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Flying Doctors- A Thousand Miles Back

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P16 / Gen
02.10.2014
29.12.2014
31
108.214
2
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34 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
02.10.2014 4.207
 
Und weiter gehts.

Also, wir befinden uns noch immer am Gleichen Tag, nur eben am Abend, wie im letzten Kapitel.

Viel Spaß!

LG Dani


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A Thousand Miles back




11. Alltag – und.... noch ein bisschen mehr


Am Abend schloss sie hinter sich ab und suchte David in der Wohnung. Sie fand ihn auf der hinteren Veranda, wo er mit dem Rollstuhl war. Sie lächelte. Vermutlich hatte Kate doch Recht. Sie wusste das David längst wieder voller Ungeduld war und unbedingt aufstehen und gehen wollte. Und doch hatte sie ihn seit dem Krankenhausaufenthalt nicht einmal dabei ertappt aufzustehen, oder außerhalb der täglichen Stunde seine Übungen zu machen. Sie ging zu ihm und legte ihm einen Arm um die Schultern. „Hey, da bist du ja.“, flüsterte sie ihm ins Ohr, „ich hab dich vermisst.“
Er schmunzelte, während sie tief einatmete und einmal mehr dachte, wie sehr sie seinen Geruch liebte. Seine Hand streckte sich nach ihr aus und er berührte ihre Schulter. „Komm her.“
Nur zu gerne kam sie seiner Aufforderung nach und setzte sich seitlich auf seine Knie, sie strich ihm über die Wange. „Wie geht es dir? Wie war die Stunde mit Tom?“
„Ich verstehe wirklich nicht woher er diese Ruhe nimmt. Jetzt noch weniger als zuvor.“ David schüttelte den Kopf. Verwundert sah sie ihn an. „He, du bist niemals so ungeduldig wie als Patient Dr. Ratcliffe.“ Sie tippte ihm auf die Brust. Er nickte grinsend. „Das war nicht wirklich ernst gemeint, es war okay.“
Sie nickte und küsste ihn flüchtig. „Ich... wir sollten mal miteinander reden.“
„Ja, tatsächlich. Sollten wir.“

.xX-.-Xx.

Einige Zeit später

Sie stand auf und ging ins Bad, als sie Minuten später zurück kam und sich leise anzog schlief er ruhig weiter. Sie lächelte, legte einen Zettel auf das Kopfkissen und schlich sich hinüber in die Küche, leise schloss sie hinter sich die Tür. Sie kochte sich rasch einen Tee, holte einen Joghurt und Beerenmus, von Nancy aus dem Kühlschrank, sie rührte sich eine Portion zusammen, räumte alles wieder weg und goss das heiße Wasser auf den Teebeutel. Dann setzte sie sich und begann zu essen, nach der Hälfte stand sie auf, holte sich noch Müsli und kippte sich etwas in den Joghurt.
Als sie fertig war, räumte sie das Geschirr in den Spüler und trank den inzwischen lauwarmen Tee aus. Sie lauschte beim hinausgehen an der Schlafzimmertür, doch David schien noch zu schlafen. Vor der Wohnung blieb Dany stehen, als sie Schritte auf der Treppe hörte, sie drehte den Kopf nach oben und wartete. Im nächsten Moment erschien Annie.

„Guten Morgen.“, grüßte sie munter. Annie blieb kurz stehen, sah sie an und nickte ihr grüßend zu. „Hey, Morgen. Gut geschlafen?“
„Ja, eigentlich schon.“
Sie sah den skeptischen Blick der anderen und lachte leise auf, ging vor, öffnete die Tür. Dany nickte verstehend. „Ja, ich weiß schon, kaum zu glauben, aber... so ist es. Komm, die Arbeit wartet.“
„Von mir aus kann die das noch länger tun. Allein beim Gedanken daran, heute auf Kiniktour zu müssen....“ Annie schüttelte den Kopf. „Wieso? Ich dachte du machst das gerne.“
„Ja, schon.“
„Aber?“
„Ich weiß auch nicht. Irgendwie fühle ich mich als hätte ich seit Wochen nicht geschlafen.“
„Sonst was auffälliges?“, Dany musterte die Schwester genauer, doch eigentlich fiel ihr nichts ungewöhnliches auf. Annie schüttelte jetzt auch den Kopf. „Vermutlich werde ich einfach nur krank.“ Sie nickte und behielt die andere noch einen Moment im Blick. „Sag wenn was ist, okay?“
„Klar, wird aber schon nichts sein.“

.xXx.


Ein lautes weinen und schreien riss ihn aus dem Schlaf und er brauchte einen Moment um zu realisieren, das Dany nicht neben ihm lag und es hell war. Dann wurde ihm klar das sie wohl schon arbeiten war und das bedeutete....
„Komme, bin.... gleich da....“ Er brauchte einige Minuten, um aufzustehen und bis er mit seinem Rollstuhl im Nebenraum am Kinderbett angekommen war. Es tat ihm fürchterlich Leid, das die Kleine solange warten musste, denn bis er da war, schrie sie bereits aus Leibeskräften. Ruhig nahm er das kleine Mädchen aus dem niedrigen Bettchen und in die Arme. „Hey, hey...schscht...ich bin ja da. Schsch....schsch...“ Er hob sie an seine Schulter und küsste ihren Kopf. Als sie ruhiger wurde zog er das Tuch vom Bett, legte sie kurz wieder ins Bett, bis er das Tuch um hatte und sie hineinlegen konnte. Dann fuhr er mit ihr in die Küche. Auf der niedrigen Anrichte standen Milchpulver und Flaschen und alles andere. Er wollte schon ein Fläschchen fertig machen, als er feststellte das Dany bereits eines gemacht hatte und es im Wärmer stand. Er holte es heraus und testete die Temperatur. Das kleine Mädchen an seiner Brust begann sich schon wieder unruhig zu bewegen und zu jammern. Er strich ihr über den Hinterkopf und legte sie sich auf den Arm, in die freie Hand nahm er die Flasche und gab sie ihr.

Während er den Säugling beim Trinken beobachtete musste er den Abend von vor einer Woche denken, als Dany von der Arbeit gekommen war. Sie hatte gemeint sie müssten reden und genau das hatte er mit ihr auch gewollt. Er war besorgt gewesen, darüber, worüber sie reden wollte. Doch dann hatte sich herausgestellt, das sie beide das gleiche Thema besprechen wollten.
Er strich mit dem Finger über Amelias Wange, während er die ausgespuckte Milch wegwischte, die Flasche zwischen seinen Knien. Irgendwie war es merkwürdig die Kleine jetzt, nur 8 Tage später im Arm zu halten und zu wissen, sie würde bleiben. Er lächelte und gab ihr die Flasche zurück.

Sie hatten diesen besagten Abend lange geredet. Er und Dany und obwohl sie sich klar gewesen waren, das sie wohl nicht die besten Chancen haben würden, auf eine Pflegschaft oder Adoption, aufgrund seiner Verletzung, ihrer Jobs und der Tatsache das sie nur zusammenlebten, hatten sie es gleich am nächsten Tag einem Anwalt mitgeteilt. Tatsächlich hatte sich der alte Anwalt des verstorbenen Großvaters der Kleinen noch am gleichen Abend bei ihnen gemeldet und zwei Tage später dann die Fürsorge. Geoff und Tom waren befragte worden, einige andere Leute hier, in Broken Hill und Sydney, dann hatte der Sohn des Anwaltes sich vorgestern bei ihnen gemeldet und erklärt sie dürften die Kleine aufnehmen. Er konnte es noch immer nicht fassen. Weder das es so gekommen war, noch das sie so schnell alles hier hatten, was sie brauchten für das Kleine. Aber wieder einmal hatte sich da bewiesen wie hilfsbereit hier alle waren. Kate und Geoff hatten ihnen das Bett, einen höhenverstellbaren Laufstall, so wie ein paar Kleider gegeben, von Chris und Tom waren einige Spielzeuge gekommen, das Tragetuch, welches er auch jetzt gerade benutzte. Von Patienten und der letzten Kliniktour gestern hatten die Freunde auch noch einiges mitbekommen. Einige kannten ihn noch und freuten sich einfach für ihn und Dany, andere hatten einfach helfen gewollt, weil sie es konnten und sich für das Kind freuten.

Amelia drehte den Kopf weg von der Flasche sie war fertig, er legte sich das Spucktuch an die Schulter und sie hinterher. Gar nicht lange und sie war auf seiner Schulter eingeschlafen. Er strich ihr sanft über den Rücken und gähnte. „Na dann... bis spätestens in zwei Stunden, kleiner Engel.“, sagte er und legte sie auf seine Knie, um mit ihr zum Laufstall zu fahren.

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Sie stellte gerade eine Kiste in den Flieger und Gerry schloss die Ladeklappe, als hinter ihnen ein Auto hielt und Tom ihnen entgegen kam. Er winkte, doch von Annie war nichts zu sehen. Sie schaute dem neugewonnen Freund fragend entgegen. „Tom? Wo habst du Annie gelassen?“
„Sie...ähm bleibt besser hier.“
„Ist sie doch krank?“, fragte Dany besorgt, das jedoch schien den anderen zu irritieren, er drückte auf den Schlüssel, der das Auto abschloss und stellte seine Tasche an ihr vorbei in die Nomad. „Moment... doch krank? Was meinst du damit?“
„Naja, sie fühlte sich heute morgen schon nicht so sehr gut.“
„Hast du sie untersucht?“
„Nein, sie wollte nicht und versprach zu kommen, wenn was sei.“ Tom schüttete seufzend den Kopf und nickte dann. „Hat sie, wie es scheint hat sie eine schwere allergische Reaktion.“
„Ja, aber worauf denn?“ Tom zuckte die Achseln. „Augen auf, aber nicht jetzt, du kommst mit, alleine schaffe ich das nicht, alles mit Geoff geklärt.“

Sie starrte ihn an, riss den Arm weg und schüttelte den Kopf. „Was? Jetzt? Nein, das... geht nicht.“ Sie sah ihn fassungslos an. „David und Amelia.“
„Kate hat versprochen, das sie und Paula nachsehen werden und außerdem... hast du nicht gestern noch gesagt, er macht das prima?“
„Schon, aber....“
„Er weiß wo er Hilfe bekommt und ich bin sicher er kommt klar.“
Sie seufzte und nickte dann. „Ich werde ihn aber anrufen, damit er es weiß, von mir.“
Tom nickte und stieg ein. „Na, los! Komm!“ Sie seufzte und folgte ihm in die Nomad. Einen Moment später war auch Gerry im Flieger und erbat die Starterlaubnis. Sie drückte sich an Tom vorbei und setzte sich ebenfalls nach vorne. Gerry sah sie verwundert an. „Du hier?“ Sie nickte. „Frag nicht, sag wenn ich kurz David anrufen kann.“
„Sobald wir Flughöhe haben.“

Minuten später reichte er ihr den Funk und sie rief nach David. „Mike Sierra Foxtrott ruft Delta Romeo Charlie, bitte kommen David.“
Sie wartete eine Weile und keiner antwortete, sie versuchte es noch einmal, dieses mal bekam sie Antwort. >Charlie Delta Romeo an Mike Sierra Foxtrott. Dany? Was machst du in der Nomad?<
„Tja, also... so richtig weiß ich das auch noch nicht.“, sie warf einen verkniffenen Blick zu Gerry und seufzte. „Annie geht es nicht gut, sie ist in Crossing geblieben, aber...“
>Irgendwie... musste jemand mit... keine Sorge, wir beide kommen hier schon klar. Sie ist ein Baby, sie kann nicht weglaufen.<
Sie musste unwillkürlich schmunzeln und zögerte ehe sie den Sprechfunk erneut betätigte: „Geoff und... Kate wollen nachher vorbei kommen.“
>Nein. Sag ihnen, das ich sie rufe, wenn ich jemanden brauche. Irgendwie glaube ich aber nicht das, dass der Fall sein wird. Es hören genug zu. Dany? Viel Spaß! Charlie Delta Romeo Over and out.<

Sie hängte den Funk ein und schaute nach hinten. Tom grinste ihr zu und zuckte die Achseln. „Vermutlich wird Nancy ihm was zum Mittag bringen, Kate, oder Geoff dennoch vorbeikommen und... na ja... alleine wird er nicht sein.“
„Soll mich das jetzt beruhigen? Du kennst ihn, du weißt, das er diese Hilfe nicht wollen wird.“
Tom beugte sich in Richtung des Cockpits und sie in seine. Er grinste breit und sah sie dann ruhig an. „Dann... sollte er üben wieder Nein zu sagen. Er kennt die Leute hier? Er kennt sie gut. Und glaube mir, wenn ich dir sage, er kann mehr, als er glaubt zu können.“
Dany nickte langsam. Sie wollte noch etwas erwidern als...

„Viktor Charlie Charlie an Mike Sierra Foxtrott. Bitte kommen Mike Sierra Foxtrott.“

Gerry aktivierte seinen Funk. „Mike Sierra Foxtrott hört. Was gibt es D.J.?“
>Auf der Mathisson- Farm gab es einen Unfall, der siebenjährige Sohn eines Arbeiters und seine jüngere Schwester. Fliegt direkt dorthin, ich melde mich, wenn ich mehr weiß!<

Gerry bestätigte und änderte den Kurs. Kurz darauf meldete sich D.J. erneut. Er konnte jetzt berichten, dass der Junge unter den alten Mähtrecker gekommen war und das Mädchen sich den Kopf verletzt hatte. Tom und Dany hatten inzwischen alles nötige gepackt und waren schon wieder angeschnallt. Als sie die neuen Infos hörten sahen sie sich jedoch besorgt an. „Mehr Ringer.“, sagte er. Sie nickte. „Und Verbände. Gerry? In Crossing sollen sie vorsichtshalber Konserven bereit halten.“ Tom musterte sie und fragend blickte sie ihn an. „Alles klar?“
„Nun.. das ist nicht was ich mir für heute vorgestellt hatte.“
Er nickte.
Sie tat es ihm gleich, während Gerry die Nomad aufsetzen ließ. Sie schnallte sich ab, gleich nachdem die Maschine stand. „Wir sollten uns beeilen.“
Er folgte ihr zur Tür und begann ihr, wie auch Gerry die Taschen raus zu reichen. Folgte dann selbst mit der Trage. „Gerry? Fährst du?“
„Ja, klar. Ma'am?“
Monika Mathisson nickte und rückte auf den Beifahrersitz. Sie und Tom stiegen hinten neben der Trage auf und hielten sich fest. Nachdenklich blickte sie auf die Nomad und dann zu Tom. „Ich nehme den Jungen, sieh du nach dem Mädchen.“ Überrascht schaute sie ihn an. „He, zweifelst du an mir? Ich schaff das schon.“ Er schüttelte den Kopf, sein Blick wurde ernst. „Das ist es nicht, das einzige Mädchen auf der Farm ist Regina, Gina ist fünf und wurde im vergangenen Jahr von einem Jugendlichen vergewaltigt, sie mag keine Männer, die sie anfassen. Nur der alte Mathisson und sein Sohn, bei denen die Kinder immer bleiben, wenn der Vater draußen ist, sonst vertraut sie keinem Mann. Sieh bitte nach ihr.“
Dany schluckte erschrocken und nickte. „Was wurde aus dem Jugendlichen?“
„Es war Mathissons Neffe, er wurde zu Jack gebracht und sitzt jetzt in Sydney ein. Für ganze zwei Jahre.“
„Was?! Zwei Jahre, dafür das er....“
„Es gäbe keine Beweise, nur... ihre Verletzungen und er hatte keine Vorstrafen. Der Familie wurde gesagt, sie hätten Glück, das es überhaupt dazu kam, weil sie nur Indizien hatten.“
„Das ist... schrecklich.“
„Ja, ist es.“

Sie waren da. Gerry hielt an, Dany sprang vom Pick Up griff nach drei der Taschen und rannte los, Tom folgte ihr mit Gerry und Monika, der erwachsenen Tochter der Farmbesitzer. Die Beine des Jungen sahen schlimm aus und alles war voller Blut, das Mädchen hockte zitternd auf den Knien eines alten Mannes, schien sich bei ihm verkriechen zu wollen. Ihr blondes Haar war auf der Seite Blut verschmiert, auch ein Großteil ihrer Kleidung und damit die des Alten. Erst als Dany sich vor ihnen auf einen Baumstumpf setzte erkannte sie, das all das Blut wohl nicht von der kleinen kam. Sie hatte nur eine große Platzwunde an der Schläfe. Dany schaute hinüber zu Tom. Da die Kleine völlig verängstigt war und auch nach zwei Minuten sich kaum anfassen ließ, entschied sie sich anders. Sie gab dem Alten einen frisches Tuch für ihre Stirn, mit Desinfektionslösung und verabreichte dem wimmernden Mädchen ein Beruhigungsmittel, dann stand sie auf und lief zu ihrem Kollegen. „Tom? Wie sieht es aus?“
„Wir müssen ihn rasch ins Haus bringen, eine Arterie ist angeritzt, ich habe sie abgeklemmt, aber wir müssen die Durchblutung sichern, ehe wir starten.“
Sie nickte und drehte sich herum. „Gerry? Bring ihn und die Kleine zur Nomad zurück, leg sie auf den Doppelsitz und sichert sie, sie schläft sicher gleich. Monika? Wir brauchen den zweiten Wagen und einen sauberen Tisch mit gutem Licht.“

„Das Esszimmer. Malcolm lauf, bereite alles vor und wasch dir vorher die Hände. Michael haben sie den Vater erreicht?“ Der Arbeiter schüttelte den Kopf. „Aber zwei sind raus und holen ihn.“
„Gut, Doc? Ihr fliegt in jedem Fall und wenn wir Rick mit dem Heli nachbringen.“
„Ich würde nicht warten.“
„Ich weiß doch. Los Leute! Helft den Ärzten alles auf die Ladefläche!“

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David hatte die Kleine gerade zum zweiten mal gefüttert und legte sie nun wieder zurück ins Bett, da klopfte es. Er stöhnte. Da wären wir also...Er schaute hinab auf das einschlafende kleine Mädchen. „Es fängt an. Sie kommen, um uns beide zu versorgen und uns auf die Nerven zu gehen.“ Er streichelte dem munter quietschenden Säugling. „Hoffen wir, das Momy keinen zu großen Gefallen, an den fliegenden Einsätzen findet, damit man uns hier nicht jeder umsorgen will.“ Es klopfte erneut, energischer und Nancy Buckley rief nach ihm. Er seufzte. „Tot stellen scheint keine Option.“, stellte er leise fest und drehte sich herum. „Es ist offen Nancy!“

Er hörte wie die Tür sich öffnete und kurz darauf erschien der Kopf der älteren Dame in seinem Hauptraum, der Rest folgte. Sie lächelte hob einen Teller den sie hielt und stellte ihn auf seinem Esstisch ab. „Ich dachte nur... Sie... könnten eine Stärkung gebrauchen, also nicht.. ich meine... na... ja... ganz alleine, mit dem Baby?“
„Nancy, ich bin Arzt, ich denke... ich weiß wie ich einen Säugling zu versorgen habe.“ Er drehte den Rollstuhl schwungvoll herum und gab den Rädern einen Stoß, der ihn zum Tisch brachte. Die ältere Dame schien verlegen, nickte und drückte die eigene Hand, den Kopf gesenkt. „Ja, ja, natürlich, es ist nur... ich... habe gehört, das Dr. Conon heute wohl länger weg ist und na, ja... Sie...ähm... Sie...“
„Was ich, Nancy? Sitze im Rollstuhl?“ Er verschränkte locker die Arme und musterte die Frau. Sie schnappte nach Luft und er überlegte sich gerade die richtigen Worte, als die Tür nach einem Klopfen erneut öffnete und Nick Cardaci in der Tür erschien. In der Hand eine Auflaufform, blickte der junge Mann ihn entschuldigend an. „Ähm...tut mir Leid Doc. Aber die Witwe Aldon, ließ sich nicht davon abbringen, dass ich den Auflauf mitnehme. Im Gegenteil, sie hat mir auch noch so eine Portion aufgedrückt, sie sagt ich falle noch vom Fleisch. Hallo Nancy.“

David seufzte und schüttelte den Kopf. „Danke Nick.“, sagte er und schaute von Nancy im nächsten Moment doch wieder weg und zu ihm, da er nicht ging. „Na? Wo ist denn mein kleiner Sonnenschein?“ Er grinste und zeigte hinter sich. „Im Laufstall Nick, weck sie nicht. Sie quengelt heute.“
„Werde ich nicht. Brauchst ihr noch was aus dem Laden? Ich muss gleich noch was für Annie besorgen, sie hat kein Wasser mehr oben.“
„Moment? Arbeitet sie nicht?“ Nancy blickte wachsam auf, während Nick der sich gerade erst über den Laufstall beugte nach einem Tuch griff und der plötzlich weinenden Amelia damit über das Gesicht und Kleidung wischte. „Hat sie wieder gespuckt?“
„Nur ein wenig, du musst sie nicht umziehen. Soll ich sie auf den Bauch legen?“
„Nein, würdest du sie mir geben?“
„Klar.“
„Du lässt Nick.... aber....“
„Nancy wirklich ich komme hervorragend klar.“, er nahm Nick die Kleine ab und legte sie an seine Schulter, strich ihr über den Rücken. „Ja, das sehe ich, mit einer kranken im Haus, einem Mechaniker, der die Keime von dort nach hier bringt und die Süße schon krank ist? Vielleicht....“

David atmete tief durch und schüttelte den Kopf. Er schaute zu dem jüngeren. „Du könntest mir doch was mitnehmen. Sag Tom, oder Geoff ich brauche Sab für Amelia. Und bring es mir dann bitte.“
„Klar wird erledigt, bis gleich dann.“ Nick war schon beinahe heraus als David ihn noch mal zurück rief. „Ach Nick? Nimm doch bitte Nancy mit und sage D.J. er soll den Leuten mitteilen, das ich sehr wohl in der Lage bin mir essen zu machen und das Haus zu beaufsichtigen.“
Nick grinste breit und deutete lässig einen militärischen Gruß an, ehe er sich an die ältere zweite Besucherin wendete. „Kommen Sie?“

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Sie betrat gerade die Zentrale, um einen Stapel Akten wegzubringen, als Nick grinsend an ihr vorbei ging. Verwundert schaute sie ihm nach. Im nächsten Moment hörte er D.J.'s Stimme die sich an die Funkgemeinde richtete:

„So ihr Lieben von nah und fern. Ich habe hier eine Nachricht für alle treuen Zuhörer und besorgten Gemüter dort draußen. Dr. Ratcliffe sagt Danke, zu eurer Anteilnahme, doch er bittet darum, das ihr ihn und die süße kleine Amelia, ja Amelia heißt die kleine Maus, was Ruhe gönnt. Oder mit seinen Worten: Er ist sehr wohl in der Lage sich um Kind und Haus zu kümmern, auch ohne die Dame des Hauses. Also seit doch so gut und steht nicht plötzlich vor der Türe unseres geschätzten frisch gebackenen Elternpaares. Danke und Over and Out.“

Sie starrte D.J. an und zuckte zusammen, als ihr jemand auf die Schulter klopfte. Sie wandte den Kopf um, es war ein breit grinsender Tom. „Na, was hab ich dir gesagt?“
Sie schmunzelte und schüttelte den Kopf. Dann legte sie D.J. die Akten auf die Ablage und folgte Tom. „Was ist mit dem Jungen?“
„Geoff sagt, er wird wieder, Broken Hill hat sich vorhin gemeldet, es sind keine wichtigen Nerven beschädigt, der Junge hatte wirklich Glück.“
„Es war mutig, er hat seine Schwester beschützt und wusste, das der Mäher ihn treffen könnte.“
„Mutig ja, aber nicht sehr überlegt.“, warf Tom skeptisch ein. „Es sind Kinder, Hauptsache es ist gut gegangen.“
„Wo wir gerade davon sprechen. Ich sollte mich dringend mal bei meinem Spross sehen lassen und du bei deinen Lieben. Komm, ich nehme dich mit.“
„Quatsch, das sind nur 900 Meter.“
„Im Dunklen und außerdem ist es meine Schuld, das du nicht längst dort bist. Also los, hol deine Sachen, ich warte vorne, mit dem Wagen.“
„Männer.“ murmelte sie und verschwand. „Bis gleich.“

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Es begann zu nieseln, feine, einzelne Tropfen, die sofort in der Erde versickerten und trockneten. Zu wenig, zu klein, um auch nur für eine Blume auszureichen. Sie schaute hinauf in den Nachthimmel, wartete bis Tom weitergefahren war und öffnete die Tür. Noch im Flur entledigte sie sich ihrer Schuhe, der Jacke und ging kurzentschlossen, in das kaum benutzte Gemeinschaftsbad im Flur. Sie stellte sich unter die Dusche und genoss den warmen Schauer auf ihrer Haut. Erst nachdem sie den im Schrank abgelegten Trainingsanzug über hatte betrat sie die Wohnung.
Zu ihrer Überraschung waren David und Amelia tatsächlich noch wach.
Mit wachsamen Blick ging Dany auf die beiden Menschen zu, die sie am meisten liebte.

.xXx.

David wickelte Amelia und wiegte sie anschließend im Arm, da sie vor Bauchweh weder schlafen wollte, noch ruhig blieb. Sie schluchzte und er legte sie sich rücklings in den Arm, begann sanft ihren Bauch zu massieren. Gerade als sie sich beruhigte, glaubte er etwas zu hören dann war er sicher und schaute hinunter auf die Kleine. Er strich ihr über die Wange, die Tränen fort. „Hey, meine Süße. Momy kommt nach Hause.“
Kurz nachdem die Dusche verstummt war, ging die Wohnungstür und Dany kam gähnend herein. Sie war deutlich überrascht sie beide wach vorzufinden. „Hey, ihr schlaft noch gar nicht?“
Er schüttelte den Kopf. „Sie hat Blähungen und schläft kaum mehr als eine Stunde.“
„Gott, David! Das tut mir Leid. Warum... hast du nicht angerufen?“, fragte sie, legte ihre Tasche ab und lief auf ihn zu. „Komm, geb sie mir. Du solltest dich ausruhen. Warum hast du nicht jemanden um Hilfe gebe... okay, dumme Frage.“ Sie lächelte breit und schaute ihn ernst an, „Ich hab dich gehört. Das war der David, den ich kennengelernt habe.“
Er lächelte und nickte, drehte sich mit dem Stuhl herum und fuhr in die Küche. „Ich hole dein Essen und übrigens, ich habe mich ausgeruht. Keine Physiotherapie heute.“

Überrascht schaute sie ihm nach, dann auf den Winzling in ihren Armen und verschwand im Nebenzimmer. Sie brachte Amelia in ihr Bettchen und wartete, bis sie sicher war, das die Kleine schlief. Erst dann verließ sie leise das Kinderzimmer und ging zu David in den Hauptraum. Er saß am Tisch, vor sich eine dampfende Tasse, am Platz neben ihm stand ein dampfender Teller Nudeln. Sie grinste. „Was hast du mit Nancys Essen gemacht? Nur... falls sie fragt?“
„Eingefroren.“
Dany nickte, setzte sich an den Tisch und versuchte vorsichtig die Nudeln, aber David hatte sie keinen Moment zu spät aus der Mikro geholt, sie waren genau richtig zum essen. Kauend schaute sie zu ihm herüber. Sie überlegte wie viel Energie die Kleine ihn wohl gekostet hatte, er wirkte müde und legte die Kabel weg. „Bereust du es?“
„Was? Hier zu sein?“
„Nein. Amelia.“
Er schien überrascht und sie lächelte nahm seine Hand. „Na ja, du... siehst müde aus.“
Er grinste und schüttelte den Kopf. „Ein eigenes hätte wohl auch keinen Ausschalter, oder?“
Sie lachte leise, schüttelte den Kopf, während er ihre Hand drückte. „Ich hab Zeit.“
Sie nickte. Ja das hatte er und es tat gut zu sehen und erkennen, das er es inzwischen auch so sah. Der Druck war weg, die rastlose Ungeduld. Sie schob ihren fast leeren Teller weg und beugte sich vor, strich ihm über die Wange. „Es ist schön dich wieder zufriedener und fröhlicher zu sehen.“
„Ich... mir war nicht klar, wie sehr mir das alles hier fehlt.“, er schaute sie lange an. „Danke.“
Sie stand auf, legte die Arme um ihn und bedeckte seinen Nacken mit Küssen. Er seufzte und sie lächelte, strich ihm über die Brust. Als er den Kopf hob und drehte, richtete sie sich ein wenig mehr auf. „Heute Nacht, da stehe ich auf.“ Sie beugte sich vor und küsste ihn. „Kommst du mit ins Bett?“

David grinste. „Komm her.“
Mit Schwung zog er sie zu sich und auf seine Knie, ihm entging nicht wie überrascht sie war. Er lächelte und gab den Rädern eine kräftigen Stoß, in Richtung Schlafzimmer.
Dany lächelte und beugte sich ihm entgegen ehe er weiterfahren konnte. „Ich liebe dich.“
Er fasste ihr Gesicht und nickte, ganz tief schaute er ihr in die Augen. „Heirate mich.“
Sie riss die Augen auf, schien überrascht und hob den Kopf um wenige Zentimeter, doch in der nächsten Sekunde lächelte sie strahlend und nickte. „Ja.“
David zog sie an sich und fühlte sich in diesem Moment so glücklich wie lange nicht mehr. Es war ihm in diesem Moment egal was die Zukunft brachte, was er erreichen konnte. Er hielt die Frau im Arm, die ihm alles bedeutete und hinter ihnen im Nebenraum, schlief ihre kleine Tochter. Er schob Dany ein Stückchen von sich und verlor sich erneut in ihren Augen.
Ganz langsam versanken sie in einem weiteren, langen Kuss.
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