Gruppe 11: Wave Gothic Treffen

von MDU-Story
GeschichteThriller, Suspense / P12
13.09.2014
13.09.2014
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13.09.2014 763
 
Endlich darf ich, AuctrixMundi, euch meine erste Gruppe der MDU vorstellen! Die, die von mir als letztes, übernommen von Muileh, begonnen wurde (am 9.6.14, das WGT ließ grüßen :D), wurde als erstes in für MDU-Verhältnisse doch sehr kurzer Zeit beendet. Viel Spaß euch beim Lesen!

Die Schreiberlinge waren:
1. AuctrixMundi
2. NamiraKayleighFaolan
3. Wegweiser
4. - Hayden -
5.  Nairalin
6. tabi babo
7. baronesse
8. Glori
9. Dezemberkind
10. allosaurus

Kapitel 1 - AuctrixMundi (Benutzer existiert nicht mehr)



Sayoko war eine Schwarzromantikerin japanischer Abstammung. Sie mochte den Begriff des Gothic auf eine spezielle Person bezogen nicht allzu sehr, da er ihr zu unpersönlich war, daher favorisierte sie für sich die Bezeichnung der Splittergruppe der Szene auch wenn sie zugegebener Maßen auch Elemente des Visual Key in ihren Stil mit einbezog. Ihre Eltern waren beide Japaner, sie selbst war noch in Kyoto geboren, wo sie auch das erste Mal mit solchen Subkulturen wie der Schwarzen Szene in Berührung gekommen war.
An Anfang war es Mainstream, weil es alle ihre Freunde gemacht hatten, mittlerweile war es doch zu ihrer Lebensphilosophie geworden. Nachdem sie mit ihren Eltern nach Deutschland gezogen war, hatte sie sich auch hier nach Gleichgesinnten umgesehen und war fündig geworden.
Es war Pfingsten, Zeit des alljährlichen Wave Gothic Treffen in Leipzig. Mit den Leuten ihrer Szenegruppe war sie angereist und zeltete nun über das Wochenende in der Nähe des Heidnischen Dorfes, um sich nicht extra in einer Jugendherberge einmieten zu müssen. Sparte Geld.
Mittlerweile ging es auf Mitternacht zu, die Nacht zum Pfingstsonntag. Sayoko war mit ihren Leuten noch immer unterwegs, doch da es WGT war, waren sie bei weitem nicht die einzigen Szeneleute, die noch zu sehen waren. Besonders rings um das Heidnische Dorf war noch viel los.
Die kleine Gruppe von fünf Leuten hatte jedoch ein anderes Ziel: den Südfriedhof der Stadt. Sie wollten auf dem großen historischen Friedhof ihre eigene kleine Feier steigen lassen, auch wenn es nicht ganz legal war. Aber das war ihnen egal, Hauptsache, die Atmosphäre stimmte!
Sie hatten beschlossen, dass sie zu Fuß gingen, um Geld für das Straßenbahnticket zu sparen, dementsprechend dauerte es auch eine Weile, bis sie am Ziel angekommen waren. Das Tor war verschlossen, wie zu erwarten gewesen. Skeptisch musterte Sayoko den hohen Zaun.
„Wie soll ich mit meinem Kleid da rüber kommen?“, fragte sie in die Runde.
„Keine Sorge, kleine Prinzessin auf der Erbse, ich hab einen Plan“, versicherte Marc ihr. Kurzerhand begann er über den Zaun zu klettern. Da er schon etwas angetrunken war, sah es recht abenteuerlustig aus, ging aber zum Glück glimpflich aus. Momente später sprang er auf der anderen Seite wieder zu Boden und ließ sich von Jonathan eine Kneifzange geben, um das Schloss aufzubrechen.
Als es offen war, schwang das Tor leise quietschend auf und die jungen Leute traten kichernd und lachend auf den Friedhof. Dunkelheit herrschte hier, das Licht der Straßenlaternen drang schon bald, je weiter sie auf den Friedhof gingen, nicht mehr zu ihnen durch. Nur hin und wieder war eine kleine Laterne am Wegesrand angebracht.
„Uh!“, machte Sascha. „War ‘ne geile Idee hierher zu kommen, würde ich mal sagen.“
„Voll das High Light!“, stimmte Sayoko zu. Freudig blickte sie sich um und ein wohliger, kalter Schauer rann ihr den Rücken hinab. Hier zwischen den Gräbern fühlte sie sich wohl, hier stimmte die Atmosphäre wahrlich.
Sie hatten schließlich einen Ort gefunden, der nicht zu leicht einsehbar war und weit genug von den Straßen und umliegenden Häusern entfernt war, um sie nicht zu schnell auszumachen. Sie breiteten Picknickdecken aus und stellten ringsum Fackeln und Kerzen auf, sodass eine möglichst düstere Stimmung aufkam. Das Feuer warf flackernde Schatten auf die Grabsteine um sie herum, so dass man meinen konnte, Gestalten würden dort umher huschen. Dann wurde der blutrote Met, den sie auf im Heidnischen Dorf erstanden hatten, geöffnet und die Trinkpokale mit den Totenkopfimitaten aus Kunstharz machten die Runde.
Sayoko achtete besonders darauf, dass ihr etwas Met den Mundwinkel hinabrann und auf ihr Dekolleté tropfte. Sie mochte es Vampire zu imitieren. Sie bleckte die Zähne und knurrte animalisch. Dann musste sie selbst lachen.
„Hey, hey, aufgepasst!“, rief Marc. „Unsere Queen of Darkness!“
„Und wer ist dann mein Graf Dracula?“ Sayoko zog einen blutroten Schmollmund.
Besitzergreifend legte Marc einen Arm um sie. „Wie wär’s mit mir?“
Sie stieß ihn spielerisch weg. „Bäh! Du stinkst nach Alkohol!“
„Hast du was gegen Wikinger?“ Er zwinkerte ihr zu.
Mittlerweile hatte jemand auch Musik ausgepackt und spielte nun Blutengel auf. Dann wurde auch das Räucherwerk aufgestellt und die Ritualkerzen entzündet. Die Party nach Art der Gothics konnte beginnen.
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