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Ice Bucket Challenge in der Scheibenwelt

KurzgeschichteHumor, Fantasy / P12 / Gen
Albert Rattentod Tod
27.09.2014
27.09.2014
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2.220
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ALS Ice Bucket Challenge

Liebe Leser,

sicher habt ihr auch alle in den letzten Wochen und Monaten verfolgt, wie sich sowohl ganz normale Leute wie auch Promis gegenseitig herausgefordert haben, sich Eiswasser über den Kopf zu gießen um damit auf eine wirklich schlimme Nervenkrankheit aufmerksam zu machen und für die Erforschung dieser Krankheit Geld zu sammeln. Auch ich habe das natürlich verfolgt, und als ich auf Facebook einen Beitrag von Ralph Rute gesehen habe, bei dem seine beiden Cartoonfiguren Biber und Baum herausgefordert wurden und er einen entsprechenden Cartoon dazu gezeichnet hat, kam ich auf die Idee, das können wir doch auch!! Die Challenge in unsere Welt tragen! Die Welt der Fanfictions! Eigentlich geht es doch nur darum, so viel Menschen wie möglich auf diese Aktion aufmerksam zu machen! Und wenn ich mir mal so die Zugriffzahlen einiger meiner Geschichten anschaue, also, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich niemals so viele Menschen erreichen würde, wenn ich mir einfach nur einen Eimer Wasser über die Birne kippen würde!

Aber wenn ich eine Geschichte darüber schreibe, wie es einer unserer Helden tut, dann lesen das sicher einige Leute mehr!

Und wenn ich dann auch noch andere Autoren nominiere, ebenfalls eine Geschichte zu schreiben, dann könnten wir sicher zusammen eine ganze Menge Menschen erreichen!

Also werte FF-Junkies, wollen wir zusammen die Herausforderung annehmen und zeigen, dass die sprichwörtliche „Feder“ immer noch einige Macht besitzt??

Zu unserem Zweck sollten wir die Regeln aber ein klein wenig anpassen:

Das Spenden sollte Ehrensache sein, nicht jeder hat es so dicke, dass er 10 bzw. 100€ entbehren kann! Aber mindestens 1€ sollte in jedem Fall drin sein! Jeder weitere ist jedem selbst überlassen. (Kleinvieh macht auch Mist!) Spenden z.B. hierhin: http://www.dgm.org/ice-bucket-challenge-als-2014 oder hier: http://www.als-charite.de/VM/Spenden/tabid/603/Default.aspxde/HM/IceBucketCallenge2014/tabid/2763/Default.aspx

Die Zeit sollten wir auf 48 Std. erhöhen! Schreiben dauert nun einmal länger als filmen!

Jeder herausgeforderte nominiert 3-5 Autoren und weist jedem eine Figur zu, die sich die Eisdusche abholt! (Nominiert auch ruhig Autoren aus einem anderen Fandom! Es soll sich ja verbreiten!)

... bevor ich es vergesse, es ist wohl einfach fair, die Nominierten auch per Mail über ihre Nominierung zu informieren und vielleicht auch in der Mail einen Link zu eurer Nominierung hinterlassen.

© Der obige Text wurde von Selina M verfasst!

Hallo,

ich will ja kein Spielverderber sein ;)

Beissmich, darüber reden wir noch *kicher*

Ich finde, die Zeit, die man für den One-Shot hat, sollten wir auf eine Woche erhöhen. Nicht jeder schreibt mal eben so einen One-Shot und hat sofort Zeit dafür. Figuren gebe ich nicht vor, mir wurde auch freigestellt, worüber ich schreibe.

Ich nominiere:
Butterfly26,
TheGreyGirls (2 auf einen Streich)
und
Gewitterhexle

Spenden werde ich jedoch für eine Organisation meiner Wahl.

Für alle, die jetzt auf einen SoG-One-Shot gehofft hatten, eine kleine Enttäuschung: Mir fiel sofort ein Terry Pratchett Szenario dafür ein.

*winke* Euer Kätzchen

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Ice Bucket-Challenges auf der  Scheibenwelt

Es war einer jener Tage, als der Tod in seinem Sessel saß und sein Stundenglas anstarrte.  
Er hatte die Knoten gemacht, die Stundengläser für seine abendliche Runde ein wenig poliert und wartete nun nur auf den richtigen Zeitpunkt. Allein das war etwas, was für ein Wesen, was außerhalb von Raum und Zeit lebte, ziemlich schräg war.
Aber aus irgendeinem Grund hielten auch Menschen an Ritualen(1) fest und so hatte er begonnen, dies auch zu tun.

Heute Abend musste er nach Klatsch, wo wieder mal eine der üblichen und spaßigen Giftrevolten stattfand, um ein wenig an der Herrschaftsfolge zu drehen.  Allerdings hatte der Tod als unbeteiligter Beobachter weniger Spaß an dieser Sache, und das von den Göttern eingeführte Schicksalsprinzip machte ihm seine Arbeit auch nicht leichter, da manchmal doch der ein oder andere sich nachdrücklich weigerte das Zeitliche zu segnen, indem er im letzten Moment doch noch den Giftbecher umstieß oder  sich einfach als unfähig zeigte, sich erstechen zu lassen.

Der Tod wusste es nicht, aber der Begriff Verwaltungsaufwand wäre ein treffender dafür. Man wartete, mit scharfer Sense und geduldig, um die Seele des Toten zu befreien, und derjenige ging einfach quiecklebendig davon. Neue Termine, zweite Anreise, erhöhte Futterkosten für Binky – aber so war es nun mal mit den Göttern und ihren Ideen. Verrückt wie die Scheißhausratten.(2)

Leise, klickende Schritte kamen näher, doch er reagierte nicht. Eine kleine Gestalt mit ein paar Schnurrhaaren, die aus der dunklen Kaputze hervorlugten, hüpfte auf den Schreibtisch und kleine Knochenfüsse trippelten auf ihn zu.

QUIEK?, fragte der Rattentod.
Der Tod nickte nur, was sollte er auch auf die Frage antworten? Natürlich hatte er viel zu tun.

QUIEK? QUIEK? QUIEK?, kam es nun vom Rattentod, aufgeregt fast.
DU HAST WAS GEHÖRT? UND WAS BEDEUTET NOMINIERT?, die Frage vom Tod war berechtigt und wenn er Drüsen hätte, würde er jetzt neugierig sein.
Aber zur Ehrenrettung des Rattentodes muss man sagen, dass er mit dieser Ankündigung zumindest die volle Aufmerksamkeit hatte.

Der Rattentod begann seine ausführliche Erklärung, wobei er immer wieder aufgeregt mit seiner kleinen Sense fuchtelte, bis der Tod ihm diese abnahm, bevor er einen der Knoten auf seinem Schreibtisch massakrieren konnte. Trotzdem hörte er aufmerksam zu.

LASS MICH DAS ZUSAMMENFASSEN. AUF EINER WEIT ENTFERNTEN WELT GIBT ES EINE KRANKHEIT, UND DIE IDEE WAR, DIESE BEKANNT ZU MACHEN. UM DAS ZU TUN, HABEN SICH UNZÄHLIGE MENSCHEN VÖLLIG SINN UND ZWECKFREI KALTES WASSER MIT GEFRORENEN STÜCKCHEN DRIN ÜBER DIE VOLL BEKLEIDETEN KÖRPER GESCHÜTTET?
Der Rattentod nickte aufgeregt.

UND JETZT, fuhr der Tod ruhiger fort, HAT DER KANZLER DER UNSICHTBAREN UNIVERSITÄT DAS HIER AUCH EINGEFÜHRT, UND MAN MUSS ENTWEDER EINEN EIMER WASSER ÜBER SEINEN KOPF KIPPEN, ODER EINS VON T.M.S.I.D.R. SCHNAPPERS WÜRSTCHEN ESSEN?
Aufgeregtes Nicken vom der kleinen Kapuzengestalt.
UND WER HAT MICH NOMINIERT?, fragte der Tod perplex.

QUIEK!
Der Tod überlegte. Wie kam der Patrizier, die vernünftigste und wahrscheinlich emotionsloseste Person auf der Scheibenwelt ausgerechnet darauf, ihn zu nominieren?
Die Erklärung folgte auf dem Fuße und der Tod grummelte ein wenig. Der Patrizier hatte wörtlich gesagt, dass er bei so einer Aktion nur mitmachen würde, wenn auch der Tod selbst sich beteiligen würde und ihn nominiert. Danach wäre er nur zu gern selbst bereit …

Kurz glühten die Augenhöhlen des großen Knochenmannes auf, wie kleine blaue Supernoven, und ein unbeteiligter Beobachter würde – wenn man einem Skelett denn Mimik in die Knochen interpretieren wollte – wohl von einem diabolischen Grinsen sprechen. Leider grinste er immer so.
GUT, WAS IST SCHON SO SCHLIMM DARAN. MACHEN WIR ES! DER PATRIZIER WIRD SICH NICHT DARUM DRÜCKEN, INDEM ER MICH NOMINIERT.

Begeistert klatschte der Rattentod in die Hände und hüpfte vom Schreibtisch.
ALBERT!
Der Gerufene kam sofort und sah mürrisch zum Tod, der ja so etwas wie seinen Dienstherrn darstellte.
„Ja?“, fragte er misstrauisch, normalerweise war der Tod eher ein unproblematischer Zeitgenosse. Die Sense reinigen, das Haus in Ordnung halten und immer saubere Poliertücher für seinen Schädel reichten aus, um jede weitere Forderung zu vermeiden.
ICH BENÖTIGE EINEN EIMER.
Albert starrte den Tod an, zuckte dann mit der Schulter und ging davon. Minuten später kam er mit einem alten Holzeimer zurück.

QUIEK?
Der Tod legte den Kopf schräg, was ihm ein merkwürdiges Aussehen verlieh. Dann nickte er. Eis war obligatorisch, und zum Glück spielten Zeit und Raum für ihn – und das schmelzende kalte Zeug – keine Rolle.
ALBERT, MACH DEN EIMER BITTE HALBVOLL MIT WASSER, WIR MÜSSEN NOCH ETWAS BESORGEN!

Verwirrt sah Albert dem Tod hinterher, der gefolgt vom wild hüpfenden Rattentod, das Haus verließ. Seufzend trug er den Eimer in die Küche, der einzige Raum im Haus, der nicht deutlich machte, wem dieses Gebäude gehörte, und füllte ihn mit Wasser aus dem Brunnen.

Manchmal fragte er sich schon, wo hier, im Nirgendwo, der Grundwasserspiegel wohl lag, aber die Antwort wäre entweder total logisch oder würde einem – wie bei vielen Dingen außerhalb der realen Welt – Kopfschmerzen bereiten.(3)

Als Albert in das Arbeitszimmer zurückkam, traute er seinen Augen nicht. Ein Eisblock von der Grösse einer Kuh stand mitten auf dem schwarzen Parkett und wurde vom Rattentod in kleine Stücke zerteilt, wobei die Sense hier deutlich zweckentfremdet wurde.
Kurz überlegte Albert, nachzufragen, aber er hielt den Mund. Er hat schon viel merkwürdigere Sachen gesehen, und ein Rattentod, der sich als Eiscrusher betätigte, war da nicht mal unter den Top 10 zu finden.(4)

Als jedoch der Tod, sonst der Inbegriff einer anthropomorphen Erscheinung, die kleinen Eiswürfel in den Eimer füllte, mit einer Konzentration, die er allem, was er tat, angedeihen ließ, wartete Albert still an der Tür. Er wollte sehen, was  hier passierte – es könnte etwas für die Top 10 sein.
Und tatsächlich wurde er nicht enttäuscht.

Der Tod sah seinen kleinen Kollegen an, der auf den nun vollen Eimer deutete.
QUIEK!

ACHSO, JA, NATÜRLICH. ICH NOMINIERE …, eine Pause folgte, in der sich Tod seit langem einmal einem richtigen Problem stellte. Wenn nominierte man für so etwas?

DEN YETI, DIE ZEITMÖNCHE UND IO. ICH DENKE, DASS SOLLTE GENÜGEN.

Der Rattentod nickte aufgeregt und deutete mit seinem kleinen Knochenfinger auf den Eimer, in dem das klare, fast blaue Eis schwamm.
Der Tod griff den Eimer und Albert beugte sich interessiert vor, den Mund leicht offen. Was ging hier vor?

Der Tod streckte seine Arme mit dem Eimer darin nach oben, der schwarze Umhang rutschte etwas und man konnte deutlich Elle und Speiche der Armknochen erkennen.
UND DAS SOLL SPAß MACHEN?
Der Rattentod nickte heftig, so heftig, dass Albert Angst bekam, der Kopf würde abspringen.
QUIEK! QUIEK! QUIEK!
Es klang wie ein Anfeuerungsruf und der Tod nickte gemächlich, wie es seine Art war.
NUN GUT, WENN DU MEINST …

Der Eimer wurde gekippt und die nasse Mischung aus Eiswürfeln und Wasser platschte mit einem Ruck über die große, eindrucksvolle Knochengestalt. Die Kapuze war vom Schädel gerutscht und die Eisstücke prallten von der glattpolierten Schädeldecke ab und klapperten auf dem altehrwürdigen Parkett, als sie auftrafen.
Der Tod selbst sah zum ersten Mal nicht mehr so richtig Eindrucksvoll aus.
Sein Umhang, sonst perfekt in jeder Falte um die Gestalt des Sensenmannes fallend, hing wie ein nasser Sack an den Knochen und das Wasser tropfte daraus auf den Boden, wo es sich um die knöchernen Füsse sammelte.

Der Tod trat einen Schritt vor und rutschte aus. Es klapperte und knirschte, als die große, klatschnasse Knochengestalt unsanft und wenig elegant auf seinem Allerwertesten landete. Ein Geräusch, das Albert wohl noch lange verfolgen würde.

SCHEIßE! UND DAS SOLL SPAß MACHEN?

Der Tod klang verblüfft und ein wenig ratlos. Da er keine Kälte fühlen konnte, blieb das obligatorische Kreischen und Zittern durch den Temperaturschock aus, aber damit hatte auch keiner der Anwesenden wirklich gerechnet. Der Sturz hingegen war beeindruckend gewesen.

Der Rattentod zuckte mit den Schultern, und Albert ging, um einen Wischmob zu holen. Immerhin war der Eimer schon da. Es würde definitiv unter seine Top 10 kommen, aber er wollte nicht nachfragen, was dazu geführt hatte. In die Geschicke unsterblicher Entinitäten mischte man sich besser nicht ein, auch wenn diese sich aufführten, als hätten sie sie nicht mehr alle Knochen beieinander.

Als er zurückkam, war der Tod wieder trocken, unfair, wenn man bedachte, dass normale Menschen sich dazu erst umziehen mussten und nickte Albert zu.
WIR SIND IN ANK MORPHOK. WIR HABEN EINEN TERMIN MIT DEM PATRIZIER.
Albert klappte der Mund auf.
„Der Patrizier stirbt heute?“, fragte er entsetzt.

NEIN, DAS HOFFE ICH NICHT. ER WIRD EINE WETTE EINLÖSEN. ICH BIN SEHR GESPANNT, OB ER ES TUT, WENN WIR IHM DIE UTENSILIEN MITBRINGEN. ALLERDINGS KANN MAN EINEN TOD DURCH HERZINFARKT NACH PLÖTZLICHEM TEMPERATURSCHOCK WOHL NIE AUSSCHLIEßEN.

Auf dem Kopf des Rattentodes thronte der Eimer, gefüllt bis oben mit dem klaren, blauen Eis, während der Tod eine fast misstrauischen Blick in eine Lebensuhr warf, die noch viel Sand im oberen Ende enthielt und mit gekreuzten Assassinenklingen verziert war, oben drauf zierte ein kleiner Hund die Sanduhr.

Albert sah den beiden Knochengestalten hinterher und fragte sich, ob nicht der Schock, sowohl dem Rattentod als auch dem Tod zu begegnen, noch dazu mit einem Eimer Eis, ausreichen würde, um dem Patrizier einen Schlag zu versetzen. Obwohl, diesen Mann schockte gar nichts.
Verwirrt begann er, den Boden aufzuwischen und beschloß, nicht weiter nachzufragen. Er hatte schon viel merkwürdigere Dinge gesehen.

Auf dem Berg der Götter sah Io seine Tochter an und fragte verwirrt:
„Der Tod hat was gemacht? Und was bedeutet nominiert? Hab ich was gewonnen?“




(1)     Zum Beispiel pilgern Millionen Menschen morgens zu elektrischen Geräten um ihnen eine schwarze, bittere Brühe zu entlocken, die sie dann trinken. Es muss sich um ein „Bitte-Lächeln-Getränk“ handeln und stellt eins der Mysterien des Universums dar. Oder einen Scherz der Götter, wer weiß das schon.

(2)     Was natürlich nur eine Metapher ist. Lediglich eine davon war jemals richtig verrückt geworden und hatte angefangen, Häkeldeckchen zu produzieren und die anderen Ratten zur Reinlichkeit zu erziehen. Wie in Klatsch auch wurde das Problem durch die eigene Bevölkerung gelöst. Sie wurde mit einem Häkeldecken erstickt aufgefunden.  Aber sie war sehr sauber gewesen und das Deckchen war akkurat platziert worden.

(3)     Wobei die Frage, wo die Abwässer hingehen, wohl auch interessant wäre. Und die Antwort wahrscheinlich anderen Wesen Kopfschmerzen bereitete. Nichts verschwindet EINFACH SO.

(4)     Die singende, tanzenden Lemminge in den Spitzhornberger auch nicht. Was zeigt, dass Albert ein bewegtes Leben geführt hat oder früher bewusstseinsveränderte Substanzen konsumiert haben muss.
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