine Sorgesfalte bildete sich auf seiner Stirn, aber sie glättete sich sobald er bemerkte, dass die junge Dame unverletzt war. Er stellte sich in den Türrahmen und strich sich eine vorwitzige Haarsträhne hinter ein gepierctes Ohr.
Seine Beine steckten in einer engen dunkelblauen Jeans, sein Oberteil bestand aus einem schwarz-weiß gestreiften, weiten Shirt mit hochgekrempelten Ärmeln und seine Haare waren in einem merkwürdigen Dut befestigt aus dem einzelne Strähnen wie Flammen hoch standen. Seine roten Iren blitzten durch die Gläser seiner schwarz umrahmten Brille und wanderten über jeden der Anwesenden, ehe sie wieder bei der Person vor sich landeten.

"Mina, das geht nicht! Diese Leute bedeuten Ärger..."
"Was-? Wie kommst du darauf?", wollte sie verwundert wissen und sah über ihre Schulter zu den im Vorzimmer Stehenden und dann wieder zu dem Rothaarigen vor sich.
"Wir wollen Ihnen wirklich keine Schwierigkeiten bereiten", versuchte Hakkai mit einem diplomatischen Lächeln, "Wir sind nur-"
"Ich weiß wer ihr seid... das ist der Grund, warum ihr nicht hier bleiben könnt."
"Ito!", fuhr die Blonde ihren Mitbewohner an, "Sei nicht so unhöflich! So kenn ich dich garnicht! Diese Leute haben mir das Leben gerettet!"
"Und dafür bin ich ihnen wirklich dankbar, aber ihre Anwesenheit würde dich wieder in Gefahr bringen!", entgegnete er hitzig, ehe er durchatmete und sich den jungen Männern zu wand die teilweise um ihre Fassung rangen, "Ich bin mir sicher, dass sie das verstehen."

Bevor die junge Frau zu einer Erwiderung ansetzen konnte, trat der große Braunhaarige vor und legte ihr eine Hand auf die Schulter, "Bitte beruhigen Sie sich, Miss Mina. Wir verstehen die Bedenken Ihres Mitbewohners durchaus. Es war sehr freundlich von Ihnen uns ein zu laden, aber wir werden uns wohl eine andere Übernachtungsmöglichkeit suchen müssen."
"Aber Hakkai!", protestierte der Jüngere mit den goldenen Augen.
"Halt die Klappe, Affe!", stoppte der Mönch sofort jegliche weitere Einwände und wand sich zum Gehen um, "Dein Jammern bringt nichts."

Unschlüssig spähte die junge Dame zwischen den jungen Männern hin und her.
Der Rothaarige sah ihr ruhig entgegen und seufzte dann ergebens, "Wartet..."
Sich die Stirn reibend lauschte er den verstummenden Schritten und stöhnte dann entnervt, "Ich gehe wohl richtig in der Annahme, dass Mina euch quasi durch die ganze Stadt geschleift hat?"
"Nun...", beantwortete Hakkai die Aussage mit einem schiefen Lächeln und strich dem kleinen Drachen auf seiner Schulter beruhigend über den langen Hals, "Wir sind durchaus an einigen Menschen vorbei gekommen..."
Die Arme vor der Brust verschränkend kam er auf die Besucher zu, "Dann ist es sinnlos, wenn ihr jetzt geht... Also gut, Mina, sie können bleiben, aber du musst irgendwo anders übernachten."
"Was?!", protestierte die Blonde sofort, "Ich kann unsere Gäste doch nicht einfach alleine lassen!"
"Es ist zu deiner eigenen Sicherheit, Mina", beharrte er und sah mit strengen Blick in die großen grün-braunen Augen, ehe sein Ausdruck sanfter wurde, "Außerdem bleibe ich hier um mich um alles zu kümmern. Du kannst also unbesorgt sein."
Niedergeschlagen nickte sie, "Dann werde ich mich umziehen und einpaar Sachen zusammenpacken...", und ging mit einem kleinen Lächeln an den jungen Männern vorbei in eines der Zimmer.

Sobald die Tür hinter ihr zu fiel, deutete er den Gästen ihm in die Küche zu folgen. "Das wegen eben tut mir Leid", begann er und stellte sich wieder an den Herd, wo er Töpfe von den heißen Platten zog, "Ich hab es nicht böse gemeint."
"Nicht doch", winkte der große Braunhaarige ab und setzte sich mit seinen Reisegefährten an den Küchentisch, "Wie gesagt: wir verstehen Ihre Bedenken."
"Trotzdem ist es schade...", warf sein rothaariger Kamerad ein, "Ich wäre der süßen Mina zu gerne etwas näher gekommen."
"Perverse Kakerlake!", schimpfte der kleine Braunhaarige sofort.
"Was sagst du da, Affenhirn?!"
"Nenn mich nicht Affe, du Wassermolch!"
"Dir werd ichs zeigen, Giftzwerg!"
Während die beiden sich zankten, richtete der junge Mann am Herd sechs Teller her. Dabei wurde er von dem Braunhaarigen mit den grünen Augen und dem Blonden beobachtet.

"Mina! Das Essen ist fertig!", rief der Rothaarige während er die Teller eins nach dem anderen auf den Tisch stellte, "Wollte ihr etwas trinken? Wir haben Wasser, Orangensaft und Eistee."
"Kein Alkohol?", erklang Gojyos enttäuschte Stimme.
"Nein, damit kann ich nicht dienen", meinte Ito und zog eine Augenbraue belustigt hoch, "Außerdem ist es noch recht früh dafür, nicht?"
Überrumpelt schaute der Halbdämon den anderen an, "Kann schon sein..."
"Ich glaub, ich hab alles", verkündete Mina, die gerade in die Küche kam.
Sie trug jetzt eine weiße Strumpfhose unter einem knielangen, braunen Stoffrock und einen weißen kurzärmligen Pullover, "Oh! Du hast ja schon angerichtet! Kann ich dir noch irgendwie helfen?"
"Kümmer dich bitte um die Getränke", mit diesen Worten begann er in einer Lade zu kramen, das es nur so klirrte.

Mit vor Freude strahlenden Augen richtete sie sich an ihre Gäste, "Gerne! Wisst ihr schon was ihr wollt?"
"Bitte einen Eistee", lächelte Hakkai.
"Wasser", grummelte Sanzo und sah auf den Teller vor sich.
"Orangensaft!", rief Goku begeistert aus und nach einem Räuspern von Hakkai fügte er verlegen grinsend ein, "Bitte", hinzu.
"Für mich auch einen Orangensaft, Schönheit!", zwinkerte Gojyo der Blonden zu.
"Gerne! Soll ich für euren Drachen auch etwas bereitstellen?", fragte Mina mit einem Lächeln.
"Wenn es keine zu großen Umstände macht eine Schale Wasser, bitte", bestätigte Hakkai. Während die junge Dame sich um die Getränke kümmerte, legte Ito das Besteck und Stäbchen bereit.
"Wie lange habt ihr vor hier zu bleiben?"
"Wir wollen Ihre Gastfreundlichkeit nicht allzu lange in Anspruch nehmen", versicherte der junge Mann mit den grünen Augen, "Wir wollen unsere Vorräte aufstocken und morgen Früh gleich weiter fahren. Nicht wahr, Sanzo?"
Der Blonde nickte knapp und sah von seinem Teller auf, "Auch für uns ist es zu gefährlich lange an einem Ort zu bleiben."
"Dann bleibt ihr nur eine Nacht?", wollte Mina enttäuscht wissen, ehe sie mit den Getränken zum Tisch kam und alles abstellte, "Ito, kann ich nicht doch bleiben?"
Schnaubend setzte der junge Mann sich, "Nein, Mina. Um ehrlich zu sein wäre mir wohler, wenn du gleich nach dem Essen das Haus verlässt und erst morgen Abend wieder kommst. Ich werde dich zu Minako bringen und dir mit den Taschen helfen. Ich weiß, dass du damit nicht einverstanden bist, aber es geht hier um deine Sicherheit."
Betrübt setzte sie sich ebenfalls an den Esstisch, "Das verstehe ich..."
"Es tut uns wirklich leid, dass wir Sie quasi aus Ihrem eigenen Haus werfen, Miss Mina..."
"Machen Sie sich bitte keine Gedanken! Ito hat bestimmt recht. Diese Dämonen wussten wer Sie sind, da ist es verständlich, dass er sich Sorgen macht", lächelte die Blonde und drückte die Hand ihres Mitbewohners herzlich.
Mit einem Nicken war das Gespräch vorbei und der Rothaarige witmete seine Aufmerksamkeit den Besuchern, "Na gut, ich hoffe es schmeckt euch!"
"Guten Appettit!", wünschten alle und begannen zu essen.

"Das war verdammt lecker!", meinte Goku, "Echt schade, dass es keinen Nachschlag gab... Gojyo, warum kannst du nicht so gut kochen?!"
"Halt die Klappe, Affe!", grummelte der Halbdämon und verschränkte die Arme vor der Brust.
Nach dem Essen hatte Mina ihnen das Gästezimmer gezeigt, seitdem hatten sie den Raum nicht verlassen. Zwei Betten standen links und rechts an der Wand und zwei Futons waren am Boden ausgerollt worden. Ein Tisch mit zwei Sesseln stand unter einem großen Fenster. Der Boden war mit einem hellen Parkett versehen und die Wände leuchteten in einem zarten Eierschale.

"Aber es ist schon erstaunlich", überlegte Hakkai laut und streichelte Hakuryuu über den Rücken, der auf dem Kopfkissen lag.
"Was?", wollten Goku und Gojyo gleichzeitig wissen.
Zur Antwort schaute Hakkai vielsagend zu Sanzo an den Tisch, der gerade seine Lesebrille hervorholte und seine Zeitung aufschlug.
"Stimmt ja", meinte der Rothaarige, "Er trägt ein Brille... Ob er die wirklich braucht?"
"Wer weiß...", schweifte Hakkai ab und stand dann auf, "Wir sollten uns langsam um unsere Vorräte kümmern..."
Kaum hatte er es ausgesprochen flog die goldene Karte in seine Richtung und er fischte sie aus der Luft.
"Nimm Zigaretten mit", sagte Sanzo und verschwand hinter der Zeitung, als wäre nichts gewesen.
"Natürlich, Sanzo! Ich bin bald zurück."
"Willst du nicht, dass jemand von uns mitkommt?", wurde Goku neugierig und schaute mit großen Augen hoch.
"Das wird nicht nötig sein, Goku", winkte Hakkai ab und ging Richtung Tür, "Vielleicht treffe ich unseren Gastgeber unterwegs. Ich bin mir sicher, dass er mir mit den Tüten helfen wird. Und Goku, bitte lass die Finger von den Lebensmitteln unserer Wohltäter."
"Okay...", verwirrt legte der jüngere den Kopf schief und blickte zu Gojyo, der einfach die Schultern hob.
"Dann bis gleich", damit verschwand Hakkai.

Tatsächlich traf der Grünäugige direkt vor der Haustür auf den jungen Mann, der ihm mit einem Fuß auf der Veranda verwundert entgegen sah. Über dem gestreiften Shirt dessen Ärmel bis zu den Handgelenken heruntergestrichen worden waren, trug Ito ein braunes Gelee. Seine Füße steckten in ebenfalls braunen, geschnürten Schuhen, die bis über die Knöchel reichten.
"Stimmt etwas nicht?"
"Nein, nein! Ich bin auf dem Weg unsere Einkäufe zu erledigen", erklärte er und trat zu dem Rothaarigen, "Würden Sie mich begleiten?"
Verdattert nickte Ito und wand sich mit dem Braunhaarigen Richtung Markt. Sie schlenderten eine Weile im Licht der langsam untergehenden Sonne.
Wenn sie nebeneinander hergingen fiel der Größenunterschied deutlich auf. Der Rothaarige war fast einen halben Kopf kleiner als der Braunhaarige.

Inzwischen war es später Nachmittag oder früher Abend - je nachdem wie man die Dinge sah, und die Hitze des Tages verschwand langsam mit dem wandernden Himmelskörper.
"Miss Mina meinte dass Sie seit sechs Jahren hier leben. Wo kommen Sie her?", fragte Hakkai als der Marktplatz in Sichtweite kam.
Die roten Iren musterten den größeren Mann aus dem Augenwinkel, bevor sie sich nach vorne richteten, "Ich komme aus einer Stadt weit im Westen. Weil ich die Welt sehen wollte, bin ich fort gegangen."
"Ah", machte Hakkai und sagte dann leiser, "Weiß Miss Mina von Ihrer Herkunft?"
Daraufhin lachte Ito auf und sagte dann mit einem Grinsen, "Ja, Mina weiß das ich kein gewöhnlicher Mensch bin. Ich glaub, dass sie es von Anfang an gewusst hat. Und bei euch weiß sie es auch, deshalb hat sie euch mitgeschleppt. Sie ist ziemlich schlau, aber leider auch furchtbar naiv... Eigentlich wollte ich garnicht so lange hier bleiben..."
"Aber dann hat Miss Mina Sie gebeten mit ihr zusammen zu ziehen...", vervollständigte Hakkai die Geschichte.
Der Halbdämon nickte mit einem melancholischen Lächeln und vergrub seine Hände in den Hosentaschen, "Kaum war ich in der Stadt hab ich mit ihr Freundschaft geschlossen und zwei Wochen später hatte ich hier einen Job und ein Dach über dem Kopf, das nicht jede Nacht ein Loch in mein mageres Portmonee fraß."
Grüne Augen hefteten sich fragend auf ihn, "Gab es keine Probleme?"
"Probleme?", verwundert erwiderte Ito den Blick, dann lachte er, "Naja... Jeder hat geglaubt, dass ich sie geschwängert hätte und wir uns deshalb das Haus gemeinsam genommen haben. Es war verdammt schwer die Leute vom Gegenteil zu überzeugen. Ich schätze einpaar glauben uns immer noch nicht. Haha!"
Verstehend nickte der Braunhaarige.

Still erledigten sie die Einkäufe und wanderten im Schein der entzündeten Straßenlaternen voll bepackt mit Tüten wieder zurück. Die Sonne schickte am Horizont ihre letzten Strahlen durch die Äste einzelner Bäume und überließ der Nacht die Welt.

"Warum haben Sie uns doch bleiben lassen?", fragte der Größere, als die Lichter des Hauses in der sie umhüllenden Dunkelheit zu sehen waren.
"Weil es gefährlich genug ist euch in der Stadt zu wissen", beantwortete er fröhlich und balancierte die Tüten in seinen Armen aus. Die beiden jungen Männer tauschten ein Lächeln aus. Geschrei richtete die Aufmerksamkeit der zwei auf die Veranda des Häuschens. Dort zerrte Gojyo augenscheinlich vergeblich an dem Türknauf.
"Lass mich sofort wieder rein, du kleine Ratte!", hörte man ihn von Weitem brüllen.
Der Halbdämon trug nur seine Hose und Schuhe.
"Was ist denn mit dem los?", fragte Ito mit erhobener Augenbraue und begutachtete den spärlich bekleideten Mann, wie er auf der Terasse herumtrampelte und ab und an am Türknauf rüttelte.
"Gojyo?", rief Hakkai erstaunt und trat mit großen Schritten auf seinen Reisegefährten zu, "Gojyo, was machst du hier draußen? Du könntest dich erkälten!"
"Hakkai!", erfreut wirbelte der große Halbdämon herum, "Endlich bist du wieder da! Ich bin raus gekommen um zu rauchen und als ich wieder hinein wollte, war die Tür abgesperrt! Ich bin sicher, dass der Affe was damit zu tun hat..."

Wortlos kam Ito auf die Veranda und drückte dem anderen Rothaarigen die Tüten in die Hand.
Unter den Blicken seiner Gäste ging er zur Tür, streckte sich und holte einen Ersatzschlüssel von dem Türrahmen. Triumphierend zwinkerte er dem Halbnackten zu und schloss dann die Tür auf.
"Verdammt! Wenn ich das gewusst hätte! Affe, jetzt geht´s dir an den Kragen!", vor Wut schnaubend drückte er Ito die Tüten wieder in die Arme und machte sich auf die Jagd nach seinem kleineren Gefährten.
Während Hakkai ergeben den Kopf schüttelte, schaute Ito erstaunt dabei zu wie der kleine Braunhaarige vor dem großen Rothaarigen davon lief.
"Sind die immer so drauf?", fragte er ungläubig und ging durch das Vorzimmer in die Küche.
Verlegen lachend folgte Hakkai ihm, "Sie haben eben sehr viel Energie."
In der beleuchteten Küche trafen sie den Letzten im Bunde.

"Sanzo? Was machst du denn hier?"
"Du hast dem Affen verboten die Küche zu betreten, also war das der einzige Ort an dem ich meine Ruhe hatte", meinte der gelassen und verbarg sich wieder hinter seiner Zeitung.
"Nun... ich hab ihm nicht verboten die Küche zu betreten, ich habe ihm gesagt, dass er nichts daraus essen darf", stellte der Mann mit den grünen Augen richtig und entleerte die Einkaufstüten.
Kurz darauf schoss der junge Mann mit den goldenen Augen durch die Küchentür, "Siehst du, Sanzo?! Ich hab doch gewusst, dass Hakkai das nicht gesagt hat!"
"Das kommt bei dir auf's gleiche hinaus", murrte der Mönch.
"Hey Hakkai! Hast du was zu Essen mitgebracht? Ich bin am Verhungern!!"
"Natürlich, Goku! Hier habe ich einpaar Fleischklösse für dich", lächelnd griff er in eine der Tüten, die auf dem Tisch standen und holte eine Schachtel heraus, welche er dem Jüngeren reichte.
"Yay! Thank you!", sofort begann er den Inhalt zu verspachteln.

Aus dem Gelee schlüpfend schüttelte Ito amüsiert den Kopf und ging wieder ins halbdunkle Vorzimmer um das Kleidungsstück auf zu hängen.
"Hey..."
Überrascht wand er sich um. Gojyo stand weiterhin nur in seiner Hose dicht hinter ihm und schaute ihn aus seinen roten Augen prüfend an.
"Ja?"
Der Größere hob eine Hand und stubste mit dem Zeigefinger gegen das Brillengestell auf Itos Nase, "Brauchst du die wirklich oder ist das ein Modetick von dir?"
"Ehm... Nein, kein Modetick. Ich bin kurzsichtig, deshalb trage ich sie. Ich vergess manchmal das ich sie trage, so lange hab ich sie schon...", lächelte Ito wehmütig, "...Ich sollte euch etwas erzählen."
Ohne auf eine Antwort zu warten wanderte der kleinere Halbdämon in die Küche. Die Schritte hinter ihm verrieten ihm, dass der andere ihm folgte.

"Ah, Gojyo! Ich habe mich schon gewundert, wo du steckst", sagte der junge Mann mit den grünen Augen und drehte sich dann zu Ito, "Ich hoffe es macht Ihnen nichts aus, aber ich habe Tee gekocht. Sie haben wirklich ein großes Teesortiment."
"Eine meiner vielen Sammelleidenschaften", erwiderte der Rothaarige grinsend und wurde dann ernst, "Da ihr auf der Reise nach Westen seid um dieses ganze Chaos zu stoppen, sollte ich euch ein paar Dinge erzählen, bevor ihr weiterreist."
Aufmerksam geworden legte Sanzo Brille und Zeitung zur Seite.
"Woher weißt du von unserer Mission?", misstrauisch beäugte der Mönch den Halbdämon und verschränkte die Arme vor der Brust. Ito zuckte mit den Achseln, "So eine Geschichte macht schnell die Runde. Vor einpaar Monaten kam eine Reisegruppe hier durch, die von einem heiligen Mann mit goldenen Haaren und amethystfarbenen Augen erzählte, der mit drei dämonischen Gefährten nach Westen reist um dem Chaos ein Ende zu bereiten. Sie sollen auf ihrem Weg maßenweise Dämonen bezwungen haben. Die Beschreibung passt doch ganz gut auf euch oder nicht?"

"Ame-was? Was ist das?", fragte Goku und sah von seinem letzten Fleischklössen auf.
"Ein Amethyst ist ein violetter Edelstein, Goku", erklärte Hakkai bereitwillig, dann erklang ein verstehendes, "Achso!", von dem goldäugigen jungen Mann.
Für's Erste schien Sanzo mit Ito's Erklärung zufrieden zu sein, "Was hast du uns zu sagen? Ich hoffe für dich das es keine Lobeshymnen sind."
"Es ist nichts dergleichen, das kann ich versichern...", ein trauriges Lächeln bildete sich auf den Lippen des Rothaarigen und er senkte seinen Blick, "Damals vor zwei Jahren als die Dämonen durchdrehten, war ich nicht der einzige Halbdämon in der Stadt. Es gab da ein junges Mädchen - ich glaube sie war dreizehn Jahre alt. Sie war auf der Durchreise, wie ich einpaar Jahre zuvor. Mina hat sie eingeladen bei uns zu übernachten und sie hat zugestimmt. Ich schätze dass sie damals recht müde war und meine Anwesenheit sie irgendwie beruhigt hat... Als die Dämonen dann durchdrehten, war sie eine davon."

"WAS!?", ungläubig war Gojyo aufgesprungen und starrte wie alle anderen verständnislos auf den Halbdämon.
"Vielleicht sollte ich erwähnen, dass sie im Gegensatz zu uns tatsächlich aussah wie ein Dämon. Sie hatte die spitzen Ohren und die katzenartigen Augen, sie hatte sogar ein Dämonenmal am Schlüsselbein... Das dämonische Blut in ihr war sehr stark, deshalb ist sie Amok gelaufen. Sie wollte Mina angreifen und ich weiß, dass ich nicht schnell genug gewesen wäre um dazwischen zu gehen... aber kurz bevor sie Mina erreichen konnte, ist sie zusammengebrochen... Ihr Körper und ihr Herz konnten der Energie, die plötzlich durch ihre Adern schoss nicht standhalten...", bei seinen nächsten Worten sah er in die geweiteten, ebenfalls tiefroten Augen des anderen Halbdämons, "Ihr Körper war dieser plötzlichen Energiezufuhr nicht gewachsen. Kein Halbdämon ist das. Wir haben Glück, dass unsere Male noch nicht aufgetaucht sind, ansonsten müssten wir uns auch Magie-Kontroll-Vorrichtungen zulegen..."

Fassungslos haftete Gojyos Blick an dem des anderen, während er sich langsam hinsetzte und die Augen dann wie unter Schmerzen zusammenkniff, "Scheiße...! Ich brauch 'ne Kippe..."
"Dann kann Gojyo genauso durchdrehen, wie dieses Mädchen?", wollte Goku wissen und sah mit großen Augen in die Runde.
"Die Möglichkeit bestand von Anfang an für jeden von uns... Aber jetzt eine Geschichte darüber zu hören...", entgegenete Hakkai, dem ein Schauer durch Mark und Bein lief.
Wortlos stand Ito auf und ging zu der Küchenzeile, wo er in die Hocke ging und eine Schublade öffnete.
Als er wieder zurück kam hielt er eine gläserne Schale in der Hand, die er auf den Tisch stellte.

"Ein Aschenbecher...", sagte der Blonde tonlos und fixierte das gläserne Ding, als wäre es eine Giftschlange.
"Mina hat die Angewohnheit, dass sie raucht, wenn sie sehr gestresst ist. Es kommt nicht oft vor, deshalb ist das Teil so gut wie neu. Ich glaube sie nennt es Gelegenheitsrauchen", erklärte Ito und ging zum Fenster um es zu kippen, "Damals vor zwei Jahren hat sie eine komplette Packung verraucht ohne es zu merken... zum Glück war die Schachtel halbvoll. Ich glaube ich muss nicht erwähnen, wie schlecht es ihr die Tage darauf ging... Danach hat ihr der Geruch alleine fast ein halbes Jahr Übelkeit bereitet."
Lachend griff Gojyo nach seiner Hi-Lite Packung und klopfte eine heraus, die er sich zwischen die Lippen klemmte, "Ich denke nicht, dass man sowas über eine schöne Frau erzählen sollte."
Ito legte den Kopf schief und grinste verlegen, "Jetzt ist es schon raus. Ich werde mich morgen bei ihr entschuldigen."
"Was noch?", unterbrach Sanzo die  beiden Halbdämonen und richtete die Aufmerksamkeit auf sich.
Sofort war der Rothaarige wieder bei der Sache und verschränkte die Finger ineinander, "Wir Halbdämonen unterscheiden uns genauso voneinander wie Menschen oder Dämonen untereinander. Bei keinem von uns ist der Anteil des Blutes oder der darin fließenden magischen Energie gleich, trotzdem haben wir etwas gemeinsam. Unsere Körper verlangen ein Gleichgewicht."
"Ein Gleichgewicht?", fragte Hakkai hellhörig geworden.
Sein Blick wanderte für den Bruchteil einer Sekunde zu Gojyo, der an seiner Zigarette zog und sich von den Informationen berieseln ließ.
"Wozu?", erklang Gokus Stimme wissbegierig.
"Für unsere inner Balance...", sprach der junge Mann weiter, "Bei Vollblutdämonen wachsen die Kräfte mit den Jahren ohne jegliche Konsequenzen, weil der Körper dafür gebaut ist. Aber bei einem Halbdämon ist das komplett anders. Unser Körper verlangt einen Ausgleich..."

Es wurde still und die einzigen Geräusche, die die jungen Männer hören konnten, waren die Atmung der anderen und die Tiere der Nacht.
Mit nachdenklichem Gesicht nippte Goku an seinem Tee, nur um ihn im nächsten Moment von sich zu schieben, "Igitt! Der schmeckt kalt ja furchtbar!"
"Darf ich?", fragte Ito und nahm dem Braunhaarigen die Tasse aus der Hand.
Er umklammerte sie mit beiden Händen und wenig später dampfte das Getränk.
"WOW!", rief der Goldäugige begeistert und nahm die warme Tasse wieder entgegen, "Wie hast du das gemacht?!"
"Meine Mutter war eine Feuerdämonin...", sagte er kleinlaut, "Ich kann nicht viel mit meinen Kräften anstellen, aber zum Teeaufwärmen reicht es."
"Was ist dein Ausgleich?", erklang Sanzos monotone Stimme.
"Meine Sehkraft", gestand Ito und schaute aus dem Fenster, "Ich war neun als ich bemerkte, dass ich Wasser zum Kochen bringen konnte, wenn ich mich konzentrierte. Ich habe viel herum experimentiert und diese Fähigkeit trainiert. Mit den Jahren wurden meine Kräfte stärker, aber meine Sehkraft nahm stetig ab. Inzwischen kann ich auch kleine Flammen manipulieren, bin dafür allerdings kurzsichtig und sehe ohne Brille alles veschwommen, das sich weiter als einen Meter entfernt befindet."

"Heißt das, dass Gojyo auch bald eine Brille braucht?", verwirrt legte Goku den Kopf schief und versuchte sich seinen Reisegefährten mit Brille vor zu stellen.
Die Vorstellung brachte ihn so sehr zum Lachen, dass er fast vom Stuhl fiel.
Wütend sprang Gojyo auf und dämpfte seine Zigarette etwas zu energisch aus, "Das ist nicht zum Lachen, du Blödaffe!"
"G-Gojyo mi-... mit B-B-B-Brille! GAHAHAHAHAHAA-HAHAHAHAA!", platzte es aus ihm heraus und er hielt sich den Bauch.
Hakkai verbarg ein Lächeln hinter einem gekünstelten Husten und auch Sanzos Mundwinkel wanderten kaum merklich nach oben.
"Ich denke nicht, dass das passieren wird", warf Ito ein und rieb sich den Nacken, "Wenn das so wäre, hätte er bestimmt schon etwas gemerkt."
"Ich sehe wie ein Falke! Schönen Dank auch!", bestätigte Gojyo und setzte sich hin, nach einer weiteren Zigarette greifend.
Nach einer Weile hatten sich alle wieder beruhigt.

Ito stand auf um Wasser für Tee auf zu kochen, während die anderen jungen Männer sich über eine Karte beugten, die Hakkai hervor holte.
"Hey, Ito!"
"Ja?"
"Warum bist du aufgebrochen?"
"Naja... Es gab nichts mehr das mich zurück halten könnte...", unbehaglich stellte Ito sich von einem auf das andere Bein.
Goldene Augen bohrten sich wissbegierig in seinen Hinterkopf, "Wie meinst du das?"
"Goku, ich glaube nicht, dass uns das etwas angeht... Auch wenn ich gestehen muss, dass ich selbst recht neugierig bin", fügte Hakkai verlegen lächelnd hinzu.
"Oje...", geschlagen fuhr der Halbdämon sich durch die Stirnfransen und kam mit seiner eigenen Tasse zum Tisch zurück, "Also gut... Meine Mutter... hat sich einem Wanderzirkus angeschlossen, als sie noch recht jung war. Der Direktor hat sie dazu überredet eine Magie-Kontroll-Vorrichtung zu tragen, damit der Zirkus ungestört von Ort zu Ort kam. Viele der Artisten waren genauso wie sie Dämonen, aber sie nahmen die Vorrichtungen nur für die Vorstellungen und Proben ab. Meine Mum war einige Jahre mit dem Zirkus unterwegs und lernte irgendwann einen jungen Mann kennen. Sie verliebten sich und Mom verließ den Zirkus. Gemeinsam zogen sie in ein kleines Haus und einpaar Jahre später war ich schon da."
"Wusste Ihr Vater, dass Ihre Mutter eine Dämonin war?"
"Nein... Er war nie bei einer ihrer Vorstellungen und seit damals hat Mom die Magie-Kontroll-Vorrichtung nie abgenommen... Ich wusste es selbst nicht bis sie mich dabei erwischt hat, wie ich unabsichtlich eine Pfütze zum Kochen gebracht habe. Mom wurde total hysterisch... Irgendwann hat sie mir erzählt was sie wirklich war - was wir wirklich waren und dann hat sie mich schwören lassen niemandem etwas davon zu erzählen. Es ist zu unserem gemeinsamen Geheimnis geworden."

"Die Jahre vergingen, während ich heimlich trainierte und meine Fähigkeiten vor jedem versteckte. Mom bemerkte wohl, dass meine Sehkraft nachließ, sagte aber nichts dazu, weil es den Menschen um uns herum nicht sonderlich auffiel. Kurz vor meinem sechszehnten Geburtstag gab es ein schreckliches Unwetter. Meine Elten starben in dem Sturm und ich entschied mich nach dem Wiederaufbau des Dorfes die Welt zu sehen. Und seit sechs Jahren stecke ich hier fest."
"Es ist nicht so, dass du nicht gehen könntest...", überlegte Gojyo laut und blies einen Rauchring hoch.
"Stimmt... Mina könnte inzwischen ohne Probleme für die Miete aufkommen und-", seine roten Iren landeten auf der Karte, die seit einer Weile auf dem Tisch lag, "Was ist das?"
"Eine Karte", beantwortete Sanzo diese Frage und richtete seinen Blick misstrauisch auf den Halbdämon.
"Sehr witzig, das sehe ich auch", gab Ito sich patzig und begutachtete die Karte, als wäre es ein Stück benutztes Klopapier, "Wie alt ist das Teil?"
"Da sind wir uns nicht ganz sicher, ahaha!", warf Hakkai ein und sah besorgt zwischen dem Stück Papier und dem Bebrillten hin und her, "Stimmt etwas damit nicht?"
"Das Teil wird euch eher in den Tod als in den Westen bringen", antwortete Ito als wäre das ganz offensichtlich und fuhr eine blaue, geschwungene Linie entlang, "Dieser Fluss existiert nicht mehr - zumindest nicht oberirdisch... genauso wie diese Berge und dieses Waldstück. Stattdessen befindet sich dort ein rießiger Canyon mit einem Felsenlabyrinth. Es gab vor fünf Jahren eine heftige Anhäufung von Erdbeben, die das Land komplett umgekrempelt haben. Hier gibt es seitdem sogar einen aktiven Vulkan, der praktisch jedes halbe Jahr ausbricht. In einpaar Wochen sollte es wieder soweit sein..."
"WAAAAAAS?!", Goku machte tellergroße Augen.
"Das ist doch wohl ein schlechter Scherz!", beklagte Gojyo sich.
"Sie scheinen nur schlechte Nachrichten für uns zu haben...", meinte Hakkai und sah dabei die Karte vorwurfsvoll an, als ob sie an allem Schuld wäre.
"Scheint so... Tut mir leid...", betrübt nippte Ito an seiner Tasse.
"Woher weißt du so viel von der Gegend?", wollte Sanzo wissen.
"Ich plane schon seit einer Weile wieder nach Westen zu gehen... Deshalb habe ich Wanderungen in die Richtung unternommen", gestand Ito und legte den Zeigefinger auf einen Punkt auf der Karte an der eigentlich ein Waldstück eingezeichnet war, "Etwa hier gibt es einen Pass der in den Canyon hinein führt. Es ist ein beschwerlicher Abstieg mit losem Geröll-"
"Haben Sie vielleicht einen Stift? Dann könnten wie die Karte gleich ausbessern", schlug Hakkai lächelnd vor.
"Ehm, ja... Moment", schnell stand Ito auf und krammte in einer Lade herum.

Mit einem dicken Filzstift bewaffnet kam er zurück und begann auf der Karte zu malen, "Also hier ist der Pass... eine schmale Schlucht führt weiter in den Canyon hinein, die sich dann ausbreitet. Die Felswände sind sehr instabil, also solltet ihr es vermeiden zu viel Lärm zu machen. Nach ungefähr zweihundert Metern teilt sich der Canyon in fünf Pfade und wächst sich zu einem gigantischen Labyrinth aus. Ich habe keine Ahnung wie man dort durchkommt... Ich hab es nur dank meiner Markierungen wieder hinausgeschafft."
"Diese neuen Informationen helfen ungemein, aber wie wollen wir weiter? Die sicherste Route wäre, wenn wir rund herum gehen...", nachdenklich fixierte Hakkai die neuen Markierungen.
Nach einem Blick auf die verbesserte Karte, zündete Sanzo sich eine Malboro an und blies den Rauch Richtung Decke, "Wie lange dauert es außen herum zu gehen?"
"Drei bis vier Wochen?", erwiderte Ito unsicher.
"Ist das eine Frage oder eine Antwort?", eine Zornesader erschien auf der Stirn des Mönchs.
"Eine Schätzung... Weil der Boden um den Canyon herum so instabil ist, müsste man einen weiten Bogen drum herum machen... ansonsten würde ein Erdrutsch einen in die Tiefe reißen. Außerdem befindet sich auf dieser Seite hier der Vulkan, den ich vorher erwähnt habe. Er ist von Geisieren umgeben, die unvorhergesehen kochendes Wasser aus dem Boden katapultieren. Die nördliche Route wäre zwar sicherer, aber nimmt auch die meiste Zeit in Anspruch... Der schnellste Weg wäre das Felsenlabyrinth - vorausgesetzt man verläuft sich nicht."
"Wie weit erstreckt sich das Labyrinth?"
"Fast den ganzen Canyon entlang."

"Hakuryuu könnte uns durchführen... Was meinst du, kleiner Freund?", fragend wand Hakkai sich an den weißen Minidrachen, der es sich auf einem Kissen bequem gemacht hatte, welches von Mina vor ihrer Abreise bereitgelegt worden war.
Neugierig beobachtete Ito wie das geflügelte Wesen den Kopf mit seinem langen Hals hob und den Braunhaarigen ansah, als würde es über die ihm gestellte Frage tatsächlich nachdenken. Die roten Knopfaugen wanderten in seine Richtung und schienen ihn nach einer Antwort suchend zu fixieren.
"Die Felswände sind an manchen Stellen bestimmt dreißig bis vierzig Meter hoch und du müsstest dich vor Geröll, Raubvögeln und Giftschlangen in Acht nehmen", begann der Halbdämon ganz automatisch, "Das heißt, dass du nicht zu nah an die Felsen fliegen darfst, aber schnell in Deckung gehen musst, wenn es nötig sein sollte..."
"Kyuu!", machte Hakuryuu und wenn Ito sich nicht komplett täuschte, klang dieser eine Laut recht zuversichtlich.
Diese Vermutung bestätigte sich durch die Reaktion des grünäugigen Mannes, "Danke, Hakuryuu! Es bedeutet uns viel, dass du dieses Risiko eingehen willst."
"Dann ist das geklärt", schaltete Sanzo sich ein, "Wir werden morgen Früh aufbrechen. Wer verschläft wird zurück gelassen!", das waren seine letzten Worte, dann dämpfte er seinen Zigarettenstummel aus und verschwand aus der Küche.
Goku folgte ihm unaufgefordert und heftete sich an seine Fersen.
"Tja", sich streckend stand Gojyo ebenfalls auf, "Dann werd ich mich mal auf die Suche nach einer Kneipe machen. Wir seh´n uns morgen Früh."
"Willst du nicht bleiben, Gojyo?", warf Hakkai ein, "Wir könnten uns mit einem Kartenspiel die Zeit vertreiben."
"Sorry, aber da es hier weder Frauen noch Alkohol gibt, werd ich mein Glück woanders versuchen", winkte der Halbdämon ab und grinste den Verbleibenden entgegen, bevor er losging um sich ein Oberteil zu schnappen.
Daraufhin lachte Hakkai und wünschte ihm viel Erfolg.

Verwundert folgten Itos rote Iren dem anderen Halbdämon bis der im Halbdunkeln des Vorzimmers verschwand, "Er geht wirklich noch aus?"
"So ist er eben", seufzte der Braunhaarige und stand auf um sich Wasser auf zu kochen.
"Sollte er alleine gehen?", fragte der Rothaarige ehrlich besorgt und schaute auf den Inhalt seiner Tasse.
"Er kann gut auf sich selbst aufpassen, machen Sie sich keine Sorgen um Gojyo", entgegnete der Größere und lehnte sich gegen die Arbeitsplatte, während er darauf wartete, dass das Wasser erhitzt wurde, "Deshalb begleite ich ihn nicht. Momentan würde ich lieber in Ruhe lesen und mich entspannen. Sie haben nicht zufällig einpaar Bücher im Haus, die ich mir leihen könnte?"
Die Art wie er diese Frage stellte verriet Ito, dass der Braunhaarige diesbezüglich wenig Hoffnung hegte. Mit einem breiten Grinsen ließ er von seinem Tongefäß ab und stand auf.
"Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich weiter helfen kann", meinte er lässig und deutete dem anderen ihm zu folgen.
Überraschung zeichnete sich auf den Gesichtszügen des Größeren ab - und eine kleine Spur Misstrauen, trotzdem setzte er sich in Bewegung und folgte Ito durch das halbdunkle Vorzimmer zu einer der geschlossenen Türen.
Der Rothaarige drückte die Klinke herunter und schon schwang die Holzbarriere auf. Er betätigte den Lichtschalter im Inneren und sofort erkannte man ein mit Bücherregalen gesäumtes Zimmer.
Kein Stückchen Wand war zu sehen - wenn man von dem Stück absah das wegen eines großen Fensters frei war, und im Zentrum des Raums standen zwei weitere Regale.
Alle bestanden aus dunklem massiven Holz, welche das Gewicht der Bücher problemlos trugen. Die Decke war in einem zarten grün gestrichen, während der Boden mit einem Teppich aus roten und schwarzen Mustern überzogen war.
Vier runde Glaslampen hingen von der Decke, die den Raum optimal beleuchteten.

"Bitteschön!", einladend verbeugte Ito sich.
Voller Wunder wanderten grüne Iren über die Bücherreihen, während dessen Besitzer an dem Halbdämon vorbei in den Raum trat.
"Das ist eine beachtliche Anhäufung von Büchern", staunte Hakkai und wand sich zu Ito, der mit verschränkten Armen am Türrahmen lehnte und wie ein stolzer Vater den Blick erwiderte, "In wessen Zimmer befinden wir uns?"
"In meinem natürlich", verdrehte der Rothaarige die Augen und zog eine Schnute, "Ich würde niemals jemanden in Minas Zimmer lassen. Erstens habe ich Manieren und zweitens würde sie mich dafür um die Ecke bringen - und ich meine nicht auf die schnelle und schmerzfreie Weise."
"Ah", entfuhr es dem Braunhaarigen und er sah sich suchend um, "Ich sehe hier kein Bett. Wo schlafen Sie?"
Zuerst weiteten sich die roten Augen verblüfft, doch dann lachte Ito auf und schritt durch den Raum, links an Hakkai vorbei, an der Wand entlang und um ein Regal herum, "Hier hinten."
An den gedämpften Schritten erkannte der junge Mann mit den roten Augen, dass Hakkai ebenfalls um das Bücherregal herum ging, also machte er Platz damit der neben ihm stehen konnte.
Hier war es etwas düsterer.
Man erkannte denoch, dass die Wand in dem gleichen Farbton wie die Decke gestrichen war. Ein dunkler Hängekasten war an der Mauer links befestigt, der knapp einen Meter über einem gemachten, großen Bett hing. Wenn man geradeaus sah, entdeckte man einen schwarzen, zu gezogenen Vorhang.

"Wieso steht Ihr Bett ausgerechnet hier?"
"Das hat einen praktischen Zweck", erklärte Ito und zeigte auf den schweren Vorhang und dann auf die Regalwände rechts davon, "Ich kann nur in völliger Dunkelheit gut schlafen und damit ich nicht vor jedem Fenster einen schwarzen Vorhang anbringen muss, habe ich die Regale so aufgestellt, dass sie das Licht von meinem Schlafbereich abschirmen. Es ist nur in Vollmondnächten notwendig, aber was solls. Eigentlich wollte ich vorne einen kleinen Tisch und einen Ohrensessel aufstellen, aber ich lese meistens in der Küche - das hat sich irgendwie eingebürgert, also hab ich stattdessen noch zwei Regale besorgt."
"Sie haben sich hier eine kleine Biblothek eingerichtet", sprach Hakkai das Offensichtliche aus und trat wieder nach vorne um sich die Bücher dieses Mal genauer an zu sehen, "Haben Sie all diese Bücher gelesen?"
"Nein, noch lange nicht", gestand Ito, stellte sich neben den Größeren und zeigte auf zwei Bücherreihen, "Diese Bücher hier zum Beispiel hab ich noch nicht durch und die in den Regalen in der Mitte sind praktisch neu. Aber vielleicht komm ich auch gar nicht mehr dazu alle zu lesen..."
Er spürte den Seitenblick, der ihm daraufhin zu geworfen wurde, aber er ignorierte ihn. Statt darauf zu reagieren gähnte und streckte er sich, dann machte er einpaar Schritte Richtung Tür.
Über seine Schulter hinweg deutete er auf die Bücher, "Die Bücher warten darauf von jemanden gelesen zu werden, also nur zu! Ich werde mich um den Tee kümmern."
Er hörte ein "Vielen Dank" hinter sich, bevor er durch den Türrahmen trat und das Zimmer verließ.

In der Küche kümmerte er sich um das Heißgetränk seines Gastes und trank den Rest seines Gebräus aus.
"Goku hat Recht! Der Tee schmeckt kalt einfach scheußlich...", er rüpfte die Nase und machte sich einen neuen Aufguß.
Seufzend fuhr er sich durch die Stirnfransen und öffnete mit einer schnellen Handbewegung seinen Zopf. Gedankenversunken kämmte er mit den Fingern durch seine rote Mähne und zwirbelte dann eine Strähne zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Offen reichten seine Haare bis weit über die Schultern und fielen in leichten Wellen seinen Rücken herab. Sie glänzten im Licht der Deckenbeleuchtung wie ein Wasserfall aus funkelnden Rubinen. Über sich selbst den Kopf schüttelnd ließ er die Strähne durch seine Finger gleiten und füllte heißes Wasser in sein Häferl. Konzentriert beobachtete er den aufsteigenden Dampf und wie die klare Flüssigkeit sich färbte, sobald der Teebeutel darin eintauchte. Den Teekocher absteckend, griff er nach den Henkeln und drehte sich mitsamt der Gefäße um.

"Das sind wirklich interessante Bücher, die Sie in Ihrer Sammlung haben."
Sofort hielt er in der Bewegung inne und fixierte grüne Augen, die ihm unter dunkelbraunen Haaren entgegen sahen. Der größere Mann hielt zwei Bücher im Arm, eines war recht dick mit einem braunen Ledereinband, das andere war in dunkelgrünen Stoff gehüllt.
Ito wusste sofort um welche Bücher es sich dabei handelte, hatte er sie selbst doch tausende Male zur Hand genommen. In dem kleineren waren Geschichten und Legenden über Dämonen niedergeschrieben. Das größere beinhaltete Kräuter und deren Verwendung, wie sie aussahen und wie man sie zubereiten musste um die gewünschte Wirkung zu erzielen.
"Die waren ein Geschenk meiner Mutter... Sie meinte immer, dass es wichtig sei sich mit den Geschenken der Natur und der Geschichte der Dämonen aus zu kennen. Es sind die einzigen Bücher, die ich mitgenommen habe...", erzählte er und schritt mit den Tassen zum Küchentisch.
"Diese Bücher scheinen Ihnen sehr wichtig zu sein... Darf ich sie wirklich lesen?"
"Natürlich!", mit einem Lächeln setzte der Rothaarige sich, nahm die Brille ab und legte seine Hände um das warme Keramik, "Es ist schön zu sehen, dass sich jemand für sie interessiert."
Gähnend hob er den Teebeutel aus der Tasse und beförderte ihn in den Mistkübel. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren gesellte Hakkai sich auf den Platz ihm gegenüber und schlug das grüne Buch auf.

Gemeinsam saßen sie eine Weile in Ruhe in der Küche und tranken ihren Tee. Abwesend spielte Ito mit einer Haarsträhne und beobachtete die Lichtreflektionen, dabei bemerkte er irgendwann aus dem Augenwinkel, die grünen Augen, die ihm zu sahen.
"Was?", automatisch ließ er von der Strähne ab, die er gerade um seinen Finger gewickelt hatte und umklammerte die warme Tasse.
Verlegen lächelte der Braunhaarige und schüttelte seinen Kopf.
"Verzeihen Sie mir bitte mein Starren, aber ich kam nicht umhin zu bemerken, dass Ihre Haare erstaunlich lang sind. Gibt es einen bestimmten Grund warum Sie sie nicht kurz tragen?"
"Ich-... Eigentlich nicht", unsicher kämmte er mit den Fingern durch seine Mähne und sah zu wie sie durch die Strähnen glitten, "Ich habe sie schon immer lang getragen... Sie jetzt ab zu schneiden wäre bestimmt seltsam."
Es herrschte wieder Stille, dann streckte der Braunhaarige unerwartet eine Hand aus.
"Darf ich?"
Gebannt starrte Ito auf die in der Luft schwebende Hand und nickte schließlich.
Er konzentrierte sich auf die langgliedrigen Finger, die näher kamen und in seinen roten Haaren verschwanden. Danach schaute er auf und begutachtete das faszinierte Gesicht, als die schlanken Gliedmaßen durch die Strähnen strichen - ganz bis zu den Spitzen und dann tauchten sie in der Nähe von Itos rechten Ohr erneut durch das glänzende Rot.
Der Halbdämon war etwas zusammengezuckt, aber der junge Mann mit den braunen Haaren ließ sich davon nicht beirren.
"Ihre Haare sind wirklich so geschmeidig, wie sie aussehen", überlegte er laut und behielt die Spitzen zwischen seinen Fingern.
Er drehte sie ein wenig und besah sich die Lichtreflektionen genauer. "...und sie glänzen wie Rubine."
Ein seltsamer Ausdruck erschien in den grünen Augen, welchen der Rothaarige nicht zu zuordnen wusste. Um nicht zu lange darüber nach zu denken, nahm er einen letzten Schluck von seinem Tee und grinste dem Mann ihm gegenüber schief zu, als er aufstand und die Strähne aus dem vorsichtigen Griff glitt.
"Ich werde jetzt duschen gehen und mich danach hinlegen", beantwortete er den erstaunten Blick und band seine Haare in den losen Dut, welchen er den ganzen Tag über getragen hatte. Die Brille am Tisch liegen lassend trug er sein leeres Häferl zur Spüle und drehte sich erst wieder im Türrahmen zu seinem Gast um, "Die Bücher stehen weiterhin zur freien Verfügung."
"Danke", antwortete der Braunhaarige und nippte an seinem Gebräu.
Seltsam nervös ging Ito durch das Vorzimmer und in sein Zimmer um seinen Pyjama zu holen. Das Licht war eingeschalten, aber sobald er den Raum verließ, betätigte er den Lichtschalter und schloss die Tür.
Er warf einen Blick Richtung Küche, ehe er sich der Badezimmertür näherte und ins Bad trat um sich eine heiße Dusche zu genehmigen.

Als er zehn Minuten später in grünen Shorts und weißem Tanktop aus dem dampfenden Badezimmer trat, war die Tür zu seinem Zimmer offen und das Licht brannte. Neugierig schritt er auf den Türrahmen zu und entdeckte sofort den Größeren vor einem der Regale stehen.
Er bewegte sich nicht vom Fleck, während Hakkai von einem Buchrücken zum nächsten sah und einzelne Exemplare herauszog. Dabei fiel ihm auf, dass der Braunhaarige bereits drei Bücher im Arm hielt und trotzdem weiter suchte.
Seine Neugierde nicht weiter im Zaum halten könnend räusperte er sich um den anderen auf sich aufmerksam zu machen. Ein Ruck ging durch den jungen Mann, bevor er über seine Schulter sah.
"Ah, ich habe Sie nicht gehört. Ich hoffe dass es in Ordnung ist, wenn ich mir für heute Nacht noch einpaar Bücher ausleihe?"
"Ich sagte bereits, dass die Bücher zur freien Verfügung stehen, aber... ist es nicht Zeit langsam ans Schlafengehen zu denken?", stellte Ito eine Gegenfrage und betrachtete den vor ihm Stehenden eingehend.
Der schien die Antwort darauf nicht geben zu wollen und wich seinem Blick aus.
"Ich würde es vorziehen heute Nacht wach zu bleiben..."
Diese Erwiderung bescherte ihm zwei hochgezogene, rote Augenbrauen.
"Es hat begonnen zu regnen", sprach er weiter und erst da hörte Ito die herabprasselnden Regentropfen.
"...darf ich nach dem Grund fragen?", vorsichtig näherte er sich dem bewegungslosen Größeren. Es folgte keine Antwort, aber ein schmerzverzerrter Ausdruck legte sich in die grünen Iren, bevor das Gesicht abgewand wurde.
Trost spendend legte Ito eine Hand auf den angespannten Arm, der die Bücher umklammert hielt.
Die nächsten Worte sprudelten einfach aus ihm heraus, "Falls ich irgendwie helfen kann... Ich bin hier."
Er wusste selbst nicht, wie er das meinte, aber es schien die Pein etwas zu lindern.
"Ich danke Ihnen", hauchte Hakkai und verließ mit den Büchern im Arm den Raum. Der Rothaarige sah ihm lange nach, bis er schließlich das Licht löschte, die Tür zu lehnte und sich im Dunkeln auf sein Bett zu bewegte. Er krabbelte über die Matratze und kuschelte sich unter seine Decke.

Es verging einige Zeit, während er mit geschlossenen Augen dem Regen lauschte, der gegen das Fenster fiel.
Er döste gerade vor sich hin, als er die Türschaniere leise quietschen hörte. Aus dem Halbschlaf aufwachend, hörte er einerseits den Regen, der weiterhin vom Himmel segelte und andererseits Schritte, die über den Teppich wanderten. Als er den Kopf von seinem Kissen hob, erkannte er eine Gestalt am Fußende, die unbewegt dort verweilte.
"Ich wollte Sie nicht wecken...", hörte er die leise Stimme des Braunhaarigen.
"Ich habe nicht wirklich geschlafen", gestand er und rutschte auf eine Seite des Bettes.
Dieser Einladung folgend kniete der größere Mann sich auf die Matratze und kroch vorsichtig über die Polsterung. Der Halbdämon zog die Decke hoch, damit der andere darunter schlüpfen konnte und dann legten sie sich gemeinsam hin.
"Es ist wirklich dunkel", stellte Hakkai fest und drehte sich auf die Seite um den Halbdämon ansehen zu können.
"Soll ich den Vorhang auf ziehen?", wollte der Rothaarige leise wissen.
"Nein... es ist gut so", hauchte der Braunhaarige zurück.
Eine seiner Hände fand wie selbstverständlich zu Itos Gesicht, wo sie eine Haarsträhne beiseite schob.
"Ist das wirklich in Ordung für Sie?"
"Ja", kaum war die Silbe über die Lippen des Halbdämons gekommen, zogen ihn zwei Arme an einen warmen Körper.
Sofort kuschelte er sich an die sich regelmäßig hebend und senkende Brust, einen Arm legte er um die schmale Taille, die andere klemmte er unter sein Kissen und schloss seine Lider.
"Darf ich Sie um etwas bitten?", unterbrach ein Flüstern das Trommeln des Regens.
"Natürlich...", kam die gemurmelte Antwort.
"Sagen Sie meinen Namen."
Überrascht hob der Kleinere seinen Kopf und schaute nachdenklich in die grünen Augen, welche im Dunkel der Nacht vollkommen schwarz wirkten, "Wa-?"
"Bitte...", wurde seine Frage mit solch einem Flehen unterbrochen, dass er etwas Zeit brauchte um seine Stimme wieder zu finden.
"H-Hakkai?"
Bevor er sich wundern konnte, ob er den Namen richtig ausgesprochen hatte, hörte er, "Noch ein Mal..."
"Hakkai", widerholte er sicherer, aber trotzdem leise.
"Noch 'mal", wurde wieder verlangt.
"Hakkai..."
"Ito."
Ein Schauer lief ihm über den Rücken, als sein Name über die Lippen des Größeren kam.
"Hakkai", hauchte er nochmals und bemerkte die Heiserkeit in seiner Stimme.
Als sein Name das nächste Mal ausgesprochen wurde, sanken seine Iren automatisch zu den Lippen des Braunhaarigen.
"Ito... Ich würde Sie gerne küssen."
"I-ich...", sein Mund fühlte sich plötzlich staubtrocken an und sein Herz begann sofort heftiger zu schlagen, er war sich ziemlich sicher, dass der andere es hören konnte.
Nervös leckte er sich über die Lippen und bemerkte wie nah sie sich waren.
Der minzige Atem der über sein Gesicht streifte. Die Hand an seiner Wange, wo der Daumen Kreise unter seinem Auge zog. Die zweite Hand, die ruhig an seiner Hüfte lag. Die Beine, die mit seinen verschlungen waren. Der Duft nach Kräutern stieg ihm in die Nase und er musste sich zusammen reißen sich nicht vor zu beugen und sie an die Halsbeuge des anderen zu legen. Eine Gänsehaut bildete sich auf seiner Haut und er spürte, wie sein Blut einen südlicheren Kurs einzuschlagen begann.
"Darf ich?", fragte der Größere sanft.
Der Halbdämon brachte ein Nicken gerade so zustande, er vertraute seiner Stimme in diesem Moment kein bisschen. Seine Hand auf die Brust des anderen legend, wurde ihm bewusst, dass sein Herz nicht das einzige war das wie wild schlug.
"H-Hakkai...", kam es ein letztes Mal über seine Lippen, dann wurden sie mit einem Kuss versiegelt.
Bei der Berührung setzte sein Herz momentan aus und seine Hand verkrampfte sich in dem Oberteil des anderen. Als es seinen Rhythmus wieder aufnahm, glaubte Ito, dass es noch schneller schlug als zuvor. Das Prasseln des Regens wurde vom Rauschen seines Blutes übertönt, sobald Fingerkuppen durch seine Haare strichen und das Haargummi lösten, welches er nach dem Duschen nicht herausgenommen hatte. Nach einer Weile verschwand der Druck von seinen Lippen und ließ ihn seltsam atemlos zurück. Die Matratze knarrte und plötzlich spürte er sie unter seinem Rücken. Es dauerte bis er realisierte, dass jemand über ihm kniete.
"Ito", nie hatte jemand seinen Namen schöner ausgesprochen, da war er sich absolut sicher, "Bitte halten Sie mich auf..."
"Das kann ich nicht...", antwortete er wahrheitsgemäß und hob seinen Arm um seine Finger in den kurzen Haaren zu vergraben.
Während eine Hand durch die braunen Zotteln strichen, wanderte seine andere unter den Stoff des Oberteils.
Ein ergebenes Seufzen entwich Hakkai, als er sich herunter beugte und seinen Mund erneut auf den von Ito legte. Seine feingliedrigen Finger verschwanden forschend unter dem weißen Tanktop und jagten einen Schauer durch den Halbdämon. Wohlig seufzend ließ auch er seine Hand über den Bauch des über ihm Kniehenden wandern und berührte bald vernarbtes Hautgewebe.
"Nicht...!", hörte er leise Panik in der Stimme des Mannes über sich, der sofort sein Handgelenk umklammerte.
Erstaunt schauten rote Augen in flehende grüne. Sein Herz wählte diesen Moment um seinen normalen Rhythmus zu finden und der Regen drang wieder an seine Ohren.
"Hat das etwas mit dem Regen zu tun?", murmelte er und sah seine Frage in der Art bestätigt, wie der andere sein Handgelenk drückte und seinem Blick auswich.
Kurzentschlossen rollte er sich mit dem anderen herum, sodass er zwischen den Beinen des anderen kniete.
Der Griff um sein Handgelenk verschwand augenblicklich. Er ignorierte das erschrockene Aufkeuchen und die weit aufgerissenen Augen, als er sich herunter beugte und die leicht geöffneten Lippen in Besitz nahm. Dabei fielen seine roten Haare wie ein seidener Vorhang  um ihre Häupter. Er ließ seine Zunge in die Mundhöhle des Braunhaarigen eindringen, während er die schmalen Handgelenke umfasste und über dessen Kopf hielt.
Hakkai wehrte sich kein bisschen, stattdessen reckte er sich dem Halbdämon entgegen und empfing ihn mit einem erregten Stöhnen. Sie begannen einander zu schmecken, den Tee, den jeder von ihnen getrunken hatte, die Zahnpasta, die sie benutzt hatten und den Geschmack des jeweils anderen.

Schwer atmend trennten sie sich irgendwann voneinander und Ito begann Küsse auf der erhitzen Haut zu verteilen. Zuerst küsste er die linke Wange, dann wanderte er den Kiefer entlang zum Kinn und zum Hals. Seufzend legte Hakkai seinen Kopf auf die Seite um Ito den Zugang zu seinem Nacken zu ermöglichen. Seine Haare über die Schulter werfend folgte er der Einladung und küsste sich seinen Weg Richtung Ohrmuschel, wo er vorsichtig an dem Ohrläppchen knabberte, während er sein Becken gegen das des Untenliegenden drückte.
Ein kehliges Stöhnen erklang daraufhin.
Seine freie Hand wanderte inzwischen unbemerkt zum Saum von Hakkais Oberteil. Um den Untenliegenden weiter von seinem eigentlichen Vorhaben ab zu lenken, saugte er an der Stelle hinter dessen Ohr. Die Laute die der andere von sich gab, legten sich wie Balsam auf seine Seele und spornten ihn an. Gierig leckte er sich einen Pfad den Hals entlang und platzierte seine Lippen an der Stelle über der Halsschlagader, dann biss er vorsichtig zu.
"I-Ito..."
Er liebte es wie der andere seinen Namen aussprach und wollte es immer und immer wieder hören. Der Halbdämon setzte seine Liebkosungen mit dem Mund fort und ließ gleichzeitig seine Hand hoch über die Seiten des Mannes unter sich gleiten. Er fuhr mit seinen Fingern jede Rippe auf der rechten Seite entlang und genoß jeden Laut den er Hakkai entlockte. Mit jedem Zentimeter die seine Hand auf der ersehnten Haut zurücklegte, schob er automatisch das Oberteil des anderen ein Stückchen höher.
Seine Konzentration nahm einen Moment ab, als der Braunhaarige sein Becken anhob und sich an ihm rieb. Aufstöhnend wurde er sich seines kleinen 'Problems' bewusst. Seine Stirn an die Halsbeuge des Grünäugigen legend, versuchte er wieder zu Atem zu kommen. Dieses Vorhaben scheiterte kläglich, als der sich wieder und wieder an ihm rieb und seine Beine um Ito's Hüften schlang um ihn näher an sich heran zu ziehen. Sie atmeten beide stoßweise und ihre Herzen rasten im Einklang.
Hakkais Hände hatten sich vor Anstrengung zu Fäusten geballt, aber er riss sich nicht aus dem Griff um seine Handgelenke los - auch wenn er nichts mehr wollte, als den Halbdämon zu berühren. Ito begann wieder Küsse auf der hellen Haut zu verteilen, hier und da biss er schon mal zu oder knabberte an einer Stelle, die besonders anfällig für seine Liebkosungen war. Seine Finger erreichten eine Brustwarze, welche aufgerichtet war. Vorsichtig strich er darüber und spürte, wie dem anderen der Atem für einen Moment weg blieb. Ein triumpfierendes Lächeln erschien auf seinen Zügen. Er entfernte seine Lippen von dem delikaten Hals und legte sie stattdessen an einen geöffneten Mund, der ihn herzlich in Empfang nahm.
Doch er verweilte nicht lange dort.
Nach einpaar Sekunden entzog er sich dem andern wieder, der frustriert knurrte. Dieser Laut jagte eine Gänsehaut über seinen Rücken.
Bestimmt schob er das Nachthemd über die bebende Brust und beugte sich darüber.
"Ito! W-warten Sie! Ah~!"
Zufrieden grinsend leckte er nochmals über die Brustwarze und ließ seine Finger mit der zweiten spielen. Als der Braunhaarige sich ihm dieses Mal entgegen streckte, war er vorbereitet. Er spürte die Beinmuskulatur, welche sich anspannte, und bewegte sich ebenfalls. Sie keuchten beide auf. Ito kam nicht drum herum zu denken, wie sexy der andere klang und wie gut er sich anfühlte. Mit seiner Zunge fuhr er Kreise um das erregte Fleisch und legte seinen Mund um die zarte Knospe. Das Gefühl der sich hektisch bewegenden Brust geniesend. Inzwischen hauchte Hakkai seinen Namen immer und immer wieder, und er bekam einfach nicht genug davon es zu hören. Gierig saugte er an der verführerischen Brustwarze, spürte den flatternden Herzschlag auf seiner Zunge, an seinen Lippen und biss sanft zu.
"Ah, Ito! I-Ito, bitte..."
Neugierig sah er durch seine Strähnen hoch und begegnete dem flehenden Blick mit einem anzüglichen Grinsen. Der Untenliegende warf gefrustet seine Kopf zurück und seufzte ergebens. Ein weiteres Mal leckte er über die verlockende Erhebung und pflanzte dann kleine Küsse in einem geschwungenen Pfad auf die delikate Haut.
Er wanderte tiefer und erreichte schließlich sein Ziel.
Einen Blick hoch riskierend, stellte er sicher, dass er den Größeren soweit abgelenkt hatte, dass der seinem Plan nicht gleich auf die Schliche kam. Danach richtete er seine roten Iren auf die Narbe vor sich und setzte einen kleinen Kuss darauf. Der Körper unter ihm versteifte sich sofort, trotzdem küsste er das vernarbte Gewebe noch einpaar Mal, ehe er hochsah und dem panischen Blick mit Wärme und Zuneigung begegnete.
"Wie fühlt es sich an, wenn ich sie berühre", fragte er leise und küsste die Narbe erneut, "Beschreib es für mich..."
"E-es kribbelt...", beschrieb der braunhaarige Mann langsam und stockend, die grünen Augen fixierten jede seiner Bewegungen, "w-wie Insektenflügel o-oder -beine, die über die Haut streichen..."
Ein seltsamer Klang mischte sich in die raue Stimme und da wusste Ito, dass er zu weit gegangen war.
"Verdammt!"
Er löste sofort seinen Griff um die Handgelenke des anderen und kletterte von ihm herunter.
Unsicher was genau geschehen war, blieb Hakkai schweratmend auf seinem Rücken liegen, seine Hände waren sofort bei dem Saum seines Nachthemds und zogen den Stoff wieder über seinen Bauch. Seine Hände zitterten leicht, aber er wusste nicht genau warum. Das einzige was ihm bewusst war, war das er die Berührungen des anderen vermisste. Schluckend sah er zu Ito, der mit dem Rücken zu ihm da saß und in die Dunkelheit starrte. Er blickte auf die bebenden Schultern und spürte, wie sein Herz sich zusammen zog.
"Ito...", begann er, aber wie es danach weitergehen sollte, war unklar.
Anstelle weitere Worte zu verschwenden, setzte er sich ebenfalls auf, dicht an den Rothaarigen, und legte seine Handfläche an dessen Wirbelsäule. Wie von selbst lehnte der sich gegen seinen Oberkörper. Ermutigt von dieser Reaktion fuhren seine Finger den Rücken hoch und vergruben sich in den weichen, langen Haaren.
"Was tun wir hier?", murmelte Ito und wand sein Gesicht dem Braunhaarigen zu.
"Da bin ich mir nicht sicher...", hauchte der Grünäugige und vergrub seine Nase im Nacken des anderen, seinen Duft einatmend.
Ein Schauer zog sich durch Itos Glieder, als heißer Atem über seine Haut strich und Lippen seinen Hals in Beschlag nahmen.
"Wir sollten das nicht tun..."
Federleichte Küsse wanderten über seine Haut.
"Wir müssen aufhören..."
Hände wanderten unter sein Tanktop.
"Wir sind vollkommen Fremde..."
Seine Finger verkramften sich im Hosenbein des anderen, als der mit den Fingerspitzen über eine Brustwarze strich.
"Ich wollte euch rauswerfen..."
Eine heiße Zunge leckte sich ihren Weg zu seinem Ohr.
"Warum... Warum tun wir das?"
"Da bin ich mir nicht sicher...", wiederholte Hakkai seine Worte und knabberte an dem gepiercten Ohrläppchen, während seine Hände über die zarte Haut am Bauch, an den Seiten und der Brust entlang streiften. Unter seinen Fingerkuppen spürte er das rasche Senken und Heben der Atemzüge und den Herzschlag, der kräftig schlug.
"Ha-Hakkai...", schuldbewusst sah der Halbdämon über seine Schulter, "Ich-"
"Ich verstehe..."
Fluchend riss Ito sich von den forschenden Händen los, nur um im nächsten Moment auf dem Schoss des anderen Platz zu nehmen und seine Lippen fordernd auf deren Gegenstück zu pressen.
Überrumpelt legte der Größere seine Handflächen auf die schmalen Hüften und erwiderte den Kuss leidenschaftlich. Sie neckten einander mit leichten Bissen und ließen ihre Zungen einen aussichtslosen Kampf bestreiten, bevor sie sich wenige Millimeter voneinander trennten. Sie blickten sich in die Augen und spürten den Atem auf ihren Gesichtern. Sich vorbeugend legte Ito seine Stirn an Hakkais.
"Bitte, bitte, bitte... Bitte weck mich morgen Früh nicht auf..."
Er spürte ein deutliches Nicken, dann legten sie sich hin, kuschelten sich aneinander und schliefen eng umschlungen ein.


Am nächsten Morgen wachte Ito alleine auf.
Er starrte an die Decke und überlegte was er tun sollte. Seine Hand wanderte über die Matratze, aber sie war kalt und das vielleicht seit mehreren Stunden. Ein schmerzhafter Druck bildete sich in seiner Brust und ein Kloss in seinem Hals erschwerte ihm das Atmen. Seine Augen begannen zu brennen. Er rollte sich zusammen und zog die Decke über sich.
Dort verbarg er sich für eine Weile.

Als er hervor kroch, waren seine Augen geschwollen, sein Gesicht gerötet und seine Haare zerzaust. Über sich selbst lachend wischte er sich über die Wangen und kämmte sich mit den Fingern durch die Haare.
Erschöpft krabbelte er aus dem Bett und verließ sein Zimmer. Im Vorzimmer hielt er inne und sah zur Tür des Gästezimmers. Er ging darauf zu und öffnete den Eingang.
Drinnen war alles aufgeräumt. Die Betten waren gemacht, die Futons zusammen gelegt und die Fenster strahlten, wie lange nicht mehr. Verwundert verließ er den Raum, schritt durch das Vorzimmer und betrat die Küche. Das Geschirr war gespült, die Bücher lagen ordentlich auf einem Stapel und eine Tasse Tee stand daneben.
Als er näher trat entdeckte er einen kleinen zusammengefalteten Zettel auf den Büchern liegen. Mit zitternden Fingern griff er danach und öffnete ihn.
Während er die Zeilen laß, verschleierten Tränen seine Sicht.

Salzige Tropfen fielen als stumme Zeugen auf das Papier.

_____


Naja... ich bin recht stolz drauf... ist das schlimm?

See ya!
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