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Resident Evil: Retribution

von Krad-Alec
GeschichteDrama, Horror / P16 / Gen
22.09.2014
21.02.2018
8
17.464
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22.09.2014 814
 
Die Schüsse der eigenen Männer verfehlten sie nur knapp. Ihr eigener Atem hallte durch die Gasmaske wieder und für die gefährliche Situation, in der sie sich befand, war dieser verdammt ruhig und flach.
Schließlich nahm sie ihr Gewehr in Anschlag und lief auf dem Deck des Schiffes vorwärts. Sie hatte nicht vor jemanden zu erschießen, sondern einzig und allein die gesuchte Person zu finden: Alice Abernathy.
Einige Meter hinter ihr schlug eine Rakete in die Seitenwand des Schiffes und ließ den Metallboden unter ihr erzittern. Unzählige panische Überlebende, die in einem sterilen Weiß gekleidet waren, versuchten zu fliehen, doch die Soldaten schossen unaufhörlich auf sie ein.
Diese Menschen hatten keine Chance sich zu wehren. Wütend knirschte Rain mit den Zähnen. Am liebsten hätte sie diese Wichser eigenhändig kalt gemacht, doch sie merkte schon wie das Gerät auf ihrem Rücken es zu verhindern wusste.
Also schritt sie vorsichtig von Deckung zu Deckung und machte schließlich zwei der Primärziele aus: Chris und Claire Redfield.
Just in diesem Augenblick erschien auf ihrer, in rot gefärbten, Netzhaut der Befehl sie zu überwältigen. Rain wollte eigentlich einen Scheiß darauf geben, doch ihr Körper war anderer Meinung. So schlich sie näher an die Ziele heran, verstaute ihr Gewehr auf dem Rücken und ging in den Nahkampf.
Die weibliche Zielperson war mit einem gezielten Schlag auf den Hinterkopf außer Gefecht gesetzt, doch nun schoss Nummer zwei auf Rain und traf sie am ungeschützten Oberarm, bevor sie ihn mit einem gezielten Schlag auf sein Nasenbein ebenfalls außer Gefecht setzte.
Ungläubig starrte sie auf das Ergebnis. Sie war zwar früher schon hervorragend im Nahkampf gewesen, aber so gut nun auch nicht.
Zügig brachte sie den beiden Personen Handschellen an und wurde plötzlich von etwas Schwerem getroffen.
Die Welt um sie herum wurde kurz schummrig, doch stabilisierte sich schnell wieder. Ihr Blick ging über die Schulter.
Ein Mädchen mit langen blonden Haaren starrte sie, bewaffnet mit einer Metallstange, wütend an.
»Es werden keine Gefangenen gemacht, jeder wird erschossen«, wiederholte sich der Befehl der Chefin Valentine in ihrem Ohr.
Scheiße, ich kann doch kein Kind erschießen!, dachte sie verzweifelt.
Also beschloss sie sich einfach abzuwenden, auch wenn das Gerät ihre Nerven dazu anregte dies nicht zu tun. Im nächsten Augenblick spürte sie die Metallstange des Mädchens erneut auf sich zurasen, woraufhin sich ihr Körper selbstständig umdrehte, die Stange abfing, dem Mädchen aus der Hand riss und mit einem gezielten Schlag auf den Kopf des Kindes einschlug.
Das Mädchen ging mit blutigem Schädel zu Boden. Rain war sich sicher, dass sie gerade eben einem Kind das Leben genommen hatte. Sie war sich sogar sicher die Knochen des Schädels gehört zu haben, als dieser in tausende Teile zersplittert war. Ihr wurde übel.
Also zog sie Helm und Gasmaske ab um wieder zu sich zu kommen.
Ich wollte das nicht, redete sie sich ein. Es tut mir so leid.
Eine unglaubliche Explosion ließ Rain ihren Blick vom toten Mädchen losreißen. Eines ihrer Flugzeuge war auf dem Schiff abgestürzt und hatte fast schon ein Loch in das Metall gerissen. Rain kniff die Augen zusammen. War da gerade jemand in das Meer gestürzt?
»Projekt Alice borgen. Danach Säuberung und Rückzug«, befahl die Red Queen.
Rain schluckte einmal hart, als sie zum letzten Mal das Mädchen anblickte, bevor sie dann losrannte. Im Laufen entfernte sie ihre Jacke und die Schutzweste, bis sie dann kopfüber über das Geländer des Schiffes sprang.
Das Wasser war vermutlich kalt, doch sie spürte nichts, genauso wenig wie die Schusswunde im Oberarm. Scheinbar hatte man sie wirklich zu einem schmerzlosen und seelenlosen Monster gemacht.
Plötzlich erhellte sich ihre Miene. Dort trieb sie im Meereswasser, scheinbar bewusstlos, aber hoffentlich lebendig.
Alice, ich hol dich hier raus. Wenigstens einer Person will ich helfen und vielleicht kannst du mir ja Antworten zu meinem richtigen Ich geben...
Zügig umgriff Rain ihr Handgelenk und zog sie an die Oberfläche zurück, wo man sie schon mit einem kleinen Schlauchboot erwartete.
Schnell hatte man die bewusstlose Alice in Gewahrsam genommen. Nun saß Rain auf dem hinteren Teil des Bootes, als sie zu dem knapp über dem Wasser schwebenden Flugzeug aufbrachen.
Sie dachte nicht länger nach und ignorierte die Signale des Gerätes in ihren Nerven so gut es ging. Mit zwei schnellen Handgriffen hatte sie dem einen Soldaten das Genick gebrochen und dem zweiten ein paar Rippen, bevor sie die beiden von Bord warf.
Zügig drehte Rain das Boot ab und steuerte auf das Festland zu. Einige der Umbrella Flugzeuge nahmen schon die Verfolgung auf, doch dann drehten sie plötzlich ab.
Rain blickte zu Alice, als plötzlich das Hologramm der Red Queen auf ihrem inneren Auge erschien.
»Daran arbeiten wir noch. In den Standby Modus gehen«, ertönte die Stimme des Computers in ihrem Ohr, während sich ihr Blickfeld in eine unendliche Schwärze wandelte. Ihre Kraft, ihre Gefühle und sogar ihre Gedanken wurden einfach deaktiviert. Wie eine leere Hülle ging sie zu Boden.
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