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Auf in die Stille

KurzgeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 / Gen
11.09.2014
11.09.2014
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„Auf in die Stille.“ sagst du leise und betrachtest die Landschaft, die vor dir liegt. Es ist heiß und stickig. Überall befinden sich tiefe, dunkle Wasserstellen, in denen Fische in allmöglichen Größen und Farben rum schwimmen.

Nichts ungewöhnliches für einen Sumpf, denkst du und gehst auf die große, blaue Vorratsbox zu. Eine leise Stimme ertönt hinter dir. Es ist Sarah, deine teefarbene Felyne. „Warte, Jäger! Vergess mich nicht!“ Die kleine Katze kommt zu dir gerannt und ihre großen hellblauen Augen funkeln vor Aufregung. „Das ist wohl dein erster Ausflug in den Sumpf?“ fragst du sie. Sarah nickt freudig und miaut: „Ich kann es kaum noch abwarten.“ Du fässt in die Box und holst einige Gegenstände raus. Es sind Erstehilfearztneien, Wetzsteine, Rationen, Gegengifte und die wichtige Karte. Du verstaust die Sachen und verlässt mit Sarah das Basislager.

Zusammen betretet ihr das sumpfige Gebiet. Überall wuchsen Pflanzen und seltsam aussehende Pilze. Das widerlich riechende Wasser reicht dir bis zu den Knöcheln. Immer weiter wandert ihr durch die Einöde bis ihr zu einen kleinen abgelegenen Gebiet, aus hohen, gelben Gräsern, kommt. Zischend fliegen die Remobras über eure Köpfe und spucken mit Gift. Dir kommt in dem Sinn, dass eine solche Anzahl der kleinen Wyvern nur eines bedeuten kann: Ein Drachenälterster ist in der Nähe und er ist dein Ziel! Doch bis jetzt ist keine Spur eines solchen Monsters zu sehen. Ihr beide entledigt euch der nervigen Remobras, während du mit einem wachsamen Auge die Umgebung im Blick hast. „Was war das?!“ fragst du dich, als du eine kaum warnehmbare Bewegung im Augenwinkel gesehen hast. Du tust es schließlich als eine Einbildung ab.

Nach getaner Arbeit setzt du dich mit Sarah auf den Boden und bereitest ein Lagerfeuer vor. Ein leises Knurren lässt dich zusammenzucken und du sieht dich sofort um. Wieder konntest du nichts sehen. Ein wenig irritiert legst du ein Stück rohes Fleisch auf die beiden, neben dem Feuer steckenden, Stöcke. Eine ganze Weile wartet ihr beiden bis das Fleisch fertig ist. Als du es runternehmen willst, schnellt eine Zunge an und stiehlt dir das Fleisch aus deiner Hand. Beide verschwinden wieder im Nichts. Du weisst was das bedeutet. Er ist hier!

Du springst sofort auf und ziehst dein feuriges Langschwert “Wyvernklinge Camelia“. Mit festen Griff um die Waffe rennst du in die Richtung woher der Angriff kam. Du schlägst mit der Waffe zu, doch deine Angriffe gehen jedesmal in die Leere. Doch aufeinmal triffst du was! Das Monster scheint nicht erfreut darüber zu sein und schlägt mit den Klauen zu. Gekonnt weichst du aus und setzt zum Gegenangriff an. Nach einigen Schlägen zeigt sich das Monster schließlich. Es ist ein Chameleos, einer der wahren Drachenältesten. Er kann sich Dank seines Hornes unsichtbar machen. Der Drache fängt an mit seinen fächerartigen Schwanzes die Luft aufzuwirbeln. Währenddessen behält er dich mit einem Auge im Blick, während das andere Auge auf Sarah ruht. Wegen dem ganzen Dreck musst du dir die Augen schützen. Darauf hat das Monster nur gewartet und greift dich mit einem Zungenschlag an. Doch wieder retten dir deine Reflexe das Leben.

Der Drachenälteste fliegt hoch und hinterlässt lilanen Staub. Du kannst nicht rechtzeitig reagieren und atmest ihn ein. Du spürst wie deine Lunge immer enger wird und du fast keine Luft mehr bekommst. „Er hat mich vergiftet!“ schießt es dir sofort durch den Kopf. Dein Blick verschwimmt und du kannst dich kaum noch auf die Beine halten. Plötzlich hörst du das Geräusch einer Flöte. Es war Sarah! Du hast ihr diese Fähigkeit gegeben Gift verschwinden zu lassen. Sofort fühlst du dich wieder besser und greifst das Monster an. Der Chameleos läuft auf dich zu und versucht dich zu rammen. Mit einem gekonnten Sprung landest du auf seinen Rücken. Das Drachenälteste versucht dich abzuwerfen, doch du hälst dich eisern an seine Flügel fest. Du ziehst deine Waffe und mit einen gezielten Schlag zerbrichst du die kleine Kralle am rechten Flügel. Das Monster wird sofort unsichtbar und schafft es dich runterzuwerfen.

Sofort stehst du wieder auf und suchst die Umgebung ab. Von dem Monster ist keine Spur mehr vorhanden. Du und Sarah verlasst das Gebiet. Auf einer großen Fläche, nahe einer Höhle, wartet er bereits auf euch. Sarah läuft sofort zum ihm, um ihn abzulenken. Diese Chance nutzt du, um auch die andere Kralle an dem Flügel zu zerbrechen. Wütend spuckt der Chameleos eine heiße, orangene Flüßigkeit in deine Richtung. Doch abermals kannst du ausweichen. Dir kommt eine Idee! Du rennst zu eine der Steinwänden und lenkst die Aufmerksamkeit des Drachen auf dich. Er kommt sogleich auf dich zugestürmt. Im richtigen Moment weichst du aus und das Monster knallt mit dem Kopf gegen die Wand. Es ist für einen Augenblick ganz benommen. Das nutzt du für weitere Angriffe aus.

Kurz darauf kommt der Chameleos wieder zu Sinnen und verteilt wieder Giftsporen. Zweimal fällst du nicht auf den selben Trick rein und rettest dich mit einem Hechtsprung. Der Drache hebt seinen Schwanz um Luft aufzuwirbeln. Doch mit einem gezielten Rundumschlag kannst du das verhindern. Mit einem lauten Brüllen stürzt der Chameleos zu Boden. Du hast ihm einen Teil des Schwanzes abgeschlagen. Wütend wird er wieder unsichtbar und verschwindet. Sofort verfolgt ihr beide den Drachenältesten.

Du kennst dieses Gebiet. Nicht weit von hier befindet sich das Basislager. Der Chameleos schlägt mit seiner Zunge nach dir. Da dir dieser Angriff schon sehr bekannt ist, springst du hoch und rammst dein Langschwert in seine Zunge. Damit hat das Monster nicht gerechnet und versucht sich zu befreien. Wild fängt es an mit dem Schwanz und den Flügeln den Boden aufzuwirbeln. Eine große Staubwolke bildet sich. Du ziehst deine Waffe wieder aus der Zunge des Drachens und machst dich bereit auszuweichen. Aber die anschnellende Zunge war zu schnell und reisst dir die Waffe aus der Hand. Unbewaffnet stehst du dem großen Ungetüm gegenüber. Als der Chameleos auf dich zugerannt kommst, kannst du dich nicht bewegen. Im letzten Augenblick wirst du von Sarah beiseite geschubst. Sie wird von dem Angriff getroffen. Ihr kleiner Körper ist nicht stark genug um gegen diese Attacke anzukommen und wird einige Meter nach hinten geschleudert.

„Sarah!“ schreist du und läufst, ohne auf den Gegner zu achten, zu ihr. Sie atmet, zwar schwach, aber immerhin lebt sie noch. Wütend ziehst du dein kleines Jagdmesser. Es ist nicht groß genug um zu kämpfen, aber es ist dennoch eine Waffe. Mit Tränen der Wut in deinen Augen läufst du auf den Chameleos zu und hälst das Messer fest in der Hand. Der Drache öffnet sein Maul und spuckt wieder die heiße Flüßigkeit. Du weichst nicht aus, sondern springst hoch. Die Flüßigkeit frisst sich durch deine Rüstung und in dein Fleisch. Diese Narbe wird für immer bleiben. Dies ist dir jedoch in diesem Moment egal. Du wirst nicht das einzigste Wesen sein, das eine Narbe behält. Mit einem geziehlten Hieb rammst du dem Drachenältesten das Messer ins Auge. Sofort fängt er an zu brüllen und zu toben. Während das Monster abgelenkt ist, rennst du zu deiner Waffe, die in einer großen Wasserlache liegt, und hebst sie auf. Kaum hast du dein Langschwert wieder in den Händen, hörst du hinter dir das Messer auf den Boden fallen.

Der Chameleos hat es geschafft das Messer aus seinem Auge zu ziehen. Blut läuft ihm von seiner linken Gesichtshälfte auf den Boden. Zornig läuft er auf dich zu. Du hebst dein Schwert um alles ein Ende zu bereiten. Mit unzähligen Schlägen bearbeitest du deinen Gegner. Der Körper des Drachenältesten war mit ebenso unzähligen Schnitten übersäht. Du bereitest dich auf den letzten Angriff vor. Doch der Chameleos brüllt nur wütend und schwingt sich in die Lüfte.

Du kannst nur noch sehen wie er verschwindet. „Ist die Quest erfüllt?“ hörst du eine schwache Stimme fragen. Du läufst zu Sarah. Sie ist wieder bei Bewusstsein. Erleichtert setzt du dich neben sie und ihr beiden seht in den Himmel, während der Chameleos immer weiter in der Ferne verschwindet. „Quest erfüllt!“ sagst du nur leise.
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