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MitmachgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
09.09.2014
04.01.2016
60
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Dieses Kapitel
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01.01.2015 1.972
 
Point of view: Sayuri Laelius

<<Dienstag, 18 November 2014 (noch 6 Tage bis zum Winter Cup)>>

„Eintrag vom 5 April 2014,
Spielerin: Takaya Jhonsonn
sehr schnell
ausdauernd
 hohe Sprungkraft
nimmt Sprungkraft aus dem rechten Bein
 analytisch
dunken, aber auch Distanzwürfe
Größe ist großes Hindernis
keine Einzelgängerin
Knie!!
bedacht
teilt sich Atem gut ein, Kraft aber nicht
Muskeln: Viel Energieverbrauch vor allem beim Sprung
Spannt Armmuskulatur beim Distanzwurf minimal zu viel an
täuscht mit den Augen zuerst an
Pässe präzise
läuft nicht schwerfällig

Verbessern : Schonung ihres eigenen Körpers, Größe nicht als Hindernis wahrnehmen, Krafteinteilung und Muskelantonus
Spielabläufe: Antäuschen nach links, rechts vorbei…."


Ich las meine anfänglichen Notizen über Takaya, die jetzt wahrscheinlich hinfällig waren. War sie doch nur am Anfang in unserer Mannschaft gewesen, hatte dann später in London das Glück, dass ihr überstrapaziertes Knie den Geist aufgegeben hatte und war dann in Reha gegangen, hatte eine Operation abgelehnt. Wieso? Ganz einfach.. Weil man aus Erfahrungsberichten schon oft gehört hat, dass ein operiertes Knie immer wieder Probleme machen würde. Wahrscheinlich müsste Takaya Jhonsonn den Basketball so oder so irgendwann an den Nagel hängen…
Ich schüttelte wild den Kopf um diese echt hässlichen Gedanken aus eben diesem zu bekommen und sah zu Kise, der neben Takaya auf dem Feld stand und grade einen Pass von Kasamatsu-senpai annahm, diesen in einen kraftvollen Dunk verwandelte. Auch Kises Notizen waren schon lange nicht mehr so ordentlich wie zu Anfang dieses Austausches. Ich hatte viel durchstreichen müssen, hatte hier etwas korrigiert und da etwas dazugeschrieben, was verbessert, beziehungsweise ausgebaut werden sollte, konnte oder musste.
Aber das war nicht nur bei Kise so, sondern bei der gesamten Jungenmannschaft der Kaijou High.
Ich blätterte weiter in meinem Heft, da ich eine Bewegung  von Moriyama-senpai entdeckt hatte, die ich hier noch nicht nieder geschrieben hatte und dachte darüber nach ihm zu sagen, wie ineffizient sie eigentlich  war.
Ich blätterte wieder weiter und gelangte schließlich bei den Notizen meiner Shinri High Basketballmannschaft an, welche ich grade sehr vermisste.
Ich vermisste die ruppigen Befehle von Yumi, die pampigen Antworten von Sasha und die Lebensfreude von Meiko und Yin, die kein Wässerchen zu trüben schien.
Ich konzentrierte mich dennoch wieder auf meine Beobachtungen der Mannschaft,dieses Mal aber darauf bedacht mich nicht so sehr zu überanstrengen wie bei dem gestrigen Spiel. Die Kopfschmerzen, die mir dort beschert worden waren, waren ja kaum auszuhalten gewesen und von Krankenhäusern hielt ich so oder so sehr wenig.
„Tayaka“, rief ich meine Freundin heran, welche sogleich auf mich zu gejoggt kam, als ich sie heran winkte.
„Mh?“, machte sie und richtete ihren Pferdeschwanz.
„Mir ist da so eine Kleinigkeit aufgefallen“, murmelte ich. „Leg nicht so viel Kraft in deine Beine, wenn du rennst, du teilst deine Kraft nicht gut ein“, sie hob die Brauen. „Bisher bin ich ziemlich gut auf dieser Schiene gefahren“, zuckte sie mit den Schultern. „Ja“, beeilte ich mich zu sagen. Schließlich bemängelte ich hier das Spielverhalten einer der besseren Spielerinnen aus London.
„Aber“, schob ich hinterher. „Wenn du größere Schritte machen würdest, würdest du mindestens genau so schnell voran kommen und dafür Kraft sparen“, riet ich ihr. „Du sagst mir durch die Blume, dass meine Art zu laufen ineffizient ist?“, traf sie den Nagel auf den Kopf und ich stemmte zur Antwort die Hände in die Hüften.
„Nun“, sie drehte sich um und hob die Hand. Ich kannte sie, sie würde sich diesen Rat zu Herzen nehmen.
Zufrieden beobachtete ich weiterhin die Spieler, die sich schon wieder verbessert hatten und ich musste zugeben, dass ich grade ebenfalls den Drang dazu verspürte Basketball zu spielen. Ich wünschte mich in die Halle der Shinri High, zu meinen Teammitgliedern, die gleichzeitig meine engsten Freunde waren und wollte wieder mit eben diesen Spielen.
Ich fühlte mich wie auf die Ersatzbank abgeschoben, was ich ja auch eigentlich war, fühlte mich nicht nur nutzlos, sondern auch unfähig, überspielte dies aber stets mit einem Lächeln.

„Sayuricchi!“, Kise riss mich aus meinen Gedanken und dem Trübsinn und ich sah ihn mehr oder weniger verwirrt an. „Hm?“, machte ich, nachdem ich kurz den Kopf geschüttelt hatte und er setzte sich schwer atmend neben mich.
„Was ist los mit dir?“, ich sah ihn schulterzuckend an. „Und was machst du hier?“, diesmal war er derjenige, der etwas verwirrt drein blickte. „Du sollst spielen und nicht hier rum sitzen“, er hob abwehrend die Hände. „Das Spiel ist doch  schon längst zu Ende Sayuricchi“, ich sah mich um und musste mit Bedauern fest stellten, dass er leider Recht hatte.
„Mh, ja, stimmt“, murmelte ich und stand dann einfach auf um die Halle zu verlassen.
Ich wollte mich ins Bett legen, mich einrollen und vor mich hin vegetieren. Natürlich wusste ich, dass ich mich jetzt nicht in Selbstmitleid baden sollte, sondern nach vorne schauen und mein momentanes Team so weit voran bringen sollte, wie ich nur konnte. Ich sollte unterstützend und motivierend wirken, denn schließlich war auch ich ein Kapitän. Aber selbst eine Sayuri Laelius verließ mal der Mut und an diesem Punkt war ich grade angekommen.
Ohne mich großartig umzuziehen nahm ich meine Sachen und ging ohne Kise nach `Hause`. Dieser kam erst, als ich längst durch die Tür getreten und in mein Zimmer geschlurft war.
„Mensch, Sayuricchi, was ist denn los?“, Kise stürmte in mein Zimmer und setzte sich auf mein Bett, in welchem ich mich in meine Decke gewickelt hatte, mit dem Kopf zur Wand lag und so vor mich hin oxidierte. Ich wollte niemanden sehen. Eigentlich nicht.
„Hast du wieder Kopfschmerzen?“, wie süß von ihm, dass er sogar die Stimme gesenkt hatte.
„Ja“, log ich. Ich wollte nicht lügen, ich hasste das. Aber er musste nicht wissen, dass ich Heimweh hatte und dass mich Selbstzweifel plagten.
„Soll ich wieder zu dir kommen?“, ich überlegte eine Weile, befand diese Idee aber schlussendlich für gut, da  ein wenig Gesellschaft nicht schaden konnte, oder? Vor allem, wenn diese nicht nur hübsch war, sondern auch noch ausnahmsweise mal die Schnute hielt.
Als rückte ich ein wenig, drehte mich aber nicht um. Die Matratze gab nach und schon spürte ich wieder diese Wärme, die von ihm ausging, welche mir schon so vertraut war, sich aber dennoch jedes Mal wieder aufs Neue irgendwie gut anfühlte. Ob es was zu heißen hatte?
Wahrscheinlich.
„Und was ist wirklich los?“, ich erstarrte kurz. Wieso wusste er, der sich oft wirklich unheimlich dumm anstellte, dass es nicht einfach nur Kopfschmerzen waren?
„Nichts“, entgegnete ich kurz und bündig und schloss die Augen. Ich wollte schlafen, die Ruhe genießen, die grade herrschte.,
„Wenn du das sagst“, Kise zog mich an sich heran und ich spürte seinen warmen Atem in meinem Nacken. Ich nickte nur, seufzte dann und drehte mich zu ihm um.
„Ich mag nicht mehr“, maulte ich und schluckte meine Tränen herunter.
„Mh?“, Kise legte eine Hand an meinen Hinterkopf. „Ich will nach Hause, ich will auch wieder ernsthaft Basketball spielen. Ich will nicht länger auf der Ersatzbank sitzen und nichts tun, nur um jedes verdammte Mal daran erinnert zu werden, dass ich keine sonderlich herausragende Spielerin bin. Ich will spielen, wie in der Shinri, ich will kämpfen, kotzen vor Anstrengung und tagelang nach dem Training noch Muskelkater haben“, ich krallte mich in sein T-Shirt und verkniff es mir wirklich zu weinen. „Natürlich will ich euch unterstützen, aber das, was ich tue, ist mir einfach nicht genug, Kise. Es ist nicht genug!“
Er hörte bloß zu, sagte nichts dazu, nickte nur und stand schlussendlich auf. „Komm“, er zog mich ebenfalls aus dem Bett, zerrte mich nach unten, wo er mich aufforderte meine Laufschuhe anzuziehen.
Dann gingen wir aus dem Haus, wo  er begann zu joggen. Also lief ich hinterher.
Wir liefen eine Stunde, bis wir an einem Basketball Court an ankamen. Dort entdeckte ich einen Ball, der einsam und allein mitten auf dem Feld lag und sich – selbstredend – nicht rührte.
„Komm“, meinte er schon wieder und nahm mich schon wieder bei der Hand, zerrte mich auf das Feld, wo ich schlussendlich auf der Mittellinie zum Stehen kam, den Ball aufhob und ihn einfach nur in den Händen hielt. Er war schon ziemlich abgegriffen, was wahrscheinlich der Grund dafür war, weswegen er hier einfach so herum lag.
„was ist, Sayuricchi“, Kise nahm Stellung an, breitete die Arme aus und erwartete augenscheinlich einen Angriff meinerseits.
„Du weißt, dass ich nicht an dir vorbei komme“, meinte ich und warf ihm den Ball zu. Das war weißgott nicht sonderlich förderlich für mein angeknackstes Selbstbewusstsein.
„Aber wenn du es nicht versuchst, kannst du auch nicht besser werden“, ich erschrak ein wenig, als Kasamatsu-senpai und Takaya hinter mir standen. Na super, jetzt stand ich hier auf dem Platz mit drei super Spielern.
„Und jetzt?“, fragte ich und verschränkte die Arme hinter meinem Kopf.
„Spielst du mit mir gegen die beiden“, die Weiß0haarige mit dem kaputten Knie ging an mir vorbei, nahm Kise den Ball aus den Händen und begann direkt mit dem Angriff gegen ihn, welchen Kise vorerst  nicht blocken konnte, da er zu spät bemerkt hatte, dass Takaya es durchaus ernst gemeint hatte.
Ehe er an die gebürtige Londonerin heran kommen konnte, hatte diese den orangenen, abgegriffenen Ball auch schon durch das weiße Netz befördert.
„Er ist glatt“, Takaya sah ihre Handfläche an. „Das ist eine gute Herausforderung für dich, Sayu“, sagte sie und ich hob die Brauen. Was sollte das hier?
„Du wolltest was tun“, schroff warf Takaya mir den Ball zu. „Also mach auch was. Versinke nicht in deinem Selbstmitleid, sondern krabbel mal aus deinem verdammten Loch. Das passt nicht zu dir, Kapitän“, ich sah den Ball in meinen Händen an, ließ diesen das eine oder andere Mal auf dem Boden aufticken um ihn dann wieder zu fangen. Dann begann ich zu dribbeln und versuchte an Kise vorbei zu kommen und gleichzeitig Kasamatsu-senpai zu entgehen, der mir den Ball von hinten wegschlagen wollte.
In meiner Not passte ich zu Takaya, die zwar nicht vollkommen frei stand, sich aber nicht bedrängt zu fühlen schien. Komischerweise kam mein Pass auch an und Takaya rang nun mit Kise, der ihr dicht auf den Fersen war.
Kasamatsu-senpai und ich liefen den beiden hinterher um sie wenn möglich zu unterstützen und als ich den Pass von Takaya fing, sie ohne den Ball hoch sprang um den Ball wieder von mir zu gepasst zu bekommen, fühlte ich mich irgendwie gut und nützlich. Auch wenn ich nicht viel getan hatte.
Die Bewegung tat mir gut, ich powerte mich so richtig aus, schwitzte um ehrlich zu sein wie ein Schwein und morgen würde ich sicherlich ordentlich Muskelkater haben, aber das machte mir nichts aus. Ich würde ihn begrüßen, denn ich fühlte mich in diesem Moment unheimlich lebendig.
Ich grinste, als ich mit Kise zusammen nach Hause ging und grinste immer noch, als ich unter die Dusche sprang.

,<<19 November 2014 (Noch 5 Tage bis zum Winter Cup) >>

Und ich hatte wirklich Muskelkater. Es war unheimlich anstrengend zu laufen, doch ich hatte gestern wirklich Spaß gehabt. Die drei hatten mir einen kleinen Arschtritt verpasst, hatten mir klar gemacht, dass meine Sorgen und Gedanken wirklich vollkommen unsinnig gewesen waren und dass ich, auch wenn ich nur auf der Bank saß um Menschen und deren Bewegungsabläufe zu analysieren, unheimlich viel für das Team tat und alles andere als unnütz war.


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Hallo meine liebsten Cookies,
hier mal wieder eine Kleinigkeit von mir.
Ich wuensche euch allen im uebrigen ein frohes, neues Jahr und hoffe, dass ihr nicht zu weit rein gerutscht seid.
Danke, dass ihr gewartet habt, und das auch noch so lange. Ich muss momentan wieder arbeiten und das nimmt natuerlich die Zeit sehr in Anspruch,  zumal es bei mir auch aufs Examen zu geht...sobald ich wieder Schule habe, wird es wieder mehr mit den Uploads..

xx und danke fuer alles!!
~J

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