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Changing

MitmachgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
09.09.2014
04.01.2016
60
132.663
12
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Dieses Kapitel
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29.06.2015 2.142
 


  Point of view: Yumi Kageyama

  <<Ein guter Kämpfer ist nie angespannt, nur bereit dazu. Nicht denkend, dennoch nicht träumend. Bereit für alles was seinen Weg kommt. Wenn der Gegner sich ausweitet, ziehe ich mich zusammen; wenn er sich zusammenzieht, weite ich mich aus. Und wenn sich eine Möglichkeit auftut, schlage nicht ‘Ich’, der Schlag kommt von ganz von selbst.>>
 

<< Freitag, 21. November 2014 (Noch Drei Tage bis zum Winter Cup)>>


Die Schule war langweilig, wie sonst auch. Langweilig, ermüdend und langwierig. Ich stieß hörbar die Luft aus, stützte mein Kinn auf meiner Handfläche ab und stierte aus dem Fenster, spielte mit dem Stift in meiner Hand, machte mir wenige Notizen in mein Heft, da ich den Stoff bereits beherrschte. Scheinbar schien dieser Lehrer mit seinem Lerninhalt nicht sehr zügig voran zu kommen, dafür könnte es wiederum zwei Gründe geben.
Grund Nummer Eins: Er war nicht dazu in der Lage das Thema korrekt rüber zu bringen.
Grund  Nummer Zwei: Seine Schüler waren schlicht und ergreifend dumm und nicht aufnahmefähig.
Ich entschied mich dafür beide Varianten miteinander zu verknüpfen, so erschien mir unser Lehrer dort vorn nicht sonderlich kompetent, meine Mitschüler nicht sonderlich intelligent, mit ein paar wenigen, seltenen Ausnahmen, abgesehen von mir und meiner Freundin Sasha, welche sich ebenfalls zu langweilen schien. Vollkommen unterfordert verdrehte sie die Augen, als ich mich kurzweilig zu ihr herum drehte um ihr zu vermitteln, dass auch ich den Drang verspürte unseren vollkommen unfähigen Dozenten aus dem geschlossenen Fenster zu befördern, um mich selbst an die Tafel zu stellen. Doch auch dann würde das Lehren des Themeninhaltes nicht sonderlich gut funktionieren, da es ja noch die nicht sonderlich große Lernbereitschaft unserer lieben Mitschüler gab, weswegen ich lediglich seufzte und es dabei beließ.
Ich wollte weder angeben, noch mich profilieren. Nein, es war schlicht und ergreifend Fakt, dass meine Wenigkeit mit einem hohen Maße an Intellekt gesegnet war, was an sich auch keine schlechte Sache war, wenn da nur nicht die Unfähigkeit anderer wäre, die einen dazu verleitete sich in einen Zustand der geistigen Umnachtung, ausgelöst durch chronische Unterforderung, zu begeben.

  <<Geschäftige Torheit ist der Charakter unserer Gattung.>>

Wie ich im Laufe des Tages feststellen musste, kam für Yan Sasha Dreyszas, dem Center meiner Mannschaft, schon jede Hilfe zu spät. Sie verhielt sich anders, wirkte gänzlich abwesend, abgelenkt. Sie schien sich nicht im Hier und Jetzt zu befinden, war stets in Gedanken versunken und da ich nicht auf den Kopf gefallen war und selbstredend Eins und Eins zusammenzählen konnte, konnte ich mit vollkommener Bestimmtheit sagen, dass Aomine Daiki Schuld an dem ganzen Malheur war.
„Erde an Dreyszas!“, brummte ich, während ich der Blauhaarigen mit meiner Hand vor der Nase herum fuchtelte. „Mh?“, machte sie lediglich und blinzelte einmal. „Ich kommuniziere mit dir“, sie zuckte mit den Schultern „Ich aber nicht mit dir, Kageyama“, ich winkte ab und erhob mich von meinem Stuhl, es war Zeit den Klassenraum zu verlassen und sich zum Training zu begeben.
„Geb dir heute mal ein bisschen mehr Mühe, ihr müsst das hin bekommen, bevor der Winter Cup beginnt“, ich knurrte sie an, während sie hinter mir her schwebte. Kerzengerade, hoch erhobenen Hauptes. „Ich gehe davon aus, dass du das hinbekommst, Dreyszas“, sie gähnte hinter vorgehaltener Hand. „Maul“, sie streckte sich und folgte mir in die Umkleidekabine, streifte sich ihre Schuluniform von den Schultern und ich kniff die Augen zusammen.
„Hast du dich in den letzten Tagen zu oft auf die Fresse gepackt, oder was sind das für Hämatome?“ , mit einem Kopfnicken deutete ich auf ihre Schultern, ihr Schlüsselbein und ihre Oberarme, während sie mit den Schultern zuckte. „Das kommt dabei herum, wenn man sich mit einem grenzdebilen Affen anlegt“, meine Brauen hoben sich schneller, als der Blitz. „Bitte?“, wäre ich nicht Kageyama Yumi, hätte ich lauthals aufgelacht, doch so schüttelte ich nur den Kopf und ging an ihr vorbei, hoffte nur, dass sie sich nicht allzu sehr von dem Blauhaarigen Idioten ablenken ließ.
Wir traten aus der Umkleidekabine, Sasha trug ein Shirt, welches ihr mindestens fünf Nummern zu groß war und das, ich rieb mir innerlich die Hände, verhieß nur Gutes.
„Oi“, rief ich, als ich die Halle betrat und begann direkt mich einzulaufen. Heute wollte auch ich mal den einen oder anderen Korb werfen, vielleicht sollte ich mich auch einmal mit einem der üblichen Stammspieler messen. Ich lief an Sakurai vorbei, welcher langsamer lief als ich und ich gab ihm im Vorbeilaufen einen Klaps auf den Hinterkopf. „Sumima-“, mein Blick verfinsterte sich und der Junge mit dem straßenköterblonden Haar verstummte sogleich, holte zu mir auf um stumm neben mir her zu laufen. Aomine zischte an uns vorbei, dicht gefolgt von Sasha, welcher ich nachher ein paar Anweisungen geben würde, wenn ich meine Runden beendet hatte. Sie würde ein paar Extrarunden laufen um wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen. Verliebtsein konnte sie auch zu einem späteren Zeitpunkt.
„Ich dachte, wir hätten das mit dem Entschuldigen endgültig abgehakt“, murrte ich den Shooter an, welcher noch immer stumm neben mir her joggte und sein Tempo dem Meinen angepasst hatte. Er nickte leicht, zog dennoch ein wenig den Kopf ein und ich verdrehte die Augen. „Ryou“, wurde ich nun etwas lauter. „Ich dachte, wir hätten dieses Thema abgeschlossen“, ich schüttelte ungläubig den Kopf. Nun, beinahe ungläubig. „Zieh dir den Stock aus dem Arsch, oder er wächst irgendwann einmal fest“, knurrte ich. „Wenn du dir nicht helfen lässt, kann ich es auch nicht ändern, dann bleibst du eben der ewige Feigling, der sich niemals durchsetzen wird und in seinem Bürojob jedem in den Arsch kriecht“, drohte ich. „Welch wunderbare Vorstellung. Sakurai Ryou – das Mädchen für alles. Stundenlang wirst du am Kopierer ausharren, für andere vor der Kaffeemaschine verweilen und deine Arbeit erst spät in der Nacht erledigt haben, weil du zuerst die Arbeit anderer erledigst, ehe du dich endlich deiner eigenen widmen kannst“, ich seufzte theatralisch nach meinem Vortrag über Unfähigkeit und mangelndes Selbstbewusstsein.
Moment. Wieso war ich eigentlich so erpicht darauf ihm aus seiner Misere heraus zu helfen? War ich denn vollkommen irre? Eigentlich sollte es mich doch weniger als gar nicht interessieren und doch bereitete mir dieser Junge täglich Kopfschmerzen. Wieso?
Ich hatte für sonst jede Frage eine passende Antwort parat. Wieso nicht auch für diese hier?
Nun, vielleicht war es auch einfach nur so, dass ich selbstbewusste Spieler in meinem Team wissen wollte, welche wussten, was sie wollten, was sie taten und was sie konnten. Die selbstsicher waren und sich nicht beirren ließen, wenn sie mal schief angesehen wurden.
Ja, das musste es sein.

„Dreyszas!“, brüllte ich durch die Halle und Sasha rannte an mir vorbei, lieferte sich noch immer eine Hetzjagd mit ihrem Lover und antwortete nicht. „Du läufst noch 10 Runden extra“, befahl ich und sie legte noch einmal einen Zahn zu, ehe sie „Fick dich“, knurrte, als sie wieder an mir vorbei sprintete. „Und für das läufst du noch eine Runde mehr“, schnauzte ich hinterher, was sie mit einem ausgestreckten Mittelfinger quittierte.
Wir versammelten uns um den Trainer herum, keuchend und schnaubend, während Sasha Runde für Runde an uns vorbei zog und Gelächter von den Tōō Spielern erntete.
„Schnauze“, blaffte ich diese an, sofort verstummten sie. Schließlich wollte ich 'The Equilibrist' nur vernünftig aufgewärmt wissen, ehe sie sich beinahe in den Tod stürzte.
Letzten Endes gesellte auch der blauhaarige Center sich zu uns und der Trainer erklärte den heutigen Plan.
Ich wäre überrascht gewesen, wäre ich nicht ich, als ich feststellte, dass meine Puppenspielerin und ihr neues Spielzeug perfekt funktionierten. Sasha hatte sich dieses übergroße T-Shirt ausgezogen und trug nun ihre enganliegende Sportkleidung, welche ihr effizientere Bewegungen erlaubte. So war ich es gewohnt und so war es gut.
Zufrieden nickte ich und beachtete die Beiden nicht weiter, widmete mich meinem eigenen Training und innerlich loderte das Feuer der Aufregung in mir. Nur noch drei Tage bis zum Winter Cup. Drei verdammte Tage.

<<Es gibt Leute, die Magengeschwüre haben, und Leute, die Magengeschwüre verursachen.>>

<<Samstag, 22. November 2014 (noch Zwei Tage bis zum Winter Cup)>>

Wir hatten das Verbot bekommen am Wochenende zu trainieren. Der Coach legte uns ans Herz, dass das, was wir jetzt nicht beherrschten, auch bis zum Winter Cup nicht mehr von uns verinnerlicht werden konnte und als Coach einer Basketballmannschaft stimmte ich ihm vollkommen zu. Auch ich hatte mir vorgenommen nicht mehr an Training zu denken und dennoch war ich einfach nicht dazu in der Lage still in meinem Zimmer zu sitzen und nichts zu tun.
„Mh“, machte ich und begann im Wohnzimmer auf und ab zu gehen.
„Mh“, am Sofa vorbei in Richtung Balkon.
„Mh“, von Balkontür zum Fernseher.
„Mh“, vom Fernseher in Richtung Süßigkeitenschublade
„Mh“, mit einer neuen Tafel Schokolade in Richtung Sofa.

„Yumi“, mein Bruder sah mich tadelnd an, als ich die Packung der Schokolade öffnete und einfach so von der Tafel abbiss. „Was?“, brummte ich und sprach mit vollem Mund. „Du tust es schon wieder“, ermahnte er mich und kniff die Augen zusammen. Ich konnte ihn so einfach nicht ernst nehmen. „Was denn?“, fauchte ich gereizt und er seufzte. „Du machst von wieder 'Mh'“ ich verschränkte die Arme vor der Brust, nachdem ich erneut von meiner Tafel Schokolade abgebissen hatte. „Mh“, machte ich und er verdrehte die Augen.
„Sei nicht so gereizt“, brummelte er. „Du bist unerträglich“, ich warf die Hände in die Luft, ließ sie abrupt wieder fallen. „Und du unausstehlich“, keifte ich und ging in mein Zimmer, zog mich um, setzte mir Kopfhörer auf und verließ das Haus.
Nachdem ich in meinem Handy die richtige Playlist ausgewählt und mich nun von Beethovens besten Kompositionen beschallen ließ, begann ich zu laufen. Sich auszupowern war die wohl beste Stressbewältigungsmethode und ich lief und lief und lief...
Schlussendlich stieß ich in vollem Lauf mit jemandem zusammen. Nun, ich hatte auf mein Handy gesehen, also war ich Schuld, trotzdem war ich drauf und dran sie dem Anderen in die Schuhe zu schieben. Niemand rannte eine Kageyama Yumi einfach so um.
„Oi, pass doch auf, wo du hin rennst“, brummte ich und riss mir die Kopfhörer vom Kopf. Keuchend saß ich auf dem Boden und starrte in die dunkeln Augen Sakurais, welcher mich ansah, als wäre ich ein soeben auf der Erde gelandeter Außerirdischer.
„Was willst du denn hier?“, fragte ich schroff und er verzog das Gesicht. „Du bist unfreundlich, Yuu“, nun war ich tatsächlich überrascht. Nicht nur über die Tatsache, dass er mich nicht nur bei meinem Vornamen genannt, sondern auch noch meinen Spitznamen benutzt hatte, sondern auch über seinen Tonfall, die Art, wie er mit mir gesprochen hatte.
„Nicht schlecht, Ryou“, ich rappelte mich auf, nachdem ich sein Angebot mir hoch zu helfen ausgeschlagen hatte.
„Du hast dir das Knie aufgeschlagen“, ich sah an mir herunter und schüttelte mein Bein. „Schmerzt aber nicht“, entgegnete ich und zuckte mit den Schultern.
Und ehe ich es mich versah, saß ich auch schon in seinem Zimmer, tatsächlich etwas verdattert und musste mein Knie von ihm versorgen lassen. Moment mal, wie war ich jetzt bitte hier her gekommen und vor allem: Wieso?
„Du bist ganz schön durch den Wind“, bemerkte der Shooter und ich hob eine Braue. „Ich befinde mich niemals in einem solchen Zustand, Ryou“, wann hatte ich eigentlich angefangen ihn regelmäßig bei seinem Vornamen zu nennen?
„Dann gewöhne dich am Besten daran“, seit wann war er bitte so schlagfertig?
„Wenn du reden willst, dann komm zu mir, Yuu, aber verstoße bitte nicht gegen die Regeln und überanstrenge dich, unser Team braucht dich“, ich verstand die Welt nicht mehr. Ausnahmezustand: Kageyama Yumi wusste nicht, was dieser Kerl hier von ihr wollte, geschweige denn eine Antwort auf seine Worte. Kurzum: Kageyama Yumi war sprachlos. Krisensituation!

Er saß vor mir in der Hocke, ich saß an sein Bett gelehnt vor ihm auf den Boden, ein Bein – nämlich das welches er mit einem Pflaster notdürftig versorgt hatte -  aufgestellt, das andere ausgestreckt. Und trotzdem war er noch größer als ich, was natürlich keine Kunst war. Durch dringlich sah er mich an und holte irgendwann tief Luft.
„Yuu“, murmelte er und entschuldigte sich bei mir, ehe er die Augen zusammen kniff, nach vorne schnellte und mir einen Kuss aufdrückte.

<<Gewisse Leute sind äußerst vielseitig. Sie verstehen es vorzüglich, uns das Zusammenleben mit ihnen auf vielerlei Art und Weise schwer zu machen.>>

Nerviges Nachwort:
Guten Tag, ihr da.
Ich habe in den letzten Tagen mal etwas mehr von mir hoeren lassen, habe diese Story hier schleifen lassen, so wie alle anderen auch. Ich werde sie nun der Reihe nach zu ende fuehren...
Mal eine Frage an diejenigen, die hier mitmachen...
Habt ihr ueberhaupt noch Interesse daran, wenn nicht, meldet euch, dann nehme ich euch raus...
Wenn doch, dann ist es umso besser.

Liebe Gruesse
~ S
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