Sturmaugen

von -bambi-
GeschichteRomanze / P18 Slash
13.09.2014
13.09.2014
1
8236
4
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
 
 
Ein leises, kaum wahrnehmbares Grummeln reißt mich aus meiner Arbeit, mit leicht gespitzten Ohren hebe ich meinen Kopf und sehe mich aufmerksam in der Wohnung um. Es liegt nicht viel herum, wie immer ist es hier viel zu sauber, beinahe schon steril. Aber den Grund für das störende Geräusch kann ich nicht ausmachen, mein kleiner Kater liegt noch immer völlig entspannt neben mir auf der Sitzbank. Normalerweise ist das kleine, pechschwarze Fellknäul der Verursacher von Lärm, doch er schläft. Leise seufzend fahre ich über den kleinen, weichen Kopf, sehe dabei zu, wie er sich leise maunzend gegen meine Hand drückt.

In der nächsten Sekunde ertönt der seltsame Laut wieder, noch immer ziemlich leise, doch dieses Mal habe ich es erkannt. Mit einem Mal macht mein Herz einen Satz, bis in meine Kehle und elektrisiert mich bis in die Zehenspitzen. Das ist unmöglich! Jetzt? Leicht unsicher stehe ich von meinem Platz auf, klappe mein Arbeitslaptop zu und wandere ganz langsam zu dem Fenster im Raum. Meine Augen finden automatisch ihren Weg zum Himmel, ein leicht melancholisches Lächeln tritt auf meine Lippen. Ein befremdliches Gefühl macht sich in meinem Bauch breit, während ich den immer dichter werdenden Wolken zusehe. Es ist ein merkwürdiges Ziehen, das bis in meine Kehle reicht und diese abzuschnüren scheint.

Das helle Grau wird mit jeder Sekunde, die verstreicht, bedrohlicher und es kommt mir fast so vor, als wären sie schneller als vorher. Sie verbinden sich miteinander, wie in einer stummen Übereinkunft, wachsen weiter und bilden eine unüberwindbare Mauer, direkt am Himmel. Schwer, dicht und dick. Ich bin mir sicher, wenn mein Arm lang genug wäre, sie zu erreichen, würde meine Hand darin stecken bleiben.

Sturmwolken.
Es wird nicht mehr lange dauern, dann wird sich die ganze Spannung über uns entladen, in einem einzigen, gewaltigen Sturm. Das leise Donnergrollen ist bereits zu hören. Ich kann den Regen bereits auf meiner Zunge schmecken, so nah scheint es zu sein. Ich rieche ihn, in einer Intensität, dass ich Gänsehaut bekomme. Der Geruch ist nicht leicht, sondern herb und voll von anderen Eindrücken. Feuchter Erde, schwerer Luft und nassem Gras. Nasses Gras riecht völlig anders, für mich jedenfalls. Der Geruch nach Sommerregen ist einzigartig und unverkennbar, obwohl ich noch im Haus bin.

Alle Fenster sind geschlossen, schon wegen dem kleinen Unruhestifter, im Haus regt sich kein Lufthauch. Die meisten Fensterscheiben sind sogar mit einem dicken Vorhang versehen, damit keiner der Sonnenstrahlen eindringen kann. Zu drückend ist diese Hitze der letzten Wochen, der Sommer ist fast unerträglich. Ich kann ein paar vereinzelte Schweißtropfen spüren, die parallel zu meiner Wirbelsäule nach unten laufen und mich kitzeln. Die Tropfen verfangen sich irgendwann in dem dünnen Stoff meines Oberteils, einem langen Sportshirt, das mir fast bis zu den Knien geht. Das einzige Kleidungsstück, das luftig genug ist, um die Hitze des Tages zu überstehen.

Am liebsten würde ich heute gar nichts tragen, allerdings würde ich mir dann während der Arbeit merkwürdig vorkommen. Wegen der schwülen Luft bin ich heute nicht zur Firma gegangen und arbeite stattdessen von zu Hause aus, hier fühle ich mich wohler. Nachdenklich streiche ich mir meine leicht verschwitzten Haare aus der Stirn, sehe mich wieder im Raum um. Leer. Steril. Es fühlt sich nicht an, wie mein Zuhause. Wenn ich so sein könnte, wie ich es wollte, würde es anders aussehen. Wenn ich nicht unter den Zwängen einer Gesellschaft stehen würde, die von sich selbst behauptete im Wandel zu sein und trotzdem an ihren altmodischen Regeln und Ansichten festhielt.

Es hätte alles anders laufen sollen …
Und dennoch stehe ich nun hier, vor einer Glaswand, die mir eine andere Welt zeigt und die ich doch nie zur Gänze erkunden kann. Dieser Glanz, der den Menschen versprochen wird, die Zufriedenheit und das Glück, das angeblich jeder einmal erfahren wird, bleiben mir verwehrt. Ich sitze hier fest, in meinem goldenen Käfig und kann nur auf einen Sturm warten. Ein Unwetter, das alles ändern kann. Und dann sehe ich sie wieder, voller Hoffnung. Diese Wolken.

Unwetterwolken.
Ungeduld steigt in mir auf, heiß und erbarmungslos. Ein seltsames Gefühl, das mich mit jeder Sekunde unruhiger werden lässt. Das Ziehen fängt wieder in meinem Bauch an, scheinbar direkt hinter dem Nabel und dehnt sich von dort immer weiter aus. Die Anspannung in mir macht mich verrückt, sie zerreißt und erdrückt mich zur selben Zeit. Dieser unbändige Drang in mir, er tobt und stürmt, zerrt regelrecht an mir und lässt mich schwanken. Wie der scharfe Wind, der außerhalb meiner Wohnung an den Bäumen rüttelt und die Blätter fortweht, die nicht stark genug sind, sich zu halten.

Ich will etwas tun, irgendetwas, völlig egal was. Rennen, bis ich nicht mehr atmen kann, schreien, bis meine Stimme versagt, mich im Kreis drehen, bis ich das Gleichgewicht verliere oder mich meine Kraft verlässt. Und am liebsten alles auf einmal. Hauptsache, ich muss nicht hier stehen bleiben und dabei zusehen, wie die Wolken die Welt in Dunkelheit hüllen. Aber mein Körper bewegt sich nicht. Innerlich renne ich längst, ich schreie meine gesamte Unruhe heraus, während ich vor mir selbst weglaufe. Und dennoch bleibe ich stehen.

Ich würde diese Sturmwolken blind erkennen! Die ganze Welt hält den Atem an, erstaunt und fassungslos darüber, dass ihr das Licht gestohlen wird. Wolken sind so viel mehr, als man es ausdrücken kann. Eine letzte, gewaltige Auflehnung der Natur, ein brutaler Schrei nach Luft. Nach Leben. Einfach nur nach purem Leben. Wenn der drückend schwüle Sommer in einer finalen Explosion gipfelt. Die unerträgliche Hitze verliert ihre Macht und muss der Freiheit weichen. Nach einem Gewitter kann man endlich wieder atmen.

Gewitterwolken.
Endlich, es wird auch Zeit! Ich habe sie herbeigesehnt, wie lange schon kann ich nicht mehr sagen. Das Letzte ist lange her, viel zu lange. Ich weiß, wohin mich dieses Gewitter führen wird, ich kann es mit jeder Faser meines Körpers spüren. Ich fröstele, obwohl mir warm ist und trotzdem glüht es förmlich hinter meinem Brustkorb. Ich werde gehen, auch wenn mir mein Verstand sagt, dass es ein großer Fehler ist. Kann ich es wirklich ein weiteres Mal wagen? Und danach wieder so tun, als wäre nichts passiert, als hätte es nicht alles in mir erschüttert?

Es zerstört die Fassade, die ich mir so mühsam aufgebaut habe. All die Jahre, umsonst … Kann ich das riskieren? Zeigt mir einen Glanz, ein Licht, von dem ich nicht mehr weiß, ob ich es noch in mir trage. In diesen kurzen Momenten, da kann ich es sehen. Es begleitet mich auch noch eine Weile danach, doch irgendwann erlischt es wieder. Bis zum nächsten Mal. Ein Teufelskreis, der mich nicht mehr loslässt. Zitternd hebe ich meine rechte Hand, lege sie ganz flach auf die Fensterscheibe vor mir. Direkt auf die Stelle, an der das Herz meines Spiegel-Ichs sein muss.

Es fühlt sich glatt und kalt an unter meiner Handfläche. Kein Herzschlag, keine Regung. Ob meine Seele wohl auch so ist? Völlig ohne ein Gefühl? Immerhin gehe ich absichtlich spurlos durch das Leben, als wäre es überhaupt nicht meine Welt. Vielleicht ist sie das auch gar nicht. Hier bin ich allein. Mit einem leisen Seufzen schließe ich meine Augen wieder, lasse ganz langsam den Kopf sinken. Mein Spiegelbild wirkt bereits entschlossen… Und ich? Die Wolken werden immer dichter, es wird nicht mehr lange dauern, bis sich das ganze Gewitter entläd. Viel Zeit bliebt mir auf jeden Fall nicht mehr.

Will ich dann noch hier sein? Sie wird immerhin auf mich warten. Und ich will doch zu ihr! Bei ihr sein. Nicht einsam. Sondern leben, heute mit ihr lebendig sein! Als ich die Augen wieder öffne erwidert mein Spiegelbild wieder den Blick, trauriger als noch vor ein paar Sekunden. Die Euphorie, die das Gewitter verursacht hat, ist wieder verschwunden, einfach so und ein winziger Gedanke hat meinen Verstand erreicht. Es ist vermessen von mir, zu denken dass ich das ohne Konsequenz machen kann. Aber sie wartet … Allein dieses Wissen macht mich traurig.

Es verursacht mir ein schlechtes Gewissen, wenn ich daran denke, dass ich nicht auftauchen werde. Sie hat immer gewartet. Die Frau mit den stürmisch grauen Augen, die sogar in einem Gewitter mein Fels sein kann. Tief durchatmend lehne ich meine Stirn gegen die Scheibe, sehe dabei zu, wie mein Atem die Scheibe beschlägt und als ich diese Spur von mir selbst sehe, muss ich lächeln. Ich lebe doch noch. Dann verschwindet der leichte Film, der auf der Scheibe aussieht wie feiner Nebel. Löscht den Beweis meiner Existenz wieder aus.

Und jetzt halte ich es nicht mehr aus, ruckartig wende ich mich ab und schließe meine Augen so fest ich kann. Draußen endet der Tag, versinkt im Sturm, wie kann ich hier bleiben? Ich will nicht. Ich muss auch gar nicht! Niemand zwingt mich hierzu! Wortlos mache ich einen Schritt, direkt auf die Türe zu, weg von dem Fenster und weg von meinem Spiegelbild, das mich inzwischen empört ansieht.

Ich fühle mich unsagbar dumm, während ich mir eine kurze Hose schnappe und sie noch während des Laufens anziehe. Ich bin erwachsen geworden, die Zeit für solche wilden Phasen sollte ich längst hinter mir haben. Aber egal wie oft ich auch daran denke, egal wie sehr ich mir sage, dass ich dafür zu alt bin, ich kann nicht anders. Ich sehe die dunklen Wolken und denke sofort wieder an sie.

An sturmgraue Augen. Sturmaugen.
Als ich gerade die Wohnungstüre hinter mir ins Schloss werfe und mich in Bewegung setze, renne ich schon beinahe. Meine Schritte sind viel schneller, um nur als Laufen durchgehen zu können, aber noch immer zu langsam für einen Spurt. Ich habe es so eilig, dass ich nicht einmal an Schuhe gedacht habe und bereue es schon auf dem Bürgersteig. Die kleinen, spitzen Steinchen bohren sich in meine Fußsohlen. Es ist beinahe ein zarter Schmerz, der sich in mir ausbreitet, er tritt so schnell auf, dass es wieder vorbei ist, bevor ich es wirklich bemerkt habe.

Jede noch so winzige Unebenheit kann ich ertasten, jeder Riss im Asphalt scheint meine Haut aufzureißen und verursacht mir neue Schmerzen. Ich bin das letzte Mal vor über zehn Jahren barfuß gelaufen, als Kind, ich bin das nicht mehr gewöhnt. Und ich habe völlig vergessen, wie befreiend das sein kann. Wie viele Eindrücke allein die Fußsohlen aufnehmen können und wie viel mir durch Schuhe verloren gehen. Meine Füße brennen, von der Hitze, die im Asphalt gespeichert ist, der ganze Weg glüht und dampft. Es riecht ganz anders, als ich es gedacht habe. Normalerweise achte ich nicht darauf, wie Teer in der Sonne riecht, mein Kopf blendet diese Information von ganz allein aus.

Eigentlich ein angenehmer Duft. Warum fällt mir das nie auf? Es würde mich vielleicht aufmuntern, an einem dieser endlos scheinenden Tage. Ich bin nur wenige Straßen weit gekommen, da tun meine Füße von den vielen Unebenheiten und Kieseln so weh, dass ich langsamer laufe. Jeder Schritt schmerzt, mir knicken beinahe die Beine weg und schließlich bleibe ich stehen, um mich erst einmal umsehen zu können. Es ist nicht mehr weit, ich muss der Straße noch ein paar Meter folgen und dann in einen kleinen Feldweg einbiegen. Wenn ich mich beeile, kann ich den kleinen See noch erreichen, bevor der Regen anfängt!

Der Feldweg besteht nur aus Steinen, kein Teer mehr. Darauf kann ich nicht laufen, unmöglich! Ich bin eindeutig zu alt für diesen Mist! Mit einem leisen Seufzen auf den Lippen gehe ich direkt ins hohe Gras, dahin, wo keine der Steine liegen und fahre mir wieder durch meine Haare. Die Rasenfläche ist weicher, als ich es in Erinnerung habe, die Erde angenehm kühl, während ein paar Grashalme über meine nackten Knöchel streicheln. Sie kitzeln meine Haut, sobald ich meine Füße hebe und laufe fahren sie meine Fußsohlen entlang und lassen mich beinahe kichern.

Vermutlich habe ich ein paar Kratzer an den Beinen, doch das macht nichts. Im Augenblick fühle ich mich nicht mehr wie Anfang 30, sondern etwas kindischer. Gedankenverloren hebe ich den Kopf an, sehe direkt in den Himmel und gehe dann mit einem Lächeln auf den Lippen in die Hocke. Neben meinem rechten Fuß befindet sich eine kleine, gelbe Blume, deren Knospe ich mit den Fingerspitzen streichle. Pflücken will ich sie nicht, es ist die einzige Blume in der Nähe. Armes, einsames Blümchen…

Heute bin ich nicht allein. Hastig stehe ich wieder auf, laufe ungeduldig den Weg entlang. Ich will sie nicht warten lassen! Sie weiß, dass ich komme und ich will vor dem Regen da sein. Ab und an bohrt sich ein kleiner Ast oder ein verirrter Stein in meine Füße, aber ich komme schnell und ohne Probleme voran, nach wenigen Minuten kann ich den See sehen. Wo ist sie? Die Frau mit den Sturmaugen, ich kann sie nirgendwo sehen. Der See liegt doch direkt vor mir, ich müsste sie längst im Blickfeld haben!

Ihre roten Haare, die bunten Klamotten, die sie immer trägt, hätten mir doch sofort ins Auge springen müssen. Sie würde doch nicht… Sie ist doch immer hier gewesen! Sie hat mich noch nie warten lassen! Wie in Trance bewege ich mich vorwärts, immer weiter auf das Ufer zu und sehe mich dabei aufmerksam überall um. Hier ist der Platz, an dem wir uns bei Gewittern treffen! Immer hier, genau hier und nirgendwo sonst! Ich stehe sogar auf dem gleichen Stück Erde!

Fassungslos starre ich auf die ruhige Wasseroberfläche, beobachte die winzigen Ringe, die von den wenigen Regentropfen verursacht werden. Genau hier, wo ich nun stehe, wartet sie sonst auf mich, ich bilde mir sogar ein, ihre Fußspuren unter mir ausmachen zu können. Sie steht immer mit dem Rücken zur Straße, ihre Augen sind geschlossen und sie hat den Kopf leicht in den Nacken gelegt, um die Regentropfen auf dem Gesicht spüren zu können. Sie dürfte mich nicht sehen, doch sie bemerkt mich jedes Mal sofort. Lacht leise auf und dreht sich mit einem breiten Grinsen zu mir um.

Sie begrüßt mich nicht. Wir reden nicht, eigentlich reden wir nie. Reden kann alles zerstören, Worte vernichten gerne mal die Illusionen, die wir Menschen uns von anderen schaffen. Der Körper hingegen spricht eine so sinnliche und liebevolle Sprache, nie so plump wie ein Satz es sein kann. Ein falsches Wort und ich könnte alles verderben. Doch heute… Heute habe ich nicht einmal die Chance dazu, denn sie ist nicht gekommen! Sie ist nicht hier und ich kann deutlich spüren, wie Wut in mir aufzieht. Es tobt regelrecht in mir, ich kann spüren, wie sich meine Augen mit zornentbrannten Tränen füllten.

Die Rothaarige hat mich tatsächlich im Regen stehen lassen! Zugegeben, der Gedanke an dieses Klischee ist witzig, aber die Frustration in mir ist viel stärker. Ich könnte schreien! Ich habe zu lange gebraucht! Sie ist sicher längst weg, ich habe sie zu lange warten lassen. Wegen meiner dummen Unentschlossenheit, der idiotischen Angst vor den Folgen. Nichts könnte schlimmer sein als dieser Augenblick! Das ist nicht nur einfach Enttäuschung. Ich hasse mich gerade selbst, so sehr wie noch nie. Ich habe diese einmalige Chance… Hatte. Und ich war dumm genug sie nicht zu nutzen.

Plötzlich legen sich zwei Arme um meine Hüften, schlingen sich von hinten um mich und bleiben schließlich auf meinem Bauch liegen. Für ein paar Sekunden bleibt die Zeit stehen, ich kann nur die kleinen, weichen Hände spüren, dann schmiegt sich ein warmer Körper gegen meinen Rücken. Sie zieht mich nach hinten, in eine Umarmung, die sich so unverschämt besitzergreifend anfühlt, dass ich erröte. Es lässt mich zittern und als ich schließlich merke, wie sie ihr Gesicht sacht in meinen langen Haaren  verbirgt. Ist sie etwa die ganze Zeit hinter mir gewesen? Habe ich mich nicht umgesehen?

Ihr schwacher Duft steigt mir in die Nase, hüllt mich ein wie dichter Nebel und hält mich sofort gefangen. Ein einzigartiges Aroma, das ich überall erkennen würde. Sie riecht nach Sommer. Nach Sonnenstrahlen. Genauer gesagt duftet sie nach Sonnenstrahlen auf nackter Haut, ganz egal, welche Jahreszeit es ist. Ich liebe den Geruch, ich kann mein Herz wie verrückt schlagen spüren. Ganz automatisch lege ich meine Hände auf ihre Unterarme, ich spüre die zarte Haut unter meinen Fingerspitzen. Sie ist angespannt. Zumindest ihre Arme sind es.

Ein leises Seufzen verlässt meine Lippen, vor Erleichterung und vor Freude darüber, sie endlich bei mir zu haben. „Ich dachte schon, du kommst nicht.“ Sie klingt so viel älter, als ich es mir immer vorgestellt habe. Das Einzige, das ich von ihr je gehört habe ist ihr Stöhnen und das klingt wirklich völlig anders. Weicher, sanfter. Und jetzt klingt sie so rau und dunkel. Ihre Stimme gefällt mir besser, als alles, was ich mir hätte ausmalen können. Mein Kopf sinkt ganz langsam nach hinten, auf ihre Schulter und ich schließe meine Augen. Genussvoll lasse ich meine Hände über ihre Arme streicheln, lege sie über ihren Handrücken.

Sie sind erstaunlich klein, lassen sich einfach von mir führen und ich kann mich voll und ganz darauf konzentrieren, wie gut es sich anfühlt. Ihre langen, roten Haare werden mir vom Wind entgegen geweht und kitzeln mich nun. Ein starker Schauer jagt durch mich hindurch, ihr Griff ist erstaunlich fest dafür, dass sie so kleine Hände hat. Ihr Herz schlägt so stark, dass ich es auf meinem Schulterblatt spüren kann, ihr Atem streicht heiß über meinen Hals. Die junge Frau klingt, als müsse sie sich zusammen reißen, um mir nicht sofort ins Ohr zu stöhnen. Sie ist so heiß, dass sie regelrecht Wellen ausstrahlt.

Und obwohl der Sommer fast unerträglich ist, diese Wärme macht mir nichts. Ich nehme sie liebend gerne an, es ist angenehm. Der leichte Duft nach Sommer mischt sich mit einem Parfum, das sie wohl schon so lange trägt, dass es sich fast verflüchtigt hat. Es raubt mir fast den Atem, ihre Nähe bringt mich um den Verstand. Eine einzige Berührung von ihr und alles um mich herum ist vergessen. Ich bemerke kaum, dass das Donnergrollen um uns herum lauter wird und für den Bruchteil einer Sekunde erinnere ich mich an unser erstes Treffen. Doch die Erinnerung ist wieder weg, bevor ich sie wirklich zu fassen bekomme. Es muss irgendwo hier gewesen sein, an diesem Ort.

Ich habe sie noch nie an einem anderen Ort gesehen. Aber ich kann nicht mehr sagen, wann. Vier Jahre ist es sicher her. Vier Jahre und unzählig viele Stürme… Doch wie ist es hierzu gekommen? Wie hat es so weit kommen können? Meine Hände haben ihre an meinem Bauch tiefer geführt. Ohne es bemerkt zu haben natürlich und als mir das klar wird lasse ich sie los, als hätte sie mir einen Stromschlag verpasst. Mit den Fingerspitzen ist sie bereits unter den Saum meiner Hose gerutscht, ich spüre ein fast unerträgliches Kribbeln, genau da, wo sie mich berührt.

Ich vertraue ihr, sie weiß genau, was ich von ihr will. Sie weiß es vielleicht sogar zu gut. Das Unwetter ist beinahe über uns, vereinzelte Tropfen fallen vom Himmel und landen hörbar auf der Wasseroberfläche. Die kleinen Tropfen landen auf meinem Gesicht, kühlen meine erhitzte Haut und ich seufze genussvoll, als die Rothaarige plötzlich ihre Nägel in meine Haut gräbt. Nur ganz sanft, doch mein Becken zuckt gegen ihre Hände. Ihr Atem geht ruhig, wird aber mit jeder Sekunde lauter und tiefer, es wirkt wirklich, als würde sie langsam ihre Kontrolle verlieren.

Sie will warten, die junge Frau versucht sich zusammen zu reißen und mich hinzuhalten. So, wie ich sie hingehalten habe. Ich habe sie warten lassen, das weiß ich. Doch diese Spielchen gefallen mir gar nicht, die Rothaarige weiß viel zu gut, wie sie mich wirklich quälen kann. „Du hast lange gebraucht.“ Ihre Hände streichen langsam höher, liebkosen meine Haut und ziehen mein Shirt mit jeder Sekunde weiter nach oben. Als sie es schließlich über meinen Kopf zieht stößt sie mich fast gleichzeitig in den Rücken, etwas weiter auf den See zu und ich mache stolpernd einen Schritt nach vorne.

Noch während der Bewegung drehe ich mich zu ihr herum, will ihr in die Augen sehen, da ist sie auch schon wieder bei mir. Mir bleibt nicht einmal der Bruchteil einer Sekunde, um sie mir anzusehen, da hat sie auch schon ihre Arme um mich geschlungen. Starke Arme für so eine zierliche Frau, nichts an ihr lässt auf diese Kraft schließen und doch ist sie da. Im Gegenteil, die Rothaarige wirkt fast zerbrechlich, als müsste man aufpassen, wie man sie anfassen darf. Dabei muss ich eher aufpassen, wie sie mich anfasst.

Ihr Körper trifft auf meinen, hart und bestimmt, ihre Arme pressen mich verlangend an sich. Graue Sturmaugen erheben sich direkt vor meinen, fixieren mich. Gleichzeitig fährt ihre rechte Hand über meinen Rücken, zeichnet langsam und zart meine Wirbelsäule entlang. Ihre Finger erreichen meinen Nacken, kraulen mich für einen Augenblick und als ich gerade anfangen will zu schnurren krallen sich ihre Finger fest in meine Haare.

Reißen fest daran und ziehen meinen Kopf erbarmungslos nach hinten, so ruckartig, dass ich vor Schmerz schreie. Ich will wieder in ihre Augen sehen, in diese beiden stürmischen Strudel eintauchen und alles andere vergessen. Doch ich muss dem Schmerz nachgeben, lehne mich etwas zurück und entblöße dabei meinen Hals. Völlig schutzlos stehe ich vor ihr, ich spüre ihre Lippen an meiner Kehle, wie sie diese sanft öffnet und wieder schließt. Als ob sie beweisen will, dass sie mich sofort beißen könnte. Mich verletzen. Ich vertraue ihr genug, um zu wissen, dass sie mir nicht wehtun würde, doch allein die Tatsache, dass sie es kann verursacht mir eine unfassbar starke Gänsehaut.

Ein leises, fast frustriertes Stöhnen verlässt meine Lippen, aber die vereinzelten Tropfen, die auf die Wasseroberfläche fallen, sind bereits jetzt lauter. Die Rothaarige lacht über meine offensichtliche Reaktion, lehnt sich etwas näher zu mir. Geschickte, scharfe Zähne machen sich an meiner Haut zu schaffen, schicken immer wieder schwache Stromstöße durch meinen Körper. Gleichzeitig spüre ich, wie ihre Hände haltsuchend über meinen Rücken fahren und sich schließlich ein Arm um meine Hüfte schlingt. Die junge Frau zieht mein Becken so eng an ihres, dass sogar meine Beine zu zittern anfangen.

Bei dieser intensiven Berührung fehlt mir die Kraft, weiter zu stehen und so lasse ich mich mit einem erhitzten Seufzen auf den Lippen einfach ins weiche Gras sinken.  Die Jüngere ziehe ich dabei einfach mit mir, starre ihr unverändert in die Augen. Die Rothaarige stemmt sich mit den Armen ab, ohne mich direkt zu berühren und mustert mich eingehend. Das Lächeln auf ihren schmalen Lippen ist düster und gleichzeitig so vorfreudig, dass mein Herz noch schneller gegen meinen Brustkorb hämmert. Auch ich habe endlich Zeit, sie mir näher anzusehen, ihren zierlichen Körper und ihre irrsinnig langen Beine. Die junge Frau trägt einen weiten, schwarzen Sweater, der ihr bis über den Hintern geht, von einer Hose ist nichts zu sehen.

Vorfreudig lecke ich mir über die Lippen, atme ihren Duft tief ein und zögere noch kurz. Ich bin mir fast sicher, dass sie außer dem Sweater nichts weiter anhat und kann regelrecht spüren, wie mich diese Vorahnung elektrisiert. Langsam greife ich nach dem Reißverschluss, ziehe ihn genussvoll tiefer und lausche dabei dem leisen Geräusch. Erwartungsvoll zieht sie die Luft ein, ihre Finger graben sich neben meinem Kopf leicht ins Gras, reißen ein paar Halme ab. Natürlich ist die Rothaarige darunter nackt, die helle Haut blitzt unter dem dunklen Stoff vor und lässt mich seufzen.

Es ist wie seit Jahren schon. Derselbe Sweater. Mein Sweater, um genau zu sein. Bei unserem ersten Treffen habe ich ihn hier vergessen, ich bin so verwirrt und aufgewühlt gewesen. Als ich den Reißverschluss ganz runter gezogen habe halte ich kurz inne, genieße den ersten Einblick, der sich mir bietet. Eine zarte, kaum merkliche Gänsehaut bildet sich unter meinem Blick, ich kann erkennen, wie sie den Bauch etwas einzieht. Ich kann nicht anders, ich muss über ihr Verhalten lächeln. Umsichtig lege ich meine Hände auf ihre nackten Seiten, fahre beinahe andächtig über die weiche Haut. Sie fühlt sich angenehm kühl an, bewegt sich kaum merklich mit meinen Fingern und atmet etwas tiefer ein.

Beißt sich fest auf die Unterlippe und schließt die Augenlider etwas. Ich liebe diesen Gesichtsausdruck an ihr, die Unschuld dieses Augenblicks. Unvermittelt packe ich sie etwas fester, verlagere mein Gewicht etwas und schleudere die Rothaarige schließlich von mir. Noch bevor sie reagieren kann habe ich sie auf den weichen Untergrund gedrückt und mich über ihr platziert. Ein Bein zwischen ihren, die Hände direkt neben ihrem Kopf im Gras und mein Gesicht direkt über ihrem. Weiche und breite Grashalme fahren über meine Finger und meine Beine, lassen mich kaum merklich zittern. Ein paar vereinzelte, dicke Regentropfen fallen auf meinen Rücken, ich kann nicht anders und zucke genussvoll zusammen.

Ich winde mich leicht, mein Rücken ist so empfindlich, dass sich meine Rückenmuskulatur allein bei der Vorstellung der Berührung anspannt. Einen Moment lang bleiben ihre Hände noch ruhig auf dem Rasen liegen, sie sieht mich nur erwartungsvoll an und seufzt erhitzt. Meine Haare fallen auf ihre Schultern und ihr Gesicht, müssen sie wohl kitzeln, denn sie streicht sie mir langsam wieder hinter das Ohr. Ihre Hände bleiben kurz auf meinem Gesicht liegen, streicheln anschließend zu meinem Nacken und halten sich dort fest. Gleichzeitig gleiten meine Hände an ihren Seiten entlang, höher z ihren Schultern. Der Stoff des Sweaters ist dick und lässt sich leicht von ihren schmalen Schultern abstreifen.

Sie bäumt sich etwas unter mir auf, schmiegt ihren Körper dabei fordernd an meinen und zieht mein Gesicht näher zu sich. Die Rothaarige lässt mir einfach keine Zeit, sie zu betrachten und küsst mich. Heiße Lippen treffen direkt auf meine, für einen Moment scheint die Zeit still zu stehen. Mein Atem setzt einfach für ein paar Sekunden aus und keiner von uns bewegt sich. Ihre Lippen sind so unfassbar weich, der Kuss ist so gefühlvoll, dass ich einfach nur erbebe. Mit leicht zitternden Fingern streichle ich über ihren Rücken, genieße das erhitzte Zucken der Jüngeren. Leise stöhnt sie in den Kuss, erhöht gleich darauf den Druck auf meine Lippen und wirbelt wieder mit mir herum.

Sie löst den Kuss keine Sekunde, bewegt ihre Lippen hart und fordernd auf meinen und fängt an, an meinem Gürtel herum zu fummeln. Sie ist ungeduldig, das kann ich spüren und als sie den Gürtel auch nach dem dritten Versuch nicht öffnen kann knurrt sie frustriert auf. Das laute Geräusch geht in einem gigantischen Donnerschlag unter und sie zuckt wieder über mir zusammen. Löst den Kuss für einen Augenblick, doch ich ziehe sie schnell wieder zurück. Endlich hat sie es geschafft, den Gürtel zu öffnen, zieht ihn ruckartig aus den Schlaufen und widmet sich dann der kurzen Hose.

Der Stoff ist schneller von meinen Beinen verschwunden, als ich mein Becken heben kann, da drückt sie mich auch schon wieder unbarmherzig auf den Boden.
Kühle Fingerspitzen fahren ungeduldig über meine Beine, ihre Nägel kratzen so fest über meine Haut, dass ich sie bereitwillig spreize. Dieser kleine Wildfang… Feuerhaare. Sturmaugen. Ein Inferno, das mich brennen lässt, so wenige Berührungen und doch ein so heißes Gefühl, das meinen ganzen Körper erfüllt.

Was macht sie nur mit mir? Stürmische Frau. Durch und durch. Mit jeder Faser ein Feuersturm, ihre Zunge stößt vorwitzig durch meine Lippen, zieht sich wieder zurück und lässt die Zungenspitze mit einem hörbaren Schnurren darüber gleiten. Die Wolken sind inzwischen so dicht und schwarz, dass ich fast das Gefühl habe, als sei es längst Abend. Ein gleißend heller Blitz erhellt für den Bruchteil einer Sekunde die Wiese, fast augenblicklich durchbricht ein Donnerschlag diese ultimative Stimme. Wie immer zuckt die Rothaarige über mir vor Schreck zusammen, ihre wunderschönen Augen werden für einen Moment größer.

Seit Jahren treffen wir uns hier bei jedem sich bietendem Gewitter und trotzdem erschrickt sie bei jedem Donnerschlag und zuckt gegen mich. Niedlich, ein bisschen wie ein Kind. Aber sie lässt mir nicht viel Zeit, ganz im Gegenteil, ihre Hände drücken mich bereits zurück auf den weichen Boden, ziehen mein Becken fest an ihres. Die Jüngere ist ungeduldig, mit jedem Atemzug kann ich spüren, wie sie mehr will. Es tut gut, so begehrt zu werden, mehr als ich jemals zugeben werde. Ihre Lippen treffen wieder auf meine, sanfter und vorsichtiger dieses Mal.

Ich will sie ansehen, ihren wunderschönen Körper mustern können und wirble wieder mit ihr herum. Gras und kleine Äste bleiben an meiner Haut haften, als ich die Rothaarige zur Seite werfe und mich sofort wieder auf sie stürze. Inzwischen haben wir das Wasser beinahe erreicht, ihre Haarspitzen sind bereits darin gelandet. Ein lautes, erregtes Keuchen verlässt ihre schmalen Lippen, wird fast augenblicklich von einem Donnergrollen übertönt. Erhitzt fahre ich durch meine kurzen Haare, richte mich etwas auf und lasse meine Augen ganz langsam über ihren Körper fahren.

Sie so nackt unter mir zu sehen, lässt mein Herz schneller schlagen als es irgendetwas anderes jemals könnte. Nie fühle ich mich freier und lebendiger als mit der Rothaarigen. Ihre Haut ist blass, an ihren Armen und Schultern kann ich mehrere dünne Narben erkennen und sie ist unfassbar zierlich. Auf den ersten Blick wirkt sie fast zerbrechlich, mit der kleinen Statur und ihrer zarten Erscheinung. Genüsslich lasse ich meine Augen über ihren Oberkörper wandern, ihre kleinen, festen Brüste, meine Augen bleiben für einen Moment an ihren Knospen hängen, die bereits jetzt hart hervorstehen. Als ob sie mich dazu verführen wollen, ihnen meine ganze Aufmerksamkeit zu widmen.

Ich bin versucht, der stummen Aufforderung nachzukommen, meine Fingerkuppen fahren fast unmerklich über ihre Nippel. Ich kann spüren, wie sie sich unter meinen Fingern zusammen ziehen, wieder drückt sie ihren Rücken durch und reckt sich mir entgegen. Vorsichtig streiche ich weiter über ihre weiche Haut, ihren Bauch entlang und immer tiefer, während ihr Atem ständig schwerer wird. Eine Gänsehaut folgt meinen Berührungen und wieder ist es ihr Schnurren, das die Stille durchbricht. Das Gewitter ist fast direkt über uns, die Ruhe um uns herum ist fast unerträglich. Zitternd beobachte ich meine eigenen Hände dabei, wie sie langsam den Körper der Jüngeren erforschen, vorsichtig, als würde ich es zum ersten Mal tun.

Ihr Körper ist unglaublich empfindlich für Reize, bei jeder noch so kleinen Berührung zuckt sie und keucht leise. Inzwischen sind meine Finger bei ihrer Leistengegend angekommen, fasziniert und nervös zur selben Zeit stoße ich die angehaltene Luft wieder aus. Sie ist beinahe komplett rasiert, abgesehen von einem schmalen, sauber getrimmten Streifen. Absichtlich, anders konnte es nicht sein. Ein sanftes Lächeln umspielt meine Lippen, streichle genussvoll über darüber. Die junge Frau hat tatsächlich naturrote Haare, das habe ich nicht erwartet, wenn ich ehrlich bin. Die junge Frau beißt sich bedeutungsschwer auf die Unterlippe, wirft mir einen so tiefen, intensiven Blick zu, dass auch ich leise seufze.

Als ich wieder still halte und sie nur noch weiter mit den Blicken verschlinge richtet sie sich etwas auf und greift nach der dünnen Kette um meinen Hals, um mich an sich ziehen zu können. Ich kann gar nicht anders, als ihrem Willen nachzugeben, wenn ich nicht will, dass die Kette reißt, sie weiß das. Heiße Lippen verschmelzen mit meinen, so gierig, dass ich einen Moment alles vergesse. Frech knabbert und saugt sie an meinen Lippen, ihre Hände fahren fast unerträglich langsam über meinen Rücken. Immer wieder spüre ich, wie sich ein erregtes Ziehen in meinem Schoß breitmacht, für den Bruchteil einer Sekunde schwächer wird und mich dann mich einer Intensität überrollt, dass ich in den Kuss stöhne.

Ihre Beine schlingen sich um mein Becken, drücken meine nackte Haut so fest gegen ihr Geschlecht, dass ich ihren Kitzler pulsieren spüren kann. Ihre Hitze, wie feucht sie bereits jetzt ist. Aber vor allem das Verlangen, das durch sie hindurch zieht und sie dazu veranlasst, sich ganz langsam auf mir zu reiben. Ihre Hand reißt stärker an meiner Kette, das Goldband gräbt sich fest in die Haut an meinem Nacken und hält mich dicht bei ihr. Es ist, als würde sie unter mir direkt in Flammen aufgehen, mit der freien Hand fährt sie unruhig über meinen Rücken.

Mit ihrer Geduld ist es wohl endgültig vorbei, unmissverständlich kratzen ihre Nägel über meine Haut, während sie den Kuss weiter vertieft. Ihre Zunge fährt verlangend über meine Lippen, stößt ungeduldig hindurch und ich öffne bereitwillig meinen Mund. Ihre Lippen sind so unfassbar weich, im ersten Moment sind die Berührungen ihrer Zunge schüchtern, wie immer. Aber sie gewinnt schnell an Sicherheit, wird frecher und treibt meine zu einem immer leidenschaftlicheren Duell an. Mein gesamter Körper kribbelt wie nie, mein Kopf ist wie leer gefegt und als sich meine Hände schließlich selbstständig machen fängt das Unwetter plötzlich richtig an.

Von einer Sekunde auf die andere werden die vereinzelten Regentropfen mehr, dicker und prasseln nun wie in einer Fontäne auf unsere beiden Körper. Mein Rücken ist der wohl empfindlichste Teil meines Körpers, bei jeder noch so kleinen Berührung zucke ich üblicherweise zusammen und versuche automatisch, zu entkommen. Die Tropfen fallen so hart auf meine Haut, dass ich direkt spüren kann, wie sich meine Muskeln ständig anspannen und zucken, während mich die Rothaarige immer enger an sich presst. Heiß streicht ihr Atem über mein rechtes Ohr, ihr leises Keuchen übertönt den Regen.

Keine andere Stimme klingt so sanft und so rau gleichzeitig, mir wird gleich noch viel wärmer und auch ich presse mich sehnsüchtig an den weichen Körper unter mir. Ich will sie so sehr…

Kein Mensch weckt diese Sehnsucht in mir, wie sie. Niemand ist wie sie. Stürmische Augen, die mich langsam, mit jedem Treffen mehr, in einen Strudel aus Leidenschaft und Gier, ziehen, aus dem ich nie wieder entkommen kann. Ich bin süchtig nach ihrer Nähe, ich kann nicht mehr ohne diese kleinen… Treffen sein. Geschickte Finger wandern von meinem Rücken langsam zu meinen Seiten, für einen Moment muss ich den Kuss unterbrechen und stöhne laut gegen ihre Lippen. Ich weiß, wie sehr sie es mag, dass ich laut werde. Den Gefallen tue ich nur zu gerne, ich kann ganz deutlich spüren, wie sie die Beine etwas weiter spreizt. Wie eine Einladung.

Schwer schluckend halte ich inne, lehne meine Stirn umsichtig gegen ihre und mustere die Jüngere eingehend. Sie beißt sich auf die Unterlippe, wenn sie erregt ist und hält ihre Augen fest verschlossen. Als ob sie alles um sich herum ausblenden müsste, um sich hingeben zu können. Sie ist so schön! Langsam drückt sie meinen Oberkörper etwas von sich, bewegt sich zitternd unter mir und legt ihre Hände gleichzeitig auf meinen Hintern, um mein Becken in die richtige Richtung zu dirigieren.

Irgendwie schafft sie es, mich zwischen ihren Beinen zu platzieren, ihre Hände massieren provokant meinen Hindern und reckt mir stumm flehend das Becken entgegen. Ihr Brustkorb hebt und senkt sich hektisch, während sie ganz langsam ein Hohlkreuz macht und laut aufstöhnt. Für einen Moment sträube ich mich noch, ich will diesen kurzen Moment genießen. Vereinzelte Wassertropfen laufen über meine Haut, tropfen von meinen nassen Haaren auf die blasse Haut der Rothaarigen. Ich will nicht. Noch nicht, so schnell will ich sie nicht erlösen! Dafür gefällt mir ihr erregter Gesichtsausdruck und das leidenschaftliche Stöhnen zu sehr.

Vielleicht halte ich heute lange genug durch, um ihr ein wirkliches Flehen zu entlocken…

Ich löse mein Becken wieder aus ihrem Griff, packe schnell ihre Hände und drücke sie fest auf den inzwischen feuchten Boden. Verwirrung und Frustration treten auf ihr Gesicht, ein leises, zorniges Knurren verlässt ihre Lippen. Die Rothaarige ist es wohl nicht wirklich gewöhnt, dass ich nicht tue, was sie von mir will. Energisch wehrt sie sich gegen meinen Griff, der zierliche Körper unter mir bäumt sich widerwillig auf und sie versucht, mich abzuwerfen. Die Rothaarige ist viel stärker, als sie aussieht, sie schafft es sogar, eine Hand aus meinem Griff zu befreien und damit wieder nach meiner Kette zu greifen.

Ohne mich davon abhalten zu lassen stemme ich mich gegen den Griff, meine Hände streichen umsichtig über ihren zierlichen Körper. Die Haut unter meinen Fingerspitzen ist angenehm weich und im Gegensatz zu mir noch wundervoll warm. Langsam beuge ich mich zu ihr, lasse meine Zungenspitze frech über ihre Lippen fahren und wende mich gleich wieder ab, bevor sie mich küssen kann. Stattdessen hauche ich kleine Küsse auf ihren Hals, beobachte genussvoll, wie sich eine zarte Gänsehaut vor mir bildet und ganz langsam über ihren Oberkörper kriecht. Wie intensiv sie zu zittern anfängt, wie konnte ich nur all die Jahre übersehen, wie empfindlich sie dort ist?

Als ich auch noch meine Zähne in die zarte Haut grabe, bäumt sie sich mit einem lauten Stöhnen auf und reißt regelrecht an meinen Schultern. Leise stöhnend reckt sie das Kinn in die Höhe, bietet mir so noch etwas mehr Spielraum. Wieder beiße ich in ihren Hals, fester als noch zu Anfang und dieses Mal übertönt ihr Stöhnen sogar den Donner über unseren Köpfen. Nägel kratzen so fest über meinen Rücken, dass ich vor Schmerz schreie, die Rothaarige zieht brennend heiße Linien über meinen Körper. Ich weiß, dass sie bluten, doch in diesem Augenblick ist es mir egal.

Im Gegenteil, ich kann deutlich spüren, wie meine Perle zuckt. Mit einem Mal hat sie es geschafft, meine Erregung so schnell zu steigern, wie noch niemals jemand zuvor. Von einer Sekunde auf die andere schreit mein Körper nach den geschickten kleinen Händen der Jüngeren, ihren Berührungen. Mein Körper übernimmt einfach so die Führung und noch bevor ich eigentlich weiß, was ich da tue, dringe ich schon mit zwei Fingern in sie. Für einen kurzen Moment bliebt die Zeit um uns herum stehen, ich kann hören, wie sie vor Schreck und Erregung nach Luft schnappt und spüre, wie sie sich unter mir anspannt.

Die junge Frau zieht sich immer wieder stark um meine Finger zusammen, ihr Innerstes pulsiert förmlich und die Hitze scheint mich zu verbrennen. Ich bin wie in einem Rausch, alles um mich herum fühlt sich ganz gedämpft an, als ich schließlich anfange, immer wieder rhythmisch in sie zu stoßen. Im ersten Moment scheint sie gar nicht zu wissen, worauf sie sich zuerst konzentrieren soll, meine Zähne, die noch immer hingebungsvoll ihren Hals reizen, oder meine Finger in ihr. Ihr Becken zuckt stark, während sie sich laut stöhnend unter mir windet.

Automatisch sauge ich an ihrem Hals, meine freie Hand umschlingt den Körper unter mir und hebe sie etwas an, damit ich besser in sie dringen kann. Gleichzeitig legt sie die Beine um meine Hüften und fängt an, sich feurig gegen meine Hand zu bewegen. Schnell, fordernd und mit so geschmeidigen Bewegungen, dass ich für einen Moment vergesse, wo sie anfängt, und wo ich aufhöre. Wir stöhnen beide, ihre Arme halten mich noch näher bei sich und wirbelt plötzlich mit mir herum.

Auf meinem Becken bleibt sie sitzen, hält für ein paar Sekunden still und sieht mir nur bedeutungsschwer in die Augen. Das stürmische Grau ist dunkler geworden, genauso wie die Wolken über uns, verschlingt mich wie ein kleiner Wirbelsturm. Ich liebe diese Farbe, diese Intensität. Mir ist furchtbar heiß und als sie auch noch anfängt, sich langsam auf mir zu bewegen scheinen meine Wangen fast zu brennen. Leise keuchend wirft sie ihre Haare zurück, legt den Kopf in den Nacken und hält das Gesicht in den Regen, während sie ihr Becken hart und ruckartig gegen meine Finger bewegt.

Es ist umwerfend, jeden Millimeter spüren zu können, den ich in sie stoße, wie sie bei jedem Mal enger wird. Ihre Hände streicheln zärtlich von meinem Bauch höher, ein leichtes, angenehmes Kribbeln breitet sich in meinem Bauch aus und lässt mich leicht zucken. Jeder Muskel in meinem Körper spannt sich an, sehnsüchtig keuchend drücke ich mich gegen die Berührung wie eine kleine Katze. Gerade noch so kann ich verhindern, dass ich zu schnurren anfange, es fühlt sich einfach zu gut an. Vielleicht träume ich nur…

Wieder verlagert die Rothaarige das Gewicht, lehnt sich etwas näher zu mir und lässt ihre Hände dabei hauchzart über meine Brüste fahren. Ich erahne die Berührung mehr, als dass ich sie tatsächlich spüre, aber genau das lässt mich laut stöhnen. Vor Lust, vor Verlangen und vor Frustration darüber, dass es nicht mehr ist. Gleichzeitig bewegt sie sich immer schneller auf mir, reibt ihren Kitzler begierig an meiner erhitzten Haut. Wie in Trance beobachte ich die Rothaarige dabei, wie sie sich mit einer Hand die nassen Haare aus dem Gesicht streicht, beobachte die kleinen Regentropfen, die über ihren wunderschönen Körper laufen.

Ihre nackte Haut glitzert leicht durch die Feuchtigkeit, bei jedem Blitz und jedem Donnerschlag zieht sie sich vor Schreck ruckartig um meine Finger. Die Gänsehaut auf ihrem Körper wird mit jeder Sekunde stärker, zeichnet sich deutlicher ab und lässt auch mich schaudern. Der Anblick, der sich mir bietet, ist unbeschreiblich. Mein Herz schlägt so schnell wie nie zuvor gegen meinen Brustkorb, ich folge automatisch ihren Bewegungen und fange an, mein Becken fest gegen sie zu bewegen. Erhöhe den Druck auf ihre Perle, dringe noch etwas tiefer in sie und lausche dem lustdurchtränkten Stöhnen der Rothaarigen.

Ihre Brüste wippen bei jeder Bewegung mit, recken sich mir entgegen und entziehen sich wieder meiner Nähe, wenn sie meinen Oberkörper nicht mit einer Hand zu Boden drücken würde, würde ich meine Zunge mit ihnen spielen lassen. Stattdessen kann ich nur zusehen und das lässt mein Verlangen fast unerträglich werden. Das Ziehen in mir wird immer stärker, inzwischen pulsiert mein Kitzler beinahe schon schmerzhaft fest vor Verlangen und ich spreize meine Beine, als ob ich mir damit etwas Erleichterung verschaffen könnte. Von einer Sekunde auf die andere hört sie wieder auf, hält schwer keuchend inne und drückt mich mit ihren Händen bestimmt auf den Boden. Ihr Kitzler pocht so hart gegen meine Haut und ich kann deutlich spüren, wie intensiv sich ihr Innerstes immer wieder zusammen zieht und anspannt.

Sie zieht ihren sowieso schon dünnen Bauch ein, hält mit einem leisen Wimmern auf den Lippen die Luft an und kneift die Augen etwas fester zusammen. Ich weiß, dass sie kurz vor dem Höhepunkt steht und jetzt versucht, das Gefühl zurückzuhalten. Normalerweise würde ich weitermachen, sie immer weiter treiben, doch ich will auch nicht, dass es so schnell vorbei ist. Sie ist so heiß, dass mir immer wieder der Atem stockt, wenn das so weiter geht muss ich mein Verlangen selbst stillen.

Die Regentropfen perlen von ihrer Haut ab, rollen langsam tiefer und landen schließlich auf mir. Aber der Regen kühlt mich schon lange nicht mehr, es fühlt sich an, als würden die Tropfen sofort auf mir verdampfen. Lange halte ich diese Folter nicht mehr aus. Erregt sehe ich dabei zu, wie sie wieder anfängt, sich auf mir zu bewegen, beobachte das intensive Spielen jedes einzelnen Muskels ihres Körpers. Ich kann unmöglich länger warten, oder ich vergehe einfach unter ihr. Ungeduldig winde ich mich unter ihr, mein Stöhnen ist so laut, dass ich meine Lust fast herausschreie. Und endlich erhört sie mich, ihre Hände legen sich unvermittelt auf meine Knie und drücken meine Beine so weit auseinander, dass es schmerzt.

Der kleine Wirbelsturm über mir hebt langsam das Becken an, so zaghaft, als würde es sie Überwindung kosten und beißt sich wieder fest auf die Unterlippe. Ebenso widerwillig ziehe ich meine Finger aus ihr, lasse sie keine Sekunde aus den Augen. Sie hat doch nicht das vor, was ich denke? Sie wird doch nicht… Wieder verlässt ein leiser Schrei meine Lippen, als ich ihr heißes Geschlecht plötzlich direkt auf meinem spüren kann. Sie hat sich direkt zwischen meinen Beinen platziert, ihre warmen Handflächen liegen auf der Innenseite meiner Beine, drücken sie haltsuchend.

Laut nach Luft schnappend schließe nun auch ich meine Augen und lasse mich fallen. Ich kann gar nicht anders, als mich ihr hinzugeben, ich kann ihr unmöglich widerstehen. Ich kann ihr ansehen, wie sehr sie diese Situation genießt, es gefällt ihr, dass sie die Kontrolle hat. Trotzdem ist es ihr Verlangen, das gewinnt. Zuerst bewegt sie sich nur ganz langsam, beinahe schon vorsichtig und berührt mich kaum. Ihre Schamlippen reiben sacht auf meinen, lassen mein Becken zucken und schicken tausende kleiner Stromstöße durch mich hindurch.

Aber sie schafft es nicht, sich länger als ein paar Sekunden zurückzuhalten, dann gibt sie ihrer eigenen Gier nach und drückt sich fester zwischen meine Beine. Das Gewitter wird immer stürmischer, es regnet inzwischen so stark, dass das Prasseln unser Stöhnen vollkommen verbirgt. Kein Mensch wird uns hier hören können. Meine Hände finden ganz automatisch ihren Weg zum Hintern der jungen Frau, pressen ihr Becken noch enger an mich, während ich meines kaum merklich anhebe, um sie noch intensiver spüren zu können.

Sie ist so heiß und feucht, es raubt mir förmlich die Sinne. Schon nach wenigen Momenten haben wir einen gemeinsamen Rhythmus gefunden und plötzlich spüre ich, wie zwei Finger meine Schamlippen teilen, sodass ich ihren Kitzler direkt auf meinem spüren kann. Fast sofort kann ich eine unbändige Hitze in mir aufsteigen spüren, für einen Moment scheint mir meine Lust den Atem zu rauben und ich schnappe nach Luft wie eine Ertrinkende.

Es dauert nur ein paar Sekunden, dann scheint die Kleinere über mir zu erstarren, ich sehe wie durch einen Nebelschleier, wie sie ihren Rücken fester durchdrückt und höre, wie sie nach Atem ringt. Ihr Becken zuckt ebenfalls stark gegen mich und sie erstarrt über mir, dabei graben sich ihre Nägel tief in meine Beine. Süßer Schmerz jagt durch meinen Körper hindurch und noch während ich ihren Orgasmus beobachte kann ich meine Erregung immer weiter steigen spüren. Ich höre nicht auf, mich an ihr zu reiben, genieße die Wellen aus Lust, die mich von dem kleinen Punkt aus durchlaufen, den sie, inzwischen unbewusst, reizt.

Normalerweise kommt sie nicht so schnell und als sie sich nach einigen Augenblicken wieder voll im Griff hat, bewegt sie sich noch feuriger, als ob sie ein schlechtes Gewissen hätte. Gleichzeitig beugt sie sich zu mir, drückt mir einen stürmischen, atemlosen Kuss auf die Lippen. Immer wieder keuche und stöhne ich gegen ihre Lippen, massiere ihren süßen, festen Hintern und versuche, den Druck auf meine Perle weiter zu erhöhen. Es hilft nichts, ich kann mich nicht auf den Kuss konzentrieren, egal wie gut es sich anfühlt und lege schließlich den Kopf in den Nacken.

Sofort wandern ihre Lippen an meinem Hals tiefer, ihre Zunge streichelt aufreizend über meine nackte Haut und nimmt die Regentropfen auf. Zieht brennend heiße Linien über meinen Körper, lässt mich noch stärker zittern. Geschickte Zähne erreichen meine Nippel, beißen hinein und knabbern schließlich, als ich vor Schmerz aufschreie. Instinktiv spreize ich meine Beine weiter, ich weiß nicht mehr, ob ich das Gefühl weiter genießen, oder endlich das Finale spüren will.

Mein Herz explodiert förmlich hinter meiner Brust, die Hitze ist unerträglich. Und schließlich überrollt mich der Höhepunkt mit einer Stärke, dass ich für den Bruchteil einer Sekunde komplett die Kontrolle über mich verliere. Mein Sichtfeld wird völlig schwarz, vielleicht kneife ich auch einfach nur die Augen zusammen. Es ist völlig egal, ich will gar nicht sehen, was um mich herum passiert. Das Einzige, das zählt ist das Gefühl, das meinen Körper durchströmt. So pur und unverfälscht, dass mein Körper losgelöst von meinem Verstand reagiert.

Ich bewege mich weiter mit der jungen Frau, lasse mich von meinem langsam abklingenden Orgasmus leiten und versuche, wieder zu Atem zu kommen. Irgendwann sinkt sie einfach ganz auf mich, ihr Oberkörper schmiegt sich an meinen und sie legt den Kopf vorsichtig auf meiner rechten Schulter ab. Ich kann es nicht verhindern, dass sie sich auf die Seite dreht und sich dann mit einem erschöpften Seufzen an mich kuschelt. Es wäre mir lieber, sie würde weiter auf mir liegen, aber als ich ihre Hand auf meinem Bauch spüre, bin ich sofort versöhnt.

Langsam, gedankenverloren streichelt sie über meine Haut, ich kann förmlich sehen, wie schwer es ihr fällt, zu blinzeln. Jetzt, da langsam das Adrenalin und die Aufregung meinen Körper verlassen, kann ich spüren, wie mich Müdigkeit einhüllt wie ein Schleier. Nach ein paar Sekunden des Schweigens hält sie mir stumm die Hand hin, blinzelnd versuche ich zu erkennen, was sie mir damit sagen will. Sie hält noch immer meine Kette zwischen den Fingern, ich erkenne die filigranen Kettenglieder und den kleinen, verzierten Anhänger.

Meine Initialen, in Gold geprägt und mit kleinen Schnörkeln versehen. Ein Überbleibsel von länger vergangene Zeiten, schöne Zeiten. Ein Stück Erinnerung, das sie mir da gerade zurückgeben will. Noch bevor ich darüber nachdenken kann habe ich ihre Hand in meine genommen und schließe ihre  Finger über dem kleinen Anhänger, ebenfalls schweigend. Sie soll ihn behalten. Obwohl mir diese Kette so viel bedeutet, irgendwie habe ich das Gefühl, es ist richtig so. „Ginger“, flüstere ich gefühlvoll. Endlich lächelt sie mich wieder an, ein niedliches Grinsen.

Sie hat schon verstanden, warum ich sie so nenne. Ginger. Rothaarige. Seelenfänger. Immerhin hat sie es geschafft, mich einzufangen… Die Rothaarige entspannt sich wieder, meine Muskeln lassen ebenfalls locker, als sie weiter über meinen Bauch streichelt. Es ist schön, so neben ihr im Gras zu liegen, einfach in ihrer Nähe zu sein. Verblüffend schön. Es ist beruhigend. Ich versuche, gegen die Müdigkeit anzukämpfen, nicht einzuschlafen, obwohl ich längst abdrifte. Ich will nicht schlafen. Denn sobald ich einschlafe, wird sie gehen und wenn ich wieder aufwache, ist sie längst weg.

Je länger ich wach bin, desto länger ist sie bei mir. Aber es hilft nicht, der Schlaf hat längst seine Krallen in mich geschlagen und zieht mich langsam tiefer. In einen ruhigen, erholsamen Schlaf. Aber gleichzeitig weg von der rothaarigen Schönheit, deren Namen ich auch heute nicht erfahren durfte…
Review schreiben