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Spiegel des Lebens

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Dr. Helen Magnus Nikola Tesla
19.09.2014
08.05.2016
10
32.802
2
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7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
19.09.2014 1.942
 
Hallo, :)

Das ist meine erste Geschichte im Bereich Sanctuary und ich hoffe, das ihr die Idee zu der Geschichte genauso gut findet wie ich.

März, 1993

John Druitt rematerialisierte sich vor dem Eingang eines unscheinbaren Gebäudes.

Für viele sah es nur aus wie ein heruntergekommener Steinturm, doch wer etwas über diesen Ort gelesen oder gehört hatte, wusste, dass früher einmal eine uralte Rasse von fliegenden Abnormen viele solcher Türme errichtet hatten, von denen sie die Gegend überwachten, auf potenzielle Gefahren aufmerksam machten und in einigen sogar Laboratorien eingerichtet hatten. Durch die durchschnittliche Höhe dieser Türme fiel es den Abnormen leicht, schnell zu verschwinden und in den unterirdischen Höhlen- und Tunnelsystemen, die sie normalerweise behausten, Schutz zu suchen. Mittlerweile waren die Fineoxis, wie sie allgemein genannt wurden, ausgerottet, ungefähr zur gleichen Zeit, wie die Vampire.

Es blieben kaum Informationen über sie zurück.

Doch Druitt hatte in einem alten Keller in London ein Buch über fliegende Abnorme gefunden, in denen sie noch erwähnt wurden. Er hatte es gelesen. Eine Passage des Textes hatte von einem Laboratorium in Colorado erzählt, in dem versucht wurde das Aussterben der Rasse zu verhindern. Dort hatte man die fortschrittlichste Technologie die sie besaßen vollständig hingebracht, sie um- und zu der einzigen Möglichkeit die Rasse zu retten zusammengebaut. Aber kurz nachdem sie die Feldversuche beendet hatten, wurden die letzten Überlebenden von der Kirche gefunden und hingerichtet. Seit dem Tag heißt es, dass die Maschine einsatzbereit in dem, durch die Zeit verschütteten, Turm integriert war und darauf warte benutzt zu werden. Niemand konnte genau sagen, was das für eine Art Technologie war, doch sie soll wohl fortschrittlicher gewesen sein, als alles was selbst die Vampire zustande gebracht hatten.

Das hatte Johns Neugierde geweckt und er war sofort zu den angegebenen Koordinaten gereist, um sich das mal selber anzugucken.

Der Anblick übertraf das Maß an Chaos, das er sich vorgestellt hatte. Die komplette Spitze des Turmes war weggebrochen und lag in großen Steinen um den Turm verteilt. Der untere Teil war größtenteils mit Efeu und anderen Kletterranken verdeckt, doch in dem Gestrüpp konnte er eine Holztür ausmachen.

Er zog die Pflanzen mit einem Messer auseinander und stand schließlich davor. Sie ließ sich leichter öffnen, als er gedacht hatte. Mit einem Quietschen schwang die Tür auf und John hatte freien Blick in einen kleinen dunklen Raum.

Die Kletterranken hatten sich oben über das offene Dach geschlungen und ließen nur wenig Licht hindurch.

Er zog eine Taschenlampe aus seiner Manteltasche und lies sie durch den Raum wandern. Der Lichtkegel beleuchtete ein paar eingestaubte Tafeln, an den Wänden waren Monitore in die Wand eingebaut. Alles sehr gut erhalten. John ging weiter in den Raum hinein. In der Mitte stand ein runder Apparat. Im ganzen Raum war kein einziger Punkt in irgendeiner Form mit Licht ausgestattet. Er berührte eine der Tafeln.

Nichts passierte.

Er drückte ein paar mehr Symbole. Weiterhin passierte nichts. John hatte vom einen Moment auf den anderen das Interesse an diesem Turm verloren, schaltete seine Taschenlampe wieder aus und teleportierte sich zurück zu seinem Ursprungsort. Dort war es immerhin nicht so heiß.

Gerade als er sich wegteleportiert hatte, begann auf einer der Tafeln ein sternartiges Symbol zu blinken, weitere Lichter aktivierten sich und der Apparat in der Mitte begann sich zu drehen.

September, 1994

Ein Jeep fuhr die öde Landschaft Colorados entlang und wirbelte dabei mehr als nur etwas Sand auf. Die Geschwindigkeit war eindeutig höher als erlaubt, doch in dieser verlassenen Gegend interessierte das eh niemanden. Mit dem verfallenen Turm als Ziel beschleunigte sich der Jeep noch einmal. Aus einem naheliegenden vertrockneten Gestrüpp flog ein Schwall Vögel laut schreiend in den Himmel, als das Motorgeräusch zu laut wurde.

Den Fahrer des Jeeps interessierte das nicht im Geringsten- sie hatten Flügel, sie hatten die Wahl: Bleiben oder Fliegen- sie hatten sich für letzteres entschieden. Mit quietschenden Reifen hielt der Wagen und James Watson stieg aus.

Die Sonne brannte vom Himmel, als wollte sie Rekorde aufstellen. Er mochte kein warmes Klima. Ihm war Regen viel lieber. Kalter, nasser Regen auf der Haut, ein kühler Wind im Gesicht. Wie in London. Auch da war es manchmal wolkenlos gewesen, aber niemals so warm wie hier.

Warum hatte er die Mission eigentlich nochmal angenommen? Ach ja. Um Helen einen Gefallen zu tun. Das nächste Mal konnte sie selber fliegen, ihn würden keine zehn Pferde mehr in die Nähe von Colorado kriegen. Er schlug die Autotür zu und scheuchte damit noch ein paar Vögel auf. Wie viele gab es davon bitte in der Gegend?

Er ging auf den Turm zu. Er war voller Ranken, außer an der Tür. An der Klinke ein paar Kratzspuren. Menschliche. Vor kurzem, ein paar Monaten, musste jemand hier gewesen sein. Er hoffte, die Technologie der Fineoxis war noch da. Würde sich herausstellen, er wäre umsonst hier her gekommen, täten ihm seine Kollegen im Sanctuary in London jetzt schon leid.

Er öffnete die Tür.

Ein bisschen Putz und Sand rieselten von dem Türrahmen hinunter und James hustete. Wusste Helen eigentlich, dass es hier tödliche Spinnen gab? Der Gedanke, dass Helen ihn hie hergeschickt hatte, damit er an einem Spinnenbiss starb kam ihm aber auch irgendwie albern vor. Außerdem stimmte das auch nicht, er suchte nur einen Grund, um wieder verschwinden zu können.  

Er ging ein Stück in den Raum, die Taschenlampe wie eine Waffe vor sich. Der Raum war halb dunkel und angenehm kühl. Sofort hob sich James Laune und er begann langsam diese Tour zu genießen. Die Monitore an den Wänden, ebenso wie die Tafeln davor waren alle verstaubt, bis auf eine Tafel. An einigen Stellen war weniger Staub, als an anderen. Jemand hatte ein paar Symbole berührt, die Technologie aber zurückgelassen. Das würde auf Wanderer schließen lassen, die zufällig vorbeigekommen wären, doch das Gestrüpp um den Turm war robust. Mit den bloßen Händen konnte man sie nicht entfernen.

Also musste es jemand gewesen sein, der Mittel hatte, ein Taschenmesser zum Beispiel, die Ranken zu entfernen, der auch etwas in dem Turm wollte, aber ungeduldig war, und trotzdem ehrgeizig genug, um erst mal alle Ranken zu entfernen, um in den Turm zu kommen.

Diese Beschreibung passte grundsätzlich auf Teenager, aber die nächste Großstadt war Meilen entfernt und hier in der Nähe stand nicht ein Haus.

Und mit Nähe meinte er ziemlich umfangreiche Nähe.

James ging zu der Tafel und fuhr die Symbole nach. Nichts geschah. Er ging zu einer anderen Tafel. Hinter dieser kam krächzend ein Rabe hervorgeflogen, der ihn fast umflog. Er verzichtete auf weitere Untersuchungen, weil er erstens, keine Ahnung hatte, was er auslösen könnte, wenn er einen falschen Knopf berührte, und er zweitens, auch die Schrift nicht kannte und das die Gefahr eine Dummheit zu machen erhöhte und drittens, die tödlichen Spinnen, die nicht existierten, in seinem Kopf wieder präsent wurden.

Er ging raus und schloss die Tür. Wenn Helen das hier wirklich wichtig fand, würde sie selber hinfliegen. Die Sonne schien immer noch vom Himmel, Watsons Laune sank wieder in den Keller. Er machte sich auf den Weg zum Jeep, um von diesem schrecklichen Ort wegzukommen.

Im Inneren des Turms begann das Gerät zu arbeiten.

Mai 1995

Für ein Genie wie Nikola Tesla war es fast ein Muss neumodische Technologien zu sehen und zu wissen, wie sie funktionierten.

Das war hier aber nicht so einfach. Man konnte weder einige Tafeln entfernen noch welche aktivieren. Die Maschine wirkte tot. Langsam zermürbte es seinen Kopf. Er stand seit bestimmt einer Stunde in dem halbdunklen Raum und versuchte eine der Schalttafeln zu öffnen. Erfolgslos. Das Material hatte nirgendwo Schnittstellen, nicht mal einen Ansatz dazu. Ohne das Gerät zu beschädigen konnte er nichts mehr tun.

Er wäre generell nicht hier, wenn nicht ein Bericht- rein zufällig natürlich- vom Londoner Sanctuary zum Old City Sanctuary  sich in sein Labor verirrt hätte. Da drin hatte er von dem Ort gelesen und sich gleich auf den Weg gemacht. ‚… soll wohl fortschrittlicher gewesen sein, als alles was selbst die Vampire zustande gebracht hatten…‘ klang zuerst etwas ungläubig, aber er wollte sich trotzdem überzeugen, dass der Schreiber übertrieben hatte. Dann konnte er nachher zu dem kleinen Teil in ihm, der den Unsinn geglaubt hat, sagen, er hätte es ja gesagt.

Nikola stand auf und seufzte. Er wollte nicht zugeben, dass alles hier in diesem Raum wirklich fortschrittlicher war, als das, was Vampire gebaut hatten. Mit der Ausnahme das Nichts hier drinnen funktionierte.

Er leuchtete noch einmal alles an und machte  Fotos von allem. Er fotografierte eine der Tafeln im vorderen Bereich, als er stolperte.

Seine Hand erwischte gerade noch rechtzeitig eine andere und verhinderte so die Begegnung mit dem Fußboden. Nikola drückte ein paar der Symbole hinunter, kümmerte sich aber nicht weiter darum. Er stand wieder auf, fotografiert im Vorbeigehen noch den runden Apparat in der Mitte und ging dann.  

Die Tür schloss sich fast lautlos hinter ihm. Der Apparat blieb aber nicht so lautlos. Nikola außerhalb des Turmes bekam davon nichts mehr mit.

November 1995

Nachdem Helen  den Bericht über den Turm in Colorado gelesen und sich von James per Videotelefonat eine halbe Stunde lang volljammern gelassen hatte, dass es dort extrem warm war und man sich einfach nicht in dieser Hitze konzentrieren konnte, hatte sie ihn gefragt, warum der Bericht mit einjähriger Verspätung angekommen war. James war urplötzlich still geworden, hatte aber keine wirklich brauchbare Idee, warum das so war. Kurz danach hatten sie das Gespräch beendet und Helen beschlossen sich das auch einmal anzusehen. Es war sehr ruhig momentan und ein kleiner Trip nach Colorado konnte nie schaden.

Jetzt stand sie vor dem eingestürzten Gebäude und sah es sich von außen an. Sie konnte erkennen, dass der Efeu größtenteils Gift Efeu war, dessen Ranken sich tief in die Mauerzwischenräume eingruben. Ein chaotischer und gleichzeitig schöner Anblick bot der Turm in der ebenen Landschaft.

Helen warf noch einen Blick in die Umgebung und ging dann hinein. Sie leuchtete die verschiedenen Tafeln und Monitore an, wirkte sehr interessiert. Ihre Hand fuhr über einzelne Symbole, vorsichtig- sie wollte nichts kaputt machen. Ihr Taschenlampenlicht fiel auf den Apparat in der Mitte.

Seine früher mal leicht bläuliche Farbe war mit der Zeit ergraut, ebenso wie alles dort. Auf dem Boden konnte man vage eine orange-grüne Zeichnung feststellen, die Linien und Kreise darstellen sollten. Ein paar lilafarbene Blumen waren versteckt zwischen ihnen zu finden. Trotz der verblassten Farben schien das Bild lebendig zu sein, fast schon fröhlich.

Helen ging in die Knie und fuhr sachte die Linie nach, die ihr am nächsten war. Ein Lächeln bildete sich auf ihrem Gesicht. Sie bezweifelte zwar, dass die Zeichnung irgendetwas mit der Technologie zu tun hatte, empfand sie dennoch als beruhigend.

Sie stand wieder auf und beleuchtete wieder die Technologie. Der Apparat in der Mitte war in keinster Weise mit den anderen Tafeln verbunden, sichtbarer Weise, aber weder Boden noch Wände ließen nicht mal Spuren einer Verkleidung sichtbar werden. Beides war raues Gestein, wie auch auf der Außenseite des Turmes. Wie war es also verbunden?

Helen spürte auf einmal ein paar Regentropfen in ihrem Nacken und sah zur Decke. Außerhalb des Turmes schüttete es wie aus Eimern.  Etwas weiter entfernt hörte sie ein Donnergrollen. Ein Gewitter! Na toll.  

Hier in dem Turm- dem höchsten Gebäude in der Nähe(sehr umfangreiche Nähe)- würde es sicher noch ziemlich ungemütlich werden.

Sie unterließ jegliche Untersuchungen an einer Tafel und verließ schnellen Schrittes die Ruine. Durch das Prasseln des Regens hörte sie nicht, wie das Gerät anfing zu arbeiten. Als Helen in dem Auto saß und gerade wegfuhr, schlug ein Blitz in den Turm ein.

So das war denn erst mal der Einstieg. Ich glaube die nächsten Kapitel werden erst mal etwas verwirrend. Aber ich hoffe das wird.

LG Sternenscraper
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