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Flüchtling

GeschichteAllgemein / P18 Slash
11.09.2014
10.01.2015
3
4.568
 
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Dieses Kapitel
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11.09.2014 2.027
 
Huhu :D

Hier ist das zweite Kapitel für euch ;)

Ich habe eine Weile hin und her überlegt, aber dann habe ich mich doch für einen kleinen Zeitsprung von zwei Wochen für den eigentlichen Beginn der FF entschieden. Denn die Handlung muss ins Rollen kommen, yeah! The Show must go on XD

Dementsprechend hoffe ich, ihr könnte Koujakus Verhalten am Ende des Kapitels nachvollziehen, denn immerhin kennt er ihn ja durch den kleinen Zeitsprung schon eine Weile ;)

Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen und hoffe auf viele tatkräftige Reviews :D

Liebste Grüße~



2. Paranoid?

POV: Koujaku

Irritiert legte ich die Stirn in Falten, als ich am frühen Nachmittag mein Wohnzimmer betrat und Noiz erblickte, der sich vor das Fenster gehockt hatte und unauffällig über das Fensterbrett nach draußen schielte, die Auge wachsam das äußere Umwelt betrachtend.

,,Was machst du da?``, fragte ich den Jüngeren verwirrt, neigte skeptisch den Kopf zur Seite.
,,Ich halte Ausschau.``, meinte er knapp, drehte sich dabei nicht um, sondern spähte nach wie vor weiterhin aus dem Fenster, ich konnte meinen Blick lediglich auf seine hellorangen Haare am Hinterkopf fixieren.
,,Nach WEM bitteschön?``
,,Nach den Bullen. Die suchen mich bestimmt.``
,,Du wirst paranoid.``, meinte ich kopfschüttelnd.
,,Mag sein. Aber die sind gerade an deinem Haus vorbei gefahren. Hier ist es nicht mehr sicher, wir sollten umziehen.``, meinte der kaum merklich Kleinere, erhob sich endlich und drehte sich zu mir um, heftete den Blick seiner hellgrünen Augen auf mich.

,,Bist du bescheuert?!``, brauste ich auf.
Der hat sie doch nicht mehr alle!
Umziehen?!
Nur weil mal so ein paar scheiß Bullen an meinem Haus vorbei gefahren sind?! Der ist doch nicht mehr ganz dicht, das war doch bloß Zufall, immerhin führt vor meinem Haus eine stinknormale, öffentliche Straße lang, da ist so etwas doch überhaupt nicht verwunderlich.
,,Wenn, dann ziehst DU hier aus und nicht WIR um!``, murrte ich noch, sah ihn gereizt an.
Im Endeffekt, konnte diese Bohnenstange froh sein, dass ich ihn nicht schon längst einfach heraus geschmissen habe!

Nachdem er vor zwei Wochen aus der Psychiatrie abgehauen ist und mich anschließend auf der Straße beinahe umgerempelt, hat er mich nach anfänglichen Schwierigkeiten, plötzlich Hals über Kopf darum gebeten, ihn eine Weile zu mir ziehen zu lassen, da er sonst nicht wusste wohin und er der Meinung war, dass er sich unbedingt verstecken musste, damit sie ihn nicht wieder schnappen.
Damit hatte er vermutlich auch recht und mit der damaligen Situation total überfordert, habe ich schließlich schweren Herzens eingewilligt. Ich bin einfach zu gut für diese Welt!

Mittlerweile sind jedoch zwei Wochen vergangen und eigentlich, könnte er ruhig wieder von hier verschwinden. Ich denke nicht, dass die Polizei ihn immer noch so verbissen sucht, wie sie es denn anfänglich vermutlich getan hat.
Doch irgendwie, brachte ich es auch einfach nicht über`s Herz ihm zu sagen, dass er wieder verschwinden soll. Wohin soll er denn auch bitte gehen? Selbst, wenn er mir mit seiner Art, seinem Charakter und seiner ganzen respektlosen Ausstrahlung manchmal den letzten Nerv raubt!

Vielleicht hatte ich mich mittlerweile aber auch einfach an seine Nähe gewöhnt.


Noiz erwiderte nichts auf meine Worte und seufzend drehte ich mich um, begab mich in die Küche, um mir einen Kaffee zu machen.

,,Übrigens kommt dann noch jemand zu Besuch, also wundere dich nicht.``
Seine Augen weiteten sich überrascht und er sah mich mit neu gewecktem Interesse an.
,,Ach ja? Wer denn?``
,,Ein Freund von mir.``
,,Doch nicht etwa ein Cop?!``, fragte er ernst, seine Miene verdunkelte sich augenblicklich und ich verdrehte nur genervt die Augen.

Wie schon gesagt, der Typ ist einfach nur paranoid!
Ich glaube der Aufenthalt in der Klinik, hat doch mehr bleibende Schäden bei dem Grünäugigen hinterlassen, als anfangs gedacht....


~+~+~+~+~+~+~


,,Hallo, ich bin Aoba. Freut mich.``, stellte sich der Besucher freundlich vor, als er wie angekündigt ein wenig später bei mir vorbei kam und im Flur Noiz begegnete, ihm höflich die Hand entgegen streckte.

Doch der Größere sah ihn nur skeptisch an, ergriff seine Hand nicht und machte auch sonst keinerlei Anstalten, dem anderen zu antworten.

Irritiert bemerkte dies schließlich auch Aoba, ließ die Hand wieder sinken, blinzelte ein paar mal verwirrt und wand dann hilfsuchend seinen Blick zu mir, doch ich zuckte nur resigniert mit den Schultern.

Währenddessen hatte der Gepiercte scheinbar das Interesse an dem Blauhaarigen auch schon wieder verloren, warf ihm noch einen letzten, feindseligen Blick zu und verschwand schließlich wieder im Wohnzimmer, aus dem er auch gekommen ist.

,,Wundere dich nicht. Der ist immer so. Er denkt, du bist ein Cop.``
,,Was? Aber warum?``, fragte der Kleinere verwirrt.
,,Ach, der hat halt einfach einen an der Klatsche. Aber ist auch kein Wunder, ist schließlich aus der Klapse abgehauen und nun wird er langsam paranoid. Aber komm doch erst mal richtig rein. Willst du einen Tee?``, bot ich an, forderte ihn durch eine Handbewegung dazu auf, mir in die Küche zu folgen, wo er mich auch sogleich mit einem Haufen Fragen löcherte.

,,Wie meinst du das? Wer ist er? Und warum wohnt er bei dir? Das tut er doch, oder?``
,,Ach, das ist eine lange Geschichte.``, fing ich an, während ich einen Tee aufsetzte, mich schließlich daran machte, meinem besten Freund die ganze Geschichte mit meinem Zusammentreffen bis zum heutigen Tag mit Noiz zu berichten und zu erklären......


...........


,,Verstehe.``, kam es schließlich nach der Beendigung meiner Erzählung seitens Aoba und er nickte bekräftigend.
,,Aber warum war er überhaupt in der Psychiatrie?``
Ich zuckte mit den Schultern, gab einen lustlosen Laut von mir.
,,Keine Ahnung. Ich habe ihn nie gefragt. Und er hat es von sich aus bis jetzt noch nicht erzählt. Ich werde ihn bei Gelegenheit mal fragen.``
,,Wie locker du das alles ab tust.``, grinste der Jüngere und hatte einen wissenden Glanz in den Augen.
Ich will gar nicht erst wissen, an was er gerade denkt!

Aoba Seragaki war ein Junge mit langen, blauen Haaren und verdammt niedlichen goldenen Augen. Zudem wirkt seltsamerweise seine Stimme auf viele unglaublich faszinierend. Echt, ich finde ihn oft einfach nur zum Fressen süß und wäre er ein Mädchen, hätte ich ihn mir wohl schon lange geangelt. So ist aber aufgrund seines Geschlechtes doch noch eine zwar nicht ausschlaggebende, aber dennoch störende Hemmschwelle vorhanden.
Irgendwann aber, will ich ihm unbedingt mal die samtig weichen Haare schneiden, es ist nur so, dass er Schmerzen in diesen hat, was dieses Vorhaben enorm erschwert. Woher diese herrühren, weiß so richtig keiner, aber es lässt sich nun mal leider auch nicht so einfach ändern.

Er und ich kennen uns schon viele Jahre, er war damals noch ein kleiner Junge gewesen, ist er doch ein paar Jahre jünger als ich und seitdem gehen wir zusammen durch dick und dünn.


Plötzlich kam mein Mitbewohner in die Küche stolziert, unterbrach so unser Gespräch und warf erneut prüfende Blicke zu dem Blauhaarigen, traute ihm scheinbar nicht so richtig über den Weg.

Doch dann wand er seinen Blick von ihm ab und widmete diesen stattdessen lieber mir.

,,Ich habe mich verletzt.``, meinte er resigniert, hielt mir zur Bestätigung seiner Worte seine blutende Hand hin, auf dessen Innenfläche ein breiter Schnitt prangte, das Blut lief aus dieser, tropfte unaufhörlich auf den Boden.
Der Schnitt ist ziemlich tief!

,,Idiot!``, knurrte ich ihn an, sprang auf, schnappte mir seine verletzte Hand.
,,Was hast du gemacht?!``
,,Du hast doch diesen Kuchen im Wohnzimmer stehen gelassen. Ich wollte so sozial sein und ihn euch bringen. Aber leider bin ich beim Aufschneiden abgerutscht.``
Seine Miene verblieb vollkommen kalt und regungslos, während ich ihn bedeppert anstarrte.
Abgerutscht?!
Ist der jetzt sogar schon zu bescheuert, um einen Kuchen aufzuschneiden?!
Es ist ja wirklich nett von ihm, dass er an uns denkt und wohl vor allem Aoba ein Friedensangebot bringen wollte, aber ich glaube es ist besser, wenn er in Zukunft die Finger von scharfen Gegenständen lässt!

Seufzend schüttelte ich den Kopf, entschuldigte uns hastig bei Aoba und zog Noiz schließlich hinter mir am Handgelenk ins Badezimmer, wo sich in einem kleinen Wandschrank der Erste-Hilfe-Kasten befand.

Ich drückte ihn auf den Rand der Badewanne nieder, bedeutete ihm sitzen zu bleiben und nahm mir alles nötige zur Hand, fing an, die Wunde mit einem feuchten Lappen zu reinigen.
Er gab kein Geräusch des Schmerzes von sich, weder ein Zischen noch ein Zucken, nichts!
Wohl hart im nehmen!

Anschließend nahm ich ein Stück Watte zur Hand, tränkte es mit Desinfektionsmittel und drückte es vorsichtig auf den Schnitt, doch auch hier erfolgte keinerlei Reaktion von dem Kurzhaarigen.

,,Tut es gar nicht weh?``, fragte ich stirnrunzelnd.
,,Nein. Das heißt, ich weiß es nicht. Ich empfinde keinen Schmerz.``
,,Was heißt das?``
,,Mir fehlen seit meiner Geburt Schmerzrezeptoren. Deswegen nehme ich diesen auch nicht wahr.``
Ein Geburtsfehler?
Verstehe.
Allerdings kann das auch ganz schön gefährlich werden, denn so bemerkt man auch tödliche Wunden erst oft zu spät, denn das Schmerzsignal ist ein Warnsignal und für das tägliche Leben eigentlich unumgänglich.
Wie er bis jetzt wohl damit klar gekommen ist? Muss wohl gut behütet aufgewachsen sein.

Zum Schluß wickelte ich noch einen Verband um seine Hand und besah kurz zufrieden mein Werk, grinste ihn an.
,,Fertig.``
,,......Danke.....``, nuschelte er, scheinbar verunsichert, wie er mit der aktuellen Situation umgehen soll.
,,Nichts zu danken.``, meinte ich nur, erhob mich und verstaute die Utensilien wieder in dem dafür vorgesehenen Schrank.

Als ich das Badezimmer wieder verlassen wollte, fiel mir auf, dass Noiz nach wie vor noch auf dem Rand der Wanne saß und auf seine nun verbundene Hand sah.

,,Was hast du?``
,,Es sind nicht nur die Schmerzen, die ich nicht spüren kann......Es ist auch deine Wärme......ich fühle sie nicht.``, meinte er mit bedauerndem Ton in der Stimme und ich hob überrascht eine Augenbraue in die Höhe.
Was?
Meine Wärme?

Schließlich ließ er seine Hand sinken und sah zu mir herüber.
,,Du verstehst das nicht. Ich MÖCHTE sie spüren. Ich möchte alles spüren. Wärme, Kälte, Schmerz, Hass, Freude.....``, er brach ab, wand seinen Blick wieder ab.
,,Heißt das, du hast überhaupt keine Gefühle?``, fragte ich, doch er schüttelte den Kopf.
,,Nein so stimmt das nicht. Ich habe schon welche. Ich kann Wut, Empörung, Verachtung oder Desinteresse verspüren, aber sie sind alle geschwächt, kaum vorhanden. Aber das Hauptproblem liegt in dem Fehlen der Wahrnehmung taktiler Reize. Sprich Reize, die über die Haut aufgenommen werden.``

Eine Weile verharrte ich regungslos, ließ mir seine Worte noch einmal genau durch den Kopf gehen, ehe ich entschlossen auf ihn zu schritt.

Erst unmittelbar vor ihm blieb ich stehen und legte ihm sanft eine Hand auf die Wange, strich mit den Fingerspitzen darüber, liebkoste sie.

,,Spürst du es?``, hauchte ich fragend, doch er schüttelte den Kopf.
,,Ich merke zwar, dass du mich berührst, aber nicht wie, was du machst.``
Ob es dafür eine Lösung gab?
Wie soll man so ein schwerwiegendes Problem, dass schon seit der Geburt an besteht, denn bitte lösen?!

Also beschloß ich erst einmal einfach, den Körperkontakt zu intensivieren und nahm nun auch die andere Hand dazu, nahm sein Gesicht fest in beide Hände und sah ihm tief in die Augen.

,,Und was ist damit? Die natürliche Wärme der Haut?``
,,Nein. Auch das nicht.``
Er klang tief getroffen, enttäuscht, gequält und irgendwie tat er mir leid.
Das muss echt hart sein.

Schließlich und ehe ich selbst weiter darüber nachdenken konnte, zog ich ihn einfach in eine feste Umarmung, drückte ihn an mich, vergrub meine rechte Hand in seinen Haaren, drückte seinen Kopf an meine muskulöse Brust.
Seltsam, er hat wirklich weiche Haare.....

Stille brach aus, dann spürte ich plötzlich zaghafte Finger die über meinen Rücken strichen, sich verzweifelt in ihn krallten.

,,Jetzt spüre ich ein bisschen. Nur ein ganz kleines bisschen, aber es ist da. Dieses minimale Gefühl deiner Nähe.``

Eine Weile verblieben wir so, doch dann löste ich die Umarmung seufzend und sah ihn aufmunternd an.

,,Kopf hoch. Wir kriegen das schon hin.``

Dann begab ich mich wieder zu meinem Gast und ließ Noiz mit seinen aufgewühlten Gedanken alleine......



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