Kirschblütenzauber

von Carmenta
GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
Chikage Kazama
01.10.2014
22.08.2016
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31.264
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01.10.2014 2.580
 
Hallo, ihr Lieben! :)
Habt ihr euer Herz auch schon immer an die Antihelden verloren? Ja? Dann seid ihr hier genau richtig.
Lasst mich euch entführen in die Welt der Shinsengumi und Oni und kommt mit auf eine Reise für Herz und Seele.
Doch Vorsicht: Oni sind Dämonen und daher mit äußerster Vorsicht zu genießen!

Möge die Muse euch oft küssen und euch treu zur Seite stehen,
eure Carmenta
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Langsam löste sie sich aus den Schatten, die sie umgaben. Die Dunkelheit glitt von ihrem Körper, als wäre sie ein Mantel, den sie nun abzulegen gedachte. Mit ihr verschwand auch das schwerelose Gefühl, das sie in diesem Zustand immer erfasste. Ihr Körper gewann wieder an Substanz, an Festigkeit und ihre nackten Füße stellten die Verbindung her zwischen der Welt der Schatten und der stofflichen Welt. Sie atmete tief ein und genoss das Gefühl der weichen Erde an ihren Fußsohlen.
Es war eine magische Nacht. Der Duft von Kirschblüten hing schwer in der Luft und der Wind strich mit unsichtbaren Fingern zärtlich über ihre Haut, zauste ihr Haar. Es war nicht kalt, aber auch noch nicht warm, doch der kommende Sommer lag bereits in der Luft.
Lautlos näherte sie sich der Szenerie. Der Mond stand hoch am Himmel und tauchte alles in sein ätherisches, silbriges Licht.Wo zuvor noch ein erbitterter Kampf getobt hatte, herrschte nun nur noch Stille, eine Stille, die nur der Tod verursachen konnte, so allumfassend war sie. Die Kämpfenden lagen niedergestreckt am Boden. Über einem von ihnen kauerte eine junge Frau, fast noch ein Mädchen und weinte bitterlich, während sie unablässig den Liegenden liebkoste. Der Anblick war so rührend, dass Asuka beinahe den scharfen Stich des Verlustes spüren konnte, den das Mädchen fühlte.
Leichtfüßig wie ein Blütenblatt im Wind schwebte sie näher, während ihre Füße immer nur ganz kurz mit dem Boden in Berührung kamen. Je mehr der Abstand zwischen ihnen schmolz, desto stärker wurde der Geruch, der ihr schon die ganze Zeit in die Nase gestiegen war und der sich fast unmerklich unter den Kirschblütenduft gemischt hatte. Hier war Oniblut vergossen worden. Somit hatte sie ihr Gefühl also doch nicht getrogen.
Ruhig ließ sie den Blick schweifen, während sie versuchte sich auch mit allen anderen Sinnen ein Bild von der Situation zu verschaffen. Der dunkelhaarige Mann, dessen Kopf inzwischen im Schoß des Mädchens ruhte, war ganz eindeutig ein Mensch. Sein Herzschlag war nicht mehr zu hören und sein Blut hatte bereits den Geruch der Toten an sich. Der blonde Mann hingegen war noch am Leben. Zwar schlug sein Herz nur noch schwach, aber im Gegensatz zu dem Toten war er eindeutig ein Oni, sogar ein Reinblut, wenn sie sich nicht täuschte. Sie verspürte ein hoffnungsvolles Ziehen in der Brust. War das Schicksal ihr vielleicht endlich wohlgesonnen?
Vorsichtig beugte sie sich über ihn und untersuchte seine Wunde. Ein Schwertstoß, das war unschwer zu erkennen. Er hatte die Waffe herausgezogen und war dann ohnmächtig geworden. Die Verletzung begann bereits ein wenig zu heilen, doch der Blutverlust war enorm. Sie musste rasch handeln, wenn sie wollte, dass er überlebte.
Das Mädchen hatte sie immer noch nicht bemerkt, doch auch an ihm haftete der unverkennbare Geruch der Oni. Es war ebenso reinblütig wie er, dessen war sich Asuka sicher, denn Kinder von Oni und Menschen verströmten nicht so einen intensiven Duft. Sie hatte jahrelang vergeblich nach Reinblütern gesucht und nun traf sie gleich zwei von ihnen, das erschien ihr ungewöhnlich. Doch darum würde sie sich nachher kümmern. Jetzt hatte erst einmal der Verletzte Vorrang.
Sie schloss die Augen und konzentrierte sich auf die Kraft in ihrem Innern. Fast im gleichen Moment frischte der Wind auf und trug eine Handvoll Kirschblüten zu ihr hinüber. Asuka fing sie auf und hauchte auf jede von ihnen einen Kuss. Dann legte sie Blüte für Blüte auf die Wunde.
Der Heilzauber setzte sofort ein. Ein sanftes Glühen ging von den rosa angehauchten Blüten aus, während sich zerstörtes Gewebe Stück für Stück regenerierte. Am Ende blieb nur rote, verschorfte Haut. Die Atmung des Oni wurde ruhiger, der Herzschlag gleichmäßiger. Behutsam brachte sie ihn in eine seitliche Lage, sodass er nicht Gefahr lief, zu ersticken. Dann seufzte sie erleichtert und rieb ihre prickelnden Hände an den Oberschenkeln. Fürs Erste war es geschafft.

Als sie aufsah, blickte sie direkt in ein Paar große, braune Augen, die sie argwöhnisch musterten. „Wer bist du?“, fragte das Mädchen. Asuka zögerte einen Moment. Sie hatte so selten Umgang mit anderen, dass sie im ersten Moment befürchtete, ihre Stimme würde ihr den Dienst versagen. Schließlich antwortete sie höflich, wenn auch heiserer als gewöhnlich: „Man gab mir viele Namen: Amaya, die Regennacht, Kuraiko, Kind der Dunkelheit oder Nanashi, was so viel heißt wie Die-ohne-Namen. Doch ich bevorzuge Asuka, was so viel wie Morgenduft bedeutet.“

Chizuru runzelte die Stirn. Die Frau besaß eine wohlklingende, melodische Stimme, die sie unwillkürlich an warme Frühlingstage und mit Vanille gesüßte Milch denken ließ. Verlängerte, zugespitzte Eckzähne und kleine Hörner auf ihrem Kopf verrieten, dass sie eine Oni war, in ihrer wahren Gestalt. Ungewöhnlich jedoch fand Chizuru ihr nachtschwarzes Haar, das Seide gleich ihren Körper hinab floss. Sie hatte immer gedacht, alle Oni hätten weißes Haar. Dieses hier jedoch war so dunkel, dass selbst die Nacht daneben hell wirkte. Wie ein Wasserfall ergoss es sich über Schultern und Arme der Fremden und umrahmte ein längliches Gesicht mit fein gezeichneten Zügen. Goldene, mandelförmige Augen mit dichten Wimpern erwiderten ihren Blick ohne Scheu und schienen jede Kleinigkeit wahrzunehmen, während ihre vollen Lippen sorgenvoll zusammengekniffen waren. Ein dunkelblauer Kimono aus Seide, der jedes Licht aufzusaugen schien, schlang sich um ihre anmutige Gestalt und bildete einen starken Kontrast zu ihrer hellen, milchig weißen Haut.
„Wie heißt du?“, fragte sie plötzlich.
„Chizuru“, antwortete das Mädchen hastig und wischte sich mit dem Ärmel über die tränennassen Wangen.

Asukas Blick wurde warm und verständnisvoll. Andere im Angesicht des Todes leiden zu sehen, hatte ihr schon immer Schmerzen bereitet. Sie rückte ein wenig näher heran.
„Kannst du ihn auch heilen?“ Ein hoffnungsvoller Unterton schwang in der Stimme des Mädchens mit.
Asuka berührte die kalte Haut des Kriegers und seufzte. „Ich wünschte, ich könnte es. Doch die Toten vermag auch ich nicht zu erwecken.“
Ob sie ihn hätte heilen können, wenn sie früher eingegriffen hätte? Asukas Magen verkrampfte sich, als der Vorwurf in ihrem Kopf Gestalt annahm. Andererseits hatten Menschen in solchen Fällen meist eh nicht mehr die Kraft, die vonnöten war, um die Heilung zu unterstützen und manchmal starben sie ihr direkt unter den Händen weg. Es war also nicht sicher, dass sie ihn hätte retten können. Doch sie fühlte sich trotz dieser Erkenntnis nicht erleichtert. Ein Mensch war gestorben und hinterließ eine trauernde Geliebte. Hier war kein Platz für Erleichterung.  
Sie wusste nicht einmal, warum sie eingeschritten war. Normalerweise ließ sie den Dingen seinen Lauf, denn das Schicksal sah es nicht gern, wenn sie darin herum pfuschte. Außerdem war sie es leid, so viel Tod und Leid zu sehen und so oft völlig machtlos angesichts dessen zu sein. Vielleicht war das der Grund, warum sie sagte: „Ich kann jedoch deine Trauer lindern, wenn du magst.“
Chizuru riss die Augen auf. „Vermagst du das denn?“
Asuka nickte langsam und bedeutungsvoll. „Ich bin für meine Heilkünste bekannt. Zwar kann ich dir den Schmerz nicht vollkommen nehmen, aber ich vermag die Qual ein wenig abzuschwächen, sodass du mit weniger Wehmut zurückblicken kannst.“ Sie machte eine Pause und hörte in ihr Inneres hinein. „Du hast nicht nur ihn verloren, nicht wahr?“
Chizuru zuckte zusammen, dann begann sie wieder zu weinen.
Asukas Herz floss über vor Mitgefühl und Anteilnahme. Sie konnte gar nicht anders, sie musste ihr einfach helfen. Ohne auf eine Einladung zu warten, zog sie das Mädchen in eine Umarmung, während sich ihre Heilkraft verselbstständigte und ein sanftes Glühen ihre Haut überzog.

Eine halbe Ewigkeit später hatte Chizuru sich beruhigt und erzählte ihr die ganze Geschichte hinter diesem Kampf. Als sie geendet hatte, ruhte Asukas Blick nachdenklich auf dem immer noch ohnmächtigen Oni, dessen Leben sie gerettet hatte. Nun wusste sie mit Sicherheit, dass er einer reinen Blutlinie entstammte, ebenso wie Chizuru. Es war schon seltsam, wohin der Wind einen manchmal trug...
„Kazama Chikage“, murmelte sie. Während ihrer Reisen hatte sie Geschichten über den mächtigen Oni aus dem Westen gehört, die wenigsten davon waren gut. Ob die Begegnung mit den Shinigami ihn wohl verändert hatte? Oder würde er danach genauso weitermachen wie bisher?
Fast bereute sie, ihn so vorschnell geheilt zu haben, auch wenn ihr Herz ob der Tatsache, dass er ein Reinblut war, immer noch höher schlug. Eines wusste sie jedoch mit Sicherheit, er würde sein Werben um Chizuru einstellen; von dieser Sorge konnte sie das Mädchen also guten Gewissens befreien. Er hatte vor ihr auf eine Art und Weise das Gesicht verloren, dass der Tod ihm wohl barmherziger erscheinen mochte. Es wäre ein ehrenvoller Tod gewesen, doch diesen hatte Asuka ihm verwehrt. Sein Zorn würde gewiss fürchterlich sein. Aber noch hielt die Ohnmacht ihn gefangen und er sah so friedlich aus, dass es ihr schwer fiel, ihn mit den blutigen Gewalttaten in Verbindung zu bringen, die man ihm zuschrieb.
Sie ließ ihren Blick über ihn wandern. Er war schöner, als sie ihn sich vorgestellt hatte. Sein Haar war blond wie reifer Weizen, mit einem goldenen Schimmer. Seine Haut wirkte wie makelloses Elfenbein und seine Züge waren fein gezeichnet. Laut Chizuru waren seine Augen von einem schrecklichen Rostrot, was nur schwer zu seiner unbeschreiblichen Schönheit passen wollte. Doch davon würde sie sich sicher später noch überzeugen können. Jetzt galt es erst einmal, den Toten zu bestatten.
Chizuru jedoch winkte ab, als sie ihre Hilfe anbot.
„Das ist etwas, das ich alleine tun muss“, sagte sie und Asuka wurde das Herz ganz schwer, als sie den resignierten Tonfall in Chizurus sanfter Stimme heraushörte. Seufzend akzeptierte sie den Wunsch des Mädchens. Es wurde Zeit sich wieder zurückzuziehen. Eine Frage hatte sie jedoch noch: „Hast du jemanden, bei dem du bleiben kannst? Freunde? Verwandte?“
Chizuru zuckte die Schultern. „Ich werde versuchen Sen-hime zu finden. Sie hat mir einst ihren Schutz angeboten.“
Asuka hatte von der Oniprinzessin gehört. Ja, dort war Chizuru garantiert in Sicherheit.
„Ich werde einen Boten zu ihr senden. Bis dahin sei mein Gast“, bot sie an.
„Ich danke dir, Asuka-chan, aber ich möchte nicht länger als nötig in dieser Gegend verweilen. Du könntest aber Sen-hime einen Treffpunkt zukommen lassen.“ Asuka lächelte.
„Das kannst du gleich selbst tun, Chizuru-chan.“ Sie stand auf und vollführte eine komplizierte Handbewegung. Es dauerte nicht lange, da wurde ihr Ruf beantwortet und eine wunderschöne Nachtigall landete auf ihrer schlanken Hand. „Flüstere der kleinen Sängerin einfach deine Botschaft ins Ohr und sie wird sie ganz sicher überbringen.“

Chizuru musterte Asuka voll Erstaunen. „Können alle Oni, was du kannst?“, fragte sie.
Asuka lachte und schüttelte ihr prachtvolles Haar. „Ich bevorzuge die Gesellschaft der Natur, dadurch bin ich wohl stärker mit ihr verbunden als irgendein anderer Oni. Von daher muss ich dich enttäuschen, bis jetzt ist mir kein anderer meiner Art begegnet, der sich mit meinen Fähigkeiten messen konnte.“
Chizurus Augen wurden noch eine Spur größer. Wie sie da so stand mit wehenden Gewändern, die Nachtigall auf ihrer Hand und dem silbrigen Mondlicht, das sie umschmeichelte, erschien sie ihr mehr wie eine längst vergessene Göttin der Natur, als eine einfache Oni. Schüchtern senkte sie daher den Blick, stand auf und beugte sich zu dem kleinen Vögelchen. Als sie ihre Nachricht beendet hatte, plusterte sich die Nachtigall ein wenig auf und schwang sich dann ihr unverkennbares Lied trällernd auf in den Nachthimmel, um zu tun, was ihr aufgetragen worden war.

Asuka sah dem Vogel hinterher. Schon oft hatte sie sich gewünscht, ebenso sorglos davonfliegen zu können. Doch immer hielt sie irgendetwas davon ab. Sie löste ihren sehnsüchtigen Blick vom Sternenhimmel. Es wurde Zeit.
Mit einigen knappen Worten verabschiedete sie sich von Chizuru und wünschte ihr eine gute Reise. Es war schade, dass sich ihre Wege schon so bald wieder trennten. Das Mädchen war ihr sympathisch und ein wenig Gesellschaft hätte ihr sicher gutgetan. So jedoch kehrte sie der Menschenwelt den Rücken, um sich wieder in die Einsamkeit zurückzuziehen, nur begleitet von dem Oni aus dem Westen, der immer noch bewusstlos war.  
Sie beschwor die Schatten, damit sie ihn trugen und hüllte sich selbst wieder in die schützende Dunkelheit, dann verschwand sie lautlos zurück in den Wald, aus dem sie gekommen war.    


**

Am nächsten Morgen sah sie als erstes nach dem Verletzten. Die Ohnmacht war bereits am Abend zuvor in einen tiefen Heilschlaf übergegangen und laut ihrer Erfahrung, würde er in diesem Zustand noch mehrere Tage verharren. In der Zwischenzeit würde sie dafür sorgen, dass sich die noch verkrustete Haut regenerierte und die immer noch vorhandenen Schmerzen lindern. Dazu hatte sie eine grüne Paste angerührt, die leicht nach Zitrone roch. Außerdem hatte sie eine Schale mit Wasser dabei, um ihn wenigstens ein bisschen zu waschen, und einige Verbände. Schmutz wäre jetzt Gift für seine Verletzung.
Sie stellte beide Schälchen neben dem Futon auf den Boden und legte die Verbände neben ihn. Dann wickelte sie ihn behutsam aus seinem Mantel. Sie würde die Kleidung waschen und neue bereitlegen.
Sanft ließ sie danach ihre Hände über seinen Körper wandern, während sie weitere Verletzungen zu ertasten versuchte. Seine Haut war weich und warm. Sie bewunderte die definierten Muskeln seines Oberkörpers, die sich an einigen Stellen jedoch hart und verkrampft anfühlten. Mit kreisenden Bewegungen massierte sie die Verspannungen weg, entdeckte jedoch ansonsten keine weiteren Verletzungen.
Im hellen Licht des Tages war er sogar noch schöner. Sein Oberkörper war makellos, wie aus feinstem Elfenbein geschnitzt, sein Haar schimmerte wie flüssiges Gold im Licht der Sonne und seine Hände waren elegant, seine Finger lang und feingliedrig. Sie hielt unwillkürlich den Atem an, während sie behutsam durch sein seidiges Haar strich. Schon lange hatte sie keine Wesenheit mehr derart in ihren Bann gezogen. Ihre Finger folgten der Kontur seines Gesichts, glitten weiter über seinen Hals, seine Schulter, hinab zu einer seiner Hände, die sie sanft umfasste. Leichte Röte überzog ihre Wangen, als ihr Blick dabei weiter seinen Körper hinab wanderte. Rasch ließ sie seine Hand los und griff nach dem Tuch in der Schale mit Wasser. Mit wild pochendem Herz rieb sie ihn damit ab. Sie wollte es nur möglichst schnell hinter sich bringen und schämte sich dafür, dass sie es ohne seine Zustimmung tat. Doch nur so konnte sie den Rest getrockneten Blutes von seiner hellen Haut entfernen. Als letztes bestrich sie seine Wunde mit der grünen Paste. Der Heilzauber, den sie bei ihm angewandt hatte, wirkte – wie sie aus leidvoller Erfahrung wusste – jedes Mal anders. Diesmal war die Verletzung nicht vollständig verschwunden, sondern hatte nur aufgehört zu bluten. Schorf bedeckte sie. Sowohl Eintritts- als auch Austrittsstelle wurden vorsichtig von ihr behandelt. Sie beschwor dazu die Schatten, um ihn von dem Futon anzuheben und beide Wundmale erreichen zu können. Dann legte sie die Verbände an. Ganz zum Schluss bedeckte sie seine Blöße mit einem Tuch, welches sie ihm wie einen Lendenschurz um die Hüften wickelte, und deckte ihn mit einer weichen Decke zu. Sein Gesicht war friedlich und entspannt, sein Atem tief und gleichmäßig. Sie ertappte sich dabei, wie sich ein kleines Lächeln auf ihre Lippen stahl. Niemals hätte sie zu hoffen gewagt, dass sie einmal einen solch hohen Patienten behandeln dürfte, noch dazu einen so schönen. Ihr wurde unwillkürlich warm, als sie sich den Klang seiner Stimme vorstellte, seine ungewöhnlichen Augen, die dabei auf ihrem Gesicht verweilten, verwundert, da er nicht wusste, wo er war.
Hoffentlich wachte er bald auf.
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