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MitmachgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
09.09.2014
04.01.2016
60
132.663
12
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Dieses Kapitel
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09.09.2014 2.330
 
Point of view: Alexandra

Mittwoch, 12. November 2014 (Noch 12 Tage bis zum Winter Cup)

<<Ursprünglich eignen Sinn lass Dir nicht rauben!
Woran die Menge glaubt, ist leicht zu glauben.>>


„Wenn du so weiter machst, kommen wir wieder zu spät“, drängelte Himuro mich und ich verdrehte die Augen. Mir ging es nicht sonderlich gut und musste mich trotzdem zur Schule schleppen. Klar, Schwäche gestand ich mir nicht sonderlich gerne ein. Also war ich trotz laufender Nase und Husten, sowie Halsschmerzen und Übelkeit aufgestanden, hatte mich fertig gemacht und war mit Himuro zur Schule gegangen. Doch ich schlurfte eher als das ich ging und Himuro nahm mich bei der Hand und schleifte mich regelrecht.
Dank ihm und seiner Mutter, die zu mir viel zu freundlich war, kam ich jeden Morgen pünktlichst zur Schule, was eigentlich mal so gar nicht mein Ding war, da ich ja eigentlich stets zu spät kam.
„Atsushi und Meiko sind wohl schon vor gegangen“, murmelte Himuro in seinen nicht vorhandenen Bart und schleifte mich wieder mit sich. Ich war zu schlapp um mich in irgendeiner Weise zu wehren, weswegen ich diese Tortour stumm über mich ergehen ließ und einfach gar nichts sagte.
In der Schule ließ ich mich erschöpft auf meinen Platz fallen, kuschelte mich in den Pullover meiner Uniform und legte meinen Kopf auf meinen auf dem Tisch verschränkten Armen ab, solange der Lehrer noch nicht da war.
„Atsushi und Meiko sind wohl nicht da“, mutmaßte Himuro neben mir und ich nickte nur. Ja, klar, dachte ich. Eigentlich merkwürdig, Meiko hatte in der Schule noch nie gefehlt, soweit ich das wusste. Mir war es egal ob ich fehlte oder nicht. Ich hatte immer durchschnittliche Noten, war gerade so gut, dass ich noch grade eben so hatte teilnehmen können an diesem Projekt hier und wie viele Fehltage ich hatte war mir relativ egal.
Unser Lehrer für Alt-Japanisch kam hereinspaziert und ich setzte mich aufrecht hin. Er überprüfte die Anwesenheit.
„Murasakibara Atsushi und Kitazono Meiko fehlen“, rief ich in die Klasse, da ich es aus meiner eigenen Klasse an der Shinri High gewöhnt war, dass die Namen der Fehlenden einfach so genannt wurde. Das war hier wohl eher weniger der Fall, da alle mich mit einem Gesichtsausdruck bedachten, der verriet, dass ich lieber meine Fresse halten sollte.

<<Die Menschen werfen sich im politischen wie auf dem Krankenlager von einer Seite auf die andere, weil sie glauben dann besser zu liegen.>>

„Bist du krank, Cantaberry-san?“, eine Klassenkameradin setzte sich in der Pause neben mich und ich nickte. Es war mir grade egal, ob sie mich mit Nach- oder Vornamen ansprach. Ich wollte einfach nur meine Ruhe haben.
„Nein, ich bin vollkommen gesund“, sagte ich mit verschnupfter Nase und Oh-mein-Gott ich hörte mich ja so was von Schwul an, das ging auf keine Kuhhaut mehr.
„Immer dieser Sarkasmus“, Himuro schnalzte mit der Zunge und ich winkte ab. „Ruhe, Himuro“, brummelte ich und schon begannen einige Mädchen zu tuscheln. Ach, ja. Ich hatte ganz vergessen, wie beliebt Himuro bei den Mädchen dieser Schule war. Er war der Frauenschwarm schlechthin. Es war der Kise Ryouta der Yosen High in Akita. Alle Mädchen flogen auf ihn, wollten mit ihm gehen, schrieben ihm Liebesbriefe. Alle. Außer ich. Und deswegen – so hatte mir Meiko erzählt – waren sie alle eifersüchtig. Nicht nur auf mich, auch auf sie. Wir verbrachten so viel Zeit mit den heißesten  Typen der Schule, anderen Mädchen wurde – vor allem von Murasakibara – nicht sonderlich viel Beachtung geschenkt und Dates und Handynummern wurden freundlich, aber bestimmt ausgeschlagen. Manchmal weinten die Mädchen auch.
„Sollen wir zu den anderen nach oben gehen?“, Himuro wartete nicht auf meine Antwort. Er überging den Fakt, dass ein Mädchen grade bei mir saß und ihn anstarrte, nutzte meine Krankheit schamlos aus und zerrte mich praktisch nach oben aufs Dach.
Auf dem Weg dorthin folgten uns ein paar Mädchen aus der Nachbarklasse. Sie kicherten und tuschelten, deuteten auf meine Hand, welche Himuro genommen hatte um mich hinter sich her zu ziehen.
Himuro“, murmelte ich und zog meine Hand aus seiner. „Wir werden angestarrt. Ich hasse das“, maulte ich und folgte ihm weiterhin.
„Himuro-sama“, ich stutzte. '-sama'? Ernsthaft? Mit einem absolut smarten Lächeln, welches Fangirlherzen höher schlagen ließ drehte er sich zu den Mädchen um, die ihn grade angesprochen hatten. „Was kann ich für euch tun, Ladys?“, ich hob die Brauen. Ernsthaft?
Wie war der denn bitte drauf?
„Also, wir wollten...“, ich hörte nicht zu. Das war mir zu blöd. Ich rauschte davon und ging zu den anderen aufs Dach. Sollte Himuro doch bleiben wo der Pfeffer wächst.
Alter Womanizer.
„Welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen?“, Fukui hob eine Braue, als ich  die metallene Tür zu knallte und mich zu ihnen unter das Abdach setzte. Obwohl das Dach so hoch lag war es hier nicht zugig, da wir sehr windgeschützt saßen. Bald würde die Zeit kommen, in der wir hier nicht mehr hoch konnten, weil es einfach zu kalt sein würde.
Nach mir kam Himuro „Alex“, schnaufte er und ich deutete mit dem Daumen auf ihn. „Muss ich noch was sagen?“, Fukui lachte und ich fragte mich wieso, doch sprach meine Gedanken nicht aus. Ich setzte mich zwischen die anderen, die mich dann irgendwie wärmten und starrte vor mich hin. Mir ging es nicht gut, so viel stand fest. Essen wollte ich auch nicht und wieso ich jetzt so sauer auf Himuro war wusste ich auch nicht, wo es mich eigentlich nicht interessierte was er tat und was nicht.
Genau, eigentlich.
Ich unterdrückte ein Gähnen und plötzlich fror ich ungemein. Ich war unheimlich müde und ich lehnte mich an die nächstbeste Schulter nur um dann dort einzuschlafen.

<<Wovor ich mich am meisten fürchte, ist die Furcht.>>

Als ich wieder aufwachte hörte ich ein paar Stimmen um mich herum also tat ich vorerst so, als würde ich schlafen.
„Was sollte das denn Himuro?“, es war Fukui, mit dem ich mich irgendwie gut verstand. „Was?“, fauchte der Angesprochene und seine Stimme war irgendwie viel zu sehr in meiner Nähe.
„Was sollte das mit den Weibern, bist doch sonst nie so?“, Fukui wirkte verärgert. Ich murrte.
„Eben, war scheiße“, murmelte ich und bemerkte, dass ich auf der Krankenstation lag. Ich starrte an eine weiße Decke und hätte direkt kotzen können. Also drehte ich mich auf die Seite und erst, als Himuro gefrustet auf seine Hände starrte bemerkte ich, dass der die Meine hielt und drückte.
„Wollte sehen, wie du reagierst“, Fukui verdrehte die Augen. „Ich lass euch dann mal alleine“, säuselte er und hob die Hand zum Abschied. Ich hob meine ebenfalls. „Ja, tschau“, murmelte ich und war dann mit Himuro alleine. Es war mir irgendwie unangenehm und ich wäre am Liebsten aufgesprungen.
„Wie spät ist es?“, fragte ich, da ich grade keine Uhr entdecken konnte. „Viel zu spät“, murmelte Himuro. „Das Training ist vorbei, Fukui wollte nur noch einmal nach uns sehen. Beziehungsweise nach dir“, ich hob die Brauen. Uns? Wieso uns?
„Warst du nicht beim Training?“, fragte ich entgegen meine Natur, da ich sonst nicht so schnell Neugierig war. Der Schwarzhaarige schüttelte den Kopf. „Nein, habe mir Sorgen um dich gemacht“, ich nickte. Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte.
„Du hast Fieber bekommen, die Krankenschwester sagt, dass du wohl eine Grippe hast. Du sollst erst einmal im Bett bleiben“, ich schreckte hoch.
„Das Training“, ich verspürte einen Anflug von Enttäuschung mir selbst gegenüber.
„Ich muss daran teilnehmen. Der Winter Cup.. er..“ Himuro schnitt mir mitten im Satz das Wort ab. „Ist erst einmal nicht von Bedeutung. Sagt selbst der Coach. Sie will, dass du erst vollkommen gesund wirst. Erst dann will sie dich wieder in der Sporthalle sehen. Sonst verschleppst du deine Grippe und fällst hinterher ganz aus“, ich nickte verbittert. Klar.
Sonst hatte ich immer meine Hunde bei mir. Sie hatten mich getröstet, wenn ich krank war, hatten mir Wärme und Zuneigung gegeben und ich war nie allein gewesen. Jetzt fühlte ich mich allein, obwohl Himuro hier saß und meine Hand hielt.

Samstag, 15 November 2014 (Noch 9 Tage bis zum Winter Cup)

Ich hatte lange geschlafen, zur Schule war ich auch nicht gegangen. Eigentlich hatte ich nichts anderes getan als aufs Klo zu gehen und zu schlafen. Ich wollte nicht einmal essen. Das Fieber machte mir wirklich zu schaffen und wenn ich aus meinen Fieberträumen aufwachte, dann saß Himuro neben mir, kühlte meine Stirn und sagte mir, dass alles gut sei.
Dann schlief ich wieder ein und alles ging wieder von vorne los.
Samstag aber ging es mir wieder ein wenig besser. Ich war zwar noch ein wenig entkräftet, dennoch war das Fieber gesunken und ich lag nur noch hustend im Bett, mein Hals war vollkommen ausgetrocknet und meine Stimme klang wie die eines alten Mannes, der seit Siebentausend Jahren drei Schachteln Zigaretten am Tag rauchte.
Himuro lächelte, als ich dies zu ihm sagte, missgelaunt wie ich war.
Er erzählte mir, dass alle einmal da gewesen waren. Meiko und Atsushi waren des öfteren vorbei gekommen, da Meiko, wieder ganz die Übermama, sich unheimliche sorgen gemacht hatte. Atsushi hatte dann hier gesessen und die Schokolade gegessen, die die Jungs der Mannschaft mir gebracht hatten. Nun, davon war nun nichts mehr übrig. Aber ich nahm mir vor ihn dazu zu zwingen mir all das, was er mir weg gegessen hatte, doppelt und dreifach zu erstatten. Zinsen mussten eben sein, sonst lohnte sich die ganze Sache ja gar nicht.
„Und was hast du so gemacht?“, fragte ich um herauszufinden, ob er wirklich da gewesen war, nach meinen Fieberträumen, oder ob ich mir das nur eingebildet hatte.
„Ich habe hier gesessen“, er drückte sachte meine Hand. Mir fiel auf, dass es mir nichts mehr ausmachte, wenn er sie hielt. Es fühlte sich sogar eigentlich sehr angenehm an und ich ließ ihn gewähren.
„Ich hab' sogar hier geschlafen“, er schnaubte, es klang verbittert. „Habe auf dich aufgepasst, die Schule geschwänzt und bin nicht zum Training gegangen“, ich setzte mich ruckartig auf, was ich sogleich bereute, da mich der Schwindel überkam.
„Langsam, Alex“, Himuro drückte mich wieder sanft mit den Schultern auf meine Matratze, lächelte mich an.
„Wieso bist du nicht zum Training gegangen“, herrschte ich ihn an, so gut wie ich konnte. Aber eigentlich klang es eher lächerlich, aufgrund meiner echt hässlichen Stimme. Himuro lachte.
„Entschuldige, süße Alex“, er wischte sich ein Lachtränchen aus dem Augenwinkel. „Aber ich kann dich so einfach nicht ernst nehmen“, ich grummelte. „Na, toll. Umso besser“, murrte ich. „Also, wieso schwänzt du?“, er lächelte wieder. Man, das war irgendwie gruselig. Wieso? Weil mir dieses Lächeln verdammt noch mal gefiel. Es sah schön aus, es stand ihm und es ärgerte mich, dass ich so etwas dachte.

<<Ruhm und Reichtum verändern den Menschen nicht. Sie zeigen nur, wie er wirklich ist.>>

Im Prinzip erzählte mir erst seine Mutter, dass er sich Sorgen gemacht hatte und dass er lange hier gesessen hatte. Seine Mutter wäre ab und zu rein gekommen, hatte ihn dazu drängen wollen von mir ab zu lassen, doch er hätte sich wehement geweigert. Er hatte hier ausharren wollen, bis ich wieder aufwachen würde und es wäre ihm egal wie lange es dauern würde.
Sie sagte, dass er zudem ein schlechtes Gewissen hatte, weil er sich in der Schule falsch verhalten hatte. Um was es konkret gehen würde, das wusste sie nicht, dennoch wusste ich es dafür umso besser. Es war die Sache mit den Mädchen gewesen.
Ich musste daran denken, dass er auf der Krankenstation gesagt hatte, dass er bloß heraus finden wollte, wie ich mich verhalten würde.
Ja, wie hatte ich mich verhalten? Ich war abgerauscht. Ich war wütend gewesen. Aber wieso?
„Hey, süße Alex“, Himuro kam herein und hielt eine Tasse mit dampfendem Inhalt in seinen Händen.
„Ich habe dir Tee mitgebracht“, ich setzte mich mühsam auf und nahm die Tasse entgegen.
Er setzte sich neben mich und schwieg eine Weile. Ich tat es ihm gleich.
„Ich wollte mich bei dir entschuldigen“, murmelte er. „Ich habe mich in der Schule echt scheiße verhalten“, ich hob die Braue. „Woher willst du wissen, ob es mich gejuckt hat“, ich schnaubte. Er schüttelte den Kopf über mich. „Die Mädchen haben gesagt, dass du eifersüchtig bist, weil du so abgerauscht warst“, ich nickte. „Aha“, ich nahm einen Schluck Tee und verbrannte mir sogleich die Zunge.
„Au“, zischte ich und Himuro nahm mir die Tasse ab, stellte sie auf den Nachtschrank und ich legte mich wieder hin, drehte mich auf die Seite zu ihm. „Ich habe denen gesagt“, Himuro zögerte. Haderte mit sich selbst.
„Ich habe denen auf nette Art und Weise vermittelt, dass sie sich leider einen Anderen suchen müssen, weil ich grade dabei bin mich einer reizenden jungen Frau anzunehmen“, ich hob die Brauen. Meinte der jetzt mich?
Er drückte wieder meine Hand, so als wäre er nervös und etwas bräuchte, was es ihm erleichtert das auszusprechen, was jetzt kam.
„Dass ich lerne sie zu verstehen, sie näher kennen lernen will, ihre Gefühle verstehen möchte. Das ich gern bei ihr bin und dass sich das auch so schnell nicht ändern wird“, ich nickte, sah ihn an. Irgendwie machte sich in mir das Gefühl der Genugtuung breit und es war mir auch nicht unangenehm, dass er das zu mir sagte.
Ich begann mit dem Daumen über seinen zu streichen und dann:
Ja, dann lächelte ich ihn an.

<<Kunstgerecht verabreichte Trostworte sind die älteste Medizin, die wir kennen.>>

Tja, meine Suessen.
Hier noch ein letztes Kapitel fuer heute, da unser liebster Himuro Tatsuya heute Geburtstag hat. Deswegen widme ich dieses Kpaitel heute mal ihm.
Wuhu, ich wollte schon immer mal einem fiktiven Charakter, der es eh nie erfahren wird, ein Kapitel widmen. Ich hoffe fuer ihn, dass er sich geehrt fuehlt. Das hat er naemlich gefaelligst zu tun :3
Also dann ihr suessen.
Ich freue mich so, denn jetzt kann ich am Special schreiben *-*
xoxo
eure Jenn
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