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Blick nach vorn

von -19emmy-
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Krimi / P16 / Gen
Det. First Grade Carlton Hickman Det. Major Louis Daniel Det. Tommy McConnel Kommissar Sebastian Berger Sgt. Eva Vittoria
15.09.2014
27.08.2015
10
10.230
 
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27.08.2015 1.328
 
Die Landschaft zog an Eva vorüber, als sie mit dem Auto über die Straßen Österreichs fuhr. Den Kopf an die Fensterscheibe gelehnt, beobachtete sie den Wechsel von Sonne und Schatten auf der Fahrbahn. Sie zählte die Sekunden bis sie an die nächste Kreuzung kamen und Louis das Steuer herumriss.
Hatte er auf der Fahrt bis jetzt ein Mal auf die Bremse gedrückt? Eva konnte sich nicht erinnern. Und doch kam es ihr vor als wären sie kaum von der Stelle gekommen.
Viel zu langsam näherten sie sich ihrem Ziel, mit jeder Sekunde bangte sie mehr um Tommys leben und sie konnte die Selbe Sorge von den Gesichtern ihrer Freunde ablesen.
Selbst Sebastian, der die ganze Zeit versucht hatte den zuversichtigen zu spielen und für jeden ein paar positive Wörter übrig hatte, hatte die Stirn in tiefe Falten gelegt. Eva konnte ihn scharf einatmen hören, als Louis das Gaspedal bis zum Anschlag durchdrückte und mit Höchstgeschwindigkeiten über die Landstraße fuhr, das Martinshorn als Warnung an alle Autofahrer ihm schnellstmöglich Platz zu machen.
Sebastian mochte Auto fahren nicht besonders. Er mochte auch keine Achterbahnfahren, selbst bei Zugfahrten fühlte er sich unwohl. Das Gefühl in den Sitz gedrückt zu werden und die Kotrolle über Fahren und Stehen zu verlieren lösten bei ihm, im Gegensatz zu Eva, Magenbeschwerden und keine Glücksgefühle aus.
Doch heute wünschte selbst er sich schneller zu Fahren. Keine Zeit zu verlieren.

Eine Viertel Stunde später brach Hickman die Stille: "Wir werden in wenigen Minuten ankommen. Macht euch bereit."
`Bereit wofür?´, fragte sich Eva, während sie die schusssichere Weste enger schnallte und ihre Waffe überprüfte, `Bereit Tommy zu retten? Bereit ihn aus der Hölle zuholen? Bereit für einen Schusswechsel oder bereit nicht rechtseitig zu kommen und Tommy als Leiche zu bergen?´
Sie verbat es sich weiter nach zu denken undkonzentrierte sich auf die Gegend durch die sie fuhren.
Sie hatten die großen, belebten Straßen schon lange verlassen und hatten eine einsame Gegend erreicht. Häuser hatte Eva schon lange keine mehr gesehen, doch immer mehr Bäume nahmen ihr die Sicht auf mehr Informationen.  
Das Signal, welches Sebastian von seinem Laptop aus geornet hatte, war auf der Karte nun weniger als ein Kilometer westlich der Straße im Wald entfehrt. Ein schmaler, leicht zu übersehender Feldweg führte durch das Dickicht.
Louis hielt den Wagen am Fahrbahnrand an, und befahl den nachkommenden Autos es ihm nach zu machen.
Eva hätte allein durch einen Atemzug erraten können dass sie sich in einem Wald befand. Die Luft schmeckte nach frische, klarheit und Bäumen. Ein viel zu schöner Ort um hier solche Gewalttaten zu erwarten.

Sie folgte Hickman durch den Wald, sie liefen langsam, in Gruppen aufgeteilt und mit entsicherter Waffe um auf mögliche Wachposten gefasst zu sein.  Der erste ließ auch nicht ange auf sich warten.
Ein Schuss erklang wenige Meter weiter südlich von Eva und Hickman, die beide sofort mit ihren Waffen in die Richting zielten, doch ein österreichischer Kollege war den beiden zu vor gekommen und hatte den Schützen ins Bein getroffen. Der Schuss hallte noch lange in Evas Ohren.
Durch die beiden Schüsse allamiert kamen fünf weitere Männer aus den Bäumen, einen konnte Eva gerade noch erschießen bevor er einen Schuss auf Hickman abfeuerte. Die Luft roch nun nicht merh nach frische und Wald, sondern nach Angst, Schweiß, Blut und Tod.
Eva blickt in das Gesicht des von ihr getöteten Mannes, dessen Augen starr in den Himmel blickten. Sein Gesicht kam ihr merkwürdig bekannt vor und als sie die Kompassrose auf seinem Unterarm sah, erkannte sie ihn als einer der Männer die Sebastian als mögliche Täter aus Tommys Familie ausfindig gemacht hatte.
Wage konnte sie sich erinnern, dass er als einer von Tommys Cousins als ralativ verdächtig eingestuft wurde.
Sie konnte seinen starren Blick nicht länger ertragen, dennoch kostete es sie einige Sekunden um ihren Augen von der Leiche zu nehmen.
Ein kurzer Blick über die Lage verschaffte ihr Übersicht. Zwei der Männer waren tot, die anderen drei, plus den ersten Wachmann leicht bis schwer verletzt. Einige Beamte blieben bei ihnen um sie bis zum Eintreffen der Krankenwagen zu bewachen, die restlichen neun Polizisten, eingeschlossen Eva und ihr Team, setzten den Weg durch den Wald fort.

Nur wenige Schritte weiter, erreichten sie eine Kurve, hinter der versteckt ein kleines, schmuckloses Haus stand.
Es lies Evas Herz höher schlagen, und sie konnte die Hoffnung auch auf den Gesichtern ihrer Freunde sehen. Hoffnung vermischt mit Angst. Der Drang so schnell wie möglich in dieses Haus zu gehen vermischt mit dem Wunsch nie hinein zu gehen.
Entschlossen näherte sie sich dem Haus, je näher sie kam, detso schneller lief sie.
Kurz vor der kleinen, finsteren Haustüre stoppte sie und war erleichtert ihre Kollegen hinter sich zu spüren, wissend dass sie ihr Feuerschutz geben würden.
Sie schloss die Augen für eine kleine Sekunde und schickte ein Stoßgeben in den Himmel, an wen auch immer. Tommy glaubte an Gott. Eva hoffte dass das ausreichen würde.

Schließlich drückte sie die Klinke mit ihrem Ellbogen runter, stieß die Tür mit ihrem rechten Fuß auf und drehte sich um ihre rechte Schulter in das Haus hinein.
Drinnen empfing sie eine stickige Luft,  Stille und komplette Dunkelheit. Ihre Augen versuchten sich so schnell wie möglich an die neuen Lichtverhältnisse zu gewöhnen, doch da kam auch schon der Schlag.
Wie aus dem nichts draf sie eine Faust mit voller Wucht an ihrem Kinn. Ihr Kopf wurde zurückgeschleudert und sie kämpfte um Gleichgewicht und Besinnung. Ihr Kopf schien zu explodieren und sie stöhnte.
Sebastian hatte sich inzwischen auf den unsichtbaren Angreifer gestürzt, doch auch seine Augen hatten sich noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt, sodass auch er mehrere Schläge und einheimste und Eva seinen Schatten schwanken sehen konnte.
Wenige Sekunen später hatte Louis den Lichtschalter gedrückt und den Raum mit Helligkeit geflutet, die sie nun aber alle dazu veranlasste die Augen geblendet zusammen zu kneifen. Jedoch weniger lange als ihre Angreifer die bedeutend mehr Zeit in den Dunkelheit verbracht hatten.
Das verschaffte Eva einen entscheidenden Vorteil als sie sich auf ihn stürzte.
Das Licht hatte Sicht auf einen zweiten Mann gegeben, der sich jedoch schnell geschlagen gab, als er durch seine zusammen gekniffenen Augen die Waffen von Louis und Hickman erblickte.
Auch Eva und Sebastian waren mit ihrem Mann fertig geworden, den sie nun in die Arme ihrer Kollegen schubsten. Eva hatte ihn sofort als Tommys Vater erkannt und sie konnte die Wut in ihrem innern kaum bändigen. Zu gerne hätte sie noch einmal die Chance gehabt ihre Feuste in sein Gesicht zu schlagen.
Doch etwas anderes, sehr viel wichtigeres hatte nun Vorrang. Tommy. Eva konnte sich kaum entscheiden hinter welcher Tür sie ihn als ersten Suchen sollte. Sie wollte einfach nur wissen ob er noch lebte.

Immer zwei Stufen auf einmal nehmend sprang sie die steile Treppe hinauf und öffnete die erste Tür links vom Gang. Ein kleines Zimmer lag dahinter, möbiliert mit einem Tisch und ein paar Stühlen, Spielkarten und einige Bierflaschen lagen darauf.
"Ich hab ihn! Obergeschoss!"
Sebastian, der sich inzwischen an Eva vorbei gedrängelt hatte, hatte die rechte Tür geöffnet und Tommy erblickt.

Eva stieß ihn ungeduldig zur Seite, nicht verstehend wieso er nicht weiter lief. Doch als sie in das Zimmer blickte, weigerten sich auch ihre Füße weiter zu laufen. Tommy lag zusammen gekauert auf dem Boden, nur wenige Schritte neben sich eine lache Erbrochenem, dessen Geruch das gesamte winzige Zimmer verpestet hatte.
Eva konnte nicht sagen ob er noch lebte oder nicht.
Hinter ihr hörte sie die Schritte der andern, doch auch sie verstummten als sie Tommy sahen.

Hickman war er, der als erster das Zimmer betrat und mit wackeligen Knien auf Tommy zu trat.
Dessen Gesicht schimmerte in allen möglichen Farbtönen und war verquollen. Aus mehreren Wunden trat Blut, welches bis zu seiner Brust geflossen war.
Sein Oberkörper war frei und übersäht mit Verletzungen aller Art und liesen kaum unverletzte Haut zurück.
Hickman beugte sich langsam zu ihm runter und legte zwei Finger an seinen Hals.
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