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Was in Bhalasaam hätte geschehen sollen

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Dr. Helen Magnus Nikola Tesla
12.09.2014
12.09.2014
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Hey auch. :)
Hier mal wieder eine neue Übersetzung. Der Autor dieser Geschichte ist chartreuseian.
Hier wie immer der Link zur Original-Geschichte: https://www.fanfiction.net/s/7512943/1/What-should-have-happened-in-Bhalasaam
Und vielen herzlichen Dank an meine Beta-Leserin, die meine manchmal chaotischen Sätze in eine sinnvolle Reihenfolge bringt. :D Vielen Dank, du bist die Beste!
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„…und befürchteten, dass ihr Wissen dann in falsche Hände geraten würde!“

Helens Herz stoppte.

„Habt ihr mich vermisst?“
Oh Gott, dachte sie und schluckte schwer. Dieses einnehmende und überaus entzückende, spitzbübische Grinsen, welches ihr jedes Mal den Verstand raubte.Zu viele Emotionen auf einmal, durchfluteten den schönen Körper und Verstand der Britin. Die autarke Brünette konnte im ersten Moment nichts anderes tun, als den Mann anzustarren, über den sie bereits zuvor, so viele Tränen vergossen hatte. Ihre smaragdgrünen Augen weiteten sich, als sie seine makellose Kleidung wahrnahm.

Dann bemerkte sie, wie sich Johns Leib, welcher sich nun direkt neben ihr befand,  merklich für einen erneuten Kampf anspannte. Doch das wollte sie verhindern.
„John“, sprach die gebürtige Britin warnend, als sie langsam nach vorne trat, noch immer nicht ganz sicher, ob sie nicht doch Halluzinationen hatte.
„Oh, ich weiß er ist schwer zu töten, aber es gibt sicher Wege!“, meinte Druitt leicht daher.

Magnus  spürte einen Funken Ärger aufleuchten. Wieso er über diese kindische Fehde nicht hinweg kam, würde sie nie verstehen. Nach allem was bereits geschehen war, lag bereits ein gutes Jahrhundert zwischen dem letzten, wirklichen Wettkampf um ihr Herz.

Oh ja, die Teratologin wusste, wieso die beiden so verbittert gegeneinander gekämpft hatten und auch wenn sie sich hätte geehrt fühlen sollen, so war es doch eher frustrierend. Kein Mann hatte ein Patent auf sie, weder damals, noch heute, noch irgendwann und das Gezänk der beiden würde nichts daran ändern.
Nichtsdestotrotz, schritt sie weiter langsam nach vorne, die Waffe sicherheitshalber gezückt, für den Fall, dass Nikolas ‘Begleiter‘ erneut auf den Plan traten.

„Ist das bevor oder nachdem du das Blut entnommen hast, denn ehrlich gesagt wird das schwierig, wenn ich tot bin! Ihr wisst, dass ihr es ohne mich nicht schaffen könnt!“, witzelte Nikola grinsend, was Helen dazu veranlasste, mit den Augen zu rollen.

Das war mit Sicherheit keine Illusion.
Nur Nikola Tesla würde sich so blasiert verhalten, im Angesicht seines Todes -durch eine Faust im Rumpf.
Als sich ihre Konversation fortführte und sie versuchte hinter seine wahren Absichten zu kommen, konnte die angetane Kryptozoologin, ein mädchenhaftes Flattern in ihrer Bauchgegend nicht unterdrücken. Es würde sicher nicht wieder so sein, wie in den alten Zeiten. Aber mit dem Serben im Spiel, wusste sie, dass es interessant werden würde.

Doch als er schließlich anfing mit Clara zu flirten, verwandelte sich das anfängliche Flattern in ein tonnenschweres Gewicht.Vielleicht wäre qualvoll ein besseres Wort, als interessant. Mit leichten Rechts- und Linksschwenkern, führte Nikola sie mit einer Leichtigkeit durch das Labyrinth, was die renommierte Sanctuary-Leiterin stutzig werden ließ.

„Du kommst schon seit Jahrzehnten hier herunter, stimmt’s? Hier bist du auf die Idee gekommen, Vampire wiederzubeleben.“, sprach sie ihre Erkenntnis aus.
Sicherlich, das war ein Geheimnis, welches er ruhig mit ihr hätte teilen können. Das schiere Ausmaß dieses Ortes, war wahrlich erstaunlich. Doch nicht annähernd so verlockend, wie diese Geheimnisse mit seinem engsten Freund zu entschlüsseln.

Als John begann die Motive des Vampirs in Frage zu stellen, hatte die von Gefühlen gepackte  Wissenschaftlerin den übermächtigen Wunsch, ihn zu verteidigen.
So gefährlich und impulsiv ihr ehemaliger Oxford-Kommilitone auch sein mochte, sie wusste einfach, dass er niemals absichtlich menschliches Leben, so wie sie es kannten, zerstören würde. Nun, vielleicht würde er es tun, doch hatte sie genug Vertrauen in ihn, dass wenn es zu einer Entscheidung zwischen der Rettung der Abnormen-Gesellschaft und der Wiederauferstehung der Sanguine Vampiris kam, er sich letztendlich für die Rettung der Abnorme entscheiden würde. Immerhin hatte er ihr stets geholfen, die Schwachen zu beschützen.

Sie fühlte eine Welle des Stolzes, als er ihre Annahme bestätigte, doch als er sich an ihren Ex-Mann wandte, traf der Punkt den er ansprach, etwas zu sehr ins Schwarze. Die  Xenobiologin traute John nicht weiter, als dass sie ihn werfen konnte.
Doch ein  kümmerlicher -aber immer noch vorhandener Teil ihres Herzens-, wollte ihm Glauben schenken und sorgte dafür, dass sie all die Dinge begrub, die er ihr angetan hatte.
Tesla hatte Recht, wie ihr schlagartig klar wurde. Nicht, dass Druitt das Blut für sich selbst nutzen würde, aber er hatte in der Tat Ashleys Leben riskiert, um sein eigenes zu retten. Zugegeben, sie hätte es ihm niemals übergeben, aber welche Art Mann würde so etwas tun?

Das war stets der eine, alles entscheidende Unterschied zwischen John und Nikola.
Der Vampir lehnte es strikt ab irgendetwas zu tun, was ihr persönlich schaden würde.
Und Rom zählte nicht...
Damals trat er einfach auf den Plan, wie er es immer tat und sicherlich hatte er niemals den Befehl gegeben, sie zu töten.
Ihre Ängste, Zweifel und die schmerzhaften Erkenntnisse zur Seite drängend, konzentrierte sich Helen wieder auf die vor ihr liegende Mission.

„Gentlemen, wir sind nicht grundlos hier!“, unterbrach sie das Gezänk und hoffte, dass sie jede Erwiderung auf Seiten Johns im Keim erstickt hatte.
Magnus sah dem braunhaarigen Mann,  für den sie noch immer  so viel empfand, direkt in die saphirblauen Augen und betete, dass er ihre stille Aufforderung verstehen würde.
„Nikola, es stehen Leben auf dem Spiel!“
Ihre smaragdgrünen Augen weiteten sich etwas, als sie ihn still anflehte, diese sinnlose Kabbelei nicht wieder anzuheizen.
Ob er ihre Nachricht nun verstand oder nicht, konnte die hübsche Braunhaarige nicht sagen. Sein Gesicht gab nichts preis. Keine Regung, kein Lächeln, Zwinkern, oder genervtes Stöhnen..
„Hier entlang!“, wies er die beiden spitzbübisch grinsend an.
Trotz dieser -zugegeben sehr pubertären- Aktion, konnte Helen nicht umher, ein klein wenig zurück zu lächeln.
*~*~*~*
„Das geht hier ja endlos weiter.“, murmelte Clara.
„Es ist ein Labyrinth. Es wurde entwickelt, um ihre wertvollen Geheimnisse vor Dieben zu bewahren!“, erwiderte die Britin altklug und warf einem gewissen Jemand einen strafenden Blick zu.
„Ging das an mich?“, fragte der Serbe mit unschuldiger Miene.
Wäre der Anblick nicht ganz und gar hinreißend gewesen, hätte sie der Versuchung nur allzu gerne nachgegeben, ihm eine schallende Ohrfeige zu verpassen.
„Ja.“, antwortete die Lady mit dem leicht braun gebrannten Teint und  der rosigen, hervorgehobenen Wangenpartie und versuchte, so fest wie möglich zu klingen.
Doch sein sicheres, triumphierendes, alles sagende Grinsen, vergrößerte sich lediglich und erneut stieg der Drang, ihn in die Schranken zu weisen, auf.War ihm denn nicht klar, dass jetzt keine Zeit für seine direkte, plumpe Flirterei und kindischen Spiele war? Sie brauchten dieses Blut unbedingt und je länger sie warteten, desto geringer würden die Chancen auf einen Erfolg werden.
Den Reflex unterdrückend, ihren alten Freund umzubringen bzw. sich auf ihn zu stürzen, fokussierte Helen ihre Gedanken auf die bevorstehende Aufgabe. Die mutige Wissenschaftlerin blendete den Vampir aus, bis sie seinen Namen neben dem ihren auf der Karte erblickte. Sie konnte das Flattern in ihrem Inneren nicht leugnen, als ihr Herz aufgeregt zu pochen begann.
Egal wie gefährlich es werden würde...

Was sich ihr Vater bei dieser Zusammenstellung gedacht hatte, ging über ihr Verständnis hinaus.

Unglücklicherweise war sie nicht die Einzige, die derartige Gedanken hatte.

„Bleiben noch du und… Nikola. Eure Tests liegen im selben Abschnitt.“, sprach John und Magnus konnte deutlich die Angst aus seiner Stimme hören.
Die Kryptozoologin betete, dass Tesla sein vorlautes Mundwerk halten und die Sache nicht noch verschlimmern würde.
„Dein Vater hätte uns wohl gerne als Paar gesehen!“, flötete er siegreich und provozierend.
Sie hätte ihn erschießen können.
Wirklich, einfach eine Kugel durch seinen verdammten Schädel...
Alle verstummten und starrten entsetzt und vollkommen sprachlos zu Nikola.

„Helen, wenn du warten willst…“, begann John.
„Ich schaff das schon.“, unterbrach ihn die Brünette tapfer, bevor ihr überhaupt klar wurde, zu was sie da gerade ihre Zustimmung gegeben hatte.
Während sich die Sanctuary Leiterin sicher war, dass Nikola sie niemals verletzen würde, so würde doch die Tatsache mit ihm allein zu sein, der Beschaffung des Schlüssels keinesfalls gut tun.

„Das nenne ich ritterlich!“, schnarrte der mit den Wasserfall-blauen Augen ausgestattete Vampir. Wieso sie diesen kindischen, spöttischen und überaus direkten Mann, so verdammt unwiderstehlich fand, überstieg ihr intelligentes Denkvermögen.
Oh, das war neu, dachte die britische Dame mit der nussbraunen Lockenpracht überrascht.

„Wenn ihr irgendetwas zustoßen sollte, aus Versehen oder auch auf andere Art…“, sprach ihr Ex-Mann mit bedrohlicher und zugleich beschützerischer Stimme, sodass Helen am liebsten aufgestöhnt hätte.
Und da waren sie wieder -zwei gestandene Männer mit überragendem Intellekt, welche erneut den pubertierenden Jugendlichen raushängen ließen und sich gegenseitig angifteten.
„Ich habe keinen Grund, ihr etwas anzutun!  Aber du... es fallen mir mit jeder Minute mehr Gründe ein!“, erwiderte der ehemalige Oxford-Student ungerührt und bewusst provokativ.
„Also wirklich“, brach es schließlich feurig und genervt aus der Ärztin heraus.
„Ihr benehmt euch wie kleine Schuljungs!“
Erneut setzte der Serbe sein spitzbübisches, anzügliches, einzigartiges Lächeln auf. Unwiderstehlich? Fraglich.
Unverbesserlich? Definitiv.
*~*~*~*
„Huh, dein Test.“, sagte Helen und sah auf die steinernen, lateinischen Buchstaben, bevor sie versuchte herauszufinden, was Nikola in diesem Tunnel sollte.
„Ja…“, antwortete der Vampir ungewöhnlich kurz angebunden.
Die Teratologin musterte ihn eindringlich, verwirrt über den fremdartigen Ausdruck auf seinem markanten Gesicht.
„Du sagtest, du hättest schon versucht das Blut zu stehlen…“, erläuterte sie, noch immer verunsichert über die unbekannte Emotion auf seinem bildschönen Antlitz.
„…somit hast du den Test schon bestanden!“

Seine saphirblauen, anziehenden, charismatischen Augen, wanderten den Korridor entlang und gaben ihm einen bezaubernden Ausdruck, sodass Helen am liebsten ihre Hände durch seine Haare gleiten lassen wollte, wie sie es unzählige Male in ihrer gemeinsamen Schulzeit getan hatte.
„Nein, ich habe versucht das Blut zu stehlen. Ich bin nie bis an den Schlüssel gelangt!“, korrigierte er sie.

Plötzlich fiel es ihr wie Schuppen von den Augen.
„Du hast Angst.“
Angst? Nikola Tesla hatte Angst? Irgendetwas in ihrem Gehirn wollte das nicht verarbeiten.
Von allen Gefühlen die sie in ihrem extraordinären Freund entdeckt hatte, war Furcht nie eine gewesen, die in der Regel bei ihm zu finden war.
„Deinem Vater ist es gelungen, diesen Tunnel hier, mit massiven geomagnetischen Strömungen zu versetzen. Die Spannung hat er dabei direkt aus dem Boden gezogen.“, erklärte er und Helen war urplötzlich unsagbar stolz auf ihren Vater.
„Hast du eine Ahnung wie viel Elektrizität das ist?“
„Er wusste, dass dich so schnell nichts umbringt.“, erwiderte sie und versteckte ein kleines Lächeln.
„Nun“, sprach er und erneut flackerte eine unbekannte Emotion in seinen Augen auf.
„Diesmal könnt ich es schaffen!“
Er bereitete sich auf den Zusammenprall vor, während die Biologin gebannt zuschaute, wie er alles auffuhr, was er besaß. Sein durchtrainierter, schlanker Körper, spannte sich merklich an, als er schließlich einen Schritt tun wollte und sie, vollkommen von sich selbst überrascht, stoppte ihn.

Er wandte sich ihr zu, den Kopf fragend zur Seite gelegt. Verlegen lächelte sie ihn an, nahm aber nicht die Hand von seinem Arm.
„Kann ich dir irgendwie helfen?“, fragte er schließlich und seine Lippen zuckten kurz in einem leichten Lächeln.
Die hübsche Britin öffnete den Mund für eine Antwort, konnte jedoch keine aufbringen. Mit einem tiefen Atemzug, lächelte sie ihn grimmig an.
Was war bitte in sie gefahren? Sie brauchten diese Schlüssel und sie brauchten sie jetzt. Es war keine Zeit mit irgendwelchen irrationalen Sentimentalitäten zu verschwenden.

„Helen?“, fragte er vorsichtig und drehte sich nun vollends zu ihr um. Seine zarten Hände legten sich auf ihre Arme und drückten sie sanft, als er sie näher zu sich zog.
„Ich…“, begann sie unsicher, unfähig sich zu bewegen.
Er sah ihr einen langen Moment in die bezaubernden, smaragdgrünen Augen, bevor er sie spitzbübisch angrinste.
„Wie wär’s mit einem Kuss?“, fragte er und trat näher. „Als Glücksbringer natürlich.“
„Nikola.“, warnte sie ihn, als ihre Hände begannen mit seinem Mantel zu spielen.
„Oh komm schon, Helen. Ich werde vermutlich gleich sterben. Das wäre das Letzte, das du für mich tun könntest.“
„Das Letzte, was ich für dich tun könnte, wäre dich eigenhändig da rein zu schubsen.“, erwiderte sie leise, als ihre Hände seine Brust hinauf glitten und auf seinen Schultern landeten.
„Aber das würdest du nicht tun, oder meine Liebste?“, flüsterte er und senkte leicht den Kopf. „Verlass dich nicht drauf!“, erwiderte sie und schlang die Arme um ihn.
„Vielleicht werde ich dich einfach mit mir ziehen!“, hauchte er frech gegen ihre Wange, während sich unterdessen seine Hände bestimmt  auf ihre Taille legten.
„Das wäre eine verdammt schlechte Idee!“, meinte sie, bevor sie ihre samtweichen Lippen an seine kühle Wange legte.
Er spannte sich merklich in ihren Armen an und drehte etwas den Kopf, fast mit derselben Art, wie er es damals in Rom getan hatte. Nur dieses Mal wehrte sich die Brünette nicht dagegen.
Sie konnte einfach nicht widerstehen...
So war eben das Spiel mit dem Feuer!

Die Lippen der beiden fanden schließlich verlangend ihren Weg zueinander und pressten sich fest und begierig, auf die des jeweils anderen. Seine Arme schlangen sich um ihre Taille und zogen sie näher zu ihm und gestatteten es dem attraktiven Serben zugleich, den Kuss zu vertiefen, als er sie rückwärts gegen die nächste Wand manövrierte. Helen stöhnte lustvoll auf und drückte ihn näher zu sich, als sich ihre Zungen letztlich vielversprechend trafen.Er schmeckte zehnmal süßer, als der feinste Wein und hundertmal sinnlicher, als alles, was sie zuvor gekostet hatte.
Es war wie eine Droge! Eine himmlische, köstliche Versuchung, von der man einfach nicht genug bekommen konnte...

Hungrig küsste sie ihn, zog ihn sogleich näher. Sie  wollte noch mehr von dem unwiderstehlichen, mysteriösen, sexy Mann mit den funkelnden, saphirblauen Augen, welcher nur allzu bereit schien, ihr all das zu geben, wonach sie sich sosehr verzehrte. Seine Hände glitten über ihre Seiten und liebkosten ihre weiche, braungebrannte Haut durch die dicke Lederjacke, die sie trug.Bis er schließlich die lästige Barriere leid war.
Clevere, geschickte Finger zogen an ihrer Jacke, bis alles was noch zwischen seinen Händen und ihrem überhitzten Gemüt und des vor Leidenschaft brennenden Körpers stand, ein leichtes Top war. Mit aller verfügbaren  Kraft, die er in dieser Situation aufbringen konnte, drängte er die wunderschöne, reizvolle Frau mit der nussbraunen Haarpracht, mehr gegen die Wand.
Während seine Küsse, von Minute zu Minute, hungriger wurden...

Als sie spürte wie der fehlende Sauerstoff ihren Kopf leichter werden ließ, schob sie ihn etwas von sich, nahm ein paar schnelle Atemzüge, bevor sie ihn erneut küsste, diesmal stürmischer als zuvor. Ihr wohl geformter, weiblicher Körper, schmiegte sich eng an den seinen. Die Wissenschaftlerin zog ihn so nah wie möglich heran, verzweifelt darum bemüht, so viel wie möglich von ihm zu spüren.
„Meine Güte, Helen!“, flüsterte Nikola erregt, als seine Lippen ihren Hals attackierten.
„Ich denke, ich sollte mich öfters in Lebensgefahr bringen, wenn das mein Empfang für so eine triumphale Rückkehr ist!“
Seine Worte schickten eine Welle der Furcht durch Helens Körper und ließen sie in seiner Umarmung erstarren. Als er den plötzlichen Wechsel spürte, zog sich Nikola zurück und starrte ihr tief  in die smaragdgrünen Augen.
„Bitte nicht.“, flüsterte sie, während sich Tränen in ihren Augen ansammelten, aufgrund eines Umstands, den sie nicht klar benennen konnte.Nikola zog sie augenblicklich näher in seine starken Arme.
„Ich gehe nirgendwo hin, Helen. Ich verspreche es!“
„Gut.“, murmelte sie in seine Schulter und umarmte ihn so fest wie nur möglich.

Einige Minuten lang verblieben sie so, bevor sich der Serbe schließlich widerwillig von ihr löste. „Der Schlüssel.“, murmelte er seufzend.
Magnus nickte, ließ ihn los und versuchte nicht daran zu denken, wie sehr es schmerzte, ihn nicht mehr in ihren Armen zu haben.
Sich leicht von ihm wegdrehend, wischte sie sich die Tränen von den Wangen, bevor sie ihn wieder ansah, ein aufmunterndes Lächeln auf den Lippen.
„Bereit?“, fragte sie.
Nikola zwinkerte ihr zu, lehnte sich vor, um ihr einen letzten Kuss zu geben, bevor er seinen Mantel zurecht zog und den Korridor mutig entlang schritt. Helen verzog schmerzhaft das Gesicht, als der Gang aufleuchtete und biss sich fest auf die Lippe, als er knurrte und seinen Weg durch die massiven Strömungen bannte, die seinen Körper durchzogen.

Die Reise schien eine Ewigkeit zu dauern und mit jeder Sekunde steigerte sich ihre Sorge.Sicherlich würde ihr Vater ihn niemals wirklich töten wollen… oder?
Die Zwei waren niemals die besten Freunde, aber dasselbe konnte man auch über ihn und Nigel sagen und es war doch höchst zweifelhaft, dass der einzige Weg, an den Schlüssel zu kommen, der sein sollte, Tesla zu töten. Oder zumindest war es das, was sie inständig hoffte...

Nach einer gefühlten Ewigkeit, hatte es Nikola endlich auf die andere Seite geschafft, kollabierte dann jedoch auf dem Steinsockel, den Schlüssel stolz in der Hand. Sein braunes Haar stand in alle Richtungen ab und eine leichte Rauchwolke ging von ihm aus, doch die Teratologin fand, dass er ansehnlicher als je zuvor in seinem langen Leben aussah. Dennoch hielt die Furcht weiterhin unbändig ihren Körper gefangen.Durch etwas, was furchtbarer Schmerz sein musste, grinste er sie frech und triumphierend an und hielt ihr freudig den Schlüssel entgegen. Die Brünette war verblüfft.
Nach dem Feuerwerk, das ihr Vaters für ihn aufgestellt hatte, hatte sie beinah einen Blitz oder so erwartet, der auf ihn hinab schoss, sobald er den Schlüssel berühren würde. Obwohl sie  unglaublich erleichtert war, blieben Helens Augen weit aufgerissen, als sie die Hand zu ihm ausstreckte und ihn zu sich winkte.
Nikola schickte ihr ein süffisantes Lächeln, bevor er sich von dem Sockel abstieß und einen selbstbewussten Schritt zurück in den Tunnel trat.Als der erste Funken Elektrizität aufblitzte, sprang er beinah aufgeschreckt zurück und seine Augen fanden die ihren.
„Dein Vater hatte wirklich was gegen mich, oder?“, fragte er atemlos und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht.
„Dich zu mögen ist nicht leicht.“, erwiderte sie matt lächelnd.
Er kicherte daraufhin.
„Du musst es ja wissen.“, sagte er grinsend und nun war sie es, die kicherte.
„Hör auf Zeit zu schinden und komm zurück!“, befahl sie und versuchte stark zu klingen.
Die Angst schoss noch durch ihre Venen und sie wollte nichts sehnlicher, als Nikola wieder auf ihrer Seite zu haben.
„Versprichst du, dass ich dann noch einen Kuss von dir kriege?“, verlangte er und stemmte die Hände in die Hüften.
„Hab ich denn eine Wahl?“, fragte sie seufzend.
Die Wahrheit war - würde er überleben, dann würde die ansehnliche Britin ihm wesentlich mehr geben, als nur einen Kuss. Und irgendwie hatte sie den leisen Verdacht, dass ihrem Freund dieser Umstand sonnenklar war.
„Nicht wirklich.“, antwortete er mit einem breiten Grinsen, bevor er erneut in den Gang trat. Genau wie beim ersten Mal, mit jedem Schritt den er zu ihr trat, fühlte sich Helens Herz an, als würde es bersten.
Verdammt sei ihr Vater und sein Genie!
Wieso er einen Test entwickeln musste, der den Serben in solch eine ernsthafte Lebensgefahr brachte, konnte sie einfach nicht verstehen. Mit Entsetzen beobachtete sie gebannt und zitternd, wie er sich tapfer seinen Weg durch den Tunnel bahnte. Fasziniert beobachtete sie, wie seine Nägel wuchsen und die Zähne sich in scharfe Fänge verwandelten. Verzweifelt versuchte sie sich von seinen offensichtlichen Todesqualen abzulenken und konzentrierte sich stattdessen auf seine Vampireigenschaften, welche sie, seltsam genug, mehr ablenkten, als ihr lieb war.

Ihr Verstand kam erst wieder zurück in die Gegenwart, als Nikola endlich aus dem Korridor stolperte. Als er grinsend gegen die Wand fiel, durchfluteten sowohl Erleichterung, als auch Lust ihren Körper. Er strahlte sie mit einer Glückseligkeit an und er schien, abgesehen von der schnellen Schnappatmung, wesentlich leichter und entspannter zu sein, als er es je zuvor gewesen war.Dann jedoch verzog sich urplötzlich sein Gesicht  schmerzhaft und seine Hände flogen automatisch zu seiner Brust.
„Mein Gott, Nikola! Was hast du?“, rief sie besorgt und eilte sofort an seine Seite.
Ihre Hände umrahmten sein blasses Gesicht und sie blickte ihm in die tiefblauen, unwiderstehlichen Augen, während sie betete, dass er in Ordnung sei.
„…Mund zu Mund, bitte…“, krächzte er zwinkernd, sodass ihr sogleich bewusst wurde, dass sie auf seine schauspielerische Bestleistung hereingefallen war.
„Nikola!“, ermahnte sie ihn zornig, ließ ihn jedoch nicht los.
Er lächelte und ein leichtes Lachen entrang sich ihm, wobei sein Atem dabei neckisch über ihr Gesicht strich.
„Du warst, in wirklich großer Sorge um mich, gib es zu!“, flüsterte er und legte eine Hand auf ihre Schulter, teils um sie bei sich zu halten, teils um sich aufrecht zu halten.
„Unsinn!“, erwiderte sie automatisch.
Alles was sie tun musste, war sich leicht nach vorne zu lehnen und…
„Oh, es ist offensichtlich, dass du mich noch magst!“, stellte er grinsend fest, lehnte sich nach vorne und stahl sich einen kurzen Kuss.
Jedenfalls war es so geplant, doch als sich ihre Lippen trafen, folgte die von ihm hingerissene Sanctuary Leiterin seinem Beispiel und küsste ihn begierig.
„Du hast ernsthaft versucht mich umzubringen!“, hauchte sie gegen seine samtweichen Lippen. Die hübsche Braunhaarige, strich leicht mit ihrer Zungenspitze über seine Unterlippe und bat so stumm um Einlass, welchen er, überraschend verweigerte.
Ungläubig löste sie sich von ihm und beobachtete schockiert, wie er tiefe und schwere Atemzüge tat.
„Ja, aber du weißt ja, wir tun gerade denen weh, die wir lieben.“, erwiderte er mit einem Grinsen, bevor sein Kopf erschöpft auf ihrer Schulter landete.
„Ich weiß.“, flüsterte sie und hielt ihn für einige Momente fest, während er sich wieder sammelte.

Ihr war völlig klar, dass es ihm bei Weitem nicht so schlecht ging, wie er vorgab, doch wenn es bedeutete, dass sie ihn nur für ein paar Minuten in ihren Armen halten konnte, dann ließ sie es ihm dieses Mal durchgehen. Es war ein schönes Gefühl, seine Arme um ihre Taille zu spüren, während sein warmer Atem über die entblößte Stelle an ihrem Hals strich.
Es war… irgendwie beruhigend.
Helen lies ihre Augen zu fallen, während sich ein leichtes Lächeln auf ihre Lippen stahl.Ein paar Minuten verstrichen – vielleicht waren es auch Stunden, sie war sich nicht sicher – bis er sich schließlich von ihr löste. Die Arme noch immer auf seinen starken Schultern, trat sie zurück und sah ihm in die stahlblau-grauen Augen.
„Du bist dran!“, erinnerte er sie und nahm die Hände von ihrer Taille, um mit dem Schlüssel vor ihrer Nase zu wedeln.
„Richtig.“, nickte sie und wollte sich von ihm lösen, als er plötzlich nach einer ihrer Hände griff und sie festhielt.
Er lächelte sie beinah zärtlich an.
Die Teratologin war so überrumpelt davon, dass sie instinktiv einen Schritt auf ihn zu trat und ihm einen kleinen, beruhigenden Kuss auf eine Seite seines Mundes gab.
Mit einem breiten Grinsen zog er an ihrer Hand und gemeinsam machten sie sich auf den Weg zu ihrem Test.
*~*~*~*
„Kein schwieriger Test.“, sagte  die Britin überrascht und sah abwechselnd zu Nikola und der großen Höhle, in die sie scheinbar gehen sollten.
Mit einem letzten Blick zu dem Serben, trat sie durch den Eingang.
„Ganz und gar Daddys Mädchen!“, meinte der Vampir amüsiert und wollte ihr folgen.
Magnus drehte sich um, um eine gehässige Antwort zurückzugeben, als die Tür hinter ihr plötzlich ins Schloss fiel.
„Helen!“
Die Biologin hörte noch Teslas panischen Schrei, doch es war schon zu spät.
Sie rannte zur massiven Tür und ließ die Hände kurz darüber fliegen. Versuchsweise presste sie ihr Ohr gegen das dicke Gestein, konnte jedoch, abgesehen von ihrem rasenden Herzschlag, nichts hören. Die ausgebildete Ärztin atmete tief durch, drückte sich von der Tür ab und trat auf das Podest in der Mitte des Raumes zu.
„Also schön, Vater...“
*~*~*~*
Als sich die Tür endlich  öffnete, erreichten Helens Angst und Besorgnis spitzen Rekorde.
Nikola war ein Vampir, in Gottes Namen, und konnte sehr gut auf sich selbst aufpassen, ermahnte sie sich selbst, doch irgendwie war es dennoch zu wenig.
Ihr Gesicht zu absoluter Entschlossenheit verzogen, rannte die Brünette zur Tür und fand einen, sichtlich erleichterten, Serben vor.
Als sie den Schlüssel hochhielt, lächelte er sie leicht an.
„Sehr gut, aber irgendjemand muss es vermasselt haben!“, sprach er und hielt ihr galant seine Hand hin.
Ohne groß nachzudenken, ergriff sie diese und gemeinsam rannten sie sogleich den Korridor entlang. Die beiden duckten sich dabei immer wieder unter plötzlich herabfallenden Felsen hinweg. Mit seiner übermenschlichen Stärke zog Nikola sie beinah hinter sich her, als sie, nur mit Mühe, durch den einstürzenden Gang flohen.
„Verdammter Mist!“, rief Helen, hielt sich an der Wand fest und sah besorgt zu ihrem alten, treuen Freund auf.
Angst blitzte in seinen bezaubernden Augen auf, bevor er auf sie zustürzte, sie bei der Taille packte und mit ihr in eine Nische floh, bevor ein gigantischer Felsbrocken auf die Stelle krachte, auf der sie bis vor wenigen Sekunden noch gestanden hatten.

„Du kannst mir später danken!“, flüsterte der Vampir ihr ins Ohr, als der Kryptozoologin allmählich klar wurde, wo sie sich eigentlich gerade befanden.
Der Raum in den sie sich gedrängt hatten, war nicht mehr als eine Spalte in der Wand, was bedeutete, dass ihre beiden Körper praktisch gegeneinander gedrückt wurden. Erneut lagen seine Hände an ihren Hüften und ihre Hände ruhten auf seinen Schultern. Das gesamte Gebilde um sie herum wackelte und plötzlich hatten die Vibrationen einen gänzlich anderen und unerwarteten Effekt auf sie.
Die Wände um sie herum zitterten und die Schockwellen bewegten sich durch ihre beinah verbundenen Körper.Ohne darüber nachzudenken küsste die autarke Frau den atemberaubenden Serben erneut und diesmal erwiderte er den Kuss. Ihre Lippen trafen sich mit Feuer und Leidenschaft, Zungen duellierten sich, während Hände ungeduldig an der Kleidung zogen.
Es war verzweifelt und chaotisch und ließ Helens gesamten Körper vor Erwartung zucken.

Sie schmiegte sich an ihn und versuchte ein Bein zu heben, um ihn näher zu ziehen, bevor ihr klar wurde, wie wenig Platz wirklich um sie herum war. Ihr Knie stieß gegen die solide Steinwand und zwang sie dazu, sich von Nikola zu lösen, wobei sie mit dem Kopf leicht gegen die Wand hinter sich krachte und leise Flüche vor sich hin zu murmeln.
Nikola für seinen Teil, kicherte leicht, trat aus der Nische und zog sie an der Hand mit sich.
„Bist du in Ordnung?“, fragte er und drehte etwas den Kopf, als er ihr in die smaragdgrünen, fesselnden Augen blickte.
„Ausgezeichnet.“, grummelte sie und rieb sich den pochenden Schädel.
Tesla rollte mit den Augen und sah sich ihren Kopf kurz an, wurde jedoch durch ein plötzliches Rütteln unterbrochen, das beide zu Boden gehen ließ.
„Helen?“, rief er besorgt aus, als er begann den Schutt um sie herum wegzuschieben.
„Mir geht’s gut.“, krächzte sie, bevor sie einige Male hustete, um den Staub aus ihren Lungen zu befreien.
Behutsam half Nikola ihr beim Aufsetzten und seine Augen landeten auf der Schramme an ihrer Wange.
Seine kühlen Fingerspitzen strichen sanft darüber und Helen lächelte angesichts dieser zärtlichen Geste.
„Wirklich.“, beharrte sie und fing seine Hand.
„Helen, du hast dir ziemlich hart den Kopf gestoßen. Du hast vielleicht eine Gehirnerschütterung!“, meinte er mit gekräuselter Stirn, während er ihr die braunen Haare aus den Augen strich.
„Dann lass uns schnell die anderen finden und von hier verschwinden!“, erwiderte sie und zog sich an ihm wieder auf die Füße.
„Dann kannst du mich später genauer nach Verletzungen absuchen!“
Nikola grinste bei ihrer Wortwahl, sagte allerdings nichts weiter und legte lediglich seinen Arm um ihre Taille, um ihr durch den Gang zu helfen. Das gesamte Gebilde schien zu wackeln, doch irgendwie schafften sie es heil dadurch und erst als Helen James und John hören konnte, löste sie sich von ihrem Freund.
Schmerz blitzte für den Bruchteil einer Sekunde in seinen saphirblauen Augen auf, jedoch verbarg er es umgehend.
„Angst davor, was sie denken könnten?“, fragte er und trat wieder an ihre Seite.
„Weil wir einander kennen und jede ihrer Vermutungen korrekt wäre?“
„Nikola, bitte nimm dich zusammen. Jetzt ist nicht die Zeit, um darüber zu reden und das weißt du auch. Sobald wir dieses Chaos hier erledigt haben, dann und nur dann können wir…“
„…uns in dein Schlafzimmer einsperren und es die nächsten Tage auch nicht mehr verlassen.“, beendete Nikola ihren Satz mit einem breiten Grinsen.
Helen rollte seufzend mit den Augen.
Ein vergleichsweise schweres Erdbeben, ließ sie sich wieder bewegen und die Sanctuary Leiterin hatte das plötzliche Gefühl, dass das der denkbar beste Zeitpunkt dafür gewesen war. Mit einem letzten Stolpern, umrundeten sie die letzte Kurve und sofort sprang ihnen ein gewisser, unbekleideter Protegé in die Augen. Fragend zu Will blickend, hielt sie ihren Schlüssel hoch und verleitete die anderen dazu, es ihr gleichzutun. Sie sahen sich alle grimmig an, wohl wissend, dass der schwerste Teil noch vor ihnen lag.
„Wirklich gut!“, sagte Helen atemlos und hoffte, dass ihr Ton nichts mit der Hitze zu tun hatte, die sie empfand, als der Vampir inzwischen wieder recht dicht bei ihr stand.
„Sollen wir?“
*~*~*~*
Erst als sie wieder im Sanctuary waren, begann Helen die Auswirkungen des Tages zu spüren. Ihr Herz schmerzte noch immer, wegen des Verlustes ihres alten Freundes und zeitweiliger Geliebter und, zusammen mit der Tatsache, dass Ashley sich noch nicht gemeldet hatte, bedeutete, dass sie jede einzelne Schramme und Verletzung spürte. Der gesamte Körper der gebeutelten Xenobiologin pochte schmerzhaft und machte es schwer, sich auf etwas anderes zu konzentrieren, als das nagende Gefühl des Verlustes.

„Bist du in Ordnung?“
Seine Stimme war sanft und Trost spendend, dennoch erschrak sie überrascht.
„Nikola.“, hauchte sie und legte eine Hand auf die Brust, um ihren rasenden Herzschlag zu beruhigen.
Er hatte, wie sie auch, die eingestaubte Kleidung abgelegt und stattdessen einen weißen Laborkittel übergeworfen, doch es war der mitfühlende Blick in seinen Augen, auf den sie sich konzentrierte. Sanft umfasste er ihre Wange und strich mit dem Daumen über den, nun gereinigten, Schnitt.
„Bist du in Ordnung?“, fragte er erneut und trat näher zu ihr.
Nickend biss sie sich auf die Lippe, rutschte von ihrem Stuhl und wollte zurücktreten, doch der Vampir stellte sich ihr in den Weg, bevor sie auch nur einen Schritt tun konnte.
„Helen, bitte, du musst dich ausruhen!"
Die eine Hand verharrte an ihrer Wange, während sich die andere auf ihre Schulter legte und sie somit zwang, ihn anzusehen.
„Wirklich, Nikola, es geht mir gut!“, erwiderte die selbstsicher klingende, britische Dame  und versuchte, sich aus seinem Griff zu befreien.
Bevor sie wirklich wusste wie ihr geschah, zog er sie in eine innige Umarmung, legte seine schlanken Arme um sie und hielt sie fest an sich gedrückt.
„Ich weiß, dass es dir gut geht.“, flüsterte er in ihr Haar.
„Aber wie geht es dir?“
Da war dieser Ton von unendlicher Sorge in seiner Stimme und mit einem übermächtigen Schluchzen fiel Helen in seine Umarmung und schlang ihre Arme verzweifelt um ihn.

„Wir müssen weiterarbeiten!“, murmelte sie ein paar Minuten später gegen seinen Kragen. Seufzend ließ Nikola sie los.
„Ich hasse es, wenn du Recht hast.“, murrte er, was sie kurz auflachen ließ.
„Dann musst du mich ja die meiste Zeit hassen!?“, witzelte sie und drehte sich von ihm weg, um sich die Spur Tränen von ihren Wangen zu wischen.
„Vielleicht, aber genauso liebe ich dich auch die ganze Zeit!“, konterte er und völlig überrumpelt wirbelte sie herum.
„Was?“
„Ich liebe dich.“
„Was?“
„Ich liebe dich.“
„…Was…?“
„Das könnte sich jetzt eine lange Zeit im Kreis drehen.“, warnte er sie und griff nach ihren Schultern.
„Ich. Liebe. Dich. Helen!“
„Was?“, flüsterte sie, während sich erneut Tränen in ihren Augen verloren.
„Ich liebe dich, mein Schatz. Warum sonst denkst du, komme ich jedes Mal zurück und riskiere den Zorn des alten Johnnys?“
„Du hast versucht mich umzubringen!“, erwiderte sie mit gekräuselter Stirn.
„Hab ich nicht!“, rief er aus und ein Funkeln trat in seine Augen.
„Du weißt, ich hätte niemals zugelassen, dass diese Baumstümpfe dir wehtun!“
„Hat sich damals nicht so angefühlt!“, gab sie zu und sah ihn abwartend an.
Als seine Züge schließlich weicher wurden, tat sie es ihm gleich.
„Es tut mir leid.“, murmelte er und seine Hände zuckten kurz, als wolle er nach ihr greifen, doch wusste er, dass es nicht gerade förderlich für seine Gesundheit wäre.
„Ich liebe dich, Helen. Bitte glaube mir!“

Ob es das Adrenalin war, welches durch ihre Adern schoss oder diese Spur Verzweiflung in seiner Stimme, sie war sich nicht sicher, doch das nächste was sie wusste war, dass sie die Arme um ihn geschlungen hatte und den Kopf erneut in seiner Halsbeuge verborgen hatte.
„Ich will dir glauben.“, murmelte sie und verstärkte ihren Griff um seine schlanke Taille.
„Ich will wirklich...“

Und dann stürzte auf einmal alles - wie ein Kartenhaus, geballt auf sie ein.  James war tot und die Welt stand vor dem Ruin, sie hatte gedacht, dass Nikola tot sei und Ashley war bereits viel zu lange verschwunden und… und… und sie begann zu zittern.
Der Vampir sagte nichts und hielt sie einfach nur verständnisvoll fest, als sie verzweifelt versuchte, wieder Herr über ihre Gefühle und die Lage zu werden.
Nur langsam kam sie wieder auf die Erde zurück, aber als sie versuchte sich von ihm zu lösen, verstärkte Nikola seinen Griff.
„Nur jetzt?“, flüsterte er in ihr Haar, so leise, dass sie nicht sicher war, dass er überhaupt gesprochen hatte.
Die Augen schließend entspannte sie sich in seiner Umarmung
„Vielleicht nicht nur für jetzt...“, flüsterte sie zurück.
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So, das wär's! :)
Hat's euch gefallen? Sagt mir Beschid.
Die Story gehört zu einer Art Serie, welche von der Autorin der Original-Geschichte geschrieben wurde. Wenn ihr wollt kann ich noch andere Stories übersetzen.

LG Helen
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