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Changing

MitmachgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
09.09.2014
04.01.2016
60
132.663
12
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Dieses Kapitel
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09.09.2014 2.201
 
Point of view: Yumi Kageyama

<<Der vernünftige Gebrauch der Erfahrung hat auch seine Grenzen. Diese kann zwar lehren, dass etwas so oder so beschaffen sei, niemals aber, dass es gar nichts anderes sein könnte>>

<<Montag, 17 November 2014 (Noch 7 Tage bis zum Winter Cup) >>

„Dann sieh zu, dass du das auf die Reihe bekommst“, sagte ich in harschem Tonfall zu meinem Gesprächspartner am anderen ende der Leitung. Dort herrschte für eine kurze Zeit Stillschweigen. „Klar“, sagte Takaya dann und ich nickte. „Ich hab' kein Bock, dass du hinterher alles bereust, nur weil du die Reha abgebrochen hast“, wieder kurzes Schweigen seitens der Weißhaarigen.
„Ich komm' schon klar, Yuu“, entgegnete sie und wieder nickte ich.
„Gut, dann gewöhn' dich ein. Wir sehen uns im Winter Cup“, Takaya schnaubte amüsiert. „Wir sehen uns, Coach“, sagte sie und ich hörte sie grinsen. Und bevor ihr euch fragt: Ja, das funktioniert wirklich.
„Ach und, Jhonsonn?“, sagte ich, bevor ich auflegte und damit unser Gespräch beendete. „... schön, dass du wieder da bist“, dann legte ich auf. Eigentlich war ich nicht der Mensch, der sich jetzt gerührt ein Tränchen der Wiedersehensfreude aus dem Augenwinkel wischen musste.
Eigentlich hätte ich sie viel lieber in meinem eigenen Team, anstatt in dem der Kaijou High gesehen, doch ich konnte nicht zwei Top Spielerinnen haben. Auch wenn es mir zu stand. Immerhin war ich Kageyama Yumi.

Und weil ich Kageyama Yumi und ein wirklich gnadenloser und arschiger Coach war, nahm ich mein Handy wieder zur Hand und wählte eine Nummer, von der ich weder wusste, wieso ich sie besaß, noch wieso ich diese jetzt überhaupt wählte.
Ich hielt die Mobile Telefonzelle an mein Ohr, wartete geduldig das elendige Getute ab und sc hließlich hob sogar jemand ab.
„Kageyama-san?“, ich seufzte. „Nein, der Papst“, erwiderte ich trocken und ich hörte, wie sich mein Gesprächspartner eine Hand an den Mund schlug.
„Solltest du dich jetzt entschuldigen wollen, so bitte ich dich inständig, dies zu unterlassen, da du sonst Gefahr läufst eines qualvollen Todes zu sterben“, sagte ich ruhig und Sakurai, der am anderen Ende der Leitung war, sagte einfach mal nichts.
„W-wie denn, Kageyama-san?“, ich legte einen Finger an meine Unterlippe und überlegte.
„Ich werde mir etwas schönes für dich ausdenken. Foltermethoden aus dem Mittelalter wären eine nette Sache“, ich machte eine bedeutungsschwangere Pause. „Oder durch irgendwelche Chemikalien“, wieder eine kleine Pause in der ich tat, als würde ich überlegen. „Ich bin ziemlich kreativ musst du wissen. Also“, ich schwang meine Beine aus dem Bett. „Sieh zu, dass du so schnell wie möglich am Basketballcourt bist, der sich auf unserem Nach Hause Weg befindet. Am Besten bist du noch vor mir da, Sakurai Ryou. Ich überlege mir auf dem Hinweg schon einmal eine gute Methode, wie ich dich am besten und qualvollsten um die Ecke bringen könnte“,
ich hörte nur, wie der Ältere aufsprang und dann ohne ein weiteres Wort auflegte. Ich konnte nicht anders als zu Schmunzeln, stellte mir vor, wie er durch sein Zimmer rannte um seine Sachen die er brauchte zusammen zu klauben, nur um dann vollkommen gehetzt aus dem Haus zu sprinten, seine Kleidung im Laufen anzog und vollkommen gestresst am Court ankam.
Und weil ich ein absolutes Arschloch war, beeilte ich mich ebenfalls. Denn dazu war zu sagen, dass die Entfernung zwischen meinem Zuhause und dem Basketballplatz nicht so groß war wie die von Sakurai.
„Zu spät“, ich betonte jedes der beiden Wörter extra scharf, um ihm die Bedeutung der Ernsthaftigkeit meiner Forderung zu unterbreiten. „Wenn ich sage, dass du eher da sein sollst als ich, dann meine ich das auch so“, ich hatte mich ebenfalls beeilt, um sicher zu stellen, dass ich auf jeden Fall eher da sein würde als der schüchterne Typ vor mir, der schwer atmend vor mir stand und einen derart verängstigten Blick im Gesicht hatte, als würde ich mit Metzgerschürze, blutigen Händen und armlangen Messern vor ihm stehen.
„Bitte entsch-“, ich schnitt ihm mit einer forschen Handbewegung das Wort ab. Er ließ sich zu sehr unter Druck setzen. Das hatte ich auch beim Basketball beobachtet. Und das war der Grund, weshalb er jetzt hier vor mir stand. Zumindest redete ich mir das so ein.
„Lektion Eins“, ich nahm den Basketball, der vor mir auf dem Boden lag und schleuderte ihn in die Richtung des Shooters.
„Keine Entschuldigungen!“, forderte ich und machte eine nickende Kopfbewegung in Richtung des Korbes. „Wirf ihn“, er tat wie ihm geheißen und beförderte den Ball durch das Netz.
„Du kannst so gut werfen“, ich schüttelte den Kopf. „Wieso schöpft keiner dein volles Potential aus“, er sah mich verständnislos an. Eh? Sprach ich Russisch oder was?
„Du tust nicht so viel wie du eigentlich kannst, raffst du es nicht“, er schüttelte den Kopf und ich rieb mir meine Schläfen.
„Lauf dich ein, Sakurai“, wieder tat er, wie ihm geheißen und lief so lange, bis ich es für ausreichend erklärte.

<<Die Welt ist nichts als Geschwätz, und ich habe noch keinen Menschen gesehn, der nicht eher mehr als weniger denn nötig geredet hätte; jedenfalls geht die Hälfte unserer Lebenszeit damit hin>>

„Lektion zwei“, wieder warf ich ihm den Ball zu und nahm eine Verteidigungshaltung an. „Lass dich nicht immer unter Druck setzen“, ich funkelte ihn an. „Du bist zu weich. Zu ängstlich. Das kann keiner gebrauchen, Ryou“, ich benutzte absichtlich seinen Vornamen. Ich wollte ihn provozieren, ihm zeigen, wie ernst ich es meinte. Vielleicht drangen meine Worte besser zu ihm durch, wenn ich es auf einer anderen Ebene versuchte.
Er sah den Ball an und dann mich, was ich als Anlass zum Angriff nahm. Ich lief auf ihn zu um ihm den Ball aus den Händen zu schlagen.
„Schneller“, murrte ich ihn an und lief an ihm vorbei, auf den Korb zu. Wieder tauchte er neben mir auf, sein Gesichtsausdruck verriet mir, dass es ihm – mal wieder – unglaublich leid tat. Ich blieb abrupt stehen.
„Wovor hast du Angst“, herrschte ich ihn an und er zuckte zusammen. „Antworte“, nein. Ich war weder streng noch ungeduldig. Es war mir egal, ob ich ihm grade Angst einjagte oder nicht.
„Hast du Angst vor mir?“, fragte ich und hob skeptisch die Brauen.
„Ein wenig“, gestand er und wäre ich nicht ich, wäre ich wahrscheinlich baff gewesen. Doch ich war nun einmal ich, und so interessierte es mich nur minimal.
„Dann setze dich damit auseinander und stelle dich der Angst“, ich konnte nicht glauben, dass ich scheinbar mehr Ahnung von Basketball hatte als er.
„Unglaublich. Was bringt euch euer nichtsnutziger Coach eigentlich bei“, sah ich da etwa Empörung in seinem Blick?
Ich hatte die perfekte Idee.
„Wie wäre es, wenn du mal alle deine Gefühle in ein Spiel steckst“, schlug ich tonlos vor und begann zu dribbeln.
„Was bringt das?“, fragte er und sah mich mit einem Hundeblick an, den ich unter Umständen sogar als niedlich bezeichnet hätte.
„Freiheit“, sagte ich nur und preschte wieder los, machte einen Korb. Noch einen. Noch einen.
„Ryou“, herrschte ich ihn an und behandelte ihn nicht anders als meine eigenen Spieler.
„So wird das nichts. Wie willst du dich verbessern, wenn dir der Druck von außen im Nacken sitzt und deine eigenen, negativen Gefühle dir ein Bein stellen“, ich stieß ihm den Ball vor die Brust.
„Seh' ich aus wie ein Psychiater oder was“, ausdruckslos sah ich den Größeren an, der mich ansah wie eine Katze, die einen Hund gefressen hatte.

Doch egal, wie sehr ich ihn triezte, wie oft ich ihn über den Platz jagte, wie sehr ich ihn beleidigte, es brachte einfach nichts.
„Du bist hoffnungslos“, ich nahm am Abend meine Trainingsjacke und zog sie mir schwungvoll über, während ich zu Sakurai herunter sah, der sich die Schnürbänder zu knotete.
„So kann das nichts werden. Stehst dir selbst im Weg. Am Besten hörst du mit dem Basketball auf“, harte Worte.
Würde jemand zu mir sagen, ich solle den Basketball an den Nagel hängen, würde ich ihm vorab eine Schaufel in die Hand drücken um ihn sein eigenes Grab schaufeln zu lassen. Doch irgendwie hatte ich das Bedürfnis diesem Jungen, der so viel Potenzial in sich trug und sich selbst im Wege stand, zu helfen sich von seiner eigenen Unterdrückung zu befreien.
Auch, wenn ich sonst nicht so sozial war. Er gehörte momentan zu meinem Team, ich wollte diesen verdammten Winter Cup gewinnen und wenn ich dafür so tun musste, als würden mir diese Menschen dort am Herzen liegen, dann tat ich das. Ich wollte verdammt nochmal so weit wie möglich kommen. Dafür ging ich notfalls auch über Leichen.
„Sag sowas nicht“, ich blieb kurz stehen. Tat unbeeindruckt. „Wieso?“, fragte ich und drehte mich halb zu ihm um. „Weil es die Wahrheit ist?“, ich schnaubte verächtlich.
Ich hörte, wie er aufstand, auf mich zu stapfte. Er packte mich an der Schulter und riss mich unsanft herum.
„Ich gebe mir allergrößte Mühe. Du kannst nicht mir nichts dir nichts in mein Leben spazieren und es auf den Kopf stellen“, er wurde doch tatsächlich lauter.
„Du gibst dir nicht genug Mühe“, erwiderte ich tonlos und er atmete tief durch. Moment. Wieso stellte ich bitte sein Leben auf den Kopf?
„Es reicht nicht“, ich tippte ihm bei jedem Wort mit meinem Zeigefinger gegen die Brust. „Du fühlst es nicht richtig“, stellte ich fest. „Weil dort ein Knoten aus Angst und viel zu viel Respekt ist. Ich mag Respekt. Aber nur in einem gesunden Maß, Ryou“, ich hatte meine Hand auf die Stelle über seinem Herzen abgelegt.
Entgegen meiner Natur nahm ich die Seine und legte sie unter meine. „Fühlen, Ryou. Befreie dich, verdammt nochmal und steh' dir selbst nicht im Weg“, ich harrte eine Weile so aus. Er hatte die Augen geschlossen und atmete tief ein und aus.
Kopfschüttelnd und schmunzelnd nahm ich meine Hand von seiner und entfernte mich dann. Erst ging ich ein paar Schritte rückwärts, dann drehte ich mich um und verließ den Basketballplatz.

<<Dienstag, 18. November 2014 (Noch 6 Tage bis zum Winter Cup)>>

Eigentlich ignorierten wir uns den ganzen Tag. Sasha und Aomine waren gestresst und Trainierten jede freie Minute, die sie hatten. Ich war schon ein wenig stolz auf Sasha. Oft sah ich ihnen zu, wie sie sich beleidigten, prügelten und sich auf die Fresse legten, da Aomine einfach nicht raffen wollte, wie er zu funktionieren hatte. Waren eigentlich alle Spieler der Touou Academy auf irgendeine Weise minderbemittelt, oder bildete ich mir das nur ein?
Sie alle schienen an irgendeinem Komplex zu leiden und ich fragte mich, wo ich hier gelandet war und ob es den anderen auch so erging wie Sasha und mir.
Beim Training setzte ich mich auf die Bank um Sasha und Aomine zu beobachten. „Sie hängen sich ganz schön rein“, Momoi setzte sich zu mir und ich rückte ein Stück von ihr ab, da sie ganz schön Nahe heran gerutscht war.
„Mhm“, machte ich nur und machte mir Notizen auf meinem Klemmbrett. Sasha war zu aggressiv, wenn sie gereizt war.
„Ich hab Aomine-kun lange nicht mehr solchen Spaß haben sehen“, ich hob eine Braue. Für mich sah das eher nach Frustration und Aggression aus. Doch wenn sie es so wollte, dann bittesehr.
Mein Blick schweifte durch die Halle und ich blieb an Sakurai hängen, der grade mit Wakamatsu trainierte.
Der Senpai stand direkt vor dem Jüngeren und ich stand auf um die beiden zu beobachten. Als ich einen Blick auf Sakurais Gesicht werfen konnte, hätte ich, wäre ich nicht Kageyama Yumi, wahrscheinlich mein Klemmbrett fallen lassen.
Der Ausdruck auf dem Gesicht des Shooters war unverwechselbar. Es war der wohl entschlossenste Blick, den ich jemals in meinem Leben gesehen hatte und fragte mich, ob meine fiese Trainingsmethode von gestern wohl gewirkt hatte.
„Weißt du, Wakamatsu-Senpai“, sagte Sakurai mit fester Stimme.
„Ich habe großen Respekt vor dir“, der Blonde Center kreuzte die Arme vor der Brust. „Das will ich dir auch geraten haben, Sakurai“, murrte er und der Jüngere, der den Basketball fest umklammert hielt, schüttelte den Kopf. „Aber gestern Abend ist mir klar geworden, dass ich mir selbst im Weg stehe“, amüsiert hob ich die Brauen.
„Was laberst du für einen Scheiß, Sakurai“, lachte Wakamatsu, doch Sakurai ließ sich nicht beirren. „Damit ist Schluss. Ein für alle Mal. Wir werden diesen Winter Cup“, er holte tief Luft.
„Verdammt noch mal gewinnen!“, rief er laut, sodass sich jeder, der sich in der Sporthalle Eins der Touou Academy befand, zu dem Shooter umdrehte. Sash grinste mich hämisch an. Ich drehte mich um, als Sakurai auf Wakamatsu zu lief um diesen auszudribbeln.
„Gut gemacht, Ryou“, murmelte ich schmunzelnd und machte einen Haken hinter den Punkt
„Sakurai  den Stock aus dem Arsch ziehen“ .


<<Es ist etwas anderes, ob man eine Haltung, sei es welche immer, wirklich hat, oder ob man vor anderen oder sogar vor sich selber sie zu haben vorgibt.>>

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Hallo meine Liebsten!!
Ich entschuldige mich für meine Abstinenz. Entschuldigt!
Schule, Arbeit hatten momentan einfach Vorrang, ausserdem wirke ich grade an einem wirklich tollen Projekt mit, hier auf FF.de
Aber ich verspreche wieder regelmäßig hoch zu laden.
Danke, dass ihr mir alle treu geblieben seid und gewartet habt.
Liebste Gruesse
Eure J.
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