Geschichte: Fanfiction / Bücher / Selection / The Heir

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The Heir

von PsychoL
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
America Singer Maxon Calix Schreave
30.09.2014
30.09.2014
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Ich drehte mich müde auf die Seite und schlug die Augen auf. Der Raum war stockfinster. Verwirrt blinzelte ich in den sanften Mondschein der durch das Fenster in mein Zimmer fiel. „Maxon?”, murmelte ich verschlafen. Nichts. Mühsam setzte mich auf, mein Kleid raschelte. „Was zum...” ich musste auf dem Bett eingeschlafen sein. Ich rieb mir den Schlaf aus den Augen und blickte nach rechts, wo ich die Leselampe vermute und suchte den Schalter. Das Licht blendete mich, ich kniff die Augen wieder fest zusammen und drehte mich weg. Langsam öffnete ich ein Auge und fragte mich was passiert war. Langsam kehrten die Erinnerungen zurück. Ich war direkt nach dem Abendessen nach oben gegangen. „Es tut mir Leid, aber ich werde mich nun in meine Gemächer zurückziehen.”, hatte ich gesagt und mich erhoben. Alle anderen am Tisch waren ebenfalls aufgestanden, hatten sich verbeugt und ich war zur Tür gegangen. Bevor ich das Zimmer verließ, hatte ich mich noch einmal nach Maxon umgesehen und leicht mein Ohrläppchen berührt. Er hatte mit ernster Miene genickt und ich war nach oben gegangen. Und anscheinend eingeschlafen. Ich schielte auf den Wecker. Es war 2 Uhr morgens. Ich stöhnte und schwang die Beine über die Bettkante. Meine dunkelblaues Kleid fiel über die ganze Bettdecke und ich hatte Mühe mich aufzusetzen. Ich stöhnte und hielt eine Hand auf meinen gewölbten Bauch. Es war weit geschnitten, saß nur an der Brust eng und fiel danach in sanften Wellen an mir herab. Es war wunderschön. „Maxon?”, fragte ich etwas lauter, obwohl ich wusste, dass er nicht in diesem Zimmer war. Stattdessen schoss Anne wie der Blitz um die Tür. „Eure Hoheit? Ist alles in Ordnung, braucht Ihr Hilfe?”, ihre Stimme klang aufgeregt, ihr Haar war zerzaust, ich hatte sie offensichtlich geweckt. „Nein, nein, alles in Ordnung. Ich meine, weißt du wo Maxon ist? Eigentlich wollte er nach dem Abendessen zu mir kommen...” Ihre Gesichtszüge wurden weicher. „Er ist nicht gekommen, eure Hoheit. Er ist nach dem Essen noch einmal in sein Arbeitszimmer gegangen.”, sagte sie und trat näher. „Ich wollte Euch nicht wecken, möchtet Ihr Euch nun umziehen?” Ich schüttelte den Kopf. „Nein, danke. Ich werde eben sehen wo er steckt.” Ich sah mich suchend nach meinen Schuhen um und griff nach meinem Morgenmantel. “Eure Hoheit, bitte. Das ist eine große Anstrengung, lasst mich nach ihm schicken. Ich bin sicher, das wird schneller gehen” Sie blieb ihm Türrahmen stehen und sah aus, als wolle sie mir den Weg versperren. Ich lächelte leicht, selbstverständlich würde sie es nicht tun, aber ihre Sorge rührte mich. „Nun gut”, gab ich nach und drehte ihr den Rücken zu, damit sie mein Kleid öffnen konnte. Während sie an dem Verschluss nestelte betrachtete ich mich in dem großen Spiegel der neben meinem Bett stand. Mein Bauch war kugelrund und riesig. Sanft strich ich mit meiner Hand darüber und spürte sofort einen Tritt. Ich grinste und strich beruhigend über die Stelle an der ich den Fuß vermutete. Langsam glitt das Kleid über meine Schultern und Anne half mir in mein Nachthemd, das deutlich bequemer war. „Vielen Dank”, sagte ich und drehte mich zu ihr um. Sie hielt das Kleid, das ich gerade noch angehabt hatte über dem Arm und fragte: „Geht es Euch sonst gut? Braucht Ihr etwas zu trinken?” Ich schüttelte den Kopf. “Nein, danke. Finde bitte einfach heraus wo Maxon ist, ja?” Sie nickte und verschwand um die Ecke. Ich seufzte und ließ mich wieder auf das Bett sinken. Das Kind musste kräftig sein, ständig spürte ich Bewegungen und mein Bauch war deutlich größer als es üblich war. „Was für ein Wonneproppen. Du bist so viel runder als ich es gewesen bin, das muss die gute Ernährung sein!”, hatte meine Mutter stets gesagt. Und sie hatte recht. Maxon hatte einen extra Koch für mich eingestellt, der sich täglich mit meinen Ärzten beriet und ich bekam die erlesesten Speisen. „Wir wollen doch, dass es dem zukünftigen König an nichts mangelt!”; hatte er ausgerufen als ich neckisch gefragt hatte, ob er mich mästen wolle. Danach hatte er sich vorgebeugt, mich auf die Wange küsst und ein Ohr auf meinen Bauch gedrückt. „Ja, er hat Hunger! Mehr von dem Truthahn!” und ich hatte gelacht und die mir aufgezwungene Truthahnkeule verschlungen.
„Eure Hoheit?“, hörte ich eine leise Stimme von der Tür und erschrocken blickte ich auf. Ich war ganz in Gedanken gewesen und hatte nicht gemerkt, dass Anne zurück gekommen war. „Ja?“ Sie trat ein und nestelte nervös mit ihren Fingern an ihrem Kleid herum. „Ähm, ich, nun, seine Majestät entschuldigt sich, er arbeitet noch und wird heute Abend nicht mehr kommen“ Ich starrte sie an. „Bitte?“, fragte ich erstaunt und runzelte die Stirn. Es war inzwischen viertel nach 2 Uhr nachts. „Er, ähm, sagte er sei noch nicht fertig und werde dann heute Nacht allein nächtigen.“, erklärte Lucy entschuldigend, als sei das alles ihr Fehler. Ich schluckte meinen Ärger herunter und antwortete: „Danke, Lucy, leg dich schlafen.“ „Danke, Eure Hoheit, kann ich sonst noch etwas tun?“ ich schüttelte den Kopf und sobald die Tür geschlossen war, stand ich auf, schlüpfte in meinen Morgenmantel und meine Pantoffeln und glitt hinaus in den Flur.

Meine Schritte wurden fast vollständig von den dicken Teppeichen geschluckt die die Flure säumten. Ein kalter Windzug erfasst mich und ich schauderte leicht. In den letzten Wochen war es deutlich kälter geworden, obwohl es eigentlich Sommer war. Ich zog den Mantel enger um mich und umfasste meinen Oberköper um mich zu wärmen. Ich kam an mehreren Wachen vorbei die sich sofort verbeugten und keine Fragen stellten. Ich kam öfter heraus um nachts noch etwas spazieren zu gehen. Es schien den Prinzen, wie wir das Baby zärtlich nannten, zu beruhigen. Ich steuerte nach links,in den Flügel in dem Maxons Arbeitszimmer lag. Es war früher das seines Vaters gewesen und ich fand es besaß noch immer eine kalte, berechnende Aura. Ich ging ungern dort hin und wusste nicht so recht, warum Maxon nicht ein anderes Zimmer gewählt hatte. Vielleicht hatte er so das Gefühl von Macht, seinem Vater auf irgendeine Art und Weise ebenbürtig zu sein, doch ich wusste es nicht. Als ich vor der dicken Eisentür stand klopfte ich laut und wartete. Erst kam gar nichts, dann hörte ich ein Seufzen und ein „Herein. Anne, ich habe doch gesagt...“ Ich schob die Tür auf. Er saß hinter dem schweren Schreibtisch und sah unglaublich müde aus. Er hatte seine Krawatte gelockert, und den obersten Hemdknopf geöffnet. Seine Augen sahen erschöpft in meine Richtung. Erst nach dem Bruchteil einer Sekunde erkannte er mich. Sofort stand er auf. „America! Was machst du denn hier, ich habe doch gesagt...“ Ich schloss die Tür hinter mir und schüttelte den Kopf. „Ich dachte du kommst zu mir?“, fragte ich vorwurfsvoll und blieb vor der Tür stehen. Der Raum flößte mir immer noch Respekt ein und ich hatte immer das Gefühl als würde jeden Moment der alte König hinter einem Schrank hervor kommen und mich demütigen. „Du sollst doch so spät nicht im Schloss herum laufen! Und dann so leicht bekleidet, hat Anne dir keinen Mantel gegeben? Ich kann nicht fassen wie leichtsinnig du dich benimmst, denk doch an das Kind!“ er kam um den Tisch, seine Haare standen wild in alle Richtungen, sein Hemd war auf der einen Seite aus der Hose gerutscht. „Du hast gesagt du würdest kommen!“, antwortete ich trotzig, ohne wirklich zu wissen warum ich mich so defensiv verhielt. „Ich weiß, aber Carter hat mir gerade den Bericht aus dem Süden gebracht, er ist gerade erst gekommen, ich musste ihn selbstverständlich noch heute Abend bearbeiten. Ich wollte dich einfach nicht stören, America.“, antwortete er, schlang seine Arme um mich und legte seinen Kopf auf meine Schulter. Ich seufzte wohlig bei der Beruhigung und schloss für einen Moment die Augen. „Es tut mir Leid, ich wollte einfach nur schauen, ob es dir gut geht“, antwortete ich und sog seinen Geruch auf. Er roch nach Büchern und Tinte und seinem ganz eigenen Aroma. Er nickte, ließ von mir ab und küsste mich auf die Stirn. „Geh bitte wieder ins Bett, es ist zu spät. Du brauchst deinen Schlaf.“ Plötzlich schoss sein Kopf nach oben. „Oder habt ihr Hunger? Soll ich den Koch rufen?“, fragte er hastig und schien schon im Begriff die Wache vor seiner Tür zu alarmieren. Schnell schüttelte ich den Kopf. „Nein, nein. Alles Gut. Ich dachte nur...“ ich sprach den Satz nicht zu ende. Maxon legte mir einen Finger auf die Lippen, nickte und drückte mich sanft Richtung Tür. „Ja, ich verstehe schon. Aber jetzt solltest du wirklich wieder ins Bett. Es ist mitten in der Nacht. Ich sehe morgen früh nach dir.“ und schob mich etwas zu voreilig vor die Tür. „Würden Sie meine Frau bitte auf ihr Zimmer geleiten?“, fragte er eine der Wachen vor seinem Zimmer und hauchte mir einen Abschiedskuss auf die Wange. „Gute Nacht“, sagte er und nickte in die Richtung in der mein Schlafzimmer lag. „Gute Nacht“, murmelte ich, plötzlich von bleierner Müdigkeit überwältigt. Widerstandslos folgte ich dem Wachmann und fiel wie tot ins Bett.

Am nächsten Morgen wurde ich von leisem gemurmel. „Psst“, zischte Mary unwirsch und leises klirren ertönte aus der selben Richtung. Ich schlug die Augen auf, und sah Mary mit einem Tablett auf mich zu steuern, während Elisabeth hektisch versuchte die Tür zu schließen, durch die die Geräusche des Schlosslebens in den Raum drangen, ohne mich zu wecken. Sie hatte ein strahlend gelbes Kleid in der Hand, das ich noch nie zuvor gesehen hatte. „Guten Morgen“, sagte ich gähend und richtete mich auf. „Wie spät ist es?“ „Guten Morgen, eure Hoheit“, antwortete Mary und setzte das Tablett auf dem Nachttisch ab. Der Geruch von dampfendem Tee breitete sich im Raum aus. „Es ist halb 11, ihr habt lang geschlafen und leider das Frühstück verpasst fürchte ich.“ sie setzte ein entschuldigendes Lächeln auf und goss mir eine Tasse ein. „Pierre wird gleich etwas vorbei bringen. Ich wollte nur sicher gehen, dass Ihr gekleidet seid und nachfragen ob Ihr etwas bestimmtes braucht?“ Ich schüttelte den Kopf. „Danke, ich lasse mich gern überraschen.“ Aus den Augenwinkeln sah ich Elisabeth nervös auf der Stelle treten. Sie war neu und ersetzte Lucy, die gerade einen gesunden Jungen zur Welt gebracht hatte und nun ihr Mutterglück genoss. Ganz offensichtlich schüchterte ich sie immer noch ein, vielleicht war es aber auch einfach Marys forscher Umgang mit ihr. Ich erhob mich und fragte: „Möchtest du mir das Kleid einmal zeigen? Es ist neu, richtig?“ Sie strahlte mich an und nickte eifrig. „Ja, ich habe der Schneiderin dabei geholfen!“, antworte sie stolz und hob es hoch.
Der Rock war wirklich gelb und glitzerte im Morgenlicht. Das Oberteil war weiß und mit feinster Spitze verziert. Es war weit, wallig und sah einfach umwerfend aus. „Wow, es ist wunderschön. Danke!“, rief ich aus und kaum hatte ich es an drehte ich mich vor dem Spiegel hin und her. Mary lächelte und nickte Elisabeth anerkennend zu, während sie mir die Haare aus dem Gesicht flocht und hinten über meinen Rücken fallen ließ. Es klopft an der Tür und ich bekam ein ausgiebiges Frühstück, das seines gleichen suchte. Ich schaffte nur die Hälfte und war pappsatt. Erst nachdem ich den letzten Bissen herunter geschluckt hatte fiel mir ein, dass Maxon auch heute morgen nicht gekommen war. „War Maxon heute hier?“, fragte ich Mary etwas nervös und sie schüttelte verwundert den Kopf. „Nein, habt Ihr ihn erwartet?“ Ich zog die Augenbrauen zusammen. Das war eigentlich nicht seine Art doch ich winkte ab. Er hatte es wahrscheinlich einfach über dem Berg von Arbeit vergessen.

Ich machte es mir mit einem Buch in der Bibliothek bequem. Ich durfte im Moment nicht nach draußen, nicht nachdem was vor einem knappen Jahr geschehen war, und die Bibliothek war einfach der stillste Raum im Schloss. „America?“, hörte ich dann eine Stimme hinter mir. Ich drehte mich überrascht um. „Kriss? Was machst du denn hier?“, fragte ich erfreut und drückte sie an mich. Sie sah wunderschön aus. Kriss bewohnte ein kleines Haus ganz in der Nähe, und konnte sich vor Heiratsanträge kaum retten, sie sah wunderbar aus. „Ich dachte ich komme dich besuchen, man du siehst toll aus!“, rief sie aus und betrachtete mich von Kopf bis Fuß. „Wie geht es euch? Man du bist aber in die Breite gewachsen!“ ich lachte. „Oh, wem sagst du das. Ich hab das Gefühl einen Riesen zu bekommen“ Sie nickte anerkennend. „Man, wer hätte das gedacht. Wie geht es Aspen und Lucy? Haben sie inzwischen einen Namen für den Kleinen?“, fragte sie und setzte sich neben mich auf die Bank. „Ja, seine Taufe war gestern, er heißt Kyson und wächst prächtig. Ganz sein Papa. Aspen zeigt ihn jedem der nicht bei drei auf dem Baum ist, ich fürchte er wird eher ein Schwert als seinen Löffel halten können!“, antwortete ich und meinte es auch so. Aspen war der stolzeste Vater den ich je gesehen hatte. Er liebte seinen Sohn abgöttisch, eine Woche nach seiner Geburt kannte Kyson schon die gesamte Schlosswache. Der eine oder andere hatte sogar seine Tochter als zukünftige Braut angeboten, so ein süßer Fratz war er. „Das glaube ich sofort! Aber was ist denn mit dir? Wird es ein Mädchen oder ein Junge, was denkt ihr?“, fragte Kriss interessiert und beäugte mich mit einem Grinsen im Gesicht. „Oh, Maxon ist sich sicher, dass es sein Thronfolger wird. Ich denke es auch. Ein starker noch dazu, er tritt wie ein Weltmeister“ Kriss nickte anerkennend. „Wie geht es Maxon denn? Viel Arbeit?“ ich seufzte tief, das war ein sehr leidiges Thema.“Oh ja, er kommtgar nicht mehr da raus. Ständig muss er irgendwelche Dokumente und Formulare ausfüllen, ich glaube er hat das Gefühl alles ungeschehen machen zu müssen was sein Vater getan hat, und zwar in den nächsten 24 Stunden.“ Kriss nickt mitfühlend. „Aber ein anderes Thema: Wie steht es bei dir? Was ist mit diesem Polizist, der sich die letzten Wochen immer wieder nach dir erkundigt hat?“, fragte ich neckisch. Sie errötete leicht und sah zur Seite. „Naja, mir fällt es schwer mich umzugewöhnen. Das mit Maxon ist noch... so frisch. Ich kann doch ehrlich mit dir sein?“, fügte sie schnell hinzu. „Ich habe einfach das Gefühl, als bräuchte ich noch Zeit. Aber ja, er ist sehr nett und höflich“, sie lächelte leicht. Ich vertraute Kriss, auch wenn es ein komisches Gefühl war, wenn sie so über meinen Mann sprach. „Ich halte ihn für eine wunderbare Wahl. Du solltest ihm ehrlich sagen, wie du zu ihm stehst“ und wir plauderten noch eine ganze Weile über Gott und die Welt. Die Sache mit Maxon hatte ich schon fast wieder vergessen.
 
 
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