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MitmachgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
09.09.2014
04.01.2016
60
132.663
12
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Dieses Kapitel
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09.09.2014 1.965
 
Cats Outfit:
(Danke an die Liebe Sweety, ich habs einfach mal benutzt ^-^)

Point of view: Catherina

<<Kein Kundgebung ist so beliebt wie diejenige des Herzens.>>

Kagami, Taiga:
„Hoffentlich hast du mir jetzt auch die richtige Nummer gegeben :-)“ 16:45
Ich:
„Sehe ich so aus, als würde ich lügen?“ 16:46
schrieb ich zurück und steckte mein Handy wieder in meine Jackentasche, kramte in ihr herum, zog meinen Haustürschlüssel heraus und  schloss die Haustür auf. Dann verschwand ich direkt in meinem Zimmer, da mein Handy schon wieder vibrierte. Ich warf mich auf mein Bett, nachdem ich meine Zimmertür hinter mir zu geworfen hatte und ließ mein Handy von diesem Moment an keine Sekunde mehr aus den Augen.

Samstag war ich schon früh wach, obwohl ich noch eine ganze Weile hätte schlafen können. Ob es an dem Fakt lag, dass ich mich heute mit einem Jungen treffen würde, das konnte ich nicht mit voller Bestimmtheit sagen.
Nun, ich musste zugeben, dass ich jetzt schon ein wenig aufgeregt war. Schließlich würde dies heute das erste Mal sein, dass ich einen Jungen treffen würden.
Wie lange schon hatte ich davon geträumt?
Vielleicht sollte ich mir dabei nichts denken, da er bloß seine blöde Aktion wieder gut machen wollte, doch irgendwie war man doch schon ein wenig nervös, wenn man daran dachte, dass das, was man sich schon so lange gewünscht hatte, endlich eintreten würde.
Und so begab es sich, dass ich schon um sieben Uhr morgens unter der Dusche stand. Und das, obwohl ich noch bis halb drei in der Nacht mit Kagami getextet hatte.
Dies hatte ich eigentlich schon die ganze Zeit getan. In der Schule redeten wir nicht großartig viel miteinander, was unter anderem daran lag, dass ich sonst nicht sonderlich gesprächig war. Ich traute mich aber auch nicht unbedingt ihn einfach anzusprechen. Doch wir verbrachten unsere Zeit trotzdem irgendwie miteinander. Auch wenn wir stets mit den anderen aus dem Basketballclub zusammen waren, so standen wir doch immer nebeneinander, gingen nebeneinander her, was irgendwie merkwürdig, aber auch irgendwie gut war.
Und sobald wir die Schule verließen und unsere Wege sich trennten, zückte ich mein Handy und bekam gleichzeitig schon die erste Nachricht von dem Basketballspieler, mit welchem ich eigentlich ununterbrochen hin und her textete. Meist bis tief in die Nacht, nur um dann am nächsten Morgen vollkommen übermüdet in die Schule zu gehen.

<<Von einem Mitmenschen in dessen Herz geschlossen zu werden ist mithin das schönste Erlebnis das einem zuteil werden kann.>>

Ich stieg aus der Dusche, rubbelte meine Haare trocken und schlang mir ein Handtuch um meinen eher zierlichen Körper.  Dann tapste ich über den Flur in mein Zimmer zurück, schloss die Tür leise hinter mir um danach meinen Kleiderschrank zu öffnen.
Ich warf einen Blick hinein, als mein Handy vibrierte. Ich sah verwundert auf die Uhr und fragte mich, welcher Verrückte mir an einem Samstagmorgen um halb acht schon eine Nachricht schrieb. Ich entsperrte das Display und unwillkürlich und unweigerlich hoben sich meine Mundwinkel.
Kagami Taiga:
„Seit wann fragte ich mich eigentlich, was ich anziehen soll? Du bist schrecklich! Guten Morgen, Madmoiselle :-)“ 7:29
Ich:
"Und ich frage mich, wieso du schon so früh wach bist. Ist schließlich Wochenende und du warst mindestens bis drei Uhr wach!“ 7:30
Ich trat wieder an meinen Kleiderschrank, legte mein Handy in das Fach, in welchem sich auch meine Pullover befanden und durchsuchte dann meinen Kleidungsbestand.
Kagami Taiga:
„Das Selbe könnte ich dich doch auch fragen. Wieso bist du schon so früh wach, wo du  doch so spät ins Bett gekommen bist?“ 7:32
Irgendwie bekam ich das Grinsen nicht aus dem Gesicht.
Ich:
„Weil ich einfach nicht weiß, was ich anziehen soll, was untypisch für mich ist.“ 7:33
Und das entsprach ja auch der Wahrheit. Ich sah aus dem Fenster, draußen begann es schon hell zu werden, langsam aber sicher.
Kagami Taiga:
„Dabei haben wir doch noch so lange Zeit :-/“ 7:35
Er hatte recht. Eigentlich war es schwachsinnig sich jetzt schon fertig machen zu wollen. Doch irgendwie schien ich wohl zu hoffen, dass dadurch die Zeit schneller voran schritt. Doch dem war dann leider nicht so.
Die Zeit zog sich wie Kaugummi und ich fand einfach keine Beschäftigung, die mich lange und effizient genug ablenkte.
Ich half sogar meiner Mutter im Haushalt, vollkommen freiwillig stürzte ich mich auf die Arbeit und meine Mutter legte ihre Hand auf meine Stirn und fragte mich, ob ich sehr krank sei.
Doch als alles fertig war hatte ich immer noch geschlagene fünf Stunden Zeit.

<<Das Leben verändert sich nicht zum Besseren, solange man nicht begreift, dass es nicht die Intellegenten sind, die uns fehlen, sondern die Mutigen.>>

Kagami Taiga:
„Hilfe! Die Zeit geht einfach nicht rum“ 9:58
Ich grinste wieder.
Ich:
„Ich hasse es, wenn ich auf etwas warten muss“ 9:59
schrieb ich postwendend zurück und schmunzelte noch immer, da es ihm scheinbar doch so wie mir zu gehen schien. Irgendwie freute ich mich darüber.
Mein Bruder lief vor meinen Füßen herum und rannte um mich herum. Er wollte spielen – wie immer.
Doch dieses Mal schob ich ihn einfach beiseite, konnte den Blick nicht von meinem Bildschirm abwenden, umklammerte mein Handy fest und blickte kein einziges Mal auf, als ich in mein Zimmer zurück ging. Ich hatte nämlich beschlossen einfach laufen zu gehen.
Kagami Taiga:
„Ich geh' jetzt einfach laufen“ 10:05
Ich unterdrückte gekonnt ein Auflachen, als ich die Haustür hinter mir zu zog.
Ich:
„Ich stehe auch in Sportklamotten vor der Tür“ 10:10
antwortete ich, steckte mir meine Stöpsel in die Ohren, schloss das Headset an mein Handy an und scrollte in meiner Playlist umher, wählte ein Lied aus, steckte das Smartphone in meine Hosentasche und lief einfach drauf los.
Kagami Taiga:
„Schickes Oberteil, passt zu deinen Haaren“ 10:37
Ich stoppte prompt, drehte mich um und riss mir meine Kopfhörer aus meinen Ohren. Kagami kam mir entgegen und winkte mir.
„Hey“, er blieb neben mir stehen und wischte sich mit seinem Shirt den Schweiß aus seinem Gesicht.
Ach, ja. Seine Wohnung befand sich ja nicht allzu weit von meinem Zuhause weg.
„Hey“, ich versuchte mich an einem Lächeln, hob die Hand zum Gruß. Dann liefen wir nebeneinander her, schwiegen erst einmal.

<<Ein Tag an dem Du nicht lächelst ist ein verlorener Tag.>>

„Jetzt müssen wir wohl doch nicht mehr so lange warten“, brach der Größere das Schweigen und kratzte sich am Hinterkopf und ich sah zu ihm hoch, schmunzelte und nickte ihm zustimmend zu.
Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, obwohl ich mich eigentlich freute ihn zu sehen. Merkwürdig, dass ich irgendwie nicht die richtigen Worte zu finden schien, wo ich doch so regen Kontakt mit ihm hegte, wenn wir uns gegenseitig tausende von Nachrichten schrieben. Durchgehend. Auch dieses merkwürdige Kribbeln in meinem Bauch war neu und ich versuchte es zu ignorieren.
„Sollen wir zurück oder sollen wir noch ein bisschen weiter laufen?“, fragte Kagami mich nach ein paar weiteren Minuten des Schweigens und ich sah ihn an, zuckte mit den Schultern und setzte den Weg fort.
„Das heißt dann wohl: weiter“, lachte der Rotbraunhaarige und folgte mir dann wieder.
Diesen Vorgang wiederholten wir sogar ein paar Mal.
Ob wir das taten, weil wir einfach weiter laufen wollten, oder weil ich seine Anwesenheit einfach sehr angenehm fand, obwohl er nicht mit mir sprach, das war einerlei, zumal ich niemandem die Antwort auf diese Frage hätte geben können, ohne zu lügen.
Irgendwann standen wir vor meiner Haustür.
„Ja, dann bis gleich“, nuschelte Kagami, den ich endlich größenmäßig übertraf, aber auch nur, weil ich drei Treppenstufen hoch gestiegen war. Er kratzte sich wieder am Hinterkopf, wirkte etwas verlegen und ich nickte. „Ja, bis gleich“, verabschiedete ich mich und nahm die Türklinke in die Hand. Gleichzeitig drehten wir uns um, ich schloss die Haustür auf, er joggte nach Hause. Ich drehte mich zu ihm um und sah ihm so lange nach, bis ich ihn nicht mehr sehen konnte. Erst dann betrat ich unsere Wohnung.
„Wer war das denn, mein Schatz?“, fragte meine Mutter. Ich zog leicht lächelnd an ihr vorbei. „Niemand“, nuschelte ich und verschwand im Bad. Ich hatte keine Lust darauf jetzt von ihr ausgequetscht zu werden.
Wieder sprang ich unter die Dusche, ließ das Wasser auf mich herab rieseln und hatte es eigentlich nicht eilig.
Nur noch zwei Stunden.
Dann stieg ich doch irgendwann aus der Dusche, da mein Vater an die Tür geklopft und „Wasser kostet Geld, meine Süße“, gesagt hatte. Na ja, recht hatte er ja.
Ich trocknete mich ab und zog mich an. Ich wählte einen rosafarbenen, weichen Pullover, eine enge, schwarze Röhrenjeans und schwarze High Heels, da ich dann doch ein wenig größer wirken wollte. Außerdem betonten solche Schuhe stets die Beine. Meine Haare ließ ich so wie sie waren. Sie waren zu kurz, als das ich etwas großartiges mit ihnen anstellen hätte können.
Also föhnte und kämmte ich sie lediglich.

<<Es muss Herzen geben, welche die Tiefe unseres Wesens kennen und auf uns schwören, selbst wenn die ganze Welt uns verlässt>>

„Bis heute Abend“, sagte ich noch, ehe ich die Tür erneut hinter mir zu zog.
Ich ging in Richtung S-Bahn um in die Stadt zu fahren, wo ich mich mit Kagami treffen wollte.
Ich fuhr nicht lange, da muste ich – zum Glück – auch schon aussteigen, denn in der Bahn befand sich ein betrunkener, junger Mann, der ungefähr Mitte Zwanzig war und jedes Mädchen ansprach,  das er entdeckte, während er durch das Abteil torkelte.
Außer mich. Ich freute mich grade darüber, dass ich ziemlich unscheinbar zu sein schien und entdeckte immer mehr Vorteile in dieser Eigenschaft.
Ich stieg schnell aus der Bahn aus und ging die Treppen hoch. Meine Beine waren noch ein wenig angestrengt vom Laufen, doch das machte nichts.
„Da bist du ja“, vernahm ich eine mir sehr bekannte Stimme und ich sah auf. Komisch, dass er mich überhaupt entdecken konnte. Manche erschraken sich, wenn ich plötzlich vor ihnen stand, auch wenn ich schon fünf Minuten dort verweilte.
Doch er hatte mich jetzt schon zum dritten Mal zwischen vielen Menschen gefunden und das brachte mich dann doch etwas zum Staunen. Wie machte er das?
„Ja, sieht wohl so aus“, antwortete ich, als er bei mir angekommen war und bot mir seinen Arm an, den ich dankend annahm.
„Ist doch schrecklich auf solchen Schuhen nach dem Joggen, oder nicht?“, fragte Kagami und deutete auf meine Schuhe. Ich folgte seinem Finger, sah ihn dann wieder an.
„Nein, sie sind bequem“, sagte ich und ließ mich von ihm in das Kino führen. Er bezahlte sogar den Eintritt und das Popcorn, worüber ich mich am Meisten freute.
Wir sahen uns einen Comedy Film an und ich hatte irgendwie Freude dabei Kagami so aus tiefster Seele und ehrlich lachen zu sehen. Ich lächelte und verließ gut gelaunt mit ihm zusammen das Kino, nachdem der Film vorbei war.
„Du hast einen guten Film ausgesucht“, lobte er mich und ich nickte. „Dankeschön“, sagte ich also und hakte mich wieder bei ihm unter.
Mein Handy vibrierte.
Mama:
„Das Essen ist in einer Stunde fertig. Egal mit wem du grade unterwegs bist, bring ihn doch mit :-) Kuss, Mama“ 17:00
Ich sah zu Kagami.
„Meine Mutter lädt dich dazu ein bei uns zu essen“, sagte ich und ging in Richtung S-Bahn. „Ehm, ja. Danke?“, Kagami stolperte hinter mir her und keine zwanzig Minuten später standen wir vor meiner Haustür. Kagami kratzte sich wieder einmal am Hinterkopf.
„Ich weiß nicht so recht“, murmelte er und malte mit seiner Fußspitze kleine Kreise auf der Fußmatte. Wie süß er war, wenn er schüchtern war.

<<Die schönsten Träume werden mit offenen Augen geträumt>>
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