[DRAMAtical Murder] Symbiose

von Erenya
GeschichteAllgemein / P16 Slash
 Trip  Virus
28.09.2014
28.09.2014
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Sein Blick war ernst, als er in das schlafende Gesicht seiner besseren Hälfte sah. So viele Menschen behaupteten, dass sie einander ähnlich sahen, doch er erkannte keine einzige Ähnlichkeit. Zwar war ihm bewusst, dass ihre Augen dasselbe eisige Blau hatten und die Haare auf dieselbe Weise, lediglich die Richtung in die ihrer Frisur in eine andere wies, identisch waren, aber sie waren unterschiedlich. Vielleicht so unterschiedlich, dass sie zusammen eine Einheit, einen vollkommenen Menschen ergaben.
Wann hatte er eigentlich angefangen zu Trip gewandt zu schlafen? Warum tat er das? Früher war alles anders gewesen. Er hatte sich ihm mit dem Rücken zugewandt... damals, als sie noch Kinder in dem Labor gewesen waren. Doch seit ihrer Operation... Was war da nur gewesen? Er hatte diese Erleichterung gespürt, als Trip erwacht war. Als er ihn gesehen hatte, mit dem Wissen, dass der andere Teil von ihm noch lebte. Jetzt war dieser andere Teil so selbstverständlich, so vertraut, dass er sich ihm sogar mit dem Gesicht zu wandte, als hätte er ihn akzeptiert. Hatte er ihn akzeptiert? Virus war sich da nicht ganz sicher.
„Hersha...“, murmelte er leise und erhob sich von seinem Liegeplatz. Er wollte das Frühstück machen, schließlich sollte Trip auch was Ordentliches essen, nicht immer nur den Süßkram, den er ihm einfach nicht abgewöhnen konnte. Die Forscher hatten es versucht, und bereut. Er hatte es versucht, ihn aber immerhin erfolgreich dazu erzogen, dass er fragte, ob er die Kekse aus Virus privaten Vorratsschrank, oder der Küche nehmen durfte. Warum hatte er eigentlich einen Vorratsschrank mit Keksen? Wann hatte er gelernt, was für Kekse er mochte? Warum kaufte er immer Trips Lieblingskekse? Fragen über Fragen suchten ihn an diesem Morgen heim. Dabei hatten die Urlaub und den wollte er in ihrer Villa in Italien genießen. Fernab von Toue und seiner Überwachung. Hier waren sie einfach Virus und Trip, zwei Männer, von denen einer, nämlich er, fließend italienisch sprach und der Andere es beherrschte sie vor der Cosa Nostra zu beschützen.
Die Cosa Nostra. Ein Lächeln schlich sich auf Virus Gesicht. Ja, sie fürchteten sie und diese Furcht war der Grund, warum sie nicht einmal im Urlaub ein sicheres Leben hatten. Aber die natürliche Auslese stand aktuell noch auf ihrer Seite. Nicht sie würden aus ihrer Umgebung ausgesondert werden, sondern die Schwachen. Sie beide waren stark, denn zusammen, waren sie der perfekte Mensch, der perfekte Sadist mit unmenschlicher Skrupellosigkeit. Nein, Skrupel die hatten sie nicht. Zwar kannte Virus die Bedeutung dieses Wortes, aber er hatte es aus ihrem Handlungswortschatz verbannt, denn diese Welt, die Natur selbst, kannte keine Skrupel. Sie schützte nur, was sich erfolgreich gegen sie zur Wehr setzte. Menschen wie Trip und Ihn. Aber waren sie noch Menschen?
Ohne Emotionen sah Virus zu Hersha, die sich an seinen Körper hinauf schlängelte. Er spürte ihre kalte, künstliche Schlangenhaut. Ein Gefühl, dass ihm wohl suggerieren sollte, dass Hersha echt war, nicht nur eine Maschine, die nach einem Ebenbild gebaut war.
Nimm das...
Trips Worte hallten in seinem Kopf wider. Er hatte für ihn Hersha als Allmate bestimmt. So wie er Berta für Trip gewählt hatte. Oder... hatten sie einander so gut erzogen, so gut kennengelernt, dass sie bereits wussten, was der andere im tiefsten, unbewussten Inneren wollte? Auch wenn Virus es nie für möglich gehalten hatte, Hersha passte zu ihm. Listig wie eine Schlange, windig wie einem verschwörerisch und zerstörerisch, dass war er. Immerhin gab es auch in der religiösen Bibel, er hatte dieses grausige Buch, das er persönlich ins Genre Horror einordnete, aus lauter Langeweile gelesen, die Schlange, die Eva dazu verführt hatte, von der Erkenntnis zu kosten. Diese diabolische Schlange. Sie hatte Eva mit psychischen Spielchen manipuliert, so wie Virus alle um ihn herum manipulierte. Außer Trip. Nein, Trip konnte er nicht mehr manipulieren. Trip tat stumm was er von ihm forderte, ohne Fragen zu stellen, ohne darüber nachzudenken, so als ob er bereits wusste, dass es richtig war.

Ohne Emotionen betrachtete Virus seinen Körper in dem beschlagenden Spiegel, den er vor wenigen Minuten frei nutzloser Weise freigemacht hatte. Er konnte gerade so die Konturen seiner Muskelpartituren an Armen und Beinen erahnen, ebenso wie Hershas Körper, der immer noch um ihn geschlungen war. Sie liebte es zu klettern, seine Hersha. Oder war sie doch ein Er? Nein. Er hatte entschieden das Hersha eine Sie war und mit Sicherheit war es seinem Allmate egal, welchem Geschlecht es angehörte, solange Virus auf die Illusion eines lebenden, ausgestorbenen Tieres hereinfiel und es nicht als ES bezeichnete. Das war sie lange genug gewesen, genau wie Trip. Trip war nur ein ES gewesen, eine Existenz, von der er nicht geahnt hatte, wie lange sie leben würde. Dennoch er hatte überlebt, er hatte sogar Virus Verhalten fast vollständig adaptiert, aß brav sein Gemüse, allerdings nur in Virus Gegenwart. Sein Verhalten war so anders, als wäre Virus die Medizin, die die Ärzte dem jungen Trip verabreicht hatten, um ihn ruhig zu stellen. Er hatte viele davon bekommen, eine lange Zeit. Virus erinnerte sich noch daran, wie ihn Trip apathisch beobachtet hatte. Es war ihm eine lange Zeit unheimlich gewesen, doch er hatte nie etwas gesagt, er hatte es einfach akzeptiert, denn es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass  er es gesehen hätte. So viele apathische, gebrochene Gestalten waren ihm begegnet. So viele nur einmal, doch Trip... War immer gegenwärtig gewesen.
„Oi...“, Virus ignorierte das unzufriedene Murren seines anderen Ichs, das hinter ihm aufgetaucht war und sich mit einem Arm an der Tür des Bades lehnte. Virus wusste, was dieser Laut bedeuten sollte. Die Kälte wegen Virus fehlender Körperwärme hatte den jüngeren Part seiner Persönlichkeit geweckt. Wie unschön von ihm.
„Guten Morgen.“ Es waren zwei ruhige Worte die er ausgesprochen hatte, als er Hersha ihr Zeichen gegeben hatte, sich von seinem Körper zu lösen. Er wollte sich anziehen. Das weiße Hemd lag schon auf dem Platz, auf dem er immer seine Sachen ablegte. Er musste vorher nur noch die Haare gelen.
„Morgen...“, kam es von Trip missmutig zurück. Er war heute nicht gut gelaunt. Für viele wäre das eine unerkannte Tatsache gewesen, aber nicht für Virus. Unter der ganzen Monotonie von Trips Stimme erkannte er jede noch so kleine, eigentlich nicht mehr vorhandene Emotion.
„Du erkältest dich noch...“, knurrte Trip, der auf Virus zugelaufen kam und seine Arme um den anderen schlang. Er spürte die Feuchtigkeit des Wassers, dass bis vor wenigen Minuten noch von dem Körper seiner klugen Hälfte geperlt war. Er war kalt, nicht mehr warm, wenn er es denn jemals gewesen war. Virus konnte sich nicht einmal mehr erinnern, ob er an irgendeiner Stelle dieses unnötig antrainierten Körpers jemals warmes Wasser gespürt hatte.
„Du sollst nicht immer kalt duschen...“, wisperte Trip ihm ins Ohr, lies seine Hände über Virus nackten Körper gleiten. Virus spürte jede einzelne Berührung seines anderen Ichs und wusste, wonach ihm war, was er brauchte, was die Natur ihm gerade auferlegte. War er deswegen so mies gelaunt? Weil Virus heute mal nicht dasselbe Bedürfnis wie er teilte? Nein. Das war es nicht. Da war etwas anderes.
„Du bist einfach aufgestanden...“ Das war es also. Wie ein kleiner Junge schmollte Trip, was Virus nur dank des Spiegels sah, vor dem sie standen. Er spürte nicht nur, wie Trips Hände in tiefere Regionen vordrangen, er sah es auch und Trip hielt ihn fest genug umklammert, um ihn an einer Flucht zu hindern. Anteilnahmlos beobachtete Virus das Verhalten des Jüngeren, ließ ihn gewährend, ohne etwas zu sagen, oder überhaupt nur einen Laut von sich zu geben.
„Das gehört bestraft, Virus. Deswegen gibt es heute zum Frühstück Schoko-Pancakes.“ Angewidert verzog Virus das Gesicht, als er hörte, was dank seinem Vergehen auf dem Frühstücksplan stand. Süße Speisen am frühen Morgen waren das Schlimmste was er sich vorstellen konnte und doch würde er Trip diesen Wunsch nicht abschlagen.

Ein Blitz durchfuhr ihn, als Trip sein Glied berührt und es sanft, aber doch auf seine bestimmende Art und Weise zu massieren begann. Sein Griff war fest, fast schon unbarmherzig und doch brachte es Virus auf Touren. Es weckte ein Verlangen in ihm, das er vor wenige Sekunden nicht empfunden hatte.
„Wenn ich mich recht erinnere... bist du gestern Abend nicht gekommen.“ Es war einer dieser Momente, in denen Trip wieder dafür sorgen wollte, dass sie quitt waren, einander ebenbürtig. Das wusste Virus, denn es war nicht das erste Mal, das Trip etwas nachholen wollte, was er als Versäumnis sah. Für ihn war es ein Versäumnis, wenn Virus bei ihren gemeinsamen Nächsten nicht zu seinem Höhepunkt kam. Virus war sich dessen bewusst, und obwohl er geistig nicht das Bedürfnis verspürte sich von Trip erneut in Ekstase bringen zu lassen, ließ er ihn gewähren und gab der Erregung seines Körpers nach, die nur zu deutlich wurde. Wenn Trip quitt sein wollte, dann würden sie in wenigen Minuten wieder quitt sein.
Schweigend löste Virus Trips Hand von seinem erregten Glied, drehte sich zu ihm um und drückte den Größeren Teil seiner Selbst gegen das kühle Glas der Duschwand. Wann war Trip eigentlich so in die Höhe geschossen? Virus wusste es nicht mehr. Er erinnerte sich aber nur gut daran, wie klein ihm der Andere bei ihrer ersten Begegnung erschienen war und nun überragte er ihn um drei Zentimeter. Drei Zentimeter auf die Trip so stolz war, als wären es zwanzig. Sein kleiner Trip hatte sich entwickelt, war kräftiger, muskulöser geworden, was er immer wieder mit Faszination feststellte, wenn seine Finger über die einzelnen Muskelpartituren fuhren. Körperlich, war Trip ihm definitiv überlegen, was sich in kleinen Raufereien immer wieder zeigte. Dafür war Trips Geist nicht erwachsen genug. Er war immer noch ein Kind das Führung brauchte, dass sich nach Liebe sehnte, und gerne verspielt seine Umgebung erkundete. Dennoch war Trip gefährlich, für jeden, außer für ihn, denn er war die Führung, die Trip wohlwollend akzeptierte, selbst jetzt in einem Moment, in dem Virus den jüngeren dominierte.
Virus machte sich keine Sorgen, wenn er mit seinen Händen über Trips nackten Körper strich, zu Regionen die anderen das Leben kosteten. Sanft drückte und stimulierte Virus diesen einen Punkt, zwischen Hodensack und Anus. Er hatte einst einmal gelesen, dass es dieser Punkt war, mit dem man von außerhalb die Prostata, die nur so groß wie eine Kastanie war, stimulieren konnte. Er wollte das Trip zu Wachs in seinen Händen wurde, sich nur ihm hingab und nicht daran dachte, dass es auch nur eine andere Person geben konnte, die ihm soviel Liebe geben konnte. Nicht einmal Sei, den Trip seit diverser Zeit so anders ansah, würde ihm das geben können. Sei war unfähig dazu, emotionslos, kalt. Ein lebender Toter. Er, Virus, lebte aber in vollen Zügen und besaß das Wissen, wie er den menschlichen Körper manipulieren musste, damit Trip bereit für ihn war.
Der heiße Atem Trips drang zu seinem Ohr. Gefolgt von einem kaum hörbaren Seufzen, dass Virus zeigte, dass sein Tun richtig war. Wie der kleine Junge, der Trip aus seiner Erinnerung heraus noch war, klammerte sich Trip mit dem Rücken nach Halt flehend an die kühlende Wand der Dusche. Virus musste sich eingestehen, dass er diesen Anblick genoss. Machte ihn das Pädophil? Wie alt war Trip noch mal gewesen als sie einander begegnet waren? Unwichtig. So schnell hatte er diesen Gedanken als nicht wichtig, nicht relevant angetan. Sie waren beide volljährig. Trip war kein Kind mehr und sie würden auch nie wieder in die Zeit zurückkehren, in denen sie Kinder waren. Nie wieder. Sie waren Männer die einander ebenbürtig waren, die einander folgten, die ihre Bedürfnisse stillten, damit sie eine gute, funktionierende Einheit waren. Es war im Prinzip nur Selbstbefriedigung, damit sie konzentriert blieben, stark und standhaft, wenn sie im Old District, nach ihrem Urlaub, wieder auf Aoba trafen. Wie viel Beherrschung es sie beide doch kostete, ihren Star nicht zu reißen, ihn mit Haut und Haar zu verschlingen und zu brechen. Wie lange würde er wohl durchhalten? Lange. Da war sich Virus sicher. Aoba war ein wildes Spielzeug. Stark, Willensstark und geprägt durch diese andere Persönlichkeit, seit dieser einen Sache. Wenn dieses alte Ich hervor trat, war es eine spannende Angelegenheit. Eine Frage, wer wen brechen würde. Ein Interessantes Phänomen.
„Ich werde dich brechen...“, murmelte Virus Gedankenverloren, seinen Trip immer noch verwöhnend, als wäre er sein Idol Aoba. Trip wusste das, er spürte es anhand der Tatsache, dass Virus auf äußerliche Stimulierungen verzichtete und zwei seiner Finger in ihn versenkte. Er wusste, dass Virus nicht ihn brechen wollte und dennoch...
„Dann mach das“, keuchte er leise und heiß in Virus Ohr. „Wenn du mich brichst, mach ich das auch mit dir.“
Sie beide waren eine Einheit. Eine Person, ein Wesen, das von alle nur als Trip und Virus wahrgenommen wurden. Sie waren nicht zwei Personen. Sie waren ein Individuum, der perfekte Mensch, der perfekte Krieger und Folterknecht, der nur sich selbst brauchte um zufrieden zu sein.
Virus drang in sich ein, ließ sich auf diesen Trip ein, der ihn in seine Fantasiewelt spürte, in der er als Einheit Aoba zum wimmern und brachte und ihn Stück für Stück brach. In dieser Welt gab es nur einen Aoba, der von einem fiebrigen Virus befallen und auf einen schmerzhaften Trip gebracht wurde.
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