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Changing

MitmachgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
09.09.2014
04.01.2016
60
132.663
12
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Dieses Kapitel
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09.09.2014 2.533
 
Point of view: Yumi

<<Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen>>

„Wie, du wohnst bei ihm?“, fragte ich und ich musste zugeben, dass ich wirklich entgeistert aussehen musste.
„Ich hasse es, mich zu wiederholen“, sagte Sasha tonlos und ich blinzelte, fing mich dann wieder.
„Jetzt mal von vorne, wieso überhaupt. Du hast doch ein zuhause“, ich verstand das nicht. Was war denn mit der coolen Oma, die das Heim leitete? So alt war sie doch nun auch wieder nicht und wenn ich sie traf, machte sie eigentlich einen sehr fitten Eindruck auf mich.
Und Sasha erklärte mir in groben Zügen worum es ging. Sie erzählte mir, dass O bāchan sterbenskrank war und dass es wohl nicht mehr lange dauern würde. Dass sie alle Kinder abgeben musste, schweren Herzens und dass sie für Sasha keinen anderen Platz gefunden hatte, da sie für die Kinderheime, die in Frage gekommen waren, zu alt war.
Ich hob die Brauen. „Also sind die Aomines so etwas wie eine Notlösung gewesen?“, hakte ich nach und Sasha nickte, strich sich ihren blau-weißen Pony aus dem Gesicht und starrte auf irgendeinen Punkt vor ihr auf den Boden.
Ich wusste, dass sie es nicht zugeben wollte, doch sie musste unendlich traurig sein. O bāchan war stets freundlich zu ihr gewesen und einer der wenigen Menschen in ihrem Leben, der sie akzeptiert hatte. Außerdem musste sie sich abgeschoben fühlen, wenn die Familie Aomine der letzte Ausweg gewesen war.  
Ich wusste nicht, wie ich ihr gegenüber verhalten sollte um ihr Trost zu spenden, doch ich dachte daran, dass Sasha genauso war wie ich. Sie würde kein Mitleid oder Trost haben wollen, wollte ganz normal behandelt werden. Das würde ihr gut tun.
Ich zog eine Tafel Schokolade aus meiner Tasche, als wir an der Sporthalle ankamen und gab sie ihr. Es war meine Letzte und ich wollte diese eigentlich für zuhause aufbewahren.
„Nervennahrung“, sagte ich nur. Sasha nahm sie an, öffnete sie und brach sie in der Mitte durch.
„Geteiltes Leid ist halbes Leid“, entgegnete sie und ich unterdrückte ein Schmunzeln, nahm die Hälfte an und Schokolade kauend betraten wir die Sporthalle.

<<Wie liebenswert ist der Mensch, wenn er wirklich ein Mensch ist>>

„Ah“, begrüßte und Imayoshi. „Also wenn ihr weiter so fresst werdet ihr echt fett“, ich nickte. „Weißt du eigentlich wie oft wir das schon gehört haben?“, ich winkte ab, stopfte mir den Rest der Schokolade in den Mund und betrat das Spielfeld.
„Dreyszas“, ich zog ihren Namen ein wenig in die Länge, weil ich wusste, dass es sie nervte.
„Maul, Kageyama“, murrte sie mich an und ich hob eine Braue. „Einlaufe-“ dreisterweise wurde ich unterbrochen. Vom Coach der Mannschaft der Touou Academy.
„Ich weiß, Kageyama-kun, dass du mit Leidenschaft ein Coach bist“, meinte er und klopfte mir auf die Schulter. „Aber ich möchte, dass ihr euch heute meinem Training mit anschließt“, ich nickte. Was auch immer er vor hatte. Wenn es mir und Sasha etwas nützte, dann würden wir eben mitmachen.
„Hast du nun davon“, Sasha begann sich den anderen anzuschließen, die sich einliefen.
„Dreyszas-san“, rief der Coach. „Ich möchte euch beiden heute mit zwei meiner sonstigen Stammspieler auswechseln. Meinst du, du kannst deine Akrobatik mit einbeziehen?“, ich verdrehte die Augen. „Sieht sie so aus, als würde sie es nicht können?“, antwortete ich an Sashas statt und der Coach verzog das Gesicht.
„Was für eine dumme Frage“, murrte sie den Schwarzhaarigen an, als wir an ihm vorbei liefen.
„Brauch sie dafür Vorbereitung?“, hörte ich Momoi fragen und ich drehte mich während des Laufens um. „Lass das mal meine Sorge sein“, sagte ich nur, drehte mich wieder um und nickte meinem Center zu. Da sie für ihren Stil während des Basketballs engere Kleidung bevorzugte zog sie sich ihr T-Shirt aus, sowie ihre Jogginghose. Kurz, eng und knapp bekleidet lief sie nun neben mir her und ich verdrehte die Augen.
„Sind alle Weiber in Litauen so freizügig“ und Sasha zuckte mit den Schultern. „Ne, nur ich. Deswegen wohn' ich da wohl auch nicht mehr“, versuchte sie sich an einem Scherz. Ich schüttelte den Kopf. „Das wird es wohl sein, du Ausgewiesene“, versuchte ich zurück zu scherzen und ließ mir vom Coach meine Trillerpfeife zuwerfen.
„Dann mal los, Deyszas“, rief ich und wir beschleunigten unseren Schritt, sodass wir die anderen überholen konnten. Wir brauchten jetzt viel Platz.
„Eins“, hob ich die Stimme, welche durch die Halle schallte. Ich pfiff mit der Trillerpfeife und Sasha sprintete, schlug einen Salto, landete und lief sich aus. Dann überholte ich sie. „Zwei“, rief ich, pfiff wieder und hob einen Arm. Da ich nicht sonderlich groß war sollte es ihr ein Leichtes sein über meinen Arm zu springen. Es war die selbe Bewegung wie beim Hochsprung. Springen, mit dem Rücken über das Hindernis und in Sashas Fall dann wieder auf die Beine kommen. Wie oft hatten wir das Trainiert. Wie oft hatte Sasha am Boden gelegen und wie war ich mit Kopfschmerzen und Nasenbluten nach Hause gegangen, weil Sasha ihre Extremitäten nicht bei sich lassen konnte.

<<Ich habe mich durch eigene Erfahrung daran gewöhnt, alle Misère dieses Lebens als unbedeutend und vorübergehend zu betrachten und fest an die Zukunft zu glauben>>

Nach ein paar Übungen schickte ich sie in die Mitte des Platzes, damit sie sich ausreichend dehnen konnte. Ich hingegen sprintete zwei Runden, joggte wieder, sprintete, joggte. Auch ich übte mich an etwas akrobatischem, bekam aber nur einen Flic Flac auf die Reihe. Auch hieran hatte ich lange geübt, hatte mich oft galant auf die Fresse gepackt, auch im wahrsten Sinne des Wortes. Ich hatte mir sogar einen Finger dabei verstaucht, hatte es den anderen aber nie erzählt. Wieso sollte ich mir diese Blöße geben?
„Also gut“, der Coach stellte sich in die Mitte des Spielfeldes, wir versammelten uns keuchend um ihn herum.
„Ich möchte die Stammbesetzung für heute verändern. Da Aomine-kun uns heute endlich mal mit seiner Anwesenheit beehrt möchte ich ihn als Power Forward, Imayoshi als Point Guard und Sakurai als Shooting Guard. Dreyszas als Center und als Small Forward Kageyama-kun“, er klatschte in die Hände, zog mich aber beiseite.
„Könntest du mir vielleicht verraten, wie ihr das mit diesem fliegenden Wechsel macht?“, fragte er leise und ich hob die Brauen. Er wollte also – von Coach zu Coach – unsere Strategie durchschauen ? Konnte er sich abschminken. „Zusehen und lernen“, sagte ich nur und drehte mich um, um auf  meine Position zu gehen. Wir spielten gegen einen Haufen Drittklässler, die scheinbar Potential genug hatten um gegen die Stammspieler der Touou zu spielen.
Soweit ich das jedoch beurteilen konnte, war beinahe jeder Spieler hier unglaublich talentiert und besaß eine Menge Potential, welches noch lange nicht komplett ausgebaut war.
„Dreyszas, Kageyama? Würdet ihr bitte so spielen wir ihr es gewohnt seid? Ihr braucht euch uns nicht anzupassen“, rief der Coach. „Hätten wir eh nicht gemacht“, grummelte ich. Er war doch nur geil darauf zu sehen wie wir spielten und ob er unserer Spielweise durchschauen konnte. Konnte er aber nicht. Denn selbst wir überließen alles dem Zufall. Es war keine abgesprochene Sache. Es war Antrainierter Zufall.
„Trottel“, murmelte ich, ehe der Coach anpfiff und das Spiel direkt in vollem Gange war.
Ich bekam den Ball von Imayoshi, überflog kurz die Situation, verschwand vor den Augen meines Gegners und stand an der Mittelline. Dort sah ich Sasha in Richtung Korb laufen. Ich warf den Ball hoch und weit, er würde  niemals rein gehen, doch das sollte er auch nicht. Da jeder wusste, dass dieser Ball niemals sein Ziel finden würde herrschte nun großes Gewimmel um den Korb der Gegner und ich blieb stehen wo ich war. Sasha nutzte das Gewirr. „Imayoshi, Hände falten und bereit halten“, etwas verwirrt sah der Kapitän, welcher ein bisschen abseits stand,  mich an. Mit meinen Augen deutete ich auf Sasha, die jetzt auf ihn zu kam. Er verstand, faltete die Hände und katapultierte Sasha nach oben. Sie fing den Ball und beförderte ihn durch den Korb, an welchem sie jetzt hing und sich baumeln ließ. Zufrieden nickte ich.

<<Das Erlebte weiss jeder zu schätzen, am meisten der Denkende und Nachsinnende im Alter; er fühlt mit Zuversicht und Behaglichkeit, dass ihm das niemand rauben kann>>

„Konter!“, vernahm ich und schon stoben alle auseinander, mein Team schoss in unsere Hälfte zurück, Aomine holte sich den Ball und lief wieder zurück. Auch wenn es eher untypisch für mich war, so musste ich anerkennend nicken. Dieser Mann war ein Monster, welches ungeheuerliches Talent besaß und es schien, als wäre er noch immer nicht komplett ausgereift.
Die Drittklässler legten noch einen Zahn zu und konterten erneut. Ich stellte mich dem Center in den Weg und wollte stealen, doch er sprang viel zu früh ab und nietete mich kurzerhand mit seinem Ellenbogen um.
Ich hielt mir den Kopf, als ich mich aufsetzte, meine Sicht verschwamm. Meine Nase tat weh und ich schüttelte den Kopf um klare Sicht zu erlangen, funktionierte aber nicht so wie ich es wollte.
Ich hörte einen Pfiff und ich kämpfte mich auf die Beine, schlug die helfenden Hände zur Seite. „Ich kann noch spielen“, sagte ich und taumelte vorwärts. „Sakurai!“, rief der Coach. „Entschuldigung, es ist meine Schuld!“, rief dieser sofort und ich winkte ab. „So ein Scheiß“, murmelte ich und sah mich um, doch desto schneller ich meinen Kopf bewegte, desto mehr schmerzte mein Kopf und mir wurde schwindeliger.
„Bring ihn auf die Krankenstation, Sakurai“, befahl der Coach und schon spürte ich einen Arm, der sich stützend um meine Schultern legte. Ich ließ mich mit ziehen. Irgendetwas lief doch da an meinem Kinn herunter? Ich leckte mir über die Lippen und schmeckte Eisen. Wahrscheinlich hatte ich Nasenbluten.
Super Sache, ehrlich.
„Lass mich, ich kann allein gehen“, ich wollte Sakurai weg schubsen. „Entschuldige, aber ich muss dir helfen“, entschuldigte er sich viel zu laut und ich kniff die Augen zusammen. „Schrei nicht so, ich stehe neben dir“, fauchte ich und schwieg dann. „Entschuldige, tut mir leid, dass ich lebe. Es tut mir so leid...“ entschuldigte sich mein Klassenkamerad und wäre ich nicht so angeschlagen gewesen hätte ich ihm wohl eine blutige Nase verpasst.

<<Das Vertrauen ist etwas so Schönes, dass selbst der ärgste Betrüger sich eines gewissen Respekts nicht erwehren kann vor dem, der es ihm schenkt>>

„Kageyama-kun ist beim Basketball spielen verletzt worden“, erklärte Sakurai der Krankenschwester und ich vernahm ihr helles lachen. Aber, aber Sakurai-kun. Yumi Kageyama ist doch kein Junge“, sie kicherte und mal wieder entschuldigte Sakurai sich tausend Mal.
„Ich lass' euch beiden mal alleine, Kageyama-san braucht jetzt zwar Ruhe, aber es wäre besser, wenn jemand bei ihr bleibt, wenn ich nicht da bin, ich habe noch etwas zu tun“, sie stand auf und verließ den Raum. Sakurai setzte sich neben mich.
„Du bist ein Mädchen?“, ich sah ihn schwerfällig an. „Wehe du behältst das nicht für dich“, versuchte ich ihm zu drohen. „Entschuldige, Entschuldige bitte, ich habe nicht gewusst, da-“ ich schnitt ihm mit einer Handbewegung das Wort ab. „Halt die Schnauze, ist ja schrecklich“, ich rieb mir die Schläfen und schloss die Augen wieder, da mich das Licht blendete.
„Behalte es einfach für dich, das wär' einfach mal total geil von dir“, sagte ich und öffnete wieder die Augen. Er nickte.
„Wieso willst du denn, dass keiner weiß, dass du ein Mädchen bist?“, ich zuckte mit den Schultern. „Es ist einfach so“, entgegnete ich knapp und drehte mich zu ihm auf die Seite. Er saß einfach nur da, sagte zur Abwechslung einfach mal gar nichts, was seine Anwesenheit sehr ertragbar machte, und in diesem Moment war ich ehrlich gesagt froh, dass jemand bei mir war, ich fühlte mich elendig.
„Weiß denn deine Freundin, dass du ein Mädchen bist?“, hätte ich gestanden, wäre mir wohl die Kinnlade bis auf den Fußboden gefallen. So hob ich beide Augenbrauen.
„Dir ist schon aufgefallen, dass wir uns in ein und der selben Umkleidekabine umziehen, ja?“, sagte ich und er wollte sich wieder entschuldigen, da hielt ich ihm den Mund zu.
„Hör auf dich zu entschuldigen“, murrte ich ihn an und er umfasste meine Hand, ließ sie aber dort wo sie war.
Irgendwie kribbelte meine Hand, als er sie mit der Seinen berührte und ich zog sie weg, als hätte ich mich verbrannt.
„Du bist komisch“, wisperte er und ich schnaubte. „Aber du nicht, oder was?“, murrte ich und sah wo anders hin.
Er war wirklich komisch. Auf eine niedliche Art und Weise.

<<Klarer Verstand mit warmer Phantasie verschwistert ist die echte Gesundheit bringende Seelenkost. Der Verstand tut lauter vorhergesehene, bestimmte Schritte.>>

Ich blieb Freitag zuhause, mein Bruder kümmerte sich um mich. Die Krankenschwester hatte mich Donnerstag entlassen mit den Worten am Wochenende Bettruhe walten zu lassen, was mir natürlich überhaupt nicht schmeckte.
Eigentlich schlief ich den ganzen Freitag und auch Samstag war ich zu nichts zu gebrauchen.
Am Sonntag wurde ich am Mittag durch ein Klopfen an meiner Zimmertür geweckt.
„Entschuldigung, bitte Entschuldige“, flüsterte Sakurai, der den Kopf durch den Türspalt steckte.
„Komm rein oder bleib draußen“, grummelte ich und fuhr mir durch mein Gesicht, ehe ich mich aufsetzte und mir durchs Haar fuhr, welches ich seid zwei Tagen nicht gekämmt hatte.
„Wie geht es dir?“, fragte Sakurai und wollte sich auf den Boden setzen. Ich seufzte und klopfte neben mich auf die Matratze. Bei mir saß keiner auf dem Boden, wenn ich nicht auch dort saß.
„Besser“, sagte ich. Die Kopfschmerzen waren weg, meine Nase pochte nur noch ein wenig und auch das Schwindelgefühl hatte endlich aufgegeben und sich verzogen.
„Gut“, nickte Sakurai und reichte mir eine kleine Schachtel.
„Für dich, Dreyszas-san sagte, dass du das am Liebsten magst“, ich öffnete es und eine Tafel Schokolade kam zum Vorschein. Ich nickte ihm zu und öffnete sie sofort. Ich gab ihm ein Stück ab und aß dann ebenfalls.
„Danke“, nuschelte ich und sah weg, weil ich nicht damit umgehen konnte, dass er so unheimlich nett zu mir war.

<<Das ist die klarste Kritik von der Welt. Wenn neben das , was ihm missfällt, einer was Eigenes, Besseres stellt>>

Hallo, meine lieben Cookies,
hier mal wieder ein Nachwort, nachdem ich lange Zeit mit Worten gegeizt habe.
Vor allem mit den Worten des Dankes.
Ich danke euch fuer schon ueber 1400 Aufrufe, 14 Favoriten und ganze 80! Reviews.
Ich bin beinahe vom Stuhl gefallen, als ich das gesehen habe.
Das hier ist schon das 28 Kapitel und die Zeit ging einfach mal rasend schnell vorbei.
Ich danke euch, dass ihr die Story so toll verfolgt und fleissig Reviews schreibt. Vor allem danke ich da Arionell, die wirklich zu jedem verdammten Kapitel etwas schreibt und sich etwas aus den Fingern saugt.
Danke auch an alle anderen, die mitmachen, da sie mir stets kontsruktive Kritik geben, positive, aber auch negative.
Ich habe gleich eine Frage an euch:
Habt ihr Lust auf ein kleines Special in der naechsten Runde?
Worum es geht, das sage ich euch nicht, ihr koennt ja fleissig raten :3
Danke also an euch, und ich hoer jetzt auf, bevor das Nachwort so lang wird, wie das Kapitel selbst.
xoxo
eure dankbare Jenn ♥

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