Kidnapped

GeschichteRomanze, Angst / P16
Angelika "Angie" Flynn Betty Rogers Mark Cross Oscar Vega
14.09.2014
14.09.2014
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14.09.2014 2.235
 
Hey :)

Also, ich dachte mir, dass die neue Kategorie Motive noch ein bisschen leer aussieht. Und womit soll sie sonst gefüllt werden, wenn nicht mit Geschichten?
Dieser OS ist für Wickershamian, die meinte, sie fände das Pairing Betty/Vega super :)
Naja, ich hoffe, irgendjemand liest diese FF und ich bekomme das eine oder andere Review ;)

Eure Medea

P.S: Dieser Geschichte beinhaltet Spoiler für die zweite Staffel der Serie, wer Mark und Wendy also nicht kennt:

Mark Cross ist, soweit ich es verstanden habe, Mannys Vater, und war fast zehn Jahre lang Angies Partner. Nachdem er zwei Jahre Undercover war, hat er jetzt Boyd Blooms Stelle eingenommen und er und Angie liegen sich ziemlich oft in den Haaren.

Wendy Sung ist Officer und arbeitetet immer wieder mit Angie, Vega und Lucas zusammen. Sie ist Asiatin (zumindest sieht sie asiatisch aus), und Detective Lucas scheint sie sehr attraktiv zu finden.

Disclaimer: Mir gehört nur die Idee für diese Geschichte, die Figuren gehören CTV.



„Bets? Betty?“ Verwundert betrat Detective Angie Flynn die Autopsie, das Reich ihrer Freundin Betty Rogers, doch diese war nirgends zu entdecken. Als sie bemerkte, dass Hinten, im Büro, ebenfalls kein Licht brannte, runzelte sie die Stirn. Irgendetwas stimmte hier nicht. Es behagte ihr nicht, in Bettys Büro zu gehen, wenn diese nicht da war, doch sie hatte keine andere Wahl, sie brauchte die Akten. Und vielleicht, versuchte sie sich selbst zu beruhigen, war Betty auch einfach nur schon etwas früher nach Hause gegangen. Seufzend schaltete sie das Licht an, nicht ahnend, was sie erwarten würde. Was sie sah, ließ sie erschrocken aufschreien.
Überall war Blut, auf dem Buden, auf dem Schreibtisch, an den Wänden, es sah aus, als hätte jemand das Zimmer rot streichen wollen und mit der Farbe an alle Wände gespritzt. Geistesgegenwärtig griff sie nach dem Telefon auf dem Schreibtisch. „Vega, komm sofort runter in die Autopsie und bring ein paar Leute mit, Betty ist verschwunden und hier ist alles voller Blut!“, wies sie ihren Partner scharf an und legte sofort wieder auf, um sich dem Tatort zuzuwenden. Sie hoffte inständig, dass das Blut nicht ihrer Freundin gehörte, denn dann wäre es sehr unwahrscheinlich, dass diese noch lebte.
Es dauerte keine zwei Minuten, bis sich die Türen öffneten und Vega, Lucas, Officer Sung und Cross hereingestürzt kamen. Als er das Blut sah, blieb Lucas abrupt stehen, und es war deutlich erkennbar, dass die junge Asiatin ebenfalls grün im Gesicht wurde. „Was zum Teufel ist hier passiert?“, flüsterte Cross entsetzt und sah sich um. Vega schien neben Angie der einzige zu sein, der noch einen einigermaßen kühlen Kopf behielt, und machte sich bereits an Bettys Laptop zu schaffen. „Kennst du ihr Passwort?“, wollte er von ihr wissen. Mit einem leichten Nicken schob sie ihn zur Seite und tippte das Passwort ein-Betty hatte es ihr nur unter der Bedingung verraten, dass Vega es nicht erfahren durfte, und das aus gutem Grund. Kaum das Vega Zugriff auf die Daten hatte, begann er auch schon, diese nach Informationen durchzuforsten. Lucas hingegen versuchte, und daran hatte noch keiner gedacht, Betty auf ihrem Handy zu erreichen. Doch als unter dem Schreibtisch ein lautes Piepen hervorkam, war endgültig klar, dass Betty entführt worden war.

„Sagt mal, seht ihr da draußen irgendwo eine Leiche?“, fragte Vega plötzlich, und sah mit angespanntem Gesichtsausdruck von seiner Arbeit auf. „Was für eine Leiche soll es denn sein?“ Obwohl die Situation nicht gerade lustig war, konnte Angie nicht anders, als mit einem spöttischen Kommentar zu Antworten. Sie wusste, ihr Partner würde es verstehen, er war, im Gegensatz zu Mark Cross, einfach ihr bester Freund. „Vega, wir sind in der Autopsie, was erwartest du? Natürlich sind hier Leichen!“ „Das Opfer ist männlich, 37 Jahre alt, etwa 1,85 groß, muskulös gebaut, laut der Akte  hier hatte Betty die Autopsie noch nicht ganz abgeschlossen, und er war noch nicht wieder zugenäht.“ „Also hier ist keine offene Leiche“, stellte Wendy trocken fest. „Wieso denken sie, dass ausgerechnet dieser Mann etwas mit Dr. Rogers Verschwinden zu tun hat?“ „Weil in Mr. Ian-Hakaschs Magen laut Bettys Bericht ein Säckchen mit Gegenständen war, die sie nicht definieren konnte. Und laut seiner Personalakte hat er zu einem Ring gehört, der Diamanten schmuggelt. Wie es scheint ist er aufgeflogen, und so ist er dann bei Betty gelandet.“ „Aber wieso wird dann Betty entführt?“, rätselte Angie. „Weil die von seinem Ring ihre Ware wollen, und die hat Betty gefunden und entfernt. Sie hat wahrscheinlich geahnt, was sie in den kleinen Gegenständen befunden hat, und war somit eine Bedrohung für den Ring.“ „WAR?“ Wütend wandte sich Vega zu Cross um. „Ich spreche erst in der Vergangenheit von Betty, wenn ich selbst gesehen habe, dass sie tot ist. Und deshalb müssen wir sie  finden.“ Angie nickte zustimmend, und ohne auf die Antwort ihres Chefs zu warten, lief sie hinter Vega zurück nach oben in ihr Büro. Mit einem entnervten Aufstöhnen folgte dieser den beiden. „Ach so, hohlen sie die Spurensicherung, die sollen das Blut ins Labor bringen und es analysieren lassen“, ordnete er Detective Lucas und Officer Sung an.

„Meine Güte, dafür, dass sie zu einem internationalen Schmugglerring gehören, sind sie aber ganz schön leichtsinnig“, murmelte Vega und drehte sich zu Angie um. „Wieso?“ „von dem Ring sind im Moment nur noch zwei weitere Männer in der Stadt. Und die haben vor zwei Jahren ein ‚Ferienhaus‘ in der Brickroad Lane gekauft, und ich wette, dass sie Betty dorthin gebracht haben.“ „Ich fahre!“ Ohne auf eine Antwort zu warten hastete Angie zum Ausgang, dicht gefolgt von ihrem Partner, und zu ihrer Überraschung, auch von ihrem ehemaligen Partner. Dieser war zwar nicht besonders begeistert, aber alleine wollte er die beiden nicht zu dem Haus fahren lassen, zwei Leute waren einfach zu wenige. Und, auch wenn er es sich nicht eingestehen wollte, wollte er sie nicht verlieren. Ihre täglichen Streitereien im Büro würde er dann ebenso vermissen wie die gute Laune, die er immer hatte, wenn sie sich wieder einigermaßen versöhnt hatten. Nicht, dass er sich vormachen würde, dass sie noch etwas füreinander empfanden, selbst wenn dem so wäre, wusste er, dass sie ihm nie verzeihen würde, dass er sie mit Manny alleine gelassen hatte, doch er war froh, sie wieder in seiner Nähe zu haben und wieder ein einigermaßen gutes Verhältnis zu ihr aufgebaut zu haben.

Während der Fahrt sah Angie immer wieder zu Vega hinüber, der auf dem Beifahrersitz Platz genommen hatte. Schon lange hatte sie das Gefühl, dass zwischen ihm und Betty mehr war als nur berufliche und private Freundschaft, und ihre Vermutungen schienen sich nur noch zu bestätigen, als sie sein angespanntes Gesicht sah. Doch irgendwie hatte sie ihre Zweifel, dass Betty wusste, wieviel sie ihm bedeutete, denn sie hatte Angie vor gar nicht allzu langer Zeit davon erzählt, wie wichtig ihr der Detective geworden war. Und wenn sie ehrlich war, dann fand Angie durchaus, dass ihre beste Freundin und ihr bester Freund zusammenpassten. Schon jetzt waren sie manchmal wie ein altes Ehepaar.
Dieser Gedanke ließ ein kleines Lächeln auf ihrem Gesicht erscheinen, was von Vega mit einem irritierten Blick quittiert wurde. Eine Antwort auf seine unausgesprochene Frage blieb sie ihm aber schuldig, denn in diesem Moment klingelte sein Handy. „Vega?“, meldete er sich schroff. „Was, so schnell? …Ja….Tatsächlich...Gut, danke.“ Als er auflegte, wirkte Vega etwas entspannter als noch zuvor und Angie sah ihn fragend an. Sie saßen jetzt schon vier Stunden im Auto, die gesuchte Straße befand sich etwas außerhalb der Stadt, in einem kleinen Vorort, und dorthin zu kommen, war eine unselige Fahrt. „Das war das Labor“, erklärte Vega. „Als sie gehört haben, von wem das Blut sein könnte, haben sie alles stehen und liegen lassen und es sofort analysiert. Sie konnten es vier verschiedenen Menschen zuordnen. Der größte Teil stammt von einem Mr Samuel Walters, einem gesuchten Auftragskiller. Die anderen beiden Männer sind die aus dem Ring, John Salman und Richard Owen. Das restliche Blut, nur ein winziger Teil, stammt tatsächlich von Betty,  wenn sie ihr nichts weiter getan haben, sollte sie eigentlich noch am Leben sein.“ Erleichtert atmete Angie und Cross auf, das waren endlich einmal gute Neuigkeiten.

In den ersten zwei Stunden der Fahrt hatten sie sich einen Plan zurechtgelegt, um das Haus zu stürmen, und diesen setzten sie nun auch in die Tat um, als sie keine zehn Minuten endlich ankamen. „Im Keller“, flüsterte Angie und deutete auf einen schwachen Lichtschein, der vom Kellerfenster herrührte. Das Haus war nichts Besonderes, ein schlichtes Einfamilienhaus aus dem letzten Jahrhundert, und als er an die Haustür trat, war Cross mehr als verwundert, diese offen vorzufinden. Lautlos öffnete er sie und trat als erster ein, hinter ihm Angie und Vega. Lautlos bewegten sie sich durch den Flur und sicherten die angrenzen Zimmer, die alle leer waren. Erst im letzten Zimmer hatten sie Glück. Hier war scheinbar das Wohnzimmer, denn in der Mitte des Raums stand eine riesige Couch und an der Wand hing ein großer Plasmabildschirm.

„Bundesagenten, Hände hoch, aufstehen und langsam umdrehen“, befahl Vega kühl und die beiden vollkommen überraschten Männer taten wie geheißen. Während Cross sie nun offiziell festnahm, rannten Angie und Vega förmlich in den Keller, um zu sehen, ob ihre Freundin tatsächlich dort war. Zu ihrem Glück gab es hier nur eine Tür, und die Kidnapper waren zwar klug genug gewesen, den Schüssel abzuziehen, aber dass jemand zu ihnen kommen könnte, hatten sie wohl  nicht bedacht, sodass sie den Schlüssel einfach an die Türklinke gehängt hatten.

Mit einem Klicken drehte sich der Schlüssel im Schloss und die Tür sprang auf. „Bleibt bloß weg!“, fauchte auf einmal eine Stimme aus der Ecke einer Ecke des Raums, die man von der Tür aus nicht einsehen konnte, doch das brauchten die beiden Detectives gar nicht. „Betty!“, flüsterte Angie erleichtert und stürzte zu ihrer Freundin, die an die Wand gepresst auf dem Boden saß. Als sie erkannte, wer tatsächlich gekommen war, schrie sie leise auf, und schlang ihre Arme um die blonde Frau, die sich neben sie auf den Boden setzte und an sich zog. Ungehindert liefen ihr die Tränen über die Wangen und sie vergrub ihr Gesicht in der Schulter ihrer Freundin. „Angie, ich hatte solche Angst“, flüsterte sie. Von ihrer sonst so toughen Art war nichts mehr zu sehen, und so strich Angie ihr immer wieder sanft über den Rücken, um sie zu trösten. „Ich weiß, Betty, ist ja gut, ich bin ja da“, tröstete sie sie. Es dauerte eine Weile, bis die Rothaarige den Blick hob und erkannte, dass sie nicht alleine waren, sondern Angie Vega mitgebracht hatte.

Dieser streckte ihr nun seine Hand entgegen, um ihr aufzuhelfen. Dankbar nahm sie sie und ließ sich auf die Füße ziehen. „Danke“, sagte sie leise und senkte den Blick. „Vega, kümmer dich um sie und bring sie mit nach oben, ich schau mal, ob Cross Hilfe braucht“, meinte Angie, die sich ebenfalls erhoben hatte und nun wieder nach oben verschwand. Betty brauchte einen Moment, bis sie realisierte, dass sie nun mit Vega alleine war. Oh Angie, dachte sie, was soll das? Du weißt doch ganz genau, dass ich ihn liebe, wie kannst du nur? „Ich würde ja fragen, ob alles in Ordnung ist, aber irgendwie kommt mir diese Frage doch etwas, naja, blöd vor.“ Obwohl sie es eigentlich nicht wollte, musste Betty lächeln. „Da hast du wahrscheinlich Recht. Alles, was ich gerade will, ist nach Haus und mich in mein Bett legen.“ „Sicher? Ich weiß was du gerade durchgemacht hast, und ich weiß, wie man sich danach fühlt. Du bist alleine in deinem Haus Betty, und das wird es nicht besser machen.“ „Und wo soll ich sonst hin?“ Plötzlich klang ihre Stimme unendlich traurig. „Ich bin nun mal alleine, Oscar, dass kann niemand mehr ändern.“ „Wie meinst du das?“ „So, wie ich es gesagt habe. Ich habe niemanden, was Familie am nächsten kommt, ist wahrscheinlich Angie.“ Überrascht sah der Man sie an, er hätte nie gedacht, dass sie sich so einsam fühlte. „Wenn du willst, bleibe ich bei dir“, bot er zögernd an. Dass sie über dieses Angebot verwundert war, konnte man Betty ebenso deutlich ansehen wie ihre Freude darüber.
„Das wäre…Danke.“ Sie lächelte ihn an, und obwohl sie eigentlich kein Mensch war, der sehr viele Emotionen zeigte, überkam sie ganz spontan der Drang, ihn einfach zu Umarmen. Überrumpelt doch erfreut erwiderte Oscar die Umarmung und drückte ein wenig zu fest an sich. Ohne zu überlegen schmiegte sich Betty noch näher an ihn. Keiner von ihnen dachte noch nach, als Betty den Kopf hob und in seinen warmen, braunen Augen versank. Auch er konnte seinen Blick nicht mehr von ihren smaragdgrünen losreisen, und so bemerkten sie kaum, wie sich ihre Lippen immer näher kamen. Erst als ihr Kuss tiefer wurde, schaffte Betty, es die Augen zu schließen und sich zu entspannen.

Endlich hatte sie jemanden gefunden, in dessen Armen sie sich wirklich sicher fühlte.

AN: Die Leiche wurde in der Kühltruhe in der Garage aufbewahrt, gemeinsam mit dem Auftragskiller, der auf dem Weg zum Haus an Blutverlust gestorben ist. Die beiden Schmuggler aus dem Ring waren verletzt, jedoch nicht besonders schwer, und sie kooperierten bereitwillig mit der Polizei, da sie ohnehin eigentlich aus dem Geschäft aussteigen wollten. Deshalb war auch der Killer da, er sollte die beiden ausschalten und die Waren zum Boss der beiden bringen, doch als er gemerkt hatte, was mir dem Lieferanten geschehen war, bat er die beiden um Hilfe-ohne ihnen zu sagen, was er tatsächlich von ihnen wollte.
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