Das ist nicht genug

GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P18 Slash
Robin Sir Guy of Gisborne
30.09.2014
27.07.2019
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Das ist nicht genug

Warnung: RAPE/ Vergewaltigungsszene im ersten Kapitel! Ich wollte schon mal gleich vorwarnen, dass Robin in dem ersten Kapitel nicht gerade gut wegkommt (*räusper* das ist wahrscheinlich die Untertreibung des Jahrhunderts), aber es ist halt notwendig für den weiteren Verlauf der Geschichte. Wem das Thema also zu nahe geht, sollte von dieser FF lieber Abstand nehmen. Ach ja und ich sollte vielleicht auch noch darauf hinweisen, dass dies eine Mpreg-Stroy ist (Guy ist von Robin schwanger), weil dieses Genre schließlich nicht jeder mag und natürlich AU.

Kapitel 1:

Diese Geschichte spielte in einer Welt, die der Unsrigen gar nicht so unähnlich ist. Einem Alternativuniversum, wie man so schön sagt. Auf den ersten Blick würdest du wahrscheinlich gar keinen Unterschied bemerken, aber es gibt einen. Einen einzigen. Die Evolution hat es anscheinend für unproduktiv gehalten das sich nur Männchen und Weibchen fortpflanzen können und so ist es dort auch zwei Frauen möglich zusammen ein Kind zu zeugen, oder einem Mann Nachkommen zu gebären. Wie genau das von statten geht fragst du dich? Nun ich muss dich enttäuschen, dies hier ist kein Biologiebuch. Wenn du etwas mehr über die Fortpflanzung auf Edre erfahren möchtest, solltest du in einer der dortigen Bibliotheken recherchieren, denn so heißt dieser Planet der unserer Erde so ähnlich ist. Das Geschlecht ist an diesem Ort demnach nur ein äußeres Merkmal, dass keine große Rolle spielte, wie zum Beispiel, die Haar-, oder Augenfarbe.

Unsere Geschichte ereignete sich im 12. Jahrhundert. Es ist die Geschichte von Robin Hood. Aber nicht jene, die uns schon allen vertraut ist. Wir alle wissen bereits, dass er es war der dem Sheriff von Nottingham die Stirn bot. Das er von den Reichen nahm, um es den Armen zu geben. Aber Robin war nicht nur der strahlende Held, für den ihn alle hielten. Er hatte auch seine Schattenseiten. Es war jener Tag gewesen, an dem Sir Guy seine Verlobung mit Lady Marian bekannt gab. Die Frau, welche eigentlich seit jeher Robin versprochen war. Doch was das Fass zum überlaufen brachte, war die Tätowierung an Guys Arm. Robin hatte diese Tätowierung schon einmal gesehen. Damals im Heiligen Land. Guy of Gisborne war der Assassine gewesen, der den König töten wollte. Er hatte Robin damals lebensgefährlich verletzt und nur wegen ihm waren die Friedensverhandlungen mit Sultan Saladin gescheitert. König Richard glaubte immer noch, dass sich die Sarazenen nicht an den Waffenstillstand gehalten hätten, dabei waren es in Wahrheit verkleidete Soldaten des Sheriffs gewesen, die sie in Akkon überfielen.

„Wer war alles an der Verschwörung beteiligt?“, verlangte Robin zu erfahren. Er hielt Guy im Würgegriff, der an einen Baum gefesselt war. Die übrigen Outlaws waren in Nottingham, um Djaq aus den Klauen des Sheriffs zu befreien. Nur Much war bei Robin und wurde kreidebleich. So kannte er seinen Master gar nicht. Was war nur los mit ihm?

„Was ist, wenn ich es nicht sage?“, brachte der Dunkelhaarige nach Luft ringend hervor.

„Dann bringe ich Euch um“, drohte Robin und verstärkte seinen Griff um Guys Hals. „Ich bringe Euch um, ob Ihr redet, oder nicht.“

„Nein, du hast dich geändert Locksley. Das hast du mir selbst gesagt“, konterte der Gefangene ebenso hasserfüllt, wie sein Gegenüber. „Zeig mir einen Konflikt der durch Blutvergießen gelöst werden konnte“, zitierte er Robin. Dieser lies Guy daraufhin los und drehte ihm den Rücken zu. Zielstrebig schritt er auf die Feuerstelle zu. Der Handlanger des Sheriffs war sich sicher das der Hüter des Sherwood Forests nur bluffte und meinte daher herablassend: „Du bist ein friedliebender Kerl mit einem weichen Herz geworden, der wertlosen Schmuck für die Armen stiehlt.“

Mit der Waffe in der Hand, stürmte er blind vor Zorn auf den Gefangen los, doch Much blockierte ihm plötzlich den Weg und packte ihn an den Oberarmen. „WAS MACHST DU DENN DA? Du hast mir etwas versprochen! Du wolltest es den anderen erklären! Was hat das mit Erklären zu tun?“, klagte Much ihn schockiert an.

„SIE SIND EINFACHE MÄNNER! Sie haben sich jahrelang im Wald versteckt! Sie verstehen nichts von Politik!“, schrie Robin seinen ehemaligen Diener außer sich vor Wut an. Niemand würde ihn davon abhalten Guy of Gisborne seiner gerechten Strafe zuzuführen! Noch nicht einmal Much.

„Was ist nur mit dir los? Ich hab’ mich nicht im Wald versteckt! Und ich kann das hier auch nicht verstehen!“

Rüde wollte Robin seinen besten Freund beiseite stoßen. Er hatte keine Zeit für irgendwelche Diskussionen, aber dieser lies sich nicht so einfach aus dem Weg drängen.

„JA MUCH, DAS LIEGT DARAN, dass du ebenfalls ein einfacher Mann bist!“, spie Robin ihm entgegen. Diesem fehlten daraufhin die Worte. Fassungslos und verletzt sah er seinen ehemaligen Master an.

Auf einmal vernahm Robin Guys überhebliches Lachen und sah zu dem immer noch am Baum gefesselten Widerling hinüber. In diesem Moment wandte Much sich von seinem jahrelangen Freund ab und ging einfach davon. Erst jetzt wurde Robin bewusst, wie sehr seine Worte den Rothaarigen anscheinend getroffen hatten. Schuldbewusst sah er ihm nach und sagte nun in einem eher beschwichtigendem Tonfall: „Ich wollte dich nicht verletzen.“

Nach kurzem Zögern blieb Much stehen und drehte sich zu ihm um. „Robin so kenne ich dich nicht. Und wenn ich das sagen darf, ich bin froh darüber.“

Einen Moment lang hielt er Muchs anklagendem Blick stand, doch dann zog Robin scharf die Luft ein, wandte sich ab und entfernte sich ein paar Schritte von dem Gefangenen.

Guy lachte hämisch. Er hatte doch gewusst, das Locksley ein Weichling geworden war, der unfähig war einen Mord zu begehen. Doch in diesem Augenblick, drehte sich Robin zu ihm um und warf seinen Dolch in Guys Richtung. Dieser hätte wohl seine Stirn durchbohrt, wenn der Dunkelhaarige nicht im letzten Moment seinen Kopf zur Seite gedreht hätte. Das Lächeln war von seinen Lippen geschwunden. Verängstigt wandte er sein Gesicht wieder nach vorne und schielte zu dem Dolch hinüber, der nun neben seinem Kopf in dem Baumstamm steckte. Er atmete schwer. Das kam unerwartet.  

Bedrohlich nährte sich Robin ihm. Guy japste hörbar nach Sauerstoff. Panik überkam ihn, doch im letzten Moment änderte der geübte Bogenschütze seinen Kurs und ging wieder hinüber zur Feuerstelle. Nicht nur Guy, sondern auch Much atmete hörbar aus. Der ehemalige Diener ging auf den verhassten Handlanger des Sheriffs zu und zog den Dolch aus dem Baumstamm heraus. Dann drehte er sich um und begriff, was sein ehemaliger Herr eigentlich plante. Denn Robin kniete nun vorm Feuer und legte die Spitze seines Schwertes in die Flammen.  

„Das ist falsch“, meinte er mit weinerlicher Stimme und hängte noch ein - Master - hintendran. Robin sah ohne irgendeine Gefühlsregung in die Flammen und versuchte noch nicht einmal sich zu rechtfertigen.

„Es ist falsch!“, wiederholte Much sich.

„Ich werde ihn nicht töten“, brachte Robin zwar mit leiser, aber bedrohlicher Stimme hervor. „Ich bring ihn nur zum Reden.“ Dann erhob sich der Hüter des Sherwood Forests von der Feuerstelle und schritt mit dem glühendem Schwert in der Hand auf Guy zu.

„Die Verschwörung gegen den König“, sagte er eindringlich und packte den Gefangenen am Kragen. „Ich will Namen hören!“ Robin hielt die glühende Schwertspitze bedrohlich nah an Guys Gesicht.

„Der König lässt sein Volk im Stich. Er führt in einem fernen Land den Krieg eines Anderen“, knurrte Guy zwischen zusammengebissenen Zähnen, seine Augen furchtsam auf das glühende Eisen gerichtet.

„Wenn sein Volk wäre wie Ihr, dann hätte er es zu Recht verlassen“, meinte Robin mit purer Abscheu in den Augen. Die Schwertspitze kam immer näher. Guy schnappte nach Luft und drehte sein Gesicht zur Seite, auf den bevorstehenden Schmerz gefasst.

„NEIN!“, schrie Much plötzlich. „Hör auf! Mit so etwas habe ich nichts zu tun!“

Das heiße Metall schwebte bedrohlich dicht vor Guys linkem Auge. Wollte Locksley ihn blenden?

„Das wirst du bereuen!“, prophezeite Robins Freund verzweifelt. „Du wirst wieder zur Vernunft kommen und dann bereust du es!“

„Das geht dich nichts an Much“, zischte er lediglich, sein Blick immer noch starr auf sein Opfer gerichtet.

„DU BIST MEIN HERR! Es geht mich alles etwas an!“, tadelte der Rotschopf ihn mit geballten Fäusten. „Ich bin dir in die Schlacht gefolgt und ich bin dir auch in den Wald gefolgt! Aber ich folge dir nicht, wenn du jemanden folterst.“

Ohne sein Schwert von Guys Gesicht auch nur einen Zentimeter wegzubewegen, drehte Robin seinen Kopf zu Much um und sagte mit gebleckten Zähnen: „Dann verlass mich!“ Daraufhin wandte er sich auch schon wieder von ihm ab und Guy zu.

„Würdest du das ernst meinen, dann....“

„GEH!“, fiel Robin dem anderen Outlaw ins Wort.

Mit einem verletztem Blick, der sowohl Enttäuschung, als auch Verbitterung zum Ausdruck brachte, folgte Much dem Befehl seines ehemaligen Herren und bestieg sein Pferd. Guy sah ihm verzweifelt nach. Wenn dieser Bauerntölpel fort war, dann gab es niemanden mehr, der Robin aufhalten könnte. Doch dieser senkte sein Schwert und trat einige Schritte zurück. Guy wusste nicht was er davon halten sollte.

„Dir gehen wohl die Freunde aus Locksley“, sagte er, während Much davonritt. „Was ist mit den Bauern deren Interessen du vertrittst? Sie werden sehr enttäuscht sein, wenn sie merken, dass hinter diesen noblen Worten ein Mann steckt, der genauso gewalttätig wie alle anderen ist! Und nicht nur die Bauern, sondern auch ein paar Adlige die du verteidigst, sind geblendet von deinen edelmütigen Taten! Edward, M-a-r-i-a-n.“ Ihren Namen hatte Guy gedehnt langsam hervorgebracht, in der Hoffnung vielleicht auf diese Weise an Robins Gewissen zu appellieren und doch noch mit heiler Haut davonzukommen.

Für einen kurzen Moment hielt Robin in seiner Bewegung inne und Guy dachte schon, dass seine Worte Wirkung gezeigt hätten, doch dann sagte er mit einem falschen Lächeln auf den Lippen: „Oh, es gibt auch andere Wege einen Mann zum Reden zu bringen, als ihn mit einem glühenden Eisen zu malträtieren.“

Daraufhin stemmte er sein Schwert neben sich in den Waldboden.

Guy sah ihn verständnislos an, bis er auf einmal Robins Finger an seiner Hosenschnalle spürte. „Was hast du vor?“, fragte er stocksteif und schielte zu Robins Händen hinab.

„Ich denke Ihr wisst ganz genau was ich vor habe und ich bin mir ziemlich sicher, dass niemals auch nur eine Menschenseele davon erfahren wird. Das würde Euer Stolz nicht zulassen“, knurrte Robin mit kaltem, emotionslosem Blick. Die Gürtelschnalle löste sich und Robin zog die Hose des gefesselten Mannes herab. Dieser fühlte die kühle Luft auf seiner entblößten Lendengegend. Scham stieg in ihm auf und sein Herz schlug auf einmal so laut, dass es ihm in den Ohren dröhnte. Das würde Locksley niemals durchziehen! Das waren doch nichts als leere Drohungen, versuchte sich Guy einzureden.

„Aber ich muss gestehen, mir ist es eigentlich zuwider eine dreckige, verräterische Ratte wie Euch zu berühren. Ich würde gerne darauf verzichten, wenn Ihr mir die Namen verratet. Wer war alles an diesem Komplott gegen den König beteiligt?“, zischte der Anführer der Outlaws bedrohlich.

„Du bluffst doch nur“, grollte Guy mit gerümpfter Nase, in dem verzweifelten Versuch seine Fassung wiederzugewinnen.

Robin schnaubte nur verächtlich und schloss seine Hand um Guys Glied.

„NIMM DEINE DRECKIGEN PFOTEN DA WEG!“

„Die Namen“, bohrte Robin weiter nach. Sein Gesicht zeigte keinerlei Gefühlsregung, doch sein Herzschlag nahm rapide zu. Verschiedene Emotionen durchströmten ihn. Auf der einen Seite brodelte der Hass in ihm und er verspürte den Wunsch sich an Guy zu rächen, aber auf der anderen Seite genoss er auch das plötzliche Gefühl der Macht und Überlegenheit. Er merkte wie er plötzlich erregt wurde und verabscheute sich selbst dafür. Das war krank, das war falsch, flüsterte eine leise Stimme in seinem Hinterkopf, aber er hörte nicht auf sie.

„Was ist nun?“

Er erhielt keine Antwort, also ließ er von Guys Geschlechtsorgan ab und öffnete seine eigene Hose. Guy fühlte, wie ihm der Angstschweiß auf die Stirn trat. Wenn er Locksley die Namen der Beteiligten verriet, war er ein toter Mann! Außerdem hegte er immer noch die Hoffnung, dass sein Gegenüber einen Rückzieher machen würde.

„Ich gebe Euch noch eine letzte Chance: Nennt - mir - die - Namen!“

Guys Lippen verzogen sich zu einer schmalen Linie, während er Robin voll Feindseligkeit fixierte.

„Wie Ihr wollt“, knurrte dieser. Im nächsten Moment spürte Guy kalte Finger, die seine Beine spreizten und versuchte nach Robin zu treten, aber stattdessen baumelte er nun wie ein Fisch am Haken, an seinen Fesseln.

„DU KRANKER MISTKERL!“, schrie Guy. Robins Körper presste sich an den seinen. Er hob seine Beine an und musterte ihn mit diesem reptilienartigem Blick.

Langsam beugte er sich nach vorne und säuselte Guy gehässig ins Ohr: „Ihr wisst, was Ihr sagen müsst, damit ich aufhöre.“ Seine Stimme klang in Guys Ohren ekelhaft erregt und ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken.

Im nächsten Moment spürte er ihn in sich eindringen und brüllte, mit schmerzverzerrtem Gesicht auf. „ICH BRINGE DICH UM LOCKSLEY! ICH SCHWÖRE ES, ICH BRINGE DICH EIGENHÄNDIG UM!“

Robin hielt plötzlich in seiner Bewegung inne und sah Guy auf einmal mit einem ganz merkwürdigen Ausdruck im Gesicht an, den dieser nicht zu deuten wusste. Dann begann er sich in ihm zu bewegen. Mit einem Laut, der einem Schluchzen sehr nahe kam, schloss Guy die Augen und wendete den Kopf ab. Er versuchte den beißenden Schmerz zu ignorieren, als Robins Glied immer wieder rücksichtslos in ihn eindrang. Er spürte etwas Feuchtes an seinen Beinen hinablaufen und war sich ziemlich sicher, dass es Blut war. Ein winselndes Geräusch entrang sich seiner Kehle.

„Bitte, hör auf“, brachte er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, in einem so unterwürfigen Tonfall, der sonst gar nicht seine Art war. Er hatte die Augen immer noch fest geschlossen. Für einen kurzen Moment hielt Robin in seiner Bewegung inne und Guy schöpfte schon Hoffnung, dass er von ihm ablassen würde, aber dann begann er sich von Neuem in ihm zu bewegen. Er spürte wie ihm Tränen aus den Augenwinkeln liefen, dabei hatte er nicht mehr geweint, seitdem er ein kleines Kind war. Eine nasse Zunge, leckte ihm auf einmal über die feuchte Wange. Verzweifelt presste Guy sein Gesicht noch näher an den Stamm des Baumes, um dieser zu entfliehen. Robins Bartstoppeln streiften seinen Unterkiefer und seine Lippen berührten auf einmal seinem Hals.

„Du verdammter Bastard“, jammerte der Dunkelhaarige verzweifelt, wobei seine Worte in ein Schluchzen übergingen. „Der Sheriff... in Ordnung? Der Sheriff war daran beteiligt!“

Doch anstatt wie versprochen von ihm abzulassen flüsterte Robin ihm ins Ohr: „Scht, es ist gleich vorbei.“

„DU VERDAMMTER LÜGNER! Du hast gesagt..., du hast gesagt...“, er öffnete die Augen und sah in Robins ekstatisches Gesicht. Die Worte blieben dem Dunkelhaarigem im Halse stecken. Dieser kranke Bastard hatte Freude daran!

Noch ein paar Mal stieß Robin in Guys Rektum vor, bis ihn schließlich ein leichtes Zittern überkam und er sich in ihm ergoss. In dem Moment, wo Robin seinen Höhepunkt erreichte, schien alle Wut aus ihm zu weichen. An ihre Stelle trat nun ein schlechtes Gewissen, doch sofort versuchte er dieses zu verdrängen. Dieser Mistkerl hatte nichts Besseres verdient. Er sollte froh sein, dass Robin ihm nicht sofort die Kehle durchschnitt. Sein Glied glitt aus Guy heraus. Er zog wieder seine Hose hoch und kleidete auch seinen Gegenüber wieder ordnungsgemäß an. Dabei fiel ihm die leichte Blutspur zwischen Guys Schenkeln auf, die bereits an seinen Beinen trocknete. //Er hat es nicht besser verdient//, sagte Robin wie eine Mantra mental vor sich her und biss die Zähne zusammen. //Er verdient mein Mitleid nicht!// „Ich werde ins Heilige Land gehen und dem König von Eurem Verrat unterrichten. Er soll über Euer Schicksal und das des Sheriffs entscheiden. Dieser sinnlose Krieg muss endlich ein Ende finden“, brachte Robin mit monotoner Stimme hervor, doch er konnte Guy nicht ins Gesicht sehen. Denn in Wahrheit wusste er, dass das was er getan hatte verabscheuungswürdig war. Er zog sein Schwert aus dem Erdboden, holte damit aus und schlug zu! Guy schloss die Augen und biss die Zähne zusammen, seinen Tod schon vor Augen. Doch die Klinge hatte nicht ihn, sondern seine Fesseln getroffen, die sich nun lösten. Überrascht befreite sich Guy eilig von den Schnüren. Sein Unterleib schmerzte und er fühlte sich ganz wacklig auf den Beinen. Er wollte auf Robin losgehen, aber dieser hielt ihn mit seiner Schwertspitze auf Abstand. Selbstekel packte den Bogenschützen, als sich ihre Blicke trafen. Jetzt wo die Wut verblasst war wurde ihm erst wirklich bewusst, was er da gerade getan hatte. Er hatte einen anderen Menschen geschändet. Ganz gleich ob dieser sein größter Erzfeind war. Dazu hatte er kein Recht gehabt. Ihn überkam das Bedürfnis Guy die verbliebenen Tränenspuren von den Wangen zu wischen und um Vergebung zu bitten, doch stattdessen entfuhr ihm nur ein kühles: „Mach das du von hier fort kommst.“ Das ließ sich dieser nicht zwei Mal sagen. Auch wenn jede Bewegung eine Qual war, griff er nach seinem Pferd und stieg mit schmerzverzerrtem Gesicht in den Sattel.

Robin sah ihm eine Zeit lang wie versteinert nach, als er davonritt. Er steckte seine Hände in die Taschen und scharrte mit dem Stiefel ein wenig in der Erde. //Ich bin kein Stück besser als der Sheriff//, dachte er sich. Plötzlich spürte er etwas in seiner Tasche und zog den Verlobungsring hervor, den der Handlanger des Sheriffs Marian geschenkt und Robin ihr entwendet hatte. Er ballte seine Faust darum. Mochte sein das Guy Marian nicht verdiente, aber er war ihrer nun auch nicht mehr würdig. Im ersten Moment hatte er dem Gisbornenachkommen nur drohen wollen, aber als dieser seine Worte nicht ernst nahm, da hatte Robin auf einmal rot gesehen. Er wusste selber nicht, was ihn überkommen hatte!

Kurze Zeit später, kam Much, gefolgt von Marian auf ihn zugelaufen. Er hatte sie anscheinend zur Hilfe geholt, da er hoffte das sie Robin zur Vernunft bringen könnte. Wären sie doch nur schon etwas eher hier gewesen, dann wäre das alles vielleicht nie passiert.

Beide sahen ihn anklagend an. „Wo ist Sir Guy?“, verlangte Marian zu erfahren.

„Zurück nach Nottingham. Schätze ich mal“, antwortete Robin und hielt ihr den Ring entgegen. „Ich vergas ihm dies hier zurückzugeben. Aber im Endeffekt ist es ohnehin deiner.“

Verwirrt sahen ihn sowohl Much, als auch die Frau die er liebte an.

„Also bist du doch noch zur Besinnung gekommen?“, fragte Much hoffnungsvoll, während Marian näher herantrat und den Ring entgegennahm. Der Hüter des Sherwood Forests sagte nichts mehr, sondern starrte nur mit einer undurchdringlichen Mine in die Ferne. Sollte Guy trotz der Erniedrigung, die das mit sich bringen würde, jemandem von Robins schändlicher Tat berichten, dann würde er es nicht abstreiten, aber es oblag nicht ihm, diese Entscheidung zu treffen.

„Ich werde ins Heilige Land reisen und dem König vom Verrat des Sheriffs unterrichten. Er war anscheinend der Drahtzieher“, brachte Robin auf einmal hervor.

„Der Drahtzieher?“, erkundigte sich Marian verwirrt.

„Für den Anschlag auf das Leben des Königs. Er ist der Grund warum die Friedensverhandlungen gescheitert sind. Wenn aber König Richard erfährt, dass es nicht die Sarazenen waren, die unser Lager überfielen, sondern die Männer des Sheriffs, dann hat dieser Krieg vielleicht endlich ein Ende.“

„Der Sheriff ist auch darin verwickelt? Und das hat Gisborne dir gestanden? Wie hast du ihn zum Reden gebracht?“, wollte Much wissen und wurde ein bisschen blass um die Nasenspitze herum. Hatte sein Herr den anderen Mann schon längst gefoltert? Waren sie einfach nur zu spät.

„Ja, das hat er. Wie ich ihn dazu gebracht habe spielt keine Rolle“, meinte Robin.

„Das spielt sehr wohl eine Rolle! Wenn du ihm etwas zu Leide getan hast, dann bist du nicht besser als die Menschen, gegen die wir kämpfen!“, begehrte der Rothaarige auf.

„Vielleicht bin ich das auch nicht“, gestand Robin.

„Was willst du damit sagen? Wie geht es Sir Guy? Ist er verletzt?“, brachte Marian anklagend hervor. Ihre Gesichtszüge waren auf einmal angespannt. Robin erhob sich vom Waldboden und begann seine Sachen zusammenzupacken. „Nicht so wie du denkst. Er ist körperlich wohl auf“, behauptete Robin, auch wenn er sich sicher war, dass Guys Gesäß nun sehr schmerzen musste.

„Also hast du ihm nur gedroht“, schlussfolgerte Much fälschlich daraus. Er beobachtete, wie sein ehemaliger Master sein wichtigstes Hab und Gut in einer Tasche verstaute und sich seinen Bogen über die Schulter legte. „Wo willst du hin?“, verlangte er zu erfahren.

„Habe ich das nicht bereits gesagt? Sobald die anderen zurück sind, werde ich ins Heilige Land aufbrechen.“ Außer Guys Tätowierung, hatte er zwar keinerlei Belege für seine Anschuldigungen und unter anderen Umständen wäre er gewiss nicht ohne handfeste Beweise abgereist, aber er wollte einfach nur noch fort von hier. Der König vertraute ihm. Vielleicht würde er sich auch ohne irgendwelche Beweise auf sein Wort verlassen und mit ihm nach England zurückkehren.

„Du willst wieder fortgehen?“, brachte Marian überrascht hervor und konnte die Enttäuschung in ihrer Stimme nicht verbergen.

Robin zuckte mit den Schultern, während er weiterhin stur an den beiden vorbei sah. „Ich würde dich ja fragten, ob du mit mir kommen willst, aber wir wissen beide, dass deine Antwort nein lauten wird“, sagte Robin, auch wenn es nicht ganz der Wahrheit entsprach. Er war sich zwar sicher, dass Marian niemals freiwillig von hier fortgehen würde, aber er hatte auch gar nicht vorgehabt sie zu fragen. Er verdiente sie nicht länger, wollte sie aber auch nicht verletzen.

„Du glaubst also wirklich, dass der Sheriff darin verwickelt ist“, stellte Marian fest und war sich sicher, das ihr Robin irgendetwas verschwieg. Er würde doch niemals, mit nur einer Hand voll Anschuldigungen, solch eine lange Reise auf sich nehmen. „Und Sir Guy auch?“, bohrte sie nach. Robin nickte stumm. Hätte ihr Gegenüber seinen Kontrahenten einfach nur beschuldigt, dann hätte sie ihm wahrscheinlich nicht geglaubt. Sie wäre davon ausgegangen, dass Robin versuchte ihre Eheschließung mit Guy zu sabotieren und deswegen solche wilden Behauptungen aufstellte. Aber Robin wollte ins Heilige Land aufbrechen. Er schien felsenfest überzeugt zu sein.

„Dann komme ich mit dir“, meinte sie.

„Wie?“, verblüfft sah er nun doch in ihre Richtung.

„Ich komme mit dir. Wenn ich hier bleibe, werde ich wohlmöglich früher, oder später dazu gezwungen sein Sir Guy zu heiraten. Aber einen Verräter kann ich unmöglich zum Mann nehmen“, erklärte sie mit vor der Brust verschränkten Armen.

„Aber was ist mit deinem Vater?“, versuchte Robin sie von dieser Entscheidung abzubringen.

„Wir könnten das Gerücht streuen ich sei von dir entführt worden“, schlug Marian vor.

„Oh ja, dass wird meinem Ruf sicherlich zu Gute kommen“, schnaubte der brünettblonde Outlaw.

„Die Mensch, die dich kennen werden wissen, dass nicht viel Wahres daran ist und sobald wir zurückkehren, werde ich die Angelegenheit richtig stellen“, winkte Marian ab. „Versuch nicht mich aufzuhalten. Auch ich bin um das Wohlergehen dieses Landes besorgt und wie schon gesagt, wenn ich hier bleibe, könnte man mich wohlmöglich noch dazu zwingen Sir Guy zu heiraten.“

Robin überlegte fieberhaft nach einem Argument, um Marian von ihrer Entscheidung abzubringen, aber er wusste wie verbohrt sie sein konnte.

„Ich werde auch mitkommen, Master!“, verkündete Much, woraufhin er demonstrativ seine Sachen packte.

Robin fühlte sich wie betäubt. Wenn er Marian und Much beichten würde, was wirklich vorgefallen war, dann würden sie wohl nie wieder ein Wort mit ihm reden und es geschähe ihm ganz Recht, aber er schwieg.

Als später die übrigen Outlaws zurückkehrten, wuchs sein schlechtes Gewissen sogar noch weiter an. Er hätte sich an ihrer Rettungsaktion beteiligen müssen. Wäre er nicht so verblendet von seinen Rachegedanken gewesen, dann wäre er mit den anderen nach Nottingham gegangen und hätte niemals Hand an Guy gelegt. Bei dem Gedanken überkam ihn ein dumpfes Gefühl in der Magengegend.

Little John, der Will und Allan anführte, trat mit einem leeren Weidenkorb nach Much. Er sah ziemlich verstimmt aus, ebenso wie die anderen beiden. Sie waren alle besuhlt mit Dreck.

„Hey, hör zu, er war zehn Jahre lang mein Herr. Was erwartest du von mir?“, rechtfertigte Much sich eilig, als Little John ihn mordlüstern anfunkelte. Eigentlich wäre es seine Aufgabe gewesen Robin zu bewachen, damit dieser kein Weiteres Mal wie ein tollwütiger Hund auf ihren Gefangenen losging. Robin wurde sogar extra an einem Baum gefesselt, aber Much hatte ihn wieder losgebunden, in dem Glauben sein früherer Herr hätte sich beruhigt. Nicht gerade die weiseste Entscheidung in seinem Leben.

Erst jetzt bemerkte Much das Djaq nicht bei ihnen war. „Was ist passiert?“, fragte er besorgt. Plötzlich nahm er einen ekelerregenden Geruch wahr. „I-h-r... stinkt“, stellte er mit gerümpfter Nase fest. „Ha... Wo ist Djaq?“

„Es war eine Falle!“, schnauzte Little John ihn an.

„Wir mussten durch das Klo fliehen“, beklagte Allan sich.

„Sie waren uns auf den Fersen“, fügte Will hinzu.

„Sie haben sie wieder erwischt“, erklärte der Trickbetrüger frustriert.

„Wo ist Gisborne?“, verlangte Little John zu erfahren.

„Er lebt noch“, brachte Much mit einem schweren Seufzen hervor. „Manchmal sah es schon ein bisschen gefährlich aus. Seit dem Kreuzzug habe ich so was nicht mehr erlebt.“

Little John verdrehte mit einem Stöhnen die Augen. Warum hatte dieser Idiot Robin auch wieder losgebunden?

„Ich musste meine ganze Kraft aufbringen, um ihn zu beruhigen und sie auch“, flunkerte der ehemalige Diener ein wenig, wobei er mit einer Kopfbewegung in Marians Richtung wies, die Little John zuerst gar nicht wahrgenommen hatte. „Aber ich hab’ sie geholt, also könnte man sagen das es mein Verdienst war“, behauptete Much, obwohl sich Robin in Wahrheit längst wieder beruhigt hatte, als er mit Marian im Lager eingetroffen war. Zu diesem Zeitpunkt war Guy schließlich auch schon längst fort gewesen, aber Much fürchtete Little Johns Groll, weshalb er versuchte sich selbst in einem besseren Licht darzustellen. „Auf jeden Fall ist Robin wieder zur Besinnung gekommen und hat ihn laufen lassen. Er hat anscheinend die Informationen bekommen, die er wollte“, mutmaßte Much.

„Wir brauchen ihn“, sagte der großgewachsene Mann, wobei er Much misstrauisch musterte. Dann schritten die drei Outlaws an ihm vorbei, auf ihren Anführer zu. Dieser hatte sich mit seinem Gepäck im Arm wieder hingesetzt, während Marian vor ihm stand und irgendetwas zu ihm sagte, doch als die anderen näher kamen verstummte sie. Robin befürchtete man könnte ihm irgendwie seine schändliche Tat ansehen, oder den Geruch von Sex wahrnehmen, der sicherlich noch an ihm haftete. Am besten hätte er sofort nach Guys Verschwinden, jegliche Spur seines Vergehens abgewaschen, aber dafür war es nun zu spät.

„Wir gehen nach Nottingham“, verkündete Little John an Robin gewandt.

„Ich dachte ihr wart schon dort. Es ist wohl nicht so gelaufen, wie ihr es erwartet habt“, stellte Robin fest und versuchte sich nichts von seinem inneren Tumult anmerken zu lassen. Er erhob sich von seinem Platz und gab mit einer leichten Kopfbewegung zu verstehen, dass er den anderen folgen würde. Hier gab es für ihn ohnehin nichts mehr zu tun. Die Angelegenheit mit Guy war erledigt, dachte er verbittert.  


Fortsetzung folgt
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