Besondere Freundschaft

GeschichteFreundschaft / P12
23.09.2014
02.05.2016
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Kapitel 1 einer neuen Geschichte ist fertig. Diese Geschichte bezieht sich nicht auf bereits von mir verfasste Cats Fanfiktion.
Jetzt wünsche ich euch ohne weiter Umschweife, viel Spaß beim lesen.  

Timo Schommer ist ein 30 jähriger Fernfahrer. Er hatte es nie besonderes leicht im Leben gehabt. Sein Mutter starb früh und sein Vater war Alkoholiker. Der junge Mann hatte mit 15 die Schule, kurz vor dem Abschluss abgebrochen und sich einen Job gesucht. Meistens waren es schlecht bezahlte Drecksjobs. Aber was er verdiente reichte aus, um irgendwie über die Runden zu kommen. Er hatte in dieser Zeit oft seinen Wohnort gewechselt. Meist konnte er bei Freunden, als Untermieter unterkommen, aber hatte auch schon unter Brücken kampiert. Jede Bleibe war besser als bei seinen gewalttätigen, ständig besoffenen Vater zu leben. Mit 18 kam für Timo dann eine überraschende Wende. Wo es ging versuchte er so viel Bildung wie möglich mitzunehmen. Timo wusste das Bildung der Schlüsselt zu einem besseren Leben war. In der Abendschule wurde ein Werbeplakat der Bundeswehr ausgehangen. Er nutze seine Chance und wurde tatsächlich mit T1 gemustert. Damit war zumindest für anderthalb Jahre sein Einkommen gesichert und eine eigene Wohnung konnte er sich auch leisten. Beim Bund machte er eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer. Dafür musste er sich für 4 Jahre verpflichten. Er hatte mit dem Gedanken gespielt Berufssoldat zu werden. Der Zusammenhalt in einer Gemeinschaft faszinierte ihn sehr. Obwohl er eigentlich ein absoluter Einzelgänger war. In den 6 Jahren bei der Bundeswehr absolvierte er 4 Auslandseinsätze. Dabei wurde er zwei mal verwundet. Das brachte ihn dazu sich, nach seinem Wehrdienst in der freien Marktwirtschaft zu versuchen. 5 Jahre fuhr er für verschieden Speditionen. Schnell musste er fest stellen, das in diesem Gewerbe mit harten Bandagen gekämpft wird. Extremer Zeitdruck, schlecht gewartete Fahrzeuge und miserable Bezahlung waren an der Tagesordnung. Aber das schlimmste war die Tatsache, das man als Störenfried schnell weg vom Fenster war. Das änderte sich für ihn vor 2 Jahren. Ein kleiner Lottogewinn, ermöglichte es Timo sich einen eigenen LKW zu kaufen und auf eigene Rechnung zu fahren. Viele Spedition griffen auf freie Fahrer zurück, die für gutes Geld zweifelhafte Frachten transportierten. Da Timo sämtliche Gefahrgutscheine hatte, war er ein gern gesehener Fahrer. Er hatte gelernt keine Fragen zustellen. Das machte er aber nur, wenn die Bezahlung stimmte.
Nun stand er in Mailand auf dem Hof der Spedition Andretti. Er musste warten bis der Disponent die Frachtpapiere fertig hatte. Diesmal bestand die Fracht aus 24 Tonnen Kunststoffgranulat. Die Tour ging nach Großbritannien. Genauer gesagt nach London. Timo hatte nicht lange überlegt, als er das Angebot für den Auftrag bekam. Für 45.000 Euro konnte man schon mal 1300 Kilometer fahren.

Der Disponent kam mit den Frachtpapieren zu Timo und sagte ihm an welchem Terminal sein Trailer stand. Schommer bedankte sich bei dem angestellten und ging zu seiner Zugmaschine. Er ließ hinter das Lenkrad seines Scania Topline R730 fallen und startete den V8. Er fuhr zum Terminal und koppelte den Hänger an den LKW. Nach dem letzten obligatorischen Check fuhr Timo los. Er schätzte die reine Fahrzeit auf gut 15 Stunden. Dazu käme dann noch die Hauptruhepause von 10 Stunden. Staus und eventuelle Pannen daran dachte er lieber nicht. Schon die Fahrt aus Mailand raus auf die Autobahn war eine Tortur. Stopp and Go in der Stadt. Dadurch verlor Timo schon etwas an Zeit. Aber das juckte ihn nicht, wenn der Rest der Strecke frei war, konnte er den Verlust spielend wieder einfahren. Leider war das Glück nicht auf Timos Seite. Erst fuhr er von einem Stau in den nächsten, was ihn zeitlich schwer zurück warf, dann platze auch noch ein Reifen am Anhänger. Mit reichlich Fahrzeitüberschreitung stellte er den Lastzug auf einem Autobahnparkplatz in Deutschland ab. ,,Hoffentlich läuft es morgen besser!", dachte er genervt, als er sich in seine Koje legte. Die Nacht verlief unruhig für Timo. Er wurde von Alpträumen geplagt. Die Zeit in Afghanistan hatte Narben hinterlassen. Nicht nur körperlich. Er hatte während seiner Auslandseinsätze viel gesehen. Zu viel. Das verfolgte ihn. Völlig fertig stieg er aus der Koje. Timo machte sich frisch und ging ins Rasthaus frühstücken. Diesmal hatte er mehr Glück mit der Fahrerei. Bis Calais lief alles reibungslos. Nach der Überfahrt nach Dover dachte er: ,,Wenn alles glatt geht, bin ich in 4 Stunden in London." Langsam fuhr er seinen Lastzug von der Fähre und steuerte Großbritanniens Hauptstadt an. Timo lag weit hinter seinem Zeitplan. Es durfte nichts mehr schief gehen, sonst würde er zu spät bei seinem Kunden ankommen. Dem entsprechend versuchte Timo zu viel Zeit wie möglich herauszufahren.

In London auf dem Schrottplatz der Jellicles.
Demeter und Bombalurina wollte außerhalb des Schrottplatzes jagen gehen. Munkustrap behagte das ganz und gar nicht, da Macavity in letzter Zeit sehr aktiv war. Bomba sprach lange mit dem grau getigerten Kater. Schließlich willigte er ein, die beiden ziehen zu lassen. Zielstrebig steuerten die beiden Katzendamen ein altes Industriegelände an, das in der nähe des Schrottplatzes lag. Demeter und Bomba jagte bis kurz vor Mitternacht, nach Mäusen und Ratten. Die beiden waren sehr Erfolgreich. ,,Komm wir bringen den Rest unser Beute auf den Schrottplatz.", sagte Bomba. ,,Ist gut Schwesterherz.", antwortete Demeter. Die beiden Katzen machten sich auf den Rückweg. Timo hatte die Stadtgrenzen von London erreicht. Nun lag er wieder etwas vor der Zeit. Da er es eilig hatte fuhr er schneller als erlaubt. Er bog mit seinem Sattelschlepper in den Industriepark ein. Schnell hatte Timo den Scania wieder auf 70 km/h beschleunigt. Da die Straße breit und gerade, fast wie mit dem Lineal gezogen, war. Der leichte Nebel stellte kein Problem da. Der plötzliche Leistungsverlust des Motors schon. Timo spürte wie unrund sein LKW lief. ,,Na toll. Erst Stau, dann Reifenpanne und jetzt auch noch Elektronikprobleme. Also Fracht abgeben und nichts wie in die Werkstatt!", dachte er.
Demeter und Bombalurina standen an der Straße. Von weitem hörten die Katzen das Dröhnen eines schweren Dieselmotors. ,,Komm Demeter. Wir müssen uns beeilen!", sagte die rote Katzendame und rannte los. Ihre Schwester zögerte einen Augenblick. ,,Wo bleibst du Demeter?", rief Bomba. ,,Ich komme.", erwiderte die schwarzgoldne Katze und rannte los. Nun war das Dröhnen sehr nahe. ,,Achtung Demeter!", schrie Bombalurina, als sie den LKW sah. Demeter blieb auf der Straße stehen und wurde von den Scheinwerfen der Zugmaschine geblendet. ,,Oh verdammt!", dachte Timo, als er die Katze auf der Straße sah. Er stieg mit 2 Füßen auf das Bremspedal. Sofort griffen die starken Bremsen des Scania. Timo wusste das von hinten 24 Tonnen nachdrücken. Ihm war klar, das die Katze keine Chance hatte.

Demeter sah den LKW näher kommen. Sie hörte das Schreien der Bremsen und die Rufe ihrer Schwester. Alles schien in Zeitlupe abzulaufen. Die Stoßstange wurde größer und größer. Geistesgegenwärtig ließ sich Demeter fallen. Sie drücke sich so dicht auf den feuchten Asphalt und machte sich so klein wie Möglich. Sie schickte ein Stoßgebet zur ewigen Katze und hoffte nicht unter die Räder zu kommen. ,,Bitte nicht!", dachte Timo, als die Katze aus seinem Blickfeld verschwand. Vom Straßenrand musste Bombalurina mit ansehen wie ihre Schwester unter der Zugmaschine verschwand. Alles ging rasend schnell. Demeter spürte die Hitze des Motors, des Getriebes und der Auspuffanlage. Sie hörte das Pfeifen der Druckliftbremsen. Als der Scania sie passiert hatte, spürte Demeter einen heftigen Luftzug. Sie versuchte sich am harten Straßenbelag festzukrallen, um nicht vom Fahrtwind weg geweht zu werden. ,,Ich hab es gleich überstanden!", dachte Demeter. Als sie die Augen öffnete befand sie sich noch unter dem Trailer. Die Kätzin sah den großen grauen Spritzschutzlappen am Ende des Anhängers. Da dieser bis dich über den Asphalt ging, würde er sie ohne Zweifel treffen. Der Gummilappen traf die Katze voll. Demeter wurde durch die Luft geschleudert. Sie schlug hart auf und wurde vom Sog des Lastwagens ein kleines Stück mitgerissen. Bewusstlos Blieb Demeter auf der Straße liegen. Bomba rannte sofort zu ihr. ,,Bitte sag etwas Schwester.", bat die rote Kätzin. Die schwarzgoldne Katzendame rührte sich. 50 Meter weiter kam der LKW zum stehen. Timo stand das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Er schaltete den Motor ab, nahm seine Taschenlampe aus dem Handschuhfach und sprang von der Zugmaschine. Von weitem sah Bomba den Menschen auf sie zukommen. ,,Demeter du musst aufstehen. Da kommt ein Mensch. Wir müssen verschwinden!" sprach die Katzendame. ,,Hau ab Bomba. Ich hab nicht die Kraft um aufzustehen. Rette dich.", erwiderte die schwarzgoldne Kätzin. ,,Ich kann dich doch nicht zurück lassen!", meinte Bombalurina. ,,Doch du musst. Kümmere dich bitte um Jemima und Munkustrap. Sag ihnen das ich sie liebe. Genauso wie ich dich liebe. Und jetzt verschwinde endlich!", sagte Demeter sanft aber bestimmt. Bomba sah ihre Schwester mit tränen in den Augen. ,,Leb wohl Demeter." sagte sie bevor sie davon rannte.

Timo sah die Katze im Lichtkegel seiner Taschenlampe auf der Straße liegen. Die Katze bewegte sich. Der Fernfahrer kniete sich hin und streichelte das Tier sanft. ,,Es tut mir so leid.", sagte er. Vorsichtig nahm er Demeter auf den Arm und trug sie zu seinem LKW. Bombalurina hatte sich in einem Gebüsch versteckt und das ganze beobachtet. ,,Ich muss Munkustrap und Jemima bescheid sagen.", dachte sie traurig und machte sich auf den Weg zum Schrottplatz. Timo hatte die Fahrertür des Scania geöffnet. Behutsam legte er die Katze auf dem Fahrersitz ab und stieg ein. Vorsichtig bettete er Demeter auf den Beifahrersitz um. Er steckte den Schlüssel ins Zündschloss und versuchte den Motor zu starten, aber die Elektronik wollte nicht so wie er wollte. ,,Komm schon spring an.", sagte Timo. Nach dem 9 Startversuch sprang der V8 an. Timo setzte das Gefährt wieder in Bewegung. Er hatte noch eine halbe Stunde um pünktlich zu sein. Mit ach und krach erreichte er den Hof der Spedition rechtzeitig. Er parkte den Trailer am zugewiesenen Platz. Danach ging er noch mal zum Disponenten und fragte nach einem Telefonbuch und seinem Lohn. Timo suchte die Adresse einer Tier- Klink heraus. Mit Dank gab er dem Angestellten das Buch zurück. Erstieg in seinen LKW und fuhr los. Das Navi fütterte er während der Fahrt mit den nötigen Daten. Der Weg war nicht allzu weit. Etwas mehr als 20 Minuten fahrt durch die Stadt. Zu Timos Erleichterung hatte die Klinik eine 24 Stunden Notdienst. Wieder nahm er Demeter vorsichtig auf den Arm und trug sie in das Gebäude. Er ging zügig zum Empfangstresen. ,,Wo finde ich den hier einen der Ärzte?", fragte Timo. ,,Guten Morgen erst mal. Was hat ihrer Katze den für ein Problem?", erwiderte die Dame hinter dem Tresen. ,,Ich hab sie mit dem LKW überfahren.", antwortete der Fernfahrer. Die Dame am Tresen griff zum Telefon und rief einen der Ärzte an. Keine 4 Minuten später stand der Arzt vor Timo und führte ihn in eines der Behandlungszimmer. ,,So dann wollen wir mal sehen." sagte der Arzt. Er begann Demeter zu untersuchen. Die immer noch benommene Katzendame konnte sich gegen das Gefummel nicht wehren. Nach dem Check meinte der Doktor: ,,Da hilft nur noch einschläfern." ,,Wie bitte? Ich hab mich wohl verhört! Jetzt helfen sie meiner Katze oder Sie werden von mir eingeschläfert!", erwiderte Timo sauer. ,,Da kann man nicht viel machen. Dieses Tier wurde von einem Dreißigtonner überfahren." sprach der Arzt ruhig. ,,Sie wurde von einem Vierzigtonner überfahren. Aber sie sieht nicht so aus, als ob sie Bekanntschaft mit den Reifen gemacht hätte. Also helfen sie ihr oder ich werde ungemütlich!", antwortete der Fernfahrer. ,,Wie schon gesagt, das einzige was ich tun kann ist dieses Tier von seinem Leiden zu erlösen.", entgegnete der Doc. Timo griff in seine Jackentasche und zog den Umschlag mit seinem Lohn raus. Er zählte 3.000 Pfund ab und legte sie neben Demeter auf den Behandlungstisch. ,,Ist der Fall immer noch aussichtslos?", fragte der Fernfahrer barsch. Sofort untersuchte der Arzt Demeter wieder, nur diesmal sehr gründlich. ,,Sie hat ein paar geprellte Rippen, eine verstauchte Pfote und eine leichte Gehirnerschütterung. Sehen sie zu das sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt und passen sie auf das sie genug Ruhe bekommt. Dann dürfte sie in 2 bis 3 Wochen wieder richtig fit sein.", sagte der Arzt und steckte das Geld ein. Er ging zum Medikamentenschrank und zog eine Spritze auf. Der Doktor injizierte Demeter das Mittel. Durch denn Stich zuckte die Katze kurz zusammen. ,,Was ist das für ein Zeug?", fragte Timo. ,,Nur ein leichtes Schlafmittel. Ihre Katze wird damit wohl die ganze Nacht durchschlafen.", erklärte der Mediziner. ,,Okay ich verstehe. Vielen Dank Doc." erwiderte der Trucker. Die beiden Männer verabschiedeten sich von einander. Timo nahm die schlafende Demeter auf den Arm und verließ die Klinik. ,,Geldgieriges Arschloch!", dachte der Fernfahrer, bei dem Gedanken an diesen Tierarzt. Timo öffnete die Fahrertür. Wieder legte er die Katze auf dem Sitz ab und bettete sie um. Er ließ den Motor an und fuhr zu einer Tankstelle, um dort die Nacht zu verbringen.
Timo fuhr durch die Stadt. Er erreichte eine Tankstelle, die LKW-Nachtparkplätze hatte. Sofort steuerte er einen der freien Plätze an. Er schaltete das Abblendlicht und den Motor ab. Der Blick des Fernfahrers wanderte zum Beifahrersitz, auf dem Demeter friedlich schlief. Timo erhob sich und nahm einen Teil des Bettzeuges von der oberen Koje. Vorsichtig hob er die Katzendame hoch und legte ein Kissen auf den Ledersitz. Genauso behutsam legte er das Tier auf das Kissen, bevor er sich selber fertig für die Nacht machte.    

Bombalurina schlich auf den Schrottplatz. Wegen der Tränen in ihren Augen konnte sie kaum etwas erkennen. ,,Hallo Bomba.", rief Tugger freundlich, aber die rote Katzendame hatte andere Dinge im Kopf und ignorierte ihn. ,,Hey Bomba warte bitte!", sprach der Maine Coon. Aber die Katzendame setzte ihren weg, ohne sich umzudrehen fort. Tugger lief ihr hinterher. Er war etwas schneller als sie und zog an ihr vorbei. Der Kater baute sich vor der Katzendame auf. Aber Bomba umrundete ihn, ohne auch nur auf zu Blicken. Tugger wusste das etwas nicht stimmte. Er folgte der Katzendame bis zum Hauptplatz. Bombalurina ging direkt zu Munkustrap. ,,Munk ich muss ganz dringend mit dir reden.", begann die Kätzin und versuchte die aufsteigenden Tränen zu unterdrücken. ,,Was ist denn los Bomba und wo ist Demeter?", fragte der grau getigerte Kater leicht besorgt. Bei der Erwähnung von Demeters Namen, brach die rote Katzendame sofort in Tränen aus. ,,Munkustrap es tut mir so wahnsinnig leid. Es ist alles meine Schuld.", würgte Bomba hervor. ,,Was ist deine Schuld?", bohrte der Kater weiter nach. Langsam stieg die Sorge an. Er befürchtete das Demeter von Macavity entführt wurde. ,,Demeter wurde von einem LKW überfahren.", schluchzte die rote Kätzin. ,,Was? Sag mir bitte, dass das nicht wahr ist!", erwiderte Munkustrap mit aufgerissenen Augen. ,,Leider ist es wahr.", entgegnete Bombalurina. ,,Wie .... wie konnte das passieren?", fragte der grau getigerte Kate mit brüchiger Stimme. Die erste Träne floss ihm die Wange runter. ,,Wir waren auf dem Rückweg zum Schrottplatz. Wir wollten eine Straße überqueren. Von weitem konnte wir einen Motor hören. Ich bin über die Straße gerannt und habe gewartet. Demeter hat gezögert. Ich hab nach ihr gerufen und sie ist los gelaufen. Ich hab den LKW zu spät bemerkt. Demeter wurde voll erfasst und durch die Luft geschleudert. Ein Stück die Straße runter blieb der LKW dann stehen und ein Mensch stieg aus. Demeter hat mir gesagt ich soll mich retten und mich um euch kümmern. Sie hat mich quasi weg gejagt.", erklärte die rote Katzendame. Tugger war während des Berichts an die Seite seines Bruders getreten und stützte ihn. Es dauerte einen Moment bis Munkustrap begriff, was er gehört hatte. ,,Was ist noch passiert?", fragte er. Der Mensch ging zu Demeter und hat sie mitgenommen. Ihre letzte Worte die ich dir übermittel soll waren, dass sie dich und Jemima liebt.", antwortete Bomba. ,,Der Mensch hat sie mitgenommen? Das heißt das sie möglicherweise noch lebt!", sagte Munkustrap. In ihm keimte die Hoffnung seine Gefährtin wieder zusehen. ,,Bomba wie sah der LKW aus und in welche Richtung ist er gefahren?", wollte der grau getigerte Kater wisse. ,,Ich weiß nicht was für ein LKW das war und welche Farbe er hatte. Das Ding ist weiter Richtung Osten gefahren.", antwortete die Katze. ,;Schnell wir müssen einen Suchtrupp zusammen stellen und nach der Karre suchen! Je schneller wir anfangen desto eher finden wir Demeter.", sprach Munkustrap. ,,Munk der LKW könnte überall hingefahren sein. Vielleicht hat e London längst verlassen. Außerdem wo sollen wir mit der Suche anfangen?", warf sachlich nüchtern ein Tugger ein. Die Hochstimmung des grau getigerten Katers machte sofort der Ernüchterung platz. Er wusste das sein Bruder recht hatte. ,,Würdest du den LKW wieder erkennen?", fragte Munk. ,,Ja. Das Teil ist eine fahrende Lichtwand und klingt wie ein Erdbeben.", erwiderte Bomba. ,,Wir müssen Jemima sagen was passiert ist.", sprach Tugger. Wieder hatte der Maine Coon einen Punkt. Aber wie konnte man einer jungen Katze erklären, dass die Mutter vielleicht tot war.

Munkustrap machte sich in Begleitung von Tugger und Bombalurina auf den Weg zu seiner Höhle. Diese teilte er sich mit Demeter und dort schlummerte auch sein größtes Glück, seine bezaubernde Tochter Jemima. Leise schlichen die drei Katzen in die Höhle. Munkustrap wollte seine Tochter wecken, um ihr zu erzählen was passiert war. Tugger und Bomba hielten ihn davon ab. ,,Lass sie schlafen Munkustrap, wenn sie es morgen erfährt ist das früh genug." flüsterte der Maine Coon. Der grau getigerte ließ sich auf den Boden sinken. Quälend langsam zogen sich die Stunden dahin. Irgendwie schaffte es Munkustrap doch etwas zu schlafen. Kurz nach Sonnenaufgang wurde er sanft von Jemima geweckt. ,,Guten Morgen Papa. Wo ist Mama und was machen Tante Bomba und Onkel Tugger hier?", sprach die junge Katzendame und sah Munkustrap erwartungsvoll an. Wieder stiegen dem Kater die Tränen in die Augen. ,,Warum weinst du?", fragte Jemima besorgt. ,,Meine kleine Jemima bitte setzt dich. Es geht um deine Mutter.", begann Munkustrap. Die junge Katzendame setzte sich vor ihren Vater. Tugger und Bomba waren zwischenzeitig aufgewacht und hatten sich zu den beiden gesellt. Sie sahen wie der grau getigerte Kater nach den richtigen Worten suchte. ,,Jemima deine Mutter hatte gestern einen Unfall.", sagte Munk. ,,Ist sie bei Jenny? Geht es ihr gut?", platzte es sofort aus der junge Katze heraus. Bomba legte ihrer Nichte die Pfote auf den Rücken. ,,Deine Mutter wurde nach dem Unfall von einem Menschen mitgenommen. Wir wissen nicht wo sie ist und wie es ihr geht. Aber wir werden versuchen sie zu finden.", sprach die rote Katzendame. Jemima fing an zu weinen. Sie konnte nicht glauben, dass ihre Mutter entführt wurde. Sie wusste nicht, das ihre Tante ihr nur die halbe Wahrheit erzählt hatte. Bomba brachte es einfach nicht fertig, Jemima zu sagen, dass ihre Mutter von einem LKW überfahren wurde. ,,Wann wollt ihr mit der Suche beginnen?", fragte die junge Katzendame aufgelöst. ,,Gegen Mittag." sagte Tugger. ,,Warum erst so spät?", wollte Jemima wissen. ,,Wir müssen dem Stamm bescheid sagen und einen Suchtrupp zusammen stellen. Das dauert. Wir müssen auch alle anderen warnen, das sich ein Katzenentführer hier rum treibt.", erklärte Munkustrap. Es viel ihm schwer einen sichern Auftritt zu zeigen, aber er wollte seine Tochter nicht weiter beunruhigen. Zudem bestand die Möglichkeit, das es Demeter gut gehen könnte.

Demeter wurde durch die warmen Sonnenstrahlen geweckt. Ihr Körper schmerzte zwar immer noch, aber es war nicht mehr ganz so schlimm wie gestern Nacht. Sie öffnete ihre grünen Augen und schaute sich um. ,,Wo bin ich hier und wie bin ich hier her gekommen?", fragte sich Demeter. Langsam kamen die Erinnerungen an den Unfall zurück. Plötzlich spürte sie, dass sie auf einem warmen weichen Kissen lag. Ihre linke Vorderpfote war bandagiert. Sie ließ den Blick ein zweites mal schweifen. Sie sah einen Sitz. Sehr Ähnlich dem auf dem sie lag. Sie sah ein Lenkrad und einige Armaturen. ,,Ich bin ein einem Auto.", dachte sie. Ein Geräusch erregte Demeters Aufmerksamkeit. Vorsichtig schob sie den Kopf vor, um an der Lehne des Sitzes vorbeischauen zu können. Sie sah einen Menschen der sich im Schlaf unruhig hin und her dreht und bei wirres Zeug von sich gab. ,,Er muss einen schrecklichen Alptraum haben.", dachte die Katzendame. Einerseits hatte sie große Angst vor Menschen. Das lang daran das ihre Menschen sie nicht gerade gut behandelten. Ständig schlug oder traten einer nach ihr. Aber diese Mensch hier schien anders zu sein. Das hatte sie bei der ersten Berührung gemerkt. Er war sanft und zärtlich. Anders als ihre Menschen. Sie sprang vom Sitz und ging in die Knie. Die angeprellten Rippen schmerzten höllisch. Langsam näherte sie sich dem Menschen der immer noch sehr unruhig schlief. ,,Nein Thorsten komm weg da!", rief Timo im schlaf. Demeter sprang auf die Koje. Sie sah wie dem Fernfahrer der Angstschweiß über die Stirn lief. ,,Der Ärmste. Ich sollte ihn wecken.", dachte die Katzedame. Timo drehte sich ruckartig um und lag nun mit dem Gesicht genau in Demeters Richtung. Die Kätzin stützte ihre Pfoten gegen die Wange des Truckers und rüttelte an seinem Gesicht. Ohne Erfolg. Sie rüttelte fester. Immer noch nichts. Bloß ein ,,Feuer frei!", war von dem Menschen zu hören. ,,Wo von träumt er?", fragte sich die Katze. Sie rüttelte so fest sie konnte an seinem Gesicht. Endlich regte sich Timo. Er fuhr mit der Hand über sein Gesicht drehte sich um und schlief weiter. ,,Das gibt es jetzt nicht!", dachte die Kätzin. ,,Wach doch bitte auf!", bat Demeter. Der junge Mann schlug die Augen auf. Ihm war so als hätte jemand mit ihm gesprochen. Er setzte sich auf und gähnte. ,,Geschafft.", dachte Demeter zufrieden. Sie schmiegte sich kurz an Timo, um auf sich aufmerksam zu machen. ,,Guten Morgen. Es scheint dir besser zu gehen.", sagte der Mensch freundlich zur Katze. ,,Er redet mit mir, wie mit einem Menschen.", ging es der Kätzin durch den Kopf. Sie erschreckte als der Trucker ihr sanft über den Rücken streichelte. Sie zog sich ans Fußende der Koje zurück und schaute Timo geschockt an. ,,Vor mir brauchst du keine Angst zu haben. Ich werde dir nichts tun. Mein Name ist Timo.", sprach der Mann und dachte: ,,Ich muss wohl völlig bekloppt sein, mich einer Katze vorzustellen. Die versteht mich doch eh nicht." Er warf die Decke bei Seite und begab sich in den vorderen Teil des Führerhauses. ,,Was hast du vor?", fragte sich Demeter. Sie beobachtete den Fernfahrer genau. Er holte eine Dose aus einem Fach und öffnete sie. Den Inhalt füllte er in eine Müslischale und stellte sie vor der unteren Koje ab. ,,Katzenfutter hab ich kein, aber ich denke Tunfisch dürfte dir auch schmecken.", sprach Timo und schaute Demeter an. Die Kätzin wusste nicht was sie von dem Verhalten des Menschen halten sollte. Vorsichtig sprang sie von der Koje und roch am Inhalt der Schale. ,,Du kannst es ruhig fressen. Es ist nicht vergiftet.", sagte der junge Mann und griff in die Schale. Er holte ein kleines Stück des Tunfischs heraus und aß es. Als Demeter dies sah vergaß sie für einen Moment ihre Vorsicht und fing an zu fressen. Nun machte sich Timo sein Frühstück. Immer wieder blickte er die Katzendame an. ,,Was mach ich jetzt mit dir?", fragte sich der Trucker. Derweil wurde auf dem Schrottplatz eine Suchaktion nach Demeter geplant.                        


Ich hoffe es hat euch gefallen.
Über Anmerkungen und Kritik würde ich mich sehr freuen.

Bis dann SF
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