Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Splinter Cell - Blacklist

von Shannon
GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
Anna 'Grim' Grimsdottir Irving Lambert Samuel 'Sam' Fisher William Redding
11.09.2014
04.10.2014
12
34.710
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
11.09.2014 4.129
 
Splinter Cell – Blacklist


HQ Third Echelon, New York City, USA, 07.11.09 – 10.45 Uhr


Sam saß in der Zentrale und wartete auf Lambert. Endlich kam er zur Tür herein. „Tut mir leid Sam, die Besprechung hat ein wenig länger gedauert.“ „Schon gut, halb so wild. Was gibt es denn ?“ "Wir beobachten seit ein paar Wochen verdächtige Schmuggleraktivitäten im Westpazifik. Man hat mich angewiesen, einen meiner Leute zur Verstärkung nach Guam zu schicken.“ „Und da hast du an mich gedacht…..“ „Na ja, ist eigentlich nur ein kleiner Routineauftrag. Aber du wärst Ideal, weil die Regierung als zusätzliche Absicherung eine private Sicherheitsfirma mit dabei hat, von deinem alten Freund Victor Coste. Ich dachte das würde dich interessieren.“ Sam grinste. „Klar, wenn das so ist, mit Vic arbeite ich immer gern zusammen.“ „Carrie ist ja noch in Mexiko, aber für so eine Sache wären zwei Agenten ohnehin zuviel. Dein Abflug ist morgen früh.“




Andersen Airbase, Insel Guam, Westpazifischer Ozean, 14.11.09 – 21.25 Uhr

Es war ruhig auf der Airbase, alles schien seinen gewohnten Gang zu gehen. Doch das änderte sich plötzlich. Eine Gruppe bewaffneter Söldner war unbemerkt auf den Stützpunkt gelangt und verschaffte sich mit Hilfe von Gewalt Zutritt zum Hauptkontrollraum. Die Soldaten, die auf den Gängen Wache hielten wurden gnadenlos erschossen. Einer der Söldner hatte eine Kamera dabei und filmte das Geschehen. Als General McGowan die Schüsse hörte, versuchte er noch eine Meldung abzusetzen, aber es war zu spät. Schon stürmten die Söldner den Kontrollraum und töteten alle seine Männer. Er selbst wurde nur verwundet. „Wir werden jeden von euch Bastarden finden und erledigen !“, schrie McGowan.  „Amerika wird euch holen !“ „Unnötig General“, erwiderte der Anführer, trat vor McGowan und erschoss ihn kaltblütig. „Wir kommen freiwillig.“


Zur gleichen Zeit auf dem Flugfeld……


Victor Coste überprüfte noch einmal den Hubschrauber und verstaute die Ausrüstung. In diesem Moment kam auch Sam zum Hubschrauber und brachte noch eine Kiste mit. Er trug normale Zivilkleidung, eine olivgrüne Cargohose, ein schwarzes Shirt, darüber eine grüne Tarnjacke und ein weiß-rotes Halstuch, außerdem noch eine schwarze Kappe.
„Laut Auftrag keine Waffen, nicht während dieser Nummer“, sagte Vic zu Sam.
„Wen interessiert`s?“, entgegnete Sam. „General McGowan…?....Doch….damit du dich nicht fürchtest, ein kleines Souvenir aus Indonesien“, sagte Vic und reichte Sam ein Kampfmesser.
„Danke Vic…“, erwiderte Sam und nahm das Messer an sich. „…aber wenn ich ein Karambit für die Luftaufklärung brauche, haben wir zwei ein Problem.“ „Steck ein, wo bleibt Charlie mit dem Satellitentelefon ?“  In diesem Moment kam ein junger Bursche zum Hubschrauber gelaufen. Charlie Cole war ein äußerst begabter Hacker und gehörte zu Victors Team. „Hey Sorry, ich hab das Schätzchen hier noch ein klein wenig modifiziert, ist so eingestellt, das die Basis nichts hört.“ „Und warum ?“, fragte Sam. „Na weil das Militär gern schnüffelt.“ „Dafür lieb ich dich Kleiner“, sagte Vic. Charlie wandte sich zum gehen. „Sam….“ sagte Vic ärgerlich. Er hatte die Waffe, die Sam hinten im Hosenbund stecken hatte bemerkt. Charlie drehte noch mal um und Sam reichte ihm die Waffe. „Abrücken…“, befahl Vic. „Ach Charly, hör auf die Basis zu hacken, wir sind hier Gäste“, meinte Sam noch.
Charly grinste und hob entschuldigend die Arme. „Aber die machen es mir so leicht.“


Im Kontrollraum…..

Die Söldner hatten sich an den Computern zuschaffen gemacht. Während einer das Video vom Überfall hochgeladen hatte, hackte sich ein zweiter in die Systeme der Basis.“ „Sind drin“, bestätigte er. Der Anführer sah auf seinen Timer, noch 3 Minuten. „Männer, hier König, es geht los“ gab er über Funk durch. „Bauer bereit… Läufer bereit…Springer bereit…Turm bereit…Königin bereit….“, kam von allen Stationen die Bestätigung. Die Söldner hatten den Funk gestört und mehrere Sprengsätze auf der Basis verteilt, der Timer war jetzt bei 2.30.
„Ich hab`s“, sagte der Mann am Computer. „Codes für Bunkeranlage F. Gültigkeit 40 Tage.“ „Signale stören und abrücken“, befahl der Anführer. „Jetzt ist die Blacklist….aktiv.“


Auf dem Flugfeld….

Vic hatte die Rotoren anlaufen lassen und brauchte jetzt nur noch die Startfreigabe. „Anderson Tower, hier Paladin - Zero – Two, erbitte Starterlaubnis, bitte kommen.“
Keine Antwort. „Schrott gekauft?“, fragte Sam. „Das Funkgerät ist Klasse“, entgegnete Vic.
„Anderson Tower, hier Paladin - Zero – Two, erbitte Starterlaubnis für Hubschrauberlandeplatz Alpha – Nine.“ Wieder keine Antwort. „Ach egal….wir hängen, scheiß auf die Vorschriften“, meinte Vic. „Du musst danach wohl dringend zu McGowans Pokerpartie ?“, witzelte Sam. „Was denkst du wohl wovon ich die Mühle hier bezahl.“
Vic zog den Hubschrauber hoch und drehte nach Süden ab. Zur gleichen Zeit verließ ein Teil der Söldner den Stützpunkt. “Team Bravo melden…“ „Bravo bereit.“ „Team Alpha rückt ab. Bravo bleibt in Position.“  Gerade als der letzte Wagen durch das Tor rollte, gingen die Ladungen hoch.

Entsetzt beobachteten Sam und Vic die Explosionen, die um sie herum stattfanden. „Ach du Scheiße !“, stieß Vic aus. Eine Explosion erwischte auch den Hubschrauber. Der Copter geriet ins trudeln, verzweifelt versuchte Vic ihn wieder unter Kontrolle zu bringen. „Mayday, Mayday, Mayday, hier Paladin Zero – Two, wir schmieren ab“, funkte Vic. Noch immer trudelten sie unkontrolliert nach unten. „Festhalten !“, sagte er zu Sam. Der Copter prallte mit dem Heck gegen ein Rohr des äußeren Maschendrahtzauns und stürzte zu Boden. Sie rutschten noch einige Meter im Wassergraben unterhalb des Zauns entlang und blieben dann liegen. Zum Glück hatten sie sich nicht überschlagen. Einen Moment sagte keiner ein Wort, dann fragte Sam: „Sind wir auf der Basis ?“ „Wir sind direkt am Außenbereich. Schwing den Hintern. Hier sind wir ein leichtes Ziel.“ Vic rammte die Tür auf und sprang heraus.
„Hilf mir, ich sitz fest“, sagte Sam. Vic lief zu Sam, als ein Piepsen ertönte. „Das Satellitentelefon….“, sagte Vic und Sam griff neben sich. „Ja ?“, meldete sich Sam. „Scheiße, was ist da los ? Alles O.K. ?“, ertönte Charlys Stimme. „Sind abgestürzt, aber uns geht’s gut. Das Munitionsdepot hat’s wohl erwischt. Wo steckst du ?“ „Ich versteck mich mit meinem Labtop unter ´nem LKW. Alle Funkfrequenzen sind ausgefallen. Muss ein Störsender sein, nordwestlich von euch. Bitte kommen.“ „Okay, bleib wo du bist, wir finden den Sender.“ „Huahhh…“, stöhnte Vic, zog am Wrack und versuchte Sam zu befreien.

„Komm schon“, meinte Sam zu Vic. „Wette die Schweine benutzen unsere Störsender“, sagte Vic. Er griff wieder nach dem verbogenen Metallteil, das Sams Beine einklemmte und zog mit aller Kraft daran. Schließlich bekam er Sam frei. „Wie kommst du darauf ?“, fragte Sam. „Würd`s genauso machen.“ Nur mit Mühe kam Sam auf die Beine. Sein linkes Bein und der Arm waren verletzt. Vic streckte ihm die Hand entgegen und zog ihn hoch. „Sei wachsam Sam. Wir haben es mit Profis zu tun und sind nicht einmal bewaffnet.“ „Der Abflussgraben wird uns Schutz bieten“, meinte Sam. Vom Stützpunkt waren Schüsse zu hören. Einige Söldner jagten die übrig gebliebenen Soldaten. Geduckt liefen sie durch den Graben. Sam hörte ein Geräusch über ihnen. „Vic nicht bewegen…“ Vor ihnen war ein Soldat. Bevor Sam eine Warnung ausstoßen konnte wurde er von oben erschossen. Der Söldner lief weiter. Vic sah vorsichtig nach oben. „O.K., alles klar. Schnell, gib mir mal `nen Schubs.“ Sam half Vic nach oben, dann kletterte er ihm nach. „Gegner ! In Deckung !“, flüsterte Vic. „Einer von uns, zwei Gegner. Du nimmst den linken, ich den rechten.“ Die beiden schlichen sich an, Sam schnappte sich seinen Kerl von hinten, Vic griff von rechts an. „Hey Arschloch !“, rief Vic. Der Söldner ging mit einem Messer auf ihn los, doch Vic packte ihn am Arm, entwaffnete ihn und warf ihn zu Boden. Dann sahen sie nach dem Soldaten. „Er verblutet. Solange der Funk gestört wird, können wir keine Hilfe anfordern. Ich stabilisiere ihn, du schaltest den Störsender aus.“ „In Ordnung Vic, viel Glück.“

Schnell schlich Sam weiter. Er lief zwischen ein paar Fahrzeugen hindurch und schlich an den Wachposten vorbei. Dann erreichte er den LKW mit dem Störsender. Ein Soldat lag dort am Boden, am Hals war er schwer verletzt. „Hilfe….“, stöhnte er. Sam ging neben ihm in die Knie, die Verletzung sah übel aus. „Scheiße…“, schimpfte Sam leise. Er packte den Mann am Kragen und zog ihn hinter den LKW in Deckung. „Okay halt durch Kleiner, wir holen jetzt Hilfe.“ Von links hörte Sam ein Geräusch, er hob die Waffe und fuhr herum.  „Nicht !“, rief Vic und hob warnend die Hände. Sam öffnete die Abdeckung des Störsenders. „Weißt du, wie man das Ding abschaltet ?“ „Arbeite daran….“ Vic sah nach dem Verwundeten. „Wie geht’s ihm ?“ „Frag nicht.“ „Charlie, wir sind da“, meldete sich Sam über Funk. „Okay, okay, ihr müsst die Steuerschaltung des Oszillators abschalten und so das Störsignal unterbrechen.“ „Stillhalten…“, sagte Vic zu dem Soldaten.  „Die Blacklist…..“ „Nicht reden…“ „Charlie, reicht da nicht irgendein Schalter ?“ „Äh…ist da ein blauer Knopf ?“ „Ja…“ „Drück ihn…“ „Was willst du mir sagen, was willst du mir sagen Kumpel ?“ „Könnt Blacklist nicht stoppen…“ „Sender ist aus, Vic“, meldete Sam. „Ihr stoppt die Blacklist nicht !“ rief der Söldner und öffnete seine Hand. „Granate !“ warnte Vic. Er stieß den Söldner weg, sprang nach vorn, riss Sam um und warf sich schützend über ihn.



Andrews Air Force Base, Maryland, USA. 14.11.09 – 22.53 Uhr


Die Paladin C 159  war ein neuartiger Militärtransport – Prototyp.
Anna Grimsdottier stand in der Kommandozentrale und sah die hereinkommenden Informationen durch. Verschiedene Nachrichtensender berichteten bereits über den Angriff und strahlten das Video aus, das die Angreifer ins Netz gestellt hatten und das schon über
250 Millionen Mal angeklickt worden war. Die Gruppe nannte sich nur „Die Engineers.“
„Amerika, hier spricht die Blacklist. Alle 7 Tage erfolgt ein neuer Angriff.“ Eine Liste mit Überschriften tauchte auf. Jede mit einer Zeitangabe im Abstand von 7 Tagen:

-  00  Tage   Amerikas Stärke Guam
-  07  Tage   Amerikas Konsum
-  14  Tage   Amerikas Freiheit
-  21  Tage   Amerikas Benzin
-  28  Tage   Amerikas Blut
-  35   Tage  Amerikas Staub

„Wir haben eine Forderung. Ihr habt Soldaten in 153 Ländern. Bringt eure Truppen nach Hause. Sofort, oder wir werden euch angreifen, jede Woche. Wir werden nicht verhandeln. Ihr werdet die Blacklist nicht aufhalten. Ihr habt 7 Tage bis zum nächsten Angriff. Ihr habt die Wahl. Wir sind die Engineers.“




Andrews Air Force Base, Maryland, USA. 16.11.09 – 04.10 Uhr


Präsidentin Caldwell war gerade aus der Air Force One gestiegen. „Wie ist die Lage ?“,  fragte sie ihre Assistentin „Paladin One und das Fourth Echelon – Team wurden aktiviert. Aber wir finden Agent Fisher nicht.“ „Sein Freund stirbt vielleicht, finden sie Victor Coste, dann finden sie Sam“, sagte die Präsidentin knapp.



In der Osprey, Amerikanischer Luftraum, Kurs New York, 16.11.09 – 5.23 Uhr.

Sie waren auf dem Rückflug von Mexiko. Carrie hatte sich kurz nach dem Start hingelegt, wurde jetzt aber von Will geweckt. „Tut mir leid,  Lambert will dich sprechen.“ „Ich komme……Hallo Lambert, was gibt’s ?“ „Ich konnte dich leider nicht während deines Einsatzes über Guam informieren, aber du hast sicher schon von dem Angriff gehört ?“, meinte Lambert. „Ja, natürlich. Was ist mit Sam und Vic ?“ „Sam wurde leicht verletzt, aber es geht ihm soweit gut. Victor Coste jedoch…. es hat ihn schlimm erwischt.“ „Wird er durch kommen ?“ „Schwer zu sagen, sein Zustand ist immer noch kritisch. Aber eigentlich wollte ich etwas anderes mit Dir besprechen.“ Lambert zögerte kurz. „Carrie, die Third Echelon wird aufgelöst.“ „Wie bitte ? Das verstehe ich nicht. Warum jetzt ?“ „Um ehrlich zu sein, die Vorbereitungen dafür laufen schon ein paar Monate, ich selbst habe erst vor ein paar Wochen davon erfahren. Und was den Grund angeht, nun….die NSA steht vor derselben Entscheidung wie vor 6 Jahren. Entwicklungen schreiten überall schnell voran und wir müssen uns anpassen. Es geht wieder eine Stufe höher.“ „Ich verstehe.“

„Die Leitung der Fourth Echelon wird allerdings nach Washington verlegt“, fuhr Lambert fort. „Ich sollte eigentlich die Neue Abteilung mit übernehmen, habe aber abgelehnt.“ „Sagst du mir weshalb ?“ „Ich kann nicht Carrie, mein Herz macht nicht mehr mit. Mein Arzt hat mir gesagt, wenn ich nicht ganz schnell kürzer trete, wird das sehr ernste Folgen haben. Ich bin eigentlich noch nicht bereit in Rente zu gehen, aber unter der Erde landen will ich noch viel weniger. Was euch angeht, Sam soll der Anführer der Fourth Echelon werden, du kommst ebenfalls mit und Grim, die seit ihrem Weggang im Stab von Präsidentin Caldwell gearbeitet hat, wird wieder der leitende Operator. Außerdem bringt Grim noch einen jungen CIA Agenten mit ins Team.“ „Was ist mit dir ?“, fragte Carrie Will. „Tut mir leid. Ich habe Lambert gesagt, das ich anstatt als Operator lieber wieder in den Außeneinsatz möchte. Die Präsidentin hat mir die Leitung eines DEVGRU – Teams angeboten und ich hab angenommen.“


„ Ich bedaure, dass das ganze so in Hektik ausgeführt werden muss, das war eigentlich anders geplant. Ich wollte euch in ein paar Wochen in Ruhe informieren, mit dem ganzen Team zusammen, aber durch die Blacklist müssen wir das Ganze beschleunigen. Ihr werdet nicht nach Fort Meade zurückkehren“, erklärte Lambert. „Die Osprey  hat bereits den Kurs geändert, ihr fliegt direkt zur Andrews Air Force Base.“  Er seufzte. „Ich hasse lange Abschiede, also machen wir es kurz und schmerzlos. Wir haben zusammen ein paar harte Zeiten erlebt, aber es war immer eine Ehre mit euch zu arbeiten. Ihr ward das beste Team, das ich jemals hatte. Ich werde euch vermissen.“ „Wir dich auch Lambert, wir dich auch.“
„Basis 1, Ende.“ Der Bildschirm wurde dunkel.

Carrie stand noch einen Moment wie betäubt da. „Ziemlich heftig, was ?“, fragte Will. „Ja, allerdings.“ „Wahrscheinlich kommt uns das deshalb so vor, weil es so abrupt geschied.“ „Wie lange wusstest du schon davon ?“ „Erst seit ein paar Tagen.“ „Und du hast nichts
gesagt ?“ „Ich hatte von Lambert die Anweisung, es noch für mich zu behalten.“ Carrie seufzte. „Wie dem auch sei, wir müssen die Situation nehmen wie sie ist. Wissen wir was genaueres über die Engineers und die Blacklist ?“ „Nicht viel, aber ich zeige dir, was wir bis jetzt haben…“




Andrews Air Force Base, Maryland, USA. 16.11.09 – 06.17 Uhr


Der Secret Service hatte Sam im Walter Reed Militärkrankenhaus gefunden. Nur widerwillig war er den Männern gefolgt, als sie ihm sagten die Präsidentin wolle ihn sprechen. Am liebsten wäre er bei Vic geblieben, aber Sam sah ein, dass er im Moment ohnehin nichts für ihn tun konnte, außerdem wollte er die Kerle kriegen, die dafür verantwortlich waren. „Halt durch Vic“ sagte er und legte seinem Freund die Hand auf die Schulter. Dann sah er noch kurz zu Charlie rüber, der verstört auf der anderen Seite des Bettes stand und ebenso besorgt war wie er.

Auf der Air Base erwartete ihn die Präsidentin bereits und erklärte Sam die neue Entwicklung. „Es war schon länger geplant, die Third Echelon durch die Fourth Echelon zu ersetzten, aber jetzt müssen wir schnell handeln. Hunderte von Toten in Guam, ein Countdown für weitere Angriffe auf Amerika….die ganze Welt verlangt nach Antworten Agent Fisher und ich habe keine. Das Fourth Echelon wird sie finden müssen, doch das geht nur mit einem Anführer.“
„Ich will Agent Masters im Team haben, außerdem ist einer von Vic`s Männern dabei und keine Fragen.“ „Das mit Agent Masters geht in Ordnung und sie kriegen Charlie Cole. Und Grimsdottier hat einen der besten CIA Agenten für die Missionsunterstützung angeheuert – Isaac Briggs.“ „Und Grim ist raus“, sagte Sam bestimmt. „ Sie wollte auch nicht, dass sie an der Mission teilnehmen. Tut mir leid Sam, daraus wird nichts. Niemand arbeitet besser mit ihnen, als sie es tut. Willkommen im Fourth Echelon Agent Fisher.“


Die Osprey war auf dem Stützpunkt gelandet, als Carrie und Will ausstiegen wurden sie von zwei Soldaten in Empfang genommen. „Agent Masters, Agent Redding ?“ Beide nickten. „Agent Redding, sie kommen mit mir. Ich bringe sie zu ihrer Maschine, von dort aus fliegen sie gleich weiter zu ihrem Team.“ „Agent Masters, die Präsidentin erwartet sie, kommen sie bitte….“, sagte der andere. Carrie und Will sahen sich an. „Was hat Lambert gesagt….kurz und schmerzlos….na komm her“, sagte Will und umarmte Carrie, die das herzlich erwiderte. „Gib gut auf dich acht“, sagte sie leise. „Mach ich und sag Sam, wenn er nicht gut auf dich aufpasst, dann komme ich und reiß ihm den Kopf ab…“ Carrie grinste. „Das will ich sehen.“ „Ähm…Agent Masters, wir müssen los.“ „Ich komme sofort……Alles Gute…“ „Wünsche ich euch auch, tschau.“ Damit drehte Will sich um und ging.


Das Team hatte sich bei der Paladin versammelt. „Agent Briggs, das ist Agent Fisher, ihr neuer Commander“, erklärte die Präsidentin. „Charlie Cole ist ab sofort der Computerexperte und Versorgungsmann im Team, Agent Grimsdottier kennen sie ja bereits. Sie ist der leitende Operator.“ „Also geht es los ?“, fragte Briggs. „Eine Person fehlt noch…“ Überrascht sah Grim auf. In diesem Moment näherte sich ein Jeep, stoppte kurz vor der Gruppe und Carrie sprang heraus. „Das ist Agent Masters, sie ist ebenfalls Agent im Außeneinsatz und gehört zu Agent Fisher“, fuhr die Präsidentin fort. „Äh …Madame Präsident, es gibt da etwas das sie wissen sollten….“, begann Grim. „Agent Grimsdottier…“ unterbrach die Präsidentin sie. „Ich habe bereits vor Wochen intensiv mit Colonel Lambert gesprochen, ich versichere ihnen, er hat mir alles gesagt, was ich wissen muss, wirklich alles. Wenn sie jedoch ein Problem haben, steht es ihnen frei von ihrem Posten als Leitender Operator zurück zu treten. Wollen Sie das ?“ „Nein…“, sagte Grim nach kurzem Zögern. „Gut, dann an die Arbeit.“ „Ihr habt es gehört, alle Mann an Bord“, befahl Sam. „Wie geht es Vic ?“, fragte Carrie ihn leise, als sie auf die Paladin zugingen. „Er kämpft…“, sagte Sam mit besorgter Stimme.



HQ der Fourth Echelon, Paladin One, Amerikanischer Luftraum, 16.11.09 – 10.38 Uhr


Alle nahmen ihre Plätze ein und die Paladin startete. Während das Flugzeug an Höhe gewann sagte Charlie: „Ziemlich cool, oder ?“ „Fliegst du zum ersten Mal ?“, fragte Briggs. „Nein….?“
„Irgendwas neues zur Struktur der Engineers ?“, wollte Sam wissen „Noch nicht“ sagte Grim. „Briggs und unsere Leute suchen nach möglichen Verbindungen.“ „Was ist mit den Namen….Amerikas Freiheit, Amerikas Blut ?“ „Mögliche Anschläge, alle mit Countdown.“ „Wir haben fünf Tage bis Amerikas Konsum ?“, fragte Sam. „…und die Zeit läuft. Die Analysen zu den möglichen Anschlagszielen laufen bereits.“ Die Paladin hatte ihre Reiseflughöhe erreicht und sie standen auf. „Ich erklär dir den Flugzeugaufbau“, sagte Grim.
„Prototyp, Militärtransporter…“ „und zwar voller Modifikationen“, erklärte Grim. „Waffenkammer, Sanitätsstation, Gefängniszelle. Es bietet alles was du auch am Boden hast.“ „Aber völlig mobil, wie in der guten alten Zeit“, flachste Sam. Briggs ging vorbei und rieb sich den Kiefer. „Probleme Briggs ?“ „Mein subdermales Funkgerät  wurde eingesetzt, vermutlich mit `nem Hammer.“

„Neben dem Baby sieht Airforce One wie `nen Papierflugzeug aus, Sam“, meinte Charlie.“
„Willst du über Verbesserungen sprechen ?“, fragte Grim. „Nein, erklär erst mal alles“, antwortete Sam. „Nachrichten und Internetdatengewinnung, Prognosesoftware, Foto- und Internetforensik“, sagte Grim „Außerdem noch verdeckter Zugriff auf ausländische Aufklärungssysteme und die Gesichtserkennung von CIA, NSA, DCS und FBI“, fügte Charlie hinzu. „Alles in Echtzeit“, bestätigte Grim. „Ist es das mit dem du so angibst, das SMI ?“, fragte Sam. „Strategic Mission Interface, wir haben deutliche Verbesserungen an Charlies Ursprungsmodell durchgeführt. Er wird es dir erklären“, sagte Grim. „Das Beste  ist, du kannst alles steuern und zwar von hier oder über dein Opsat, wenn du im Einsatz bist.“ „Beeindruckend“, meinte Sam sarkastisch. „Carrie, du hast die meisten medizinischen Kenntnisse von uns, du kümmerst dich um die Krankenstation, wenn du nicht im Einsatz bist. Sieh mal alles durch, was wir an Bord haben. Wenn du noch irgendwas brauchst sag Bescheid.“ „Geht klar.“ „O.K., melde dich, wenn du was willst, ich muss mich um meine Bude kümmern“, sagte Charlie zu Sam.

Sam machte einen Rundgang durch die Paladin. Das Flugzeug war in mehrere Etagen aufgeteilt. Im vorderen Bereich waren zwei Gefängniszellen, kombiniert mit einem Lagerraum. Darüber befanden sich ein Teil der Mannschaftsquartiere und Charlies Werkstatt. Hier war auch das Waffendepot und der Schrank mit den Einsatzanzügen. Von hier aus führte  eine Treppe rauf ins Cockpit und zur Küche. In der Mitte lag die große Operationszentrale. Dahinter befand sich die Krankenstation, über der weitere Mannschaftsquartiere angebracht waren. Im Heck schließlich war die Ladebucht, wo auch der Hubschrauber untergebracht war. „Alles in allem ganz komfortabel“, dachte Sam. Er warf einen Blick in die Krankenstation. „Und Carrie ? Wie sieht`s aus ?“ „Soweit alles O.K., ist alles da was wir brauchen. Sollte mir doch noch was einfallen, sag ich es Grim.“ „Gut.“

Sam ging nach vorn und stieg die Treppe zur Werkstatt hoch. „Verdammt, verdammt !“, hörte er Charlie schimpfen, der unter einem der Tische herumkrabbelte, um noch ein paar Kabel zu verlegen. „Hast du die Vorbereitungen abgeschlossen ?“, fragte Sam.
„ Ja Moment…Ah…Au.“ Charlie kam unter dem Tisch hervor und stieß sich den Kopf an. „Hey Sam, ich bin hier so gut wie fertig. Ich muss nur noch`n paar Komponenten übertackten und checken, ob meine Materialanforderung von ihrer Majestät genehmigt wurde.“ „Melde dich wenn es Probleme gibt“, sagte Sam. „Okay….. Hübsch. Coole Werkstatt was ? Damit werde ich eine Menge Reparaturen selbst ausführen können und mit den richtigen Ersatzteilen und etwas Barem kann ich krasse Modifikationen deiner Ausrüstung testen.“ „Klingt als sei ich in besten Händen.“ „Zweifellos. He, soll ich schon was besorgen ?“ „Ja. Dir vielleicht `nen Schutzhelm“, witzelte Sam. „Ja. Danke.“ Sam stieg wieder runter und ging zur Operationszentrale.

„Na Briggs ? Schon eingelebt ?“ „Ich geb mir Mühe. Ich kann mich vor Missionen normalerweise länger vorbereiten.“ "Die CIA ist zu groß um schnell zu agieren. Bei Operationen wie diesen kommt es auf jede Sekunde an“, erklärte Sam. „Ist schon klar. Ich wünschte nur, ich hätte mehr Zeit.“ „Du gewöhnst dich dran.“ „Freu mich auf die Zusammenarbeit.“

Danach ging Sam zu Grim rüber. „Grim ?“ Seufzend drehte sie sich um. „Hör zu Sam, wir haben viel Arbeit vor uns, vielleicht sollten wir uns aussprechen.“ „Vorbei ist vorbei.“  „Das war`s ?“ „Wie du sagtest, wir haben eine Menge Arbeit vor uns.“ „Okay, dann werd ich mal weitermachen.“


Sam ging gerade den Flur hinunter, als Charly zu ihm kam. „Hey Sam, hätte ich fast vergessen. Dein Opsat. Neu und verbessert. Dient als ne Art SMI – Lite, wenn du im Einsatz bist. Datenübertragungen, Drohnensteuerung, Scans…“  Okay…“ „Es muss nur noch kurz ans SMI um kalibriert zu werden. Dann kann’s losgehen.“ „Danke Charly.“

„Das Team bitte in die Kommandozentrale“, rief Grim über den Lautsprecher. Sam, Carrie, Grim und Briggs versammelten sich um den großen Tisch. Nur Charly saß etwas abseits in einem Drehstuhl. Sam sah sich die Daten an. „Was passiert da in Bengasi ?“, fragte er Grim. „Mein Kontakt ist in einem CIA Unterschlupf. Da ist jemand der Informationen über Guam hat. Sie geben ihn aber erst frei, wenn er verhört wurde“, erklärte Grim.
"Festgenommen ?“, meinte Sam. „Negativ, er ist in ihr Büro spaziert“, sagte Briggs. „Wäre es nicht möglich, dass es ein Spinner ist, der einen kranken Humor hat ?", fragte Sam. Carrie und Grim warfen sich betretende Blicke zu. „Verheimlicht ihr etwas ?“ „Sein Name ist Andriy Kobin, sagt euch das was ?“, fragte Charly. „Sam….“, sagte Grim beschwichtigend. „Hey Moment ? Kennen wir den Kerl ?“, vermutete Charly. „Es stellt sich nur eine Frage, warum sollte sich ein gesuchter Waffenhändler der CIA stellen und das nach Guam ?“, warf Grim ein. „Wieso überlassen wir es nicht der CIA ihn zu verhören ?“, fragte Briggs. „Vergiss die Jungs von dem Laden Briggs, du bist jetzt in unserem Team“, sagte Sam. „Sicher…“ „Verpass ich gerade was ?“, meinte Charly. „Er ist die einzige Spur zu den Engineers, niemand verhört ihn außer uns“, sagte Sam bestimmt. „Wer ist Andriy Kobin ?“, wollte Charly wissen. „Andriy Kobin, hat vor ein paar Monaten während eines Einsatzes versucht mich umzubringen und er war an einer Verschwörung gegen die Präsidentin beteiligt“, erklärte Sam. „Wow ! Und wieso lebt der immer noch ?“, wunderte sich Charly. „Gute Frage…“, sagte Sam trocken.

„Was machen wir Sam ?“, fragte Grim. „Zeig mir den Unterschlupf.“ „Was da ?“ Das ist eine üble Gegend“ meinte Briggs. „Ich weiß, komisch was ? Normalerweise sind CIA Einsätze im Mittleren Osten doch viel besser für alle zu erkennen“, witzelte Charly. „ Konzentrieren…“ fuhr Grim ihn an. „Am besten durchquerst du hier den Basar. Auf dein Zeichen verlässt mein Kontakt den Unterschlupf und du hast danach freien Zugriff auf Kobin.“ „Auf Bildschirmen sieht es nie schwieríg aus Grim“, meinte Sam. „Jetzt du, zeig mir die besten Beobachtungspunkte“ sagte er zu Briggs. „Die beste Sicht hätte man hier….und da.“ „Sieht gut aus. Schnapp dir was Schallgedämpftes.“  „Soll ich für Feuerschutz sorgen oder ein Ziel ausschalten ?“, fragte Briggs. „Ersteres….“, antwortete Sam. „Carrie, du kommst mit mir. Du seilst dich hier in der Nebenstraße ab und gehst zum Hintereingang, wir treffen uns drin.“ „Verstanden.“ „Charlie, du musst uns `nen fahrbaren Untersatz besorgen, was unauffälliges, `nen Transporter“, befahl Sam. „Geht klar.“ „Grim, such einen geeigneten Punkt für die Exfiltration. Irgendwo hier…Soweit alles klar ? Beeilt euch mit den Vorbereitungen.“  „Cockpit, wir fliegen nach Bengasi“ meldete Grim.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast