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Changing

MitmachgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
09.09.2014
04.01.2016
60
132.663
12
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Dieses Kapitel
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09.09.2014 2.257
 
Point of view: Meiko

Dienstag, 11. November 2014 (Noch 13 Tage bis zum Winter Cup)

<<Ein schönes Wort gilt hier und dort;
Ein gutes Wort an jedem Ort;
Ein wahres Wort pflanzt sich allmählich fort und fort.>>


Seit der Sache mit dem kleinen Ausflug und seinem Geschenk an mich, welches wir aber nie wieder erwähnt hatten, verstand ich mich blendend mit Atsushi. Er passte auf mich auf, war manchmal zu übervorsichtig und wenn ich Schwierigkeiten mit irgendwelchen Höhen hatte, so redete er mir, für seine Verhältnisse, gut zu. Mehr oder weniger. Meistens sagte er, dass ich mich nicht so anstellen solle und das so lange, bis ich das Hindernis überwunden hatte. In diesem gelangweilten, monotonen Ton, der seine Beleidigungen irgendwie noch unterstrich. Ich schmunzelte bei diesem Gedanken.
„Mei-chin“, Atsushi wedelte träge mit seiner Hand vor meinem Gesicht her. „Bist du jetzt etwa auch beim Winter Cup?“, es war Dienstag und wir waren grade auf dem Weg nach Hause. Mal wieder hatte ich ihn dazu überreden können beim Training mitzumachen, da der Winter Cup unmittelbar vor der Tür stand. Und trotzdem war Atsushi demotiviert wie eh und je.
Ich sah zu ihm auf. „Atsushi, hörst du der Trainerin eigentlich zu, oder was machst du die ganze Zeit während des Trainings, außer nur Physisch anwesend zu sein?“, fragte ich belustigt und kicherte leise vor mich hin.
„Huuuh? Du bist doof, Mei-chin“, er riss eine Tüte Chips auf, als ich die Haustür öffnete und ich grinste. „Ich bin nur ehrlich, Atsushi“, entgegnete ich und tat so, als wäre ich ungeheuer empört über seine Worte.
„Wo sind nur deine Manieren geblieben?“, ich schüttelte gekünstelt den Kopf über ihn. „Mei-chin, du solltest so nicht sprechen, das passt nicht zu dir“, gähnte der lilahaarige Riese und setzte sich an den Küchentisch. Wir waren allein zuhause, auf dem Herd stand etwas zu Essen, daneben ein kleines Schildchen, auf dem stand:
„Hallo, Kinder.
Ich hoffe, ihr hattet einen angenehmen Schultag. Auf dem Herd hier steht etwas zu essen für euch. Atsushi, dein Vater und ich sind auf Geschäftsreise gefahren, deine Geschwister sind kurzfristig in den Urlaub geflogen. Lasst das Haus nicht abbrennen und bringt euch nicht gegenseitig um.
Meiko, verwöhn Atsushi nicht so sehr, sonst wird er doch noch kugelrund.
Wir sehen uns, wenn der Winter Cup los geht. Bin stolz auf euch.
Kuss.
Mama“

<<Man sage nicht, das Schwerste sei die Tat! Da hilft der Mut, der Augenblick, die Regung. Das Schwerste dieser Welt ist der Entschluss.>>

Ich schmunzelte. Sie war eine tolle und fürsorgliche Mutter.
„Kochst du dann für mich, Mei-chin?“, Atsushi stand auf und stellte sich neben mich um die Deckel auf den Töpfen anzuheben.“Erst einmal isst du das hier auf“, ich deutete auf die Töpfe, nachdem ich mir selbst etwas von dessen Inhalt genommen hatte. „Und dann sehen wir weiter“, ich hielt dem trägen Riesen einen Teller unter die Nase, dieser nahm ihn eher gelangweilt entgegen und lud sich diesen voll.
Ich setzte mich ihm gegenüber, da er an meinem Platz saß und schweigend aßen wir unser Mittagessen. Währenddessen machte ich mir darüber Gedanken, was wir morgen essen würden.
„Auf was hast du Lust, Atsushi?“, er überlegte.
„Nerunerunerune“, meine Augen weiteten sich. „Das ist doch kein Mittagessen, Atsushi“, ich kaute auf meinen Stäbchen herum.
„Weiß ich nicht, such' dir was aus“, er zuckte mit den Schultern und ich seufzte, ehe ich meinen Teller leerte.
„Dann komm' wenigstens mit einkaufen“, ich stand auf, als er auch fertig war, spülte die Töpfe und verstaute sie an ihren rechtmäßigen Platz. „Ich muss sowieso mit“, ich hob eine Braue. „Ich hab' nichts Süßes mehr“, ich verdrehte gespielt genervt die Augen und zog mich wieder an um nach draußen zu gehen.
Jetzt, wo es dunkel war, war es doch schon ziemlich kalt und ich verstaute meine Hände in meinen Manteltaschen.
„Ich wäre gerne Sasha“, murmelte ich. „Dann wär' mir jetzt nicht kalt“, Atsushi kramte in seiner Tasche nach seinem Portmonee. „Du willst ein Junge sein?“, ich lachte. „Sasha ist meine beste Freundin“, ich grinste noch immer, als ich den kleinen Laden betrat, der 24 Stunden lang geöffnet hatte.
„Also“, ich klatschte in die Hände. „Ich geh' Einkaufen und du … machst was du willst“, ich winkte ihn fort, er ließ es sich nicht zweimal sagen und verschwand augenblicklich.
Leise seufzend schlenderte ich durch die Regale und packte hier und dort etwas in meinen Einkaufskorb, bezahlte es anschließend von dem Geld, welches uns meine liebe Gastmutter da gelassen hatte und dann wartete ich draußen auf Atsushi. Mit einer großen, randvollen Tüte im Arm trat er aus dem kleinen Laden und ich schmunzelte, da dieses Szenario mich an unseren Aufenthalt in Yokohama erinnerte. Auch dort hatte ich vor dem Laden auf ihn gewartet und er war mit einer riesigen, randvollen Tüte in den Armen heraus gekommen.

<<Wer das Tiefste gedacht, liebt das Lebendigste>>

Er nahm mir dann auch noch meine Einkaufstüte ab, sodass ich sie nicht bis nach Hause tragen musste, was ich eigentlich auch sehr gut alleine hätte bewerkstelligen können, aber er war eben doch irgendwo ein Gentleman.
Ich öffnete ihm die Tür und ließ ihm den Vortritt. Ich verstaute unseren Einkauf und Atsushi saß am Küchentisch, aß seine Chips und sah mir dabei zu.
„Wie viel willst du denn noch essen?“, fragte ich stirnrunzelnd und der sanfte Riese zuckte mit den Schultern, langsam, kaute bedächtig auf seinen Chips herum. „Viel“, sagte er nach einer Weile und amüsiert kopfschüttelnd drehte ich mich wieder zum Kühlschrank um diesen zu schließen.
Jetzt wollte ich duschen. Das Training heute war irgendwie hart gewesen und ich fühlte mich schlapp.
Ich ging auf die Treppe zu, die nach oben führte und allein schon vom Ansehen wurde mir schlecht. Ich krallte meine Finger um das Geländer und zog mich daran hoch. Ich unterdrückte ein Panikgefühl und Stufe für Stufe, die ich mich nach oben zwang, kam ich meinem Ziel ein ganzes Stück näher. So war es immer schon und so würde es wahrscheinlich immer bleiben. Meine stark ausgeprägte, Panische Angst vor Höhen, seien sie noch so klein. Allein schon ein Sprung reichte aus um mir Angst zu machen, was oft ein Hindernis war.
„Mei-chin, stell dich nicht so an“, gähnte Atsushi, als er neben mir auftauchte. „Das sagt sich so leicht“, presste ich zwischen zusammengepressten Kiefern hervor und erklomm auch noch die letzten Stufen nach oben.
„Das müssen wir dir austreiben, das ist nervig“, ich stemmte die Hände in die Hüften, war vollkommen erledigt. „Danke, für deine Offenheit“, ich verschwand im Bad, zog mich aus und sprang unter die Dusche.
Das warme Wasser tat gut und meine Muskeln entspannten sich wieder ein wenig, waren sie doch, wie jedes Mal, vorhin bis zum zerreißen gespannt gewesen.
Ich lehnte mich gegen den kühlen Fliesenspiegel und ich zuckte kurz zusammen, als mein Rücken die kalte Oberfläche berührte. Doch schnell gewöhnte ich mich an diesen Temperaturunterschied zum Wasser und blieb einfach so stehen, ließ das Wasser auf mich nieder prasseln und wollte nachdenken. Doch ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. Zu viel schwirrte mir im Kopf herum. Die Schule, Basketball, meine Höhenangst, meine Familie und Schlussendlich auch Atsushi, der sich schon seid Tagen in meinen Gedanken aufhielt, durch meinen Kopf geisterte und dort für eine Menge Aufruhr sorgte.
Da fiel mir ein, dass ich vergessen hatte ihm etwas für die Schule morgen zu machen.
Ich stellte das Wasser ab und trocknete mich ab, zog meine Schlafsachen an und ging barfuß über den Flur um zur Treppe zu gelangen. Toll, Meiko. Weil du vergesslich bist musst du dich jetzt doppelt quälen. Atsushi überholte mich, bloß in Boxershorts bekleidet spazierte er die Stufen herab und ich errötete ein wenig, sah weg und konzentrierte mich darauf nach unten zu kommen.

<<Eigene Schmeichelei verdirbt uns oft mehr als Fremde. Wer hat es je gewagt, gegen sich selbst ganz wahr zu sein.>>

Doch es kam wie es kommen musste. In einem unachtsamen Moment rutschte ich ab und... fiel. Dabei war ich doch fast ganz unten gewesen. Die letzten fünf Treppenstufen sollte ich also wohl im Sturzflug bewältigen.
Ich quietschte auf, versuchte mich noch einmal am Geländer fest zu klammern, doch ich bekam es nicht zu fassen.
Ich schloss die Augen, wurde panisch, hyperventilierte und erwartete den Aufprall auf dem harten Boden.
Stattdessen spürte ich etwas warmes, weiches. Große Hände legten sich auf meinen Kopf und als ich die Augen öffnete bemerkte ich, dass ich in Atsushis Armen lag. Er hatte mich aufgefangen, hielt mich und auch als ich begann wie ein Kind los zu heulen sagte er gar nichts, nahm mich hoch, was mich dazu brachte mich wieder panisch und heulend an ihm fest zu krallen und setzte mich dann auf dem Sofa im Wohnzimmer ab. Dann holte er meine Bettdecke und mein Kissen von oben, sowie sein eigenes Schlafzeug, verstaute mein Kissen hinter meinem Rücken, breitete schweigend meine Decke über mir aus, setzte sich neben mich und nahm mich wieder in den Arm, deckte sich selbst zu, legte seine Beine auf den von ihm herangezogenen Sessel ab und schaltete den Fernseher ein.
So verweilte er neben mir, tröstete mich, obwohl ich nichts sagte, fuhr mit seiner Hand durch mein Haar, als wäre ich eine Katze und ich beruhigte mich. Dann schlief ich ein. Ich hatte mich in den Schlaf geweint.

 <<Mittwoch, 12 November 2014 (Noch 12 Tage bis zum Winter Cup) >>

Am nächsten Morgen zuckte ich zusammen, weil Atsushi sich bewegt hatte. Ich blinzelte gegen die hineinscheinende Sonne und noch etwas benebelt vom Schlaf sah ich mich um.
„Mei-chin“, Atsushi streckte sich und gähnte. Ich sah ihn an, bemerkte, dass er ja halb nackt war und sah schnell wieder weg. „Mh?“, nuschelte ich verlegen und bettete meinen Kopf wieder auf seinen Schoß. Seine Decke war weich und ich drohte wieder einzuschlafen.
Moment. Wieso schien die Sonne überhaupt so stark?
Bevor ich es realisierte bestätigte Atsushi meinen Gedankengang.
„Wir haben verschlafen“, ich fuhr hoch. „Was!, rief ich und sah auf die Uhr. Verdammt. Es war halb Elf am Vormittag. Das gab es doch nicht. Ich wollte aufspringen, doch Atsushi hielt mich fest.
„Wir müssen in die Schule“, drängte ich ihn und wollte mich von ihm los machen, doch es gelang mir nicht. Je fester ich zog desto stärker hielt er mich fest.
„Lohnt sich doch eh nicht mehr“, träge erhob er sich und zog das Rollo herunter.
„Wir bleiben heute einfach zuhause und sagen morgen, dass du krank gewesen bist und Migräne hattest“, er setzte sich wieder zu mir, deckte sich wieder zu. „Migräne, hm?“, murmelte ich und mich überkam ein schlechtes Gewissen. „Aber ich hab' noch nie die Schule geschwänzt. Was ist denn mit Alex, die ist ganz alleine un-“, Atsushi hielt mir mit seiner großen Hand den Mund zu und ich wedelte mit meinen Armen, weil ich keine Luft bekam.
„Sei still, Mei-chin“, er verzog das Gesicht und fuhr sich durch sein zu allen Seiten abstehendes Haar.  „Davon geht die Welt nicht unter“, er atmete hörbar ein und aus und schloss dann wieder die Augen. Ich tat es ihm gleich und schlief direkt wieder ein.
Als ich wieder aufwachte war es schon zwei Uhr am Nachmittag. So viel hatte ich noch nie geschlafen und mein Magen machte sich so langsam bemerkbar. Atsushi schlief noch und ich beschloss in die Küche zu gehen um für ihn zu kochen. Wahrscheinlich würde auch er Hunger haben. Also stand ich ganz leise auf und tapste in die Küche. Ich schloss die Tür um ihn nicht zu wecken und begann das Mittagessen zu zaubern. Super. Mittagessen ohne Frühstück. Das war der perfekte Start in den Tag.
Ich war grade mit kochen fertig geworden, da betrat Atsushi die Küche.
„Mei-chin du kannst doch nicht einfach weg gehen“, murrte er noch müde vor sich hin und ich lächelte ihn an. Er hatte sich mittlerweile ein T-Shirt angezogen und stand jetzt hinter mir, lugte mir über die Schulter. „Mittagessen?“, fragte er und ich nickte, etwas stolz sogar.
Ich hatte Crêpes gemacht, da er ja so sehr auf Süßes stand und seine Mundwinkel zuckten leicht, als ich ihn ansah.
„Dachte du magst das“, ein leichter Rotschimmer legte sich auf meine Wangen und er legte eine Hand auf meinen Kopf, als er über mir den Schrank öffnete um zwei Teller heraus zu holen. „Ja, das ist gut“, sagte er und machte sich daran den Tisch zu decken.
Ich schmunzelte und hätte am Liebsten laut gejubelt.
Denn ich mochte dieses Kribbeln im Bauch irgendwie, welches aufkam, wenn ich ihn ansah.

<<Die Menschenpflanze bedarf der günstigen Witterung zur rechten Zeit, wie jede andere Pflanze, und es ist die grösste Torheit, hierüber hinwegzusehen.>>



Hallo ihr lieben Cookies
hier mal wieder was von mir :3
Ich bin doch ziemlich produktiv muss ich sagen ^-^
Ihr habt es gut. Oder kennt ihr noch jemanden, der 'ne MMFF hat, wo jeden Tag ein Kapitel kommt :p

Ich habe Zeit Anliegen an euch.
Erstens:
Muesst ihr mir helfen. Wer weiss, wer im Winter Cup wann gegen wen spielt? Und wer wen rauskegelt?  Also von unseren Teams in dieser Geschichte? Sonst muss ich KnB II noch mal Suchten und dazu habe ich momentan leider keine Zeit :(

Zweitens:
Meine Liebe Schwester, Yin, hat ebenfalls eine KnB MMFF gestartet, bei welcher ihr euch gerne noch anmelden duerft :)
Schaut doch mal vorbei, Werbung!! :)

Danke schon einmal, meine suessen
xoxo
und danke fuer alles!!
Eure Jenn
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