Ein Eimer eiskaltes Wasser...

KurzgeschichteHumor, Romanze / P12
15.09.2014
15.09.2014
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Hallöchen! :D
So, die Ice Bucket Challenge hat sich auch auf FF.de eingenistet. Kaum habe ich davon erfahren, wurde ich auch gleich von der lieben Annick nominiert. Danke! (glaube ich xD)

So... zur Aufgabe:
In der Ice Bucket Challenge geht es ja darum, sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf zu kippen und für die ALS Forschung zu spenden.
Hier muss ich mir nicht selbst ein Bad bereiten, dafür aber einem Buchcharakter - in meinem Fall hat es unseren sanften Jem getroffen :D

Meine Nominierungen - diese Personen dürfen sich  freuen:
--Jason  - Percy Jackson (Percy oder Leo)  (Schreib einfach, wann und wenn du kannst)
WolfsHauch - Avatar - Der Herr der Elemente (Zuko)
CrazyCupcake - Eragon  (Eragon)


Die Nominierung soll ja verpflichtend sein, aber ich finde, ihr könnt selbst entscheiden, ob ihr sie auch annehmen wollt. Natürlich wäre es toll, wenn ihr es tut :)

Für alle, die das mit der Krankheit noch einmal nachlesen  wollt: Hier

Zum Schluss bleibt mir nur noch, euch viel Spaß beim Lesen zu wünschen!
Und mich zu entschuldigen, wenn die Charas OoC sind; ich schreibe nicht gerne mit anderer Leute Charaktere, vor allem nicht so komplexen...

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Lachend zog Tessa Jem hinter sich her, der nicht grade sehr begeistert von ihrem Vorhaben war. Zum wiederholten Mal versuchte er, seine Freundin zur Vernunft zu bringen.

»Tessa, bitte, können wir nicht einfach spenden?«

»Nein, können wir nicht«, schmetterte sie seine Bitte resolut fort. Ein listiges Blitzen tauchte in ihren Augen auf und mit einem Ruck zog sie Jem an sich heran, seinen Körper an ihren, seine Lippen ganz nah. Sie reckte sich ein bisschen, um ihm etwas zuflüstern zu können, und bei dem Gefühl von Tessas warmen Atem an seiner Wange erstarrte Jem und atmete auf einmal ganz flach. Seine Augen schlossen sich flatternd, und er konnte nicht verhindern, dass sein Arm sich um ihre schmale Taille legte und sie noch näher zog. »Außerdem«, wisperte sie in sein Ohr, »würde ich dich nur zu gerne mal in klatschnassen Sachen sehen«

Jem schwirrte der Kopf, und er hatte Mühe zu denken. Verdammt, warum nur hatte sie so eine Wirkung auf ihn? Waren es die 100 Jahre Enthaltsamkeit, 100 Jahre, in denen er Tessa nur einmal im Jahr gesehen hatte, 100 Jahre, in denen er wie durch Nebel gewatet war und nichts gefühlt hatte?

Auf einmal machte es ihm gar nichts mehr aus, dass sie von ihm verlangte, sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf zu schütten und das Ganze auch noch filmen wollte. Alles, was sie wollte, würde er ihr geben…

Siegessicher zog Tessa sich zurück, verzückt von der Wirkung, die sie auf ihn hatte – und er auf sie. Ihr Herz schlug rasend, und Verlangen schoss durch ihre Adern. Wie gerne würde sie ihn jetzt küssen… aber alles zu seiner Zeit. Wenn er jetzt schon die Belohnung bekam, war doch kein Spaß dabei, oder? Sie griff wieder nach seiner Hand und zog ihn weiter, langsamer dieses Mal, auf den Central Park zu. Dort wollten sie sich mit Magnus treffen, der sich bereit erklärt hatte, alles vorzubereiten. Das war er ihnen schuldig, nachdem er Jem für die ALS Ice Bucket Challenge nominiert hatte. In der Challenge geht es darum, sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf zu schütten, es zu filmen und ins Netz zu stellen und zusätzlich 10€ an die Forschung gegen ALS, die Nervenkrankheit, zu spenden. Natürlich kann man auch einfach 100€ spenden und das Eiswasser weglassen, aber wo bleibt da das Vergnügen für die Umstehenden?

Tessa zwang Jem dazu, sich den Eimer über den Kopf zu gießen – aber ins World Wide Web würde sie es nicht stellen, die Schattenwelt war immer noch geheim und sollte es auch bleiben. Dafür würde sie dann die Hundert Euro spenden, aber das würde ihr Jem erst hinterher erfahren…

Es war schön im Park. Die Sonne schien, und es war wundervoll warm. Fast schon zu warm; vielleicht würde sie für Jem einspringen, so, wie sie hechelte. In London war es kühler… Es waren sehr viele Leute unterwegs. Eltern mit ihren Kindern, Paare, Spaziergänger, Hundebesitzer… Nein, hier würden sie Magnus nicht finden. Er hatte ihr zwar eine Nachricht geschickt, wo sie sich treffen sollten, doch die Angaben waren recht vage gewesen.

Sie mussten eine Stunde lang suchen, bis sie ihn endlich in einer verborgenen Ecke des Parks fanden. Hier war es dunkler und kühler, von Bäumen beschattet und weniger gepflegt als der Rest des Parks. Tessa argwöhnte, dass die normalen Bewohner von New York hier überhaupt hinkonnten. Wahrscheinlich gehörte dieser Ort hier dem Lichten Volk und war für Irdische nicht erreichbar.  Doch für sie war es perfekt.

Da war Magnus, schräg gekleidet wie immer. Heute trug er eine eng anliegende Lederhose, zusammen mit einer weiten, weißen Bluse und einer in Regenbogenfarben glitzernden Weste. Auch seine Haare glitzerten und standen wie Igelstacheln ab. Tessa blinzelte; das war etwas zu viel Glitzer, wenn es nach ihrem Geschmack ging. Jem schaffte es, seine Reaktion auf ein Minimum zu reduzieren, was sie ihm hoch anrechnete. Er war nicht an Magnus‘ neuen Stil gewöhnt, so wie sie. Er hatte ihn noch so in Erinnerung, wie er ihn kennengelernt hatte: wie ein Gentleman gekleidet und zwar auffällig, doch immer der Mode entsprechend.

Neben Magnus standen mehrere Dinge: Ein Eimer, ein Picknickkorb, und eine Kameratasche. Als Magnus die beiden kommen sah, lächelte er träge und machte eine vage Handbewegung, und sofort füllte sich der Eimer mit Wasser.  Jem neben ihr seufzte schwer und ergab sich seinem Schicksal. Zeit, ein Bad zu nehmen… ein eiskaltes Bad.



Mit geschlossenen Augen steht Jem auf der Wiese und wartet auf den Schwall kaltes Wasser. Wann kommt er endlich? Bei Raziel, Tessa… musst du mich so auf die Folter spannen, dachte er angespannt. Sie hatte ihm verboten, die Augen zu öffnen, also konnte er nur seine anderen Sinne ausstrecken, um ihre Absichten zu erraten und sich vorzubereiten. Es machte ihr entschieden zu viel Spaß, ihn einer kalten Dusche zu unterziehen, wie er fand. Eigentlich machte es ihm auch nichts aus; er spendete gerne für die Forschung, er wollte helfen. Er verstand, wie es war, sein Leben an sich vorbeifliegen zu sehen und zu wissen, dass man sterben würde und nichts dagegen tun konnte. Das wünschte er niemandem, und wenn es ein Heilmittel gab, dann musste es gefunden werden. Das Eiswasser war ihm egal. Er hatte gegen Dämonen gekämpft und gegen Mortmains Metallkreaturen, und er hatte überlebt. Ein bisschen Wasser machte ihm nichts aus. Warum hatte er sich dann gesträubt? Wahrscheinlich war er einfach zu alt dafür. Seine Eltern, Charlotte… sie hatten ihn zu einem Gentleman erzogen, und ein Gentleman übergoss sich nicht mit Wasser. Trotz all der Jahre steckte es wohl immer noch in seinem Verhalten, nicht wa-

Platsch.  

Erschrocken riss Jem die Augen auf und machte einen Satz nach vorne, als das Eiswasser direkt über seinem Kopf entleert wurde und ihn durchtränkte. Jem prustete und versuchte, nichts einzuatmen. Er schauderte, als ein dicker Eiswürfel seinen Rücken hinunter kroch wie eine fette Spinne und verzweifelt versuchte er, ihn loszuwerden. Tessa krümmte sich vor Lachen und kriegte kaum noch Luft. Amüsiert sah sie ihm bei seinem seltsam aussehenden Tanz zu, dann kam sie gnädig auf ihn zu und fischte den kalten Würfel aus seinem Kragen.

Immer noch kichernd stellte sie sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn lang und innig. Seine Lippen waren kühl und gaben einen schönen Kontrast zu ihren warmen ab. Plötzlich ließ Jem sie los, und bevor sie reagieren konnte, leerte er einen weiteren Wassereimer über ihrem Kopf aus. Erschrocken und Überrascht schrie Tessa auf und versuchte, auszuweichen, doch es war zu spät. Sie war schon klitschnass und ihr gelbes T-Shirt klebte an ihrem Körper und betonte jede Rundung.

»Jem!«, rief sie und sah ihn mit schmalen Augen an. So war das nicht geplant gewesen!

Jem hatte große Mühe, nicht zu lachen, als er Tessa dastehen sie wie eine gebadete Katze. Das hatte sie davon, ihn so zu überraschen! Grinsend sah er zu Magnus hinüber, der ihm verschwörerisch zuzwinkerte und den Daumen hoch machte.

»Tessa Gray, ich nominiere Sie hiermit für die Ice Bucket Challenge, die Sie ja nun zum Glück bereits hinter sich… Au!« Tessa hatte ihm kräftig gegen den Arm geboxt. »Wofür war das denn?«

»Dafür, dass du meine Frisur ruiniert hast!«

Das verwirrte Jem. »Seit wann interessiert dich denn deine Frisur sonderlich?«

»Gar nicht, ich brauchte nur einen Grund, dich zu schlagen«, antwortete sie lachend, bevor sie die Arme um ihn warf und an sich heranzog. »Jetzt sehen wir beide aus wie triefende Pudel«, murmelte sie gegen seine Lippen, und das war für lange Zeit das letzte, was sie sagten.



Mit hochgezogener Augenbraue beobachtete Magnus die beiden. Abwechselnd sah er von ihnen zu der noch laufenden Kamera. Sollte er…? Ach was. Ein Lächeln umspielte Magnus Mundwinkeln, als er sich ins hohe Gras setzte, aus dem Picknickkorb ein belegtes Brot nahm und dabei weiterfilmte.  

Dieses Video würde hohe Einschaltquoten erzielen, da war er sich sicher.
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