Flying Doctors- A Thousand Miles Back

GeschichteDrama / P16
02.10.2014
29.12.2014
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02.10.2014 2.122
 
Hallo!

Keine Vielen Worte, will ich machen, daher:

Viel Spaß + Gruß

eure Dani

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A Thousand Miles back

 
 
3. Die Arbeit ruft!
 
 
Sie lag im Bett und schlief, es war das erste mal seit zwei Wochen, das sie ruhig neben ihm im Bett lag und schlief. Das erste mal, seit diesem grausamen Morgen. Sie hatten beide keine Ahnung gehabt, es auch nicht darauf angelegt gehabt und doch... zu wissen, das sie schwanger gewesen war und es verloren hatte, das schmerzte sie beide zu tiefst. Nach einer Woche, hatte er es nicht mehr mit ansehen gekonnt und war in Rücksprache mit seiner Therapeutin mit Dareah in den Urlaub gefahren. Sie hatten Adelaide hinter sich gelassen und er war bewusst mit ihr an einen Ort gefahren, der ihnen beiden fremd war. Vom Fenster her, sah er sich nach ihr um und schob leise die Tür auf, trat auf den Balkon.
Die frische, klare Seeluft wehte zu ihm herüber und obgleich die kühle Priese gut tat, war es nicht das richtige. Ihm war die letzte Woche zunehmend klarer geworden was es war, das nicht stimmte. Sie hatten sich zusammen in Highbury, Adelaide ein Heim gebaut, doch dort war er nicht zu Hause. Er vermisste die Weite und die Freiheit, die trockene Luft, den allgegenwärtigen Sand, die Sonne. Er vermisste das Outback, sein zu Hause. Ihr zu Hause.
 
„David?“
 
Er hörte Schritte, dann den raschelnden Stoff der Gardine. „Ah, hier. Da.... mein Gott! DAVID! Du... dein Rollstuhl!“ Sie schlug sich die Hand vor den Mund und erst jetzt wurde mir klar, was an meiner Sicht nicht stimmte. Ich war zu hoch, ich war auf ihrer Augenhöhe. Ich stand. Ich stand völlig alleine und frei. Ich hatte es nicht mal bemerkt. Rasch packte ich nach dem Geländer. Sie sprang vor und packte mich an der Hüfte. „David, seit wann....“
„Ich... ich übe es eine Weile, aber... es... es ist mir nicht... aufgefallen.“, brachte er hervor und ließ seinen Blick von ihr in das Ferienzimmer gleiten. Sie nickte und schob einen Arm in seinen Rücken, unter seinen Arm durch und griff mit der Hand sein gegenüberliegendes Handgelenk. Ihre freie Hand drückte sie gegen seinen Bauch. „Ganz ruhig, ganz langsam, okay?“
Er nickte.
„Schade, das wir... morgen zurück müssen.“
Drinnen in der Tür blieb er stehen. „Müssen wir aber nicht. Um ehrlich zu sein, ich... ich würde mit dir gerne Zwischenstopp in Broken Hill machen.“
„Broken Hill?“, fragte sie verwundert. Er nickte. „Die suchen einen Arzt, der vor allem die Schüler unterrichtet und für den Flying Service. Und ich... vermisse das Buschland. Du nicht? Nach all der Zeit?“
„Ein... wenig.“
„Dann komm mit.“
Sie nickte zögernd, dann aber drückte sie gegen seinen Rücken. „Los, komm, weiter. Ehe du dich nicht mehr halten kannst, du zitterst.“ Er nickte stumm, denn sie hatte Recht, es kostete ihn inzwischen Mühe überhaupt noch zu stehen, ohne sie säße er längst am Boden. Als er sie im gehen von der Seite ansah, da wusste er, das es ihnen beiden klar war.
 

xXx

 

„Denkst du wirklich, das du bereit dazu bist? Unterricht? Patientenarbeit? Schichtdienst?“
„Ich denke, das ich unmöglich noch länger nichts tuen kann und daher... ja.“
Sie nickte und schaute zweifelnd hinüber zum landenden Flugzeug. Er grinste und schüttelte den Kopf. „Und daran... denkst du erst jetzt? Wo wir gleich einsteigen werden?“
„Nein, die ganze Zeit und... ich habe Angst um dich, ich will nicht das du....“
„Mir geht es wunderbar, wirklich, du hast gehört was Dr. Holden gesagt hat keine schweren Lasten, aber dem normalen Leben steht nichts mehr im Weg.“
„Ja, nur warst du im Normalen Leben ein fliegender Arzt und ich wette die Patienten waren nicht immer auf ihren Füßen?“
„Dany, ich arbeite vorerst nur beratend und als Diagnostiker. Also keine Hausbesuche und Krankentransporte. Versprochen. Ich pass auf mich auf.“ Er zog sie in seine Arme und küsste sie. Sie lächelte und nickte, ehe sie ihn packte und in den Rollstuhl drückte. „Keine langen Ausflüge, wie gesagt, also rein mit dir!“
„Das sind vielleicht fünfzig Meter und dann...“
„Ja und bei Ankunft vielleicht hundert, bis zum Taxi vielleicht....“
„Ja, ja schon gut.“, gab er mit einem grinsen nach. Er wollte wegen so etwas nicht streiten und ohnehin glaubte er, das sie ihn auch ein wenig neckte. Dennoch setzte er sich nun. Im Grunde hatte sie auch Recht, dieses nur, hatte er den Tag schon genug ausgereizt, am Abend würde ihm der Rücken sicherlich wieder weh tuen. Er wurde zu ungeduldig und er wusste es. Vermutlich war es gut, das wenigstens einer von ihnen da hart blieb.
 

xxXxx

 

Sie schaute sich unter den Kollegen, wie Schwestern um und schüttelte schließlich den Kopf. „Euer ernst? Niemand von euch ist bereit zu einer Sprechstunde zu fliegen? Leute! Das ist einmal!“
„Na, mach du es doch!“ Schnauzte eine der jüngeren Schwestern zurück und verschränkte die Arme. „Jetzt mal ernsthaft, es sind eure Patienten!“
„Wenn sie hier her kommen, oder zur Lakestation kommen, alles außerhalb der Stadt gehört den Ärzten.“
„Und was ist mit den Patienten? Viele können nicht alleine so weit....“
„Hör mal, du bist neu hier und du weißt es nicht besser, aber das dort draußen, das kannst du nicht mit hier vergleichen und....“
„Ich würde ja, nur kenne ich eure Patienten nicht und habe noch nie....“
 
„Was ist hier los?“
Dave!“
 
Er wusste sofort das etwas nicht stimmte, argwöhnisch schaute er von den Schwestern und Dany zu seinem Kollegen hinüber, der sich köstlich zu amüsieren schien. Doch sagte ihm dessen Grinsen auch, das er sich keineswegs einmischen wollte, im Gegenteil, er bedeutete ihm mit hinaus zu gehen. Doch David schüttelte den Kopf. Lang eingesessene Kollegen wie dieser Watson schienen ihn nicht für voll nehmen zu wollen, doch es war ihm gleich. „Dany? Worum geht es hier?“
„Dr. Palmer muss auf Visite, es wurde kein Ersatz für Dr. Plummer und Schwester Kelly gefunden, aber keiner der Herrschaften hier hält es für notwendig mit zufahren, weil es drei Tage sind und kein Flugzeug zur Verfügung steht.“, sie schüttelte mit sichtlicher Empörung den Kopf, „wenn ich hier was zu sagen hätte, dann....“
„Zum Glück haben Sie das nicht, junge Dame und die romantischen, verklärten Geschichten, die Ihnen der junge Herr Doktor womöglich erzählt hat, sind sicherlich keines wegs....“
 
„Romantisch verklärt?!“
Er wusste auch ohne Dany anzusehen, das Oberschwester Hill damit einen Nerv getroffen hatte. Er hatte seiner Freundin einiges aus der Zeit erzählt, doch definitiv keine rührseligen Geschichte. Es war ihm wichtig gewesen, das sie verstand und wusste, was sein Ziel war, das sie nur mitkam, wenn sie wirklich wollte. Und genau dieses Leben rief Dany jetzt Hill sauer entgegen. „Ach! Sie finden es also romantisch, wenn der Arzt, welcher zufällig gerade auch das Flugzeug neben Ihnen fliegt aufgrund eines allergischen Schocks, nicht mehr atmen kann, Sie ihm die Luftröhre aufschneiden müssen und anschließend als Laie landen dürfen?! Sie finden es also romantisch, aus fast zehn Metern Höhe aus der Felswand zu fallen, bei einer Rettungsmaßnahme und selbst beinahe tödlich verletzt zu werden?! Romantisch, wenn sie alleine mit einer Schwester im Dschungel sind und sich selbst operieren müssen, aber es nicht schaffen und die Schwester es beenden muss?! Romantisch, wenn....“
„Hey, Dany.... Dany, ich denke, sie hat es verstanden.“
Sie zuckte zusammen und schaute ihn an, ganz langsam nickte sie, schaute zu Boden.
 
„Nette Märchenstunde Doktor, aber ich bleibe dabei, hier muss niemand....“
 
Er seufzte und schüttelte den Kopf. „Dany? Würdest du mich begleiten?“
„Was?!“
Sie starrte mich mit einigem Entsetzen an. Ich aber blickte sie beruhigend an und nickte entschlossen. „Eine einzige Sprechstunde, wir haben dort alle Zeit der Welt und du kannst mir alles abnehmen, was zu schwer wäre. Also?“
„Ich komme mit, wenn du glaubst du schaffst das.“
„Das ist doch.... eine Neue, die das Outback nicht kennt und... Sie!? Ein Arzt im Rollstuhl, der seinem alten Leben nachtrauert und....“
 
„Jetzt reicht es aber, sie halten den Mund Hill!“
In der Tür stand der Chefarzt Dr. Galand. Er schaute wütend auf die Schwester und trat auf sie zu. „Ich habe mir das jetzt lange genug angesehen, aber dass sie nun auch noch die Neuen beeinflussen wollen, nicht ins Outback zu gehen und über einen der besten Ärzte, die wir beim Service je hatten, herfallen, das schlägt alles. Raus hier! Ich entbinde Sie hiermit ihrer Arbeit. Sally, Gratulation zur Beförderung! Jetzt alles an die Arbeit und Sie beide, Dr. Radcliffe, Dareah, sind Sei beide sich sicher, dass sie das tuen wollen?“
„Ja sind wir.“, erwiderte Dany. „Und Dr. Palmer ist gern gesehen.“
„Dann fahren Sie beide Heim und packen was sie brauchen, wir sehen uns am Freitag.“

xXx


Wenig später betrat er das Schlafzimmer, sie stand vor dem Fenster und schaute hinaus. Er fand das sie nachdenklich wirkte und so wartete er kurz. Als sie sich jedoch nicht rührte, sprach er sie schließlich an. „Dany, alles klar?“
Sie zuckte zusammen und drehte sich zu ihm herum, ganz langsam schaute sie ihn an, sie wirkte nachdenklich. „Ist was?“
Sie schüttelte den Kopf und kam langsam näher, musterte ihn dabei von unten bis oben, ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. Er grinste, denn er ahnte was es jetzt gerade war, die Tatsache das er stand und wie selbstverständlich die Reisetaschen dabei hatte. Er ließ die Taschen fallen und ging zu ihr, rieb ihr über den Oberarm. „Na, noch immer nicht daran gewöhnt?“
„Was...oh, äh... doch, ich....“, Dany lächelte ihm warm entgegen und rieb ihm über den Oberarm, „...es ist nur... naja, genau genommen habe ich nicht geglaubt, dass du erst nach fast 3 Monaten hier ins Outback gehst. Ich... muss zugeben, das ich mich immer dabei gesehen habe, dich irgendwo im Outback aufzusammeln und du warst entweder verletzt, oder aber zumindest völlig erschöpft und du hattest Schmerzen.“ Sie schüttelte den Kopf und seufzte.

Unwillkürlich drückte er sie an sich. „Ich gebe zu, dass ich oft darüber nachgedacht habe, mal ins Outback hinaus zu fahren, oder sogar früher, oder später alte Freunde zu besuchen, aber ich... denke, ich fürchte auch ein wenig ihre Reaktion, ich meine... ich habe mich all die Zeit nicht gemeldet. Was haben sie inzwischen gemacht? Wer... hat mich ersetzt? Und... hat er es auch als Freund?“ Dany schaute ihn überrascht, wie neugierig an. Sie schien viel weniger besorgt als noch vor einer Sekunde. Sie legte eine Hand auf seine Brust, mit der anderen strich sie über seine Wange, „Dich kann man nicht ersetzen, David. Gleich in welchem Sinne. Bist du bereit?“
Er nickte und legte beide Arme um sie, rieb leicht über ihren Rücken. „Ja, bin ich und du?“
Sie zuckte die Achseln, ihre Hände legten sich auf seine Unterarme. „Weiß nicht, sag du es mir.“, gab sie leise zurück, „... das hier, ist deine Welt.“
Er schüttelte milde lächelnd den Kopf. „Nein, nicht mehr. Unseres.“
Sie lächelte, streckte sich, küsste ihn aufs Kinn und löste sich von ihm. „Komm, wir sollten packen. Auch wenn er kaum ohne uns fahren wird.“
David nickte und während er mit dem packen beschäftigt war, dachte er zurück an die vergangenen zwei Jahre. Der Unfall, seine Verletzungen, die Selbstaufgabe und dann Dany die wie ein heller Wirbelwind aufgetaucht und irgendwie geblieben war. Dany, die er schließlich doch verjagt hatte, dann aber verzweifelt erneut in sein Leben getreten war, Dany die neben ihrer Entschlossenheit, auch eine zweifelnde, fast ängstliche Seite hatte. Dany, die er lieben gelernt hatte und die ihm die Kraft gegeben hatte, die OP doch zu riskieren, die ihm stets an der Seite geholfen hatte nach jeder Untiefe wieder hinauf zu klettern. Er hatte geglaubt, das es ihm vor allem anderen wichtig war, sich irgendwann selbst zu beweisen, das er wieder bereit war für das Outback, womöglich ganz woanders, als bisher. Jetzt aber begriff er, das es anders war, ohne Dany reizte ihn die alte Heimat, mit all ihrem Charme und ihrer rauen Natur gar nicht mehr. Er hielt inne und schaute auf.

„Dany?“
„Ja? Was gibt es?“
„Ohne dich, will ich nicht ins Outback zurück, wenn... wenn es dir also nicht gefällt, dann... dann können wir auch zurück in die Stadt.“
„Was?! Machst du Witze? Niemals.“, so überrascht sie zunächst gewesen war, so fest blickte sie ihn nun an. „Willst du in einer Stadt wie Adelaide eine Familie gründen? Ich nicht. Viel zu groß, zu eng und alle sind sich fremd, niemand kennt oder hilft dem anderen. Nein, hier ist es okay und wenn du bereit bist, dann gehen wir. Egal wohin.“ Sie zwinkerte. „Wozu ist mein Freund Arzt und Pilot?“
Glücklich blickte er zu ihr herüber und nickte. „Du bist auch Ärztin.“
Sie nickte. „Hier nicht und vielleicht auch nie mehr. David ich... es ist gut wie es ist. Im Moment.“
Er nickte und klappte seine Tasche zu. „Fertig?“
Sie nickte und klopfte auf ihre bereits geschlossene Sporttasche. „Sieht so aus, was?“
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